- Preis-Leistungs-VerhältnisSchlecht
Weiterempfehlung oder nicht? Mit der Antwort auf diese Frage habe ich mir ziemlich schwer getan – im Bemühen, das Haus differenziert zu betrachten und ihm unter den verschiedenen Gesichtspunkten gerecht zu werden. Am Ende ging der Daumen trotz mancher Einschränkungen aber nach oben – auch wenn wir unterm Strich den Preis für das Gebotene als zu hoch empfunden haben. Das Los Jameos Playa ist ein hervorragend geführtes Haus, dem allerdings die Auswirkungen seiner eigenen Größe in einigen Punkten durch strukturelle Probleme Schwierigkeiten bereiten. Bei voller Auslastung dürften rund 1000 Gäste in den auf mehrere maximal vierstöckige Gebäude verteilten, großzügig geschnittenen Zimmern wohnen – und das wird besonders augenscheinlich bei den fast auf dem gesamten Areal sehr eng gestellten Sonnenliegen und im Restaurant. Mehr dazu in den Unterpunkten.
Unser Zimmer war sehr großzügig. Es war in gutem Zustand, die Einrichtung bot zahlreiche Ablagemöglichkeiten in zwei Schränken, einem Sideboard und einem Schreibtisch. Die Klimaanlage ließ sich von einer Steuereinheit neben dem Bett aus gut auf die persönlichen Bedürfnisse einstellen. Ein großer Flachbildfernseher mit einer riesigen Auswahl an Programmen in den verschiedensten Sprachen hing an der Wand gegenüber den Betten. Zudem gab es einen Heißwasserbereiter sowie Kaffeepulver und Tee auf dem Zimmer. Im ebenfalls großzügig geschnittenen Bad hing ein Fön an der Wand (der sich leider unappetitlich klebrig anfühlte), daneben ein beleuchteter Schminkspiegel. An der Badewanne gibt es eine gläserne Duschabtrennung. Hinsichtlich der Lage der Zimmer sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Zimmer der einfachsten Kategorie (im Erdgeschoss) mit großer Wahrscheinlichkeit einen wenig attraktiven Ausblick bieten. Die Kategorie darüber bietet „Blick“ – entweder mit der nur bedingt verlockenden Aussicht auf die Pools mit den umliegenden völlig mit Sonnenliegen zugestellten Flächen oder aufs Meer. Diese Kategorie hatten wir gewählt und ein Zimmer mit „Meerblick“ am Südrand der Anlage bekommen. Der Meerblick bestand darin, dass wir Richtung Westen ein kleines Stückchen Strand sehen konnten und Richtung Süden zwischen einem Baum und den Mauern der vorgelagerten Kneipen und Geschäfte hindurch ein Mini-Sichtfenster aufs Meer hatten. Aber immerhin hörten wir manchmal das Rauschen der Wellen. Allerdings konnten wir vom späten Vormittag an bis in die Abendstunden genau riechen, welche Gerichte in dem Lokal vor unserem Zimmer zubereitet wurden. Auch dieser Aspekt gehört zu den eingangs erwähnten grundsätzlichen strukturellen Schwächen der Anlage. Auf den angesichts der Buchungssituation ohnehin kaum aussichtsreichen Versuch, das Zimmer zu wechseln, haben wir angesichts der uninteressanten Alternativen verzichtet.
Es hätte so schön sein können. Das Büffet bietet große Auswahl, die allabendlich wechselnden Themen sorgen für immer neue kulinarische Eindrücke – und doch hielt sich unsere Begeisterung in Grenzen. Viel zu trubelig war das Ambiente. Das gilt vor allem für das Restaurant selbst, das mit der herrschenden Unruhe regelrechte Bahnhofsatmosphäre ausstrahlte, als auch für den Großteil der Außenbereiche. Dies war über die gesamte Essenszeit hinweg so, zu den Spitzenzeiten war es schlichtweg kaum auszuhalten. Im Bereich der Vor- und Nachspeisen standen sich die Gäste nur noch auf den Füßen. Das stets freundliche und bemühte Personal hatte überhaupt keine Chance, mit dem Nachlegen der Speisen und des Geschirrs nachzukommen. Auch beim Schaukochen gab es immer wieder lange Schlangen – und Wartezeiten von bis zu 15 Minuten am Grill führen wiederum dazu, dass die Gäste die Tische im Restaurant viel länger blockieren, als es selbst beim entspannten Essen in aller Ruhe nötig wäre. Da hilft es auch wenig, dass die Tische immer fein eingedeckt sind und dass Personal rund um die Büffets ein Auge auf die stets appetitliche Darbietung der Speisen hat.
Das Personal begegnete uns durchweg aufgeschlossen, sehr hilfsbereit und ausgesprochen freundlich. Als im Bad eine Lampe ausgefallen war, wurde das Leuchtmittel schnell ersetzt. Die Zimmerreinigung war einigermaßen ordentlich: Die Basics funktionierten – das Nachfüllen mit Kaffee und Zucker und das Reinigen der Kaffeebecher klappte leider nur unregelmäßig, der Fön hätte mal abgewischt werden können.
