Das Whitesands Resort bestand aus zwei einzelnen Resorts: Dem Water-Village und dem Island Village. Das Watervillage verfügt ausschließlich aus Wasserbungalows, während das Island-Village mit Doppelhaus-Bungalows und sogenannten Insel-Cottages ausgestattet ist. Das Whitesands-Resort ist mit seiner Größe von 1,5 km Länge sicherlich eine der größeren komerziell betriebenen Inseln der Malediven. Die Urlauber bestehen zum Großteil aus Franzosen, Italienern und englischsprachigen Kunden. Deutsche sind deutlich in der Unterzahl. Vertreten sind im Grunde alle Altersgruppen: von kompletten Familien inklusive Kleinkindern bis hin zu Senioren. Auf Handys sollte verzichtet werden, da die Kosten immens hoch sind. Auch der Anruf im Heimatland wird zu einem teuren Unterfangen. Aufgrund der Nähe zum Äquator ist unbedingt darauf zu achten, genügend Sonnencreme mitzunehmen und sich nicht zu exzensiven Sonnenbädern verleiten zu lassen. Das Schnorcheln und sogar das Schwimmen mit T-Shirts ist keine Seltenheit und sollte bei sonnenempfindlicher Haut unbedingt auch im Wasser getragen werden. Aufgrund des stetigen Windes wird der Sonnenbrand erst am Abend deutlich und kann mitunter sehr schmerzlich ausfallen. Mit Ausnahme der Trinkgelder kann auf Bargeld komplett verzichtet werden, da die Abrechnung auf die Kreditkarte erfolgt und alle Beschaffungen auf der Insel auf die Zimmernummer aufgeschlagen werden.
Ich konnte sowohl in einem Wasserbungalow als auch in einem Doppelhausreihenbungalow wohnen. Die Ausstattung im Wasserbungalow ist - wie die Zusatzkosten vermuten lassen - deutlich besser ausgestattet. Dieser Wohnungstyp ist - mit Ausnahme von drei Gebäuden - eine Einzelwohnung, hat einen privaten Zugang zum Meer, ist mit Klimaanlage, Warmwasserdusche, Himmelbett, Fernseher, Föhn, Minibar, Sonnenliegen sowie Gegenständen des persönlichen Bedarfs (Morgenmantel, Hand- und Strandtücher) augestattet. Ein direkter Zugang zum Strand fehlt jedoch. Die Einrichtung sowie der Wasserbungalow haben einen sehr gepflegten Eindruck gemacht. Ungeziefer war nicht festzustellen. Dagegen ist die Ausstattung in den Doppelhausreihenbungalows schon spartanischer: ein Doppelbett, Klimaanlage, Warmwasserdusche, Toilette, Strandliegen, sowie Handtücher. Die Toilette und die Dusche befinden sich unter freiem Himmel. Was jedoch aufgrund des heißen Wetters nicht weiter schlimm ist. Die Möbel des Doppelhausbungalows machen einen sehr gebrauchten Eindruck. Als sehr negativ ist anzumerken, daß die Doppelhausbungalows sehr hellhörig sind. Ein Gespräch des Nachbar ist durch die Wände sehr deutlich zu vernehmen und die Geräusche aus dem nächstliegenden Wohnungen klar zu hören. Ameisen und Kakerlaken waren tägliche Besucher. In meinem zweiwöchigen Aufenthalt ist darüber hinaus einmal der Strom und zweimal die Wasserversorgung komplett ausgefallen. Hierbei ist zu bemerken, daß auch die hygienischen Einrichtungen nicht mehr nutzbar sind.
Das Watervillage verfügt über ein eigenes Restaurant, in dem deutlich höherwertigere Speisen angeboten werden, als dies im separeten Restaurant des Island-Village der Fall ist. Natürlich steht es den Urlaubern des Island-Village frei, das Restaurant des Water-Village zu benutzen. Dafür ist jedoch eine zusätzliche Zahlung zu leisten. Das Frühstück besteht aus verschiedenen Säften, Toast, Marmelade, normalen sowie Schokoladencroissants, Pfannenkuchen, englischem Frühstück und einer begrenzten Anzahl an Früchten. Auf Wunsch werden durch einen Koch spezielle Frühstücksspeisen wie Omeletts, Rühreiern o.ä. kreiert. Das Frühstückbuffet ist in beiden Restaurants in etwa gleich. Natürlich ist im Wasservillage die Auswahl umfangreicher als im Island-Village. Mittag und Abendessen erfolgt im Island-Village in Form von Buffets, die sich wöchentlich wiederholen. Hierzu ist - angefangen von der Suppe, über Salate, Fisch- und Fleischspeisen, bis hin zu Beilagen, Früchte und Süßspeisen - einiges geboten. Zum Mittag- und Abendessen im Watervillage kann ich keine Aussage treffen, da ich Gast des Island-Villages war. Während des Abendessens werden in ständiger Regelmäßigkeit die Liedwünsche einzelner Urlauber durch eine dreiköpfige Karaokeband sichergestellt. Die Bedienung ist sehr zuvorkommend. Wichtiger Hinweis: Sogar bei Vollpension müssen alkoholfreie (und natürlich auch alkoholische) Getränke zusätzlich bezahlt werden. Nur bei "all inclusive" fallen keine zusätzliche Kosten an. Kaffee und Tee sind gratis, müssen jedoch mühselig "erkämpft" werden. In den Reiseführern wird oft angemerkt, daß als Trinkgeld 10 Dollar ausreichend sind. Da mir dieser Betrag zu gering erschien, gab ich pro Woche ein Trinkgeld von 20 Dollar, was jedoch keine Auswirkungen auf die bevorzugte Behandlung seitens des Betreuers hatte. Zusätzlich werden auf die Getränke automatisch 10 Prozent aufgeschlagen, die den Angestellten zufließen.
