- Preis-Leistungs-VerhältnisSehr schlecht
Eigentlich eine schöne Anlage mit weit verzweigten Wegen und vielfältiger Bepflanzung. Jedoch teilweise mit erschreckend großen Defiziten in Sachen Service und Instandhaltung.
Die Anlage besteht aus vielen kleineren Gebäuden mit nur wenigen Zimmern pro Gebäude. Wir erhielten (auf unseren eigenen Wunsch) ein Zimmer im Obergeschoss. Wir wussten bei der Buchung allerdings nicht, dass es keine Aufzüge zu den Zimmern gibt, so dass wir (4 Erwachsene, 2 Kinder, 2 Buggys) mehrmals täglich die Buggys über die Außentreppe schleppen mussten, um zu unseren Zimmern zu kommen. Die gebuchten Zimmer waren Familienzimmer, d.h. es gab pro Zimmer zwei Räume, die durch eine Tür getrennt wurden. Diese Tür ließ sich in unserem Zimmer (122) nicht schließen, weil die Türzarge stark verzogen war. Im ersten Raum (bei uns das „Kinderzimmer“) hatte das Fenster zur Vorderseite heraus keinen Verdunklungsvorhang, so dass durch die Dauerbeleuchtung auf dem Gang der Raum die ganze Nacht über beleuchtet war. Weiter zum Badezimmer, wo uns ein verkalkter Duschkopf in nur ca. 170cm Höhe seine Dienste anbot. Hier hatte man morgens fast keinen Druck auf der Wasserleitung, was aber nicht weiter tragisch war, weil eh nur kaltes Wasser kam. Duschen war also morgens faktisch nicht möglich. Erst mittags war Druck vorhanden und dann wurde das Wasser aber sofort fast kochend heiß. Die Reinigung der Zimmer ist wohl allgemein ein eher schwieriges Thema. Es wird im Kouros Palace mit voller Absicht und auch mit Ankündigung nicht täglich gereinigt (Ressourcenschonung, „wir sind ein grünes Hotel“). So weit, so gut. Dass aber die Zimmer nur sehr oberflächlich gereinigt werden und dass „alle zwei Tage“ auch mal heißen kann, dass es mal zwei Tage hintereinander gereinigt wird und dann zwei Tage fast gar nicht, hat uns ratlos hinterlassen. Ein echtes System dahinter erschloss sich uns jedenfalls nicht. Die deutschen TV-Programme sollten für deutschsprachige Urlauber keine Wünsche offenlassen. Ich hätte den Fernseher während unseres Aufenthaltes wahrscheinlich nicht ein einziges Mal eingeschaltet, aber wir wurden vom Hotelpersonal bei vielen offenen Fragen auf TV-Kanal 1 verwiesen. Also den Fernseher eingeschaltet. Auf Kanal 1 lief ein gestreamter Android-Desktop mit Kodi Media Center, Netflix und so weiter. Wahrscheinlich war diese Übertragungsmöglichkeit dafür vorgesehen, informative Videos auf alle Fernseher der Anlage zu übertragen. Zu meinem ersten Testzeitpunkt war das jedoch nicht der Fall. Später lief hier ein Imagefilm der Hotelgruppe, jedoch ohne jeglichen informativen Charakter. Darüber hinaus entdeckte ich, dass man die Reihenfolge der Programme beliebig verändern kann und man kann sogar einen Sendersuchlauf starten. Es ist also gar nicht gesichert, dass auf Kanal 1 auch wirklich in jedem Zimmer dieser Hotel-Kanal läuft, obwohl das Personal fleißig darauf verweist. Last but not least zum Balkon: Der erste Blick vom Balkon rief einen „WOW“-Effekt hervor. Wir hatten hier nicht nur Meerblick, sondern auch einen Blick über beide Pools und große Teile der Anlage. Ansonsten hatten wir den Gesamteindruck, dass unser Zimmer (122) wohl eher das Prädikat „historisch wertvoll“ als „5 Sterne“ verdient hätte. Es war abgewohnt und hätte eine Renovierung dringend nötig.
