- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Auch uns haben die überwiegend negativen Bewertungen aus dem vergangenen Sommer im Vorfeld natürlich sehr beunruhigt und uns fast zum Umbuchen bewegt. Teilweise hat die harsche Kritik seine Berechtigung, teilweise ist sie aber auch völlig überzogen und unangebracht - so viel vorweg. Sicherlich hat das Management auch auf vielerlei Beschwerden reagiert und Gegenmaßnahmen ergriffen. Nun aber zur eigentlichen Bewertung: Sehr schöne Anlage mit gepflegtem Garten. Sämtliche Bereiche haben stets einen äußerst sauberen Eindruck gemacht. Keine Spur von angeblich überall herumliegenden Müll. Sicherlich liegt hier und da mal ein Pappbecher auf dem Boden. Bei gefühlt 200 Kleinkindern in der Anlage ist das auch kein Wunder und einfach unvermeidlich, aber da wird vom Personal auch ständig hinterher geräumt. Das WiFi bringt hier den einzigen Abzug. Erstens ist die Abdeckung nicht in der gesamten Anlage gewährleistet (wir hatten nur in der einen Hälfte des Zimmers Empfang) und selbst, wenn Empfang vorhanden war, hatte man in der Regel steinzeitliche Übertragungsraten. Da wäre eine Generalüberholung der Technik im Winter schon sehr angebracht. Ich habe mir dann irgendwann frustriert im Nachbarort eine spanische Prepaid-SIM-Karte mit Datenvolumen geholt (mehr dazu in den Tipps unten). Die Gästestruktur bestand ende September fast ausschließlich aus jüngeren Familien mit Kleinkindern, welche die Gelegenheit nutzten, außerhalb der Ferienzeit zu reisen. Sehr viel Südwest-Deutsche, Österreicher, Schweizer und einige Briten. Insgesamt ein sehr angenehmes Publikum. Wie eingangs schon gesagt, haben sich viele negative Bewertungen hier als stark übertrieben herausgestellt. Vielleicht hat es die Leitung jetzt zum Ende der Saison auch einfach geschafft, viele Probleme zu beseitigen. Die Wahrheit wird irgendwo dazwischen liegen. Verbesserungsbedarf ist in meinen Augen vor allem im Entertainment-Bereich vorhanden, aber ich denke, das schafft das Team dann auch zur nächsten Saison. Jetzt am Ende noch auf Biegen und Brechen alles umzustellen, ist vermutlich einfach auch nicht mehr möglich. Das Problem mit der Lautstärke bzw. der Streit darüber mit den Nachbarn, ist mir nicht ganz ersichtlich, wo es doch scheinbar Jahrzehnte davor nie Probleme gab. Vielleicht hat man es da zu Beginn der Saison einfach wirklich etwas übertrieben? In jedem Falle war der Club nun alles andere als laut, was dem Erholungsfaktor wirklich gut tat. Noch zu den Tipps: Im Vodafone-Shop in Santa Eulalia (oberhalb des Strandes in der kleinen Fußgängerzone) gibt es für 30 Euro eine SIM-Karte ohne Vertrag mit 1,2 GB Datenvolumen und 15 Euro zusätzlichem Guthaben, welches man wahlweise vertelefonieren oder zum Wiederaufladen des Datenvolumens verwenden kann. Fand ich fair und angesichts des eher schlechten WLANS sehr hilfreich und notwendig. Strände ohne Seegras gab es beispielsweise in Santa Eulalia, Portinatx, Agua Blanca, s'Olivera und Cala Conta. Einfach mal Google-Maps befragen und hinfahren :)
Wir hatten ein Familienzimmer in der "normalen" Variante, also mit einem Schlafzimmer zusätzlich zu dem Wohnzimmer mit Ausziehcouch. Diese ist zum Schlafen leider ein bisschen unbequem und ich war froh, zuhause wieder in einem richtigen Bett zu schlafen. Bei empfindlichem Rücken also auch zu dritt lieber die Superior-Variante mit zwei Schlafzimmern buchen. Ansonsten sind die Zimmer zweckmäßig eingerichtet, hübsch und kürzlich renoviert. Ob die nach IKEA anmutenden Möbel jedoch viel mehr als diese Saison überleben, wage ich zu bezweifeln.
Auch was das Essen betrifft, waren wir sehr zufrieden. Nicht mehr und nicht weniger. Meckern kann man immer, aber im Großen und Ganzen gibt es zu jeder Mahlzeit ein breites Angebot an Speisen, die ordentlich hergekocht sind. Einiges ist nun mal Fertigkost, aber es schmeckte alles super. Man hat immer was gefunden, selbst vegetarische und vegane Ernährung ist möglich, wenn man möchte. Auch glutenfreie Produkte werden zur Verfügung gestellt. Hier über ungenießbares oder auch kaltes Essen zu meckern, ist einfach völlig daneben. Oftmals meckern genau die Leute, die sich tatsächlich 14 Tage ausschließlich von Pommes und Pizza ernähren - wobei gerade die Pizza echt super lecker war! Meine Frau war auch von Fleisch und Fisch immer sehr begeistert. Im Großen und Ganzen waren auch die All-In-Getränke ok. Weder Wein noch Bier sind was für Liebhaber, aber noch machbar.