Die Aufnahme bei der Ankunft ist freundlich. Die Insel verfügt über ein Kreditkartensystem. Das bedeutet, daß am Anfang des Urlaub die Kreditkartennummer an der Rezeption hinterlassen wird und als Sicherheit für alle anfallenden Kosten hinterlegt ist. Auf der gesamten Insel wird kein Bargeld zur Zahlung angenommen, sondern es wird alles auf die Zimmernummer aufgeschlagen. Die Zahlung am Ende des Urlaubs kann jedoch bar erfolgen. Die gebräuchlichste Sprache ist Englisch und auf der Insel unerlässlich. Hin und wieder sind Kenntnisse in italienischer und französicher Sprache vorhanden. Als zusätzliche Einrichtungen sind drei Boutiquen, ein Wassersportzentrum, drei Restaurants, ein Pizzaservice, ein Internetcafe sowie eine Bar mit Tanzfläche aufzuführen. Des weiteren verfügt das Resort über einen eigenen Arzt und eine Wäscherei.
Das Resort liegt am Ari-Atoll, was südlich von der Hauptstadt Male liegt und mittels Wasserflugzeug in etwa einer halben Stunde erreicht werden kann. Innerhalb des Atolls befindert sich das Whitesands-Resort am südlichen Ende und liegt damit ziemlich nahe am Äquator. In westlicher Richtung liegt ein Nachbarresort (Holiday-Island?), während im Osten der Insel eine Einheimischeninsel in unmittelbarer Nähe liegt. Ansonsten sind in weiter Ferne etwa vier kleinere Inseln zu erkennen, die alle nur durch eine Bootsfahrt zu erreichen sind. Die unmittelbare Nähe zum Strand ist natürlich für jeden Wohnungstyp gegeben.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Im Whitesand-Resort gibt es ein umfangreiches Angebot an Sport und Unterhaltung. Im Sportzentrum wird alles mögliche Rund um das Thema "Wasser" angeboten: Tauchen, Schnorcheln, Kanufahren, Wasserskifahren, etc. Für alle Tätigkeiten wird eine zusätzlich Gebühr verlangt. Beispielsweise kostet eine Stunde mit einem einsitzigen Kanu 8 Dollar und zwei Stunden 12 Dollar. Zusätzlich steht den tennisbegeisterten Urlaubern ein einzelner Platz zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es ein Internetcafe. Die Kosten für eine halbe Stunde betragen derzeit 12 Dollar. Für die Mitnahme von Souvenirs stehen insgesamt drei Boutiquen zur Verfügung, in denen es ein breites Angebot - angefangen von Sonnencremes bis hin zu Kleidungsstücke - gibt. Eine Sonnencreme kostet gut und gerne 18 Dollar. Für die Unterhaltung am Abend steht die sogenannte Nagili-Bar zur Verfügung. Diese ist so angelegt, daß die Musik nicht auf das offene Meer, sondern direkt auf die Insel selbst gerichtet wird. Dies stellt auch meinen Hauptkritikpunkt dar: Auf dem Whitesand- Ressort stehen praktisch täglich Unterhaltungsprogramme an. Diese beginnen um 21:30 Uhr und hören mitunter nicht vor 01:00 Uhr nachts auf. Daß hierbei Karaoke-Nights und sogar Discoabende stattfinden, trägt nicht unbedingt zur angenehmen Abendruhe bei. Besonders betoffen sind hiervon die Bewohner der Island-Cottages, da diese sich unmittelbarer Nähe der Disco befinden. Ein Bewohner hat sogar davon berichtet, daß die Scheiben aufgrund der lauten Musik vibrieren. Zwar bin ich nicht in der unglücklichen Lage gewesen, direkt neben der Disco zu nächtigen, trotzdem war die Lautstärke der Musik bis hin zu den Doppelbungalows deutlich zu hören. Sogar mit Ohrenstopseln war teilweise nicht an Schlaf zu denken. Eine Beschwerde bei einem der Manager hat mir nur die Information eingebracht, daß die Unterhaltung von Seiten der Reiseveranstalter gefordert ist und mit erheblichen finanziellen Aufwand bereitgestellt wird. Eine Verringerung des Unterhaltungsprogramms sowie eine Reduzierung der Lautstärke sei ausgeschlossen. Nach umfangreicher Beschwerde konnte ich jedoch für eine Nacht erreichen, daß ich auf Kosten des Hotels in einem Wasserbungalow nächtigen konnte. Da das Unterhaltungsprogramm praktisch ohne Ausnahme jeden Abend läuft, war dies jedoch nicht zielführend. Das mag in einem Hotel in Europa kein Problem darstellen, da hier meistens das Zimmer anstandslos gewechselt werden kann, stellt jedoch auf einem kleinen Inselparadies ein erhebliches Problem dar.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Februar 2006 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Björn |
| Alter: | 26-30 |
| Bewertungen: | 1 |