Das Hotel liegt sehr schön am Ostende des größten Strandes von Puerto del Carmen direkt an der Promenade, auf der man am Flughafen vorbei bis nach Arrecife spazieren oder mit dem Fahrrad fahren kann. Zum Ufer hin ist die Anlage umschlossen von zahlreichen kleinen Geschäften und Gastwirtschaften. Wer noch mehr Trubel haben will, kann sich Richtung Westen orientieren: In etwa 2,5 Kilometer Entfernung beginnt ein rund zwei Kilometer langer Abschnitt der Avenida de las Playas, auf dem sich Kneipen und Läden für nahezu jeden Geschmack dicht gedrängt abwechseln. Die Nähe zum Flughafen führt zu angenehm kurzen Transferzeiten. Der Lärm durch landende Maschinen war für uns nur in Ausnahmefällen wahrnehmbar – und überhaupt kein Problem. Und ansonsten bietet Lanzarote eine ungeheure Vielzahl an attraktiven Ausflugszielen für jeden Geschmack (Natur, Strände, Kultur, Architektur), die allesamt innerhalb von maximal einer Dreiviertelstunde Autofahrt zu erreichen sind.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Das Hotel bietet eine kaum überschaubare Vielzahl den Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung: Alle möglichen Arten von Spielen, Wellness, Fitness, Tennis, Tischtennis und so weiter und so fort. Selbst ein – von uns nicht genutzter – FKK-Bereich ist ausgewiesen. Die Poolanlage ist sehr schön, die Flächen darum herum sind über und über mit Sonnenliegen vollgestellt, so dass man vielleicht Spaß am Leben in einer Sardinenbüchse haben muss, um sich dort wirklich wohl zu fühlen. Auch so eines der strukturellen Probleme des Hauses: Zu viele Gäste auf zu wenig Platz lassen manchmal einfach keine Lösung zu, die es jedem Geschmack Recht macht. Da hilft auch die ausgewiesene kleine „Ruhezone“ in einer Ecke der Anlage nicht wirklich weiter. Und was das leidige Thema Liegenreservierung angeht, so klingt das im Laos Jameos Playa angekündigte Prinzip gut: Dass vor neun Uhr reservierte Liegen generell abgeräumt werden und danach Sonnenliegen, die mehr als 90 Minuten nicht genutzt werden, ebenfalls abgeräumt werden. Aber grau ist alle Theorie, denn in der Praxis geschieht dies schlicht und ergreifend nicht.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 1 Woche im November 2017 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Kai |
Alter: | 51-55 |
Bewertungen: | 116 |
Lieber Peter, vielen Dank für die ausführliche Bewertung Ihres Aufenthaltes in unserem Seaside Los Jameos Playa****. Obwohl wir Ihren Erwartungen nicht in allen Bereichen gerecht werden konnten, möchten wir uns bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie die positiven Aspekte ebenfalls lobend hervorheben. Daher freut uns es uns sehr zu lesen, dass Sie uns Personal stets als aufgeschlossen, hilfsbereit und freundlich erfahren haben. Die Zufriedenheit unserer Gäste ist von höchster Priorität für uns und es ist schön zu wissen, dass unser Personal dazu beitragen konnte. Schön, dass Ihnen auch die kulinarische Vielfalt unserer Buffets gefallen hat. Die gute Küche ist eines der wesentlichen Merkmale unserer Hotelkette und es freut mich, dass wir Sie mit der grossen Auswahl und der appetitlichen Darbietung der Speisen überzeugen konnten. Ich bedaure jedoch, dass es Ihnen in unserem Restaurant etwas zu lebhaft zuging. Zu Zeiten höherer Auslastung und während der Stosszeiten, können Wartezeiten, insbesondere an unseren Live Cooking Stations, leider nicht ganz ausgeschlossen werden. Wir versuchen, für alle unsere Gäste genügend Sonnenliegen bereit zu stellen und ich bedauere, dass Ihnen die Poolanlage für Ihren Geschmack zu wenig Freiräume bot, trotz der ruhigen Liegewiese hinter dem La Gomera Gebäude. Die Reservierung von Sonnenliegen in den Griff zu bekommen, ist eine logistische Herausforderung. Wir geben unsere Bestes, unsere Reservierungspolitik einzuhalten, aber auch unser Poolteam ist jederzeit präsent und hilft gerne bei der Suche nach einer verfügbaren Liege. Wir bedanken uns nochmals für Ihre ausführliche Rückmeldung, welche uns hilft, Schwachstellen und Mängel aus Sicht des Gastes aufzudecken und die Qualität unserer Serviceleistungen zu überprüfen. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns eine zweite Chance geben würden, Sie restlos zu überzeugen. Mit besten Grüßen aus Lanzarote, Beate Reber-Sekula, Hoteldirektorin Seaside Los Jameos Playa****