In diesem Bereich habe mich alle Mitarbeiter des Hotels vollends überzeugt. Jederzeit ein Lächeln auf den Lippen. Auch die Zimmerreinigung war gut. Mehr ist dem auch einfach nicht hinzuzufügen.
Die Anlage liegt quasi an der Verbindungsstraße zwischen Santa Eularia und Es Canar. Beide Orte sind fußläufig in +/- 15 min. erreichbar. In der direkten Umgebung ist jedoch außer einem Restaurant und einer Bar auf der anderen Straßenseite nichts weiter. Für einen ausgiebigeren Bummel muss man also schon etwas laufen/fahren. Günstiger Linienbus fährt direkt vor dem Hotel los, Taxen haben noch einigermaßen faire Preise auf Ibiza. Die Bucht mit Sandstrand erreicht man über einen Weg am südlichen Ende der Anlage nach ca. 100 Metern. Sie ist jedoch NICHT unmittelbar am Club, so wie es die Katalogbilder teilweise vermuten lassen. Den kleinen Strand fanden wir auch nicht unbedingt so einladend, um dort den Tag über abzuhängen oder zu baden. Vor allem das viele Seegras hat uns gestört. Aber das war zu dieser Zeit scheinbar ein Problem an vielen Stränden auf Ibiza. In die Tipps habe ich nochmal ein paar Strände ohne Seegras gepackt. Dennoch war der Strand keinesfalls vermüllt oder stinkend, wie es hier mitunter behauptet wird. Angesichts der insgesamt doch eher bescheidenen Lage, würde ich einen Mietwagen unbedingt empfehlen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Was die Pools betrifft, seh ich mich gezwungen, auch hier mit den Gerüchten aufzuräumen. Kein Pool war zu irgendeiner Tageszeit auch nur ansatzweise trüb, wie es hier ja vielfach behauptet wurde. Auch war kein Pool jemals abgesperrt. Selbst wenn dies der Fall ist, sollte man doch froh sein, dass man sich im Cala Pada an die Regeln hält, oder!?? Was die Unterhaltung betrifft, habe ich viel Licht, aber auch Schatten gesehen. Die Kinderbetreuung wurde ja schon vielfach zurecht in hohen Tönen gelobt. Der Mini-Club bietet selbst den Kleinsten schon eine super Beschäftigung an. Unser Kleiner wollte alleine dann zwar noch nicht da bleiben, aber das kann man mit zweieinhalb Jahren auch nicht erwarten und lag ganz sicher nicht an den Betreuern. Die Natalie ist mir da auch ganz besonders positiv in Erinnerung geblieben. Ganz super waren auch Matthias Amend als Märchenonkel und die wohl beste Mini-Disco ever mit Obelix! Also für die Kleinen war wirklich alles super und das ist ja für die Eltern schon mehr als die halbe Miete für einen gelungenen Urlaub. Die Mini-Disco könnte aber ruhig etwas früher stattfinden. Die ganz Kleinen sind um 20.30 Uhr dann schon meist drüber. Das Entertainment für die Erwachsenen hat mich persönlich nicht so wirklich vom Hocker gehauen. Tagsüber habe ich höchstens am Pool mal etwas von Animation mitbekommen (Aqua-Gym, Bogenschießen etc.). In meinen Augen hätten da zwischendurch auch mal mehr ausgefallene Sachen wie beispielsweise Spaß-Olympiaden, Billard-Turniere oder Schnitzeljagd für Erwachsene stattfinden können. Von sowas lebt doch ein Club-Urlaub. Die Shows am Abend waren dazu dann wirklich eher nichts. Lustlose Tanzchoreografien mit enorm hohen Fremdschäm-Faktor zu Musik in Zimmerlautstärke (vermutlich eine Folge des Nachbarschaftsstreits um den Pegel) sind einfach nichts, auch wenn das der/die ein/e oder andere Tänzer/in zwischendrin mal rausreißt. Hier hat ganz klar mal ein Musical gefehlt oder Shows, die das Publikum miteinbeziehen. Man braucht nur auf Youtube zu schauen, dass es das im Cala Pada vor Magic Life ja offenbar gab. Chef-Spaßmacher Sven hat dann zwischendrin ja auch immer mal was vom "alten Glanz" aufblitzen lassen. Da braucht man auch kein alter Stammgast zu sein, um dieses Konzept mehr als öde zu finden. Auch die "DJ-Performance" oder "Live-Musik" im Anschluss an die Shows war regelmäßig sehr trist. Positive Ausnahme war die White-Party am Dienstag. GENAU SO muss das aber in einem Club-Urlaub an jedem Abend sein! Sollte dann aber auch nicht unbedingt um Punkt 23.40 Uhr zu Ende sein. Das ist dann hinten raus einfach kein Club-Entertainment, wie man es schon alleine des Namens nach und erst recht bei den Reisepreisen erwarten muss. Hier muss wirklich noch massivst am Gesamtkonzept gefeilt werden. Wer nach dem Abendessen direkt aufs Zimmer geht und tagsüber auf Animation verzichten kann, wird es vielleicht nicht so kritisch sehen.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Familie |
Dauer: | 1 Woche im September 2015 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Gerald |
Alter: | 26-30 |
Bewertungen: | 21 |