Das All-Inclusive-Angebot beinhaltet Softdrinks und ausgewählte Cocktails im Zeitraum zwischen 9 und 23 Uhr, was für uns ausreichend war. Abends war es an der Bar draußen schwer, einen Platz zu bekommen, aber man wird mit einem schönen Blick auf den Sonnenuntergang entschädigt. Die Getränke sind ausschließlich an der Bar erhältlich, also keine Bedienung am Platz. Im Bereich der Bar standen teilweise morgens noch die leeren Gläser vom Vorabend. Es gibt ein Restaurant im Haupthaus und eine kleinere Essensausgabe („Taverne“) am Strand. Beim ersten Abendessen war unsere kleine Tochter ein wenig beunruhigt und weinte, weil sie die Umgebung nicht kannte. Sofort waren zwei nette Kellner bei uns und versuchten, sie mit Blumen und Spielzeug aufzuheitern. Das war eine sehr schöne Geste. Es zauberte uns ein Lächeln aufs Gesicht und tat auch unserer Tochter gut, die sich an den nächsten Tagen sichtlich wohler fühlte. Mit zwei kleinen Kindern am Tisch zu sitzen, ist eine Herausforderung und die Tische sahen nach unserem Essen nicht wirklich schön und sauber aus. Die Kellner haben das alles mit einem Lächeln ertragen und es waren immer freundliche Worte für unsere Kinder da. Das wussten wir sehr zu schätzen. Was wir im Gegenzug immer mit einem Lächeln ertragen haben: das Essen! Es gab unter anderem: Pommes, Pommes, Pommes. Die dreifache Auflistung ist kein Zufall, denn es gab tatsächlich Pommes beim Live Cooking, Pommes am Hauptbuffet und Pommes am Kinderbuffet. Nicht falsch verstehen, wir lieben Pommes. Aber wir hätten sie auch in geringerer Konzentration gefunden. Pizza. Und auch da sagen wir als typisch deutsche Familie bestimmt nicht Nein. Die Pizza wurde an den „Gala-Abenden“ (!) an einer zweiten Live Cooking Station frisch zubereitet. Und ganz ehrlich: Der Teig war super! Ein Stück Pizza Margherita war mit das Beste, was wir an den 10 Tagen im Restaurant gegessen haben. Neben dieser Standardpizza gab es auch Pizzen, bei deren Belag die Köche ihrer Kreativität freien Lauf gelassen haben. Der Belag war undefinierbar und wir können jedem Gast nur empfehlen, beim Live Cooking genau hinzusehen, was da alles auf der Pizza landet. Und jetzt leider der traurige kulinarische Tiefpunkt: frittiertes Fischfilet, welches große Stücke Gräten enthielt. Der Küchenchef, dem wir diese Entdeckung zum Schutz anderer Gäste mitteilen wollten, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu erreichen; die Guest Relations Managerin war nicht daran interessiert, sich mit unserer Entdeckung zu beschäftigen, sondern verwies uns an die Reiseleitung. Das hinterließ uns sprachlos. Zum Dessert gab es 2-3 Torten, die von der Konstruktion und Geschmack her immer gleich waren, aber in unterschiedlichen Farben. Dann noch Trockenkuchen, Kekse, und 5 Sorten Eis (Banane und Vanille waren nicht auseinander zu halten). Die Beschriftungen zum Essen waren teilweise fehlerhaft übersetzt und ließen viel Interpretationsspielraum (z.B. waren mit „Zwiebeln mit Honig“ Rösti-Ecken gemeint). Es gab keine zentrale Besteckstation im Restaurant, wo man sich Besteck nachnehmen könnte. Kleine Kuchengabeln suchten wir vergeblich. Insbesondere beim Live Cooking waren die beliebten Speisen (Pizza oder auch Hackbällchen) schnell vergriffen und es bildeten sich lange Schlangen. Erst dann wurde damit begonnen, neue Speisen zuzubereiten. Es war offensichtlich, dass die Mitarbeiter keine Eile damit hatten, für Nachschub zu sorgen.
Der Check-In (nicht die Gesamtwartezeit!) dauerte bei uns (2 Pärchen mit je einem Kind) ca. 30 Minuten und unsere Zimmer waren (da wir weit vor 15 Uhr am Hotel waren) noch nicht fertig. Die Mitarbeiter hinterm Tresen wirkten unroutiniert und sprachen die ganze Zeit auf Griechisch miteinander, während wir warten mussten. Irgendwann hat man uns dann direkt zum Mittagessen geschickt. Die Wartezeit in der Lobby hätte man uns aber gerne mit einem Drink oder zumindest mit Leitungswasser angenehmer gestalten können. Während unseres Mittagessens mussten wir die Koffer in einer Ecke der Lobby abstellen. Der abschließbare Kofferraum, der ebenfalls existierte, wurde uns nicht angeboten. Nachdem die Zimmer fertig waren und alles geklärt war (wir hatten vorab 2 Sonderwünsche, die erst auf unsere Nachfrage vor Ort zu unserer Zufriedenheit ermöglicht wurden), wurde ein Mitarbeiter gerufen, der uns zu unseren Zimmern begleiten sollte. Wir hatten 6 Koffer und 2 Buggys dabei. Der Mitarbeiter schnappte sich einen (!) Koffer und ging zum los zum Zimmer. Wir zu Fuß hinterher über die halbe Anlage, 200 Meter Distanz (bei Google Maps nachgemessen) mit 20 Höhenmetern Unterschied bei 30 Grad Mittagshitze in langer Kleidung. Wir sind alle jung und sportlich, es hat uns keine gesundheitlichen Probleme bereitet, aber bitte: Wir sprechen über 5 Sterne und wie wir erst hinterher erfuhren, gab es für solche Fälle einen Golfwagen auf der Anlage! Der Mitarbeiter hat dann jedenfalls „seinen“ einen Koffer die Treppe hochgetragen und uns dann dabei zugesehen, wie wir unsere Koffer hochtrugen. Eine Einweisung in die Zimmer erhielten wir nicht. Beworben wird das Hotel damit, dass Englisch und Deutsch gesprochen werden. Das können wir nicht bestätigen. Englisch wurde, wenn überhaupt, gebrochen gesprochen. Im Restaurant verstanden einige Mitarbeiter unsere (englischen) Fragen und Anmerkungen nicht, zum Beispiel, dass im Kaffeeautomaten Milch nachgefüllt werden muss. Deutsch hat in unserer Anwesenheit nur die Guest Relations Managerin gesprochen. Die Deutschkenntnisse der restlichen Mitarbeiter*innen beschränkte sich auf Floskeln und Begrüßung/Verabschiedung. Es war aber wirklich nett, dass wir den Mitarbeitern an der Bar deutsche Sätze beigebracht hatten und sie uns im Gegenzug die griechische Sprache näherbrachten. So hatte man Gesprächsthemen. Die Mitarbeiter an der Bar möchte ich hier explizit positiv hervor heben. Sie geben sich die größte Mühe und sind schnell und freundlich für ihre Gäste da.
