Das Hotel selbst bezeichnet sich als "Wellnesshotel", was im Allgemeinen auch zutrifft. Es handelt sich um ein größeres Haus mit drei Stockwerken (Aufzüge vorhanden), welches aus zwei Gebäuden (Altbau und Neubau) besteht. Teilweise sind die Zimmer trotz Renovierung etwas abgenutzt. In unserem Zimmer waren beispielsweise die Türen bei der Renovierung wohl vergessen worden und im Bad befand sich ein defekter Kosmetikspiegel (die Beleuchtung ließ sich nicht mehr ausschalten). Allgemein empfanden wir das Hotel als sauber, wobei es aber bei genauerem Hinsehen auch Abstriche festzustellen gibt, z. B. Staub im Zimmer, unregelmäßige Reinigung der Arbeitsplatten bei der Saftbar mit den Geräten zum Selberauspressen von Orangen, Karotten und Orangen beim Frühstück (feuchte, etwas klebrige Stellen), oft schleppende Nachfüllung von Obst zum Pressen, worunter nicht nur einmal ein fauler Apfel war (von außen sehr gut sichtbar - aufmerksames Personal hätte diese Obststücke sofort aussortieren können, was aber nicht geschah). Das Alter der Gäste siedelt sich in der höheren Altersgruppe an; Kinder waren nur wenige vorhanden. Im Rahmen der Halbpension wird geboten: ein gutes Frühstücksbuffet, ein stark verbesserungsbedürftiges, kleines Mittagsbuffet (mit Blechkuchen) und ein qualitativ höherwertiges Mehrgangabendmenü. Die Zimmerpreise steigen in der Wintersaison deutlich an (wirklich extreme Unterschiede im Vergleich zur Sommersaison!). Es gibt Angebote mit 7 = 6 und 14 = 12. Hier werden eine Nacht bzw. zwei Nächte nicht berechnet. Meine Bewertung zum Preis/Leistungsverhältnis bezieht sich auf die günstigere Sommersaison. Im Winter sähe diese schlechter aus. Eine Alternative zum Hotel Schönruh stellt das schräg gegenüber liegende Hotel Stefanie dar, welches etwas einfacher, aber gemütlicher (rustikaler) ist. Die Preise sind niedriger und es können außer dem Frühstück alle Angebote des Hotels Schönruh (Pool, Mittagessen, Abendmenü etc.) genutzt werden. Zu erwähnen ist die Höhe des Ortes Seefeld von 1200 m über dem Meeresspiegel. Somit kann es auch schon mal im September schneien.
Das Hotel verfügt über sehr unterschiedliche Zimmer (kleiner, größer, Suiten, Altbau, Neubau). Preislich sind die Unterschiede groß. Unser Zimmer war ein teilweise leicht abgenutztes Standardzimmer und enthielt TV (mit deutschen Programmen - alle Programme allerdings verschneit), Föhn, Kosmetikspiegel (defekt), Kühlschrank (keine Minibar -> Getränke werden gegen eine zusätzliche Gebühr von 2 Euro zu den sowieso recht hohen Getränkepreisen auf Bestellung in den Kühlschrank gefüllt), Safe, Telefon, Badewanne mit Dusche. Wir hörten stets, wenn der Aufzug fuhr. Auch das Vorbeigehen der Gäste auf dem Flur war deutlich zu hören.
Einige Bemerkungen zu dieser Rubrik befinden sich bereits in der Rubrik "Das Hotel allgemein". Hinzuzufügen ist bzgl. des Mittagsbuffets, dass hier anscheinend teilweise die Reste des Abendessens verwertet werden und diese beiweitem qualitativ nicht mit dem Abendessen zu vergleichen sind. Das "Reisfleisch" war z. B. sehr durchzogen und eine einzige peinliche Ausspuckerei. Ansonsten gab es beispielsweise Würstchen mit Senf oder Ketchup, Spaghetti mit Käsesoße etc. Eine Suppe sowie ein kleines, nicht immer ganz frisches, Salatbuffet gehören zum Mittagessen, genauso wie ein Blechkuchen (alles Selbstbedienung). Die recht teuren Getränke, z. B. Cappuccino für 2, 70 Euro, müssen bestellt und bezahlt werden. Das Abendmenü erhebt einen ganz anderen, viel höheren Anspruch. Bis auf das im Vergleich zum Mittagessen immer frische und reichhaltigere Salatbüffet werden alle Speisen an den Tisch gebracht. Morgens wählt der Gast aus mehreren Gängen jeweils eine von drei verschiedenen Speisen aus. Leider werden hier oft für eigentlich einfache Dinge recht hochtrabende und für uns schwer zu verstehende Ausdrücke verwendet, z. B. "Gurkenschiffchen mit Kräutervergaise auf Salatchiffonade"... Es handelte sich übrigens um ein Stück schräg aufgeschnittene Gurke mit Kräuterfrischkäse darauf. Das Ganze lag auf einigen Streifen Eisbergsalat. Qualitativ aber gibt es nichts zu bemängeln! Der Küchenstil ist hochwertig landestypisch. Für jeden Geschmack (Fleisch, Fisch, vegetarisch