Frau und Mann teilen sich Armlehne im Flugzeug.
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Ratgeber

Endlich gelöst: Der Armlehnen-Konflikt im Flugzeug

HolidayCheckDeine ReiseexpertInnen

Der Streit um die Armlehne gehört zu den eher unangenehmen Dingen beim Fliegen. Aber musst Du Dich wirklich auf dem Weg in den Traumurlaub ärgern? Einige Entwickler sind überzeugt: nein und liefern verschiedene Lösungen rund um das alltägliche Ablageproblem. Ob sich diese durchsetzen, ist offen. Daher bleibt am Ende vermutlich die Frage bestehen, die sich viele Reisende stellen: Wem gehört die Armlehne? Wir haben die Antwort und stellen die Lösungsvorschläge der Entwickler vor.

Wem gehört die Armlehne?

Fangen wir mit der wichtigsten Frage und der dazu passenden Antwort an. Denn genau diese Antwort ist es, die für den wiederkehrenden Ärger über den Wolken sorgt.

Wer hat Anspruch auf die Armlehne? Wem steht sie zu? Schließlich ist sie genau zwischen zwei Sitzen angebracht, bietet aber in der Regel nur Platz für einen Unterarm während der Reise. Wer zuerst sitzt, lehnt zuerst? Oder gilt das Recht des Stärkeren? Tatsächlich entwickeln sich rund um die Armlehne immer wieder Konflikte. Einige sind überschaubar, andere führen dazu, dass die Flugbegleitung einschreiten muss.

Wie diese das Problem löst, ist dann jedoch offen, denn eine rechtliche Regelung für das Armlehnen-Problem gibt es nicht. Es ist nirgendwo festgeschrieben, wer Anspruch auf die Armlehne hat. Auch gibt es nichts juristisch Belastbares, das der einen oder anderen Person eher ein Recht zur Nutzung einräumen würde.

Eine Frau stützt sich auf ihre Armlehne im Flugzeug. © izusek/E+ via Getty Images
Eine Frau stützt sich auf ihre Armlehne im Flugzeug. © izusek/E+ via Getty Images

Das ungeschriebene Gesetz zum Armlehnen-Streit

Auch wenn es keine rechtlich belastbare Regelung gibt: Gute Umgangsformen und ein gesunder Menschenverstand existieren durchaus. Zumindest hoffen Reisende immer wieder darauf. Es gilt daher das ungeschriebene Gesetz, dass in Reihen mit drei Sitzen der Person im Mittelsitz beide Armlehnen zustehen.

So sehen es viele Personen, die in der Flugbegleitung tätig sind. Und das erscheint auch nur fair. Schließlich kann die Person am Gang den zusätzlichen Raum dort nutzen, die Beine hin und wieder ausstrecken und sich auch etwas in diese Richtung lehnen, um mehr Platz zu gewinnen. Die Person am Fenster hat den schönen Ausblick, kann den Kopf an der Kabinenwand anlehnen und so in der Regel gut entspannen.

Der Person in der Mitte bleibt … nichts.

Dass sie in dieser engen Lage wenigstens die Möglichkeit haben sollte, die Armlehnen zu nutzen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Da diese Überlegung mitsamt dem ungeschriebenen Gesetz jedoch nicht allen Menschen präsent ist, entsteht eben doch immer mal wieder ein Armlehnen-Kampf.

Wie lässt sich das Armlehnen-Problem lösen?

Für das Armlehnen-Problem gibt es inzwischen einige menschliche und einige technische Lösungen. So lässt sich der Streit vermeiden.

  • Fair teilen

Die Armlehne ist weder lang noch breit, daher bietet sie wirklich nur wenig Platz. Teilen lässt sie sich mit etwas gutem Willen dennoch. Legt einer den Arm weiter vorn ab und der andere weiter hinten, lässt es sich friedlich und angenehm reisen. Meist fällt es der größeren Person leichter, den vorderen Bereich zu nutzen.

Denkbar wäre auch, sich abzuwechseln oder abzumachen, dass niemand den Arm darauf ablegt. So bleibt der Person in der Mitte wenigstens etwas mehr Platz und die SitznachbarInnen fühlen sich nicht benachteiligt.

  • Die Paperclip-Armlehne

Eine technische Lösung hat ein Designer aus Hongkong vorgestellt. Dafür müssten die Armlehnen im Flugzeug jedoch ausgetauscht werden. Seine neu designte Armlehne hat zwei Etagen. Sie verläuft erst einmal wie eine normale Armlehne gerade nach vorn, biegt sich dann jedoch wie eine Büroklammer (engl. Paperclip) nach oben und dann in die Richtung, aus der sie gekommen ist. Schließlich endet sie dort etwa auf halber Länge des unteren Teils.

Bei diesem Design kann eine Person den Arm auf der oberen Ebene ablegen, die andere auf der unteren.

  • Die Soarigami-Lösung

Von einem in San Francisco ansässigen Unternehmen kam eine andere Lösung, die aus einer Armlehne kurzerhand zwei machte. Soarigami, ein Kofferwort aus dem englischen Verb to soar (aufsteigen) und Origami, ließ sich auf die Armlehne klemmen. Das Design entsprach einem umgedrehten Papierflieger: Die Tragflächen schufen auf beiden Seiten Platz für einen Unterarm, der nach oben ragende Mittelteil sorgte dafür, dass sich die Arme nicht berühren.

Aktuell wird das Produkt als ausverkauft angegeben, zudem ist das Unternehmen als vorübergehend geschlossen markiert. Ob diese Lösung noch produziert wird, ist daher unklar.

  • Das helfende T-Stück

Die dritte Idee stammt von einem frisch gebackenen Absolventen der Kingston-Universität in London. Er will den Streit über die Armlehne im Flugzeug mit einer Art T-Stück beenden. Dieses wird auf die vorhandene Armlehne montiert. Am vorderen Ende entsteht so eine zusätzliche Auflagefläche, welche die Armlehne wie den Buchstaben T erscheinen lässt. Platz für den Unterarm ist wegen der Position weit vorn nicht, aber beide Reisende können auf dem sogenannten Comfort Enhancer for Aircraft Armrests, also dem Komfortverbesserer für Flugzeugarmlehnen, ihr Handgelenk ablegen. Und das ist vor allem auf Langstreckenflügen in Richtung Urlaub ja auch schon viel wert.

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