Die Anlage befindet sich in einer unangenehmen Nähe zum Flughafen. Der Bustransfer nach Ankunft dauert dadurch zwar nur 10 Minuten; die Flugzeuge, die in nordwestliche Richtung vom Flughafen abheben, fliegen keine 1000 Meter hoch über die Anlage. Die Geräuschbelästigung der startenden Flugzeuge ist also enorm. Das Hotel befindet sich ca. 30 Gehminuten vom historischen Ortskern Mastichari. Wer möchte, kommt auch mit dem hoteleigenen Shuttle (kostenlos) oder per Taxi oder Mietwagen dorthin. Weitere Shuttles werden vom Hotel auch in die Stadt Kos angeboten (kostenpflichtig) oder zum Lido Water Park. In Hotelnähe gibt es wenig zu entdecken. Direkt gegenüber vom Empfangsgebäude befindet sich der Supermarkt „Kouros Market“ inklusive Autovermietung. Die Straße, an der das Hotel liegt, führt direkt zu einem Ölkraftwerk, von dem man neben den Schornsteinen (die man vielleicht zunächst für Leuchttürme hält) vor allem die Tanklastwagen mitbekommt, die in regelmäßiger Frequenz die ansonsten sehr ruhige Straße entlang fahren. Diese Straße führt auch, jeweils ca. 10 Gehminuten in die eine oder andere Richtung, zu zwei sehr empfehlenswerten Bars: Die „Lovely Bar“ und „Dolphin Bay“. In beiden gibt es urige, griechische Küche und Umgebung. Unbedingt beide besuchen!
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Am „überwachten Pool“ (Angabe auf dem Aushang) war während unseres Aufenthaltes keine Überwachung erkennbar. Kinder sprangen die ganze Zeit über vom Beckenrand. Die Liegen am Pool und am Strand sind in sehr schlechtem Zustand und konstruktionsbedingt nicht standsicher (die Liegen kippen, wenn man zu weit vorne auf ihnen sitzt), teilweise waren die Gestänge gebrochen und auf wirklich allen Liegen war die Lackierung abgenutzt. Die Animation (Tischtennis, Darts, Aquagymnastik) wurde von uns nicht in Anspruch genommen. Die Animateure waren aber sehr nett zu uns und nicht zu aufdringlich. Das Equipment der Animateure (hier explizit Darts gemeint) steht den ganzen Tag über am Pool herum. Die Dartscheibe ist auf einer Staffelei angebracht, die bei Wind vom Meer gerne umkippt. Unsere spielenden Kinder hätte es fast erwischt. Während unseres Aufenthaltes hat das Personal mehrmals versucht, das Gestell zu fixieren, es sah aber nicht nach dauerhaften Lösungen aus. Die Abendunterhaltung wirkte grundsätzlich improvisiert und sehr dilettantisch umgesetzt (= hoher Fremdschämfaktor). Es gibt keine Unterhaltungsmöglichkeiten in der näheren Umgebung, weshalb man auf das Programm des Hotels angewiesen war. Es gab Angebote wie Bingo, Karaoke, Disco, griechischer Abend, Zauberer etc. Die beworbene Mini Disco gab es bei unserem Aufenthalt nicht.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Familie |
Dauer: | 2 Wochen im Juni 2022 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Daniel |
Alter: | 36-40 |
Bewertungen: | 4 |
Lieber Herr Daniel, Vielen Dank, dass sie unser Hotel fuer ihren Urlaub gewaehlt hatten und sich die Zeit genommen haben ihr Feedback hier auf HolidayCheck zuschreiben. Es ist sehr wichtig für uns Kundenfeedback zu erhalten, weil wir so unsere Dienstleistungen optimieren und verbessern können. Ihre Bewertung zeigt uns, dass wir leider ihre Erwartungen nicht erfüllen konnten und ihre Bedürfnisse nicht zufrieden stellen konnten. Dies bedauern wir sehr. Nochmals bedanken wir uns für ihre Bewertung und wir wuenschen ihnen alles Gute und beste Gesundheit. Mit freundlichen Gruessen Das Kouros Palace Team