etc.) ist immer etwas dabei. Sonderwünsche werden von der Küche - wenn machbar - meist erfüllt, z. B. ein Wiener Schnitzel, eine Seezunge oder Spaghetti für Kinder, auch wenn dies nicht in der aktuellen Auswahl steht. Bei den Getränken kann es leider recht teuer werden: Weine mit Flaschenpreisen von 40 Euro sind keine Ausnahme, aber auch Bier und Softgetränke schlagen überdurchschnittlich zu Buche. Wir wählten allabendlich eine 0, 75 l - Flasche Mineralwasser für 4, 20 Euro, was noch im Rahmen sein dürfte. Die Atmosphäre des Speisesaals ist mit viel hellem Holz und gepolsterten Stühlen gemütlich, wobei die Tische aber teilweise etwas eng beieinander stehen. Mit unserer Stammbedienung waren wir zufrieden. Oft wurden wir von unterschiedlichen Kellnerinnen und Kellnern bedient. Wer gerade Zeit hatte, brachte das Essen an den Tisch. Hier entsteht ein wenig das Gefühl der Hektik und unpersönlichen "Massenabfertigung", was aber nicht den Kellnern, sondern der Organisation oder evtl. zu wenig Personaleinstellung zuzuschreiben ist. Am Abend kann die Bar mit teilweise Livemusik aufgesucht werden. Die Getränkepreise sind auch hier meist höher.
Insgesamt wurden wir freundlich behandelt. Jedoch berücksichtigte das Hotel nicht unseren Wunsch (eine Woche zuvor per eingangsbestätigter E-Mail angemeldet), beim Abendessen in dem Zuständkeitsbereich einer bestimmten, uns von einem früheren Besuch bekannten, Kellnerin zu sitzen. Auch die nochmalige Bitte vor Ort wurde nicht erfüllt. Als ich am Abend vor dem Ende des Urlaubes meine Verärgerung hierüber zum Ausdruck brachte, wurde diese von der Dame an der Rezeption sehr freundlich und verständnisvoll behandelt. Der zufällig hinzukommenden Hotelchef erklärte kurz und unmissverständlich, dass solche Bitten nicht zu erfüllen seien und verschwand daraufhin... Zumindest verabschiedete er uns dann aber recht höflich bei der Abreise und bot an, uns vom Hotelchauffeur zum Bahnhof fahren zu lassen. Informationen zu Wanderungen und Ausflugsmöglichkeiten sowie konkrete kostenlose und kostenpflichtige Angebote sind reichlich vorhanden.
Die Lage des Hotels bezeichne ich als gut bis sehr gut, weil sie einerseits zentral (nur ca. 400 m vom Bahnhof und der Fußgängerzone Seefelds entfernt), andererseits relativ ruhig ist. Bergwanderer finden den nächsten Wanderweg zur Rosshütte in ca. 10 Gehminuten. Empfehlenswert zum Bummeln ist ein Ausflug nach Innsbruck (Tageskarte - Hin- und Rückfahrt - mit dem stündlich verkehrenden Zug pro Person 9 Euro) oder nach Mittenwald (Tageskarte - Hin- und Rückfahrt - mit dem alle zwei Stunden verkehrenden Zug pro Person 7 Euro). Das Hotel bietet zudem diverse kostenpflichtige Busfahrten an, z. B. montags nach Wattens ins Swarovskimuseum. Neben längeren Wandertouren machen Spaziergänge zum nahe gelegenen Wildsee mit zahmen Vögeln und Eichhörnchen immer wieder Spaß (evtl. Sonnenblumenkerne und Erdnüsse zum Füttern mitnehmen!)
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Den Hotelgästen steht ein Raum mit neuwertigen Fitnessgeräten zur Verfügung, welcher meist kaum genutzt wurde. Außerdem gibt es zwei Pools (ein größerer innen und ein kleinerer außen), sowie mehrere Saunen (im Preis inklusive). Leider sind Mitarbeiter des Hotels im Poolbereich nur selten anzutreffen und so fiel es auch niemandem auf, dass z. B. die Saunatür längere Zeit offen stand, die Dusche lief (weil sie ein Gast vergaß abzustellen), trotz Verbot in großem Stil Liegen mit Handtüchern "reserviert" wurden, zwei Damen regelmäßig verschwitzt direkt aus der Sauna in den Pool gingen (ohne sich vorher abzuduschen) etc. Hier sollte sich das Hotel stärker engagieren! Organisierte Wandertouren, auch kurze, werden angeboten. Ein "Beautybereich" mit recht teuren Anwendungen kann genutzt werden, ebenso wie ein sehr teurer Internetzugang in der Hotelhalle (billiger kann man das Internet im Ortszentrum gegenüber des Bahnhofes nutzen). Ein Golfplatz liegt ca. 300 m vom Hotel entfernt. Buchungen werden im Hotel entgegen genommen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im September 2008 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Stephan |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 41 |


