Hans Josef (66-70)
Verreist als Paarim Oktober 2017für 2 Wochen

„Wiederholungsgefahr“ trotz einiger Nachteile

5,0/6
Das Villa-Mar Hotel ist ein nur zweistöckiges Apartmenthotel für Selbstversorger und verfügt über knapp 30 Apartments. Diese bestehen, soweit wir das bei einigen Apartments gesehen haben, aus einem Wohnzimmer mit Küchenzeile und einem separaten Schlafzimmer. Aufgrund der geschickten Bauweise sind die Apartments durch Lichthöfe separiert, die Licht in die innen liegenden Schlafzimmer bringen, und es gibt daher keine Geräuschübertragung von Apartment zu Apartment; es sei denn Gäste streiten sich lautstark. Dies kam einmal vor, wurde aber vom Leiter des Hotels sofort unterbunden, und die Gäste mussten dann auch am nächsten Tag abreisen.

Die Anlage ist sauber und erstaunlich großzügig sowie freundlich und gemütlich gestaltet. Es gibt eine einladende Rezeption und ein riesiges, aber von den Gästen kaum angenommenes Gemeinschaftswohnzimmer mit Bibliothek und zahlreichen bequemen Sitzgelegenheiten. Auch die Gänge zu den Apartments sind ansprechend dekoriert und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet.

Zudem gibt es einen Fitnessraum mit offener Verbindung zur rückwärtigen, zum Fischerdorf Morro Jable ausgerichteten Dachterrasse auf Level 1. Dort findet man ausreichend viele Liegen, sogar einige sehr bequeme, gepolsterte Gazebos sowie zwei Jacuzzis mit traumhaftem Blick über das Meer und/oder das ansehnliche, am Hang liegende Morro Jable.

Daneben gibt es noch ein sogenanntes Solarium auf Level 2 mit Liegestühlen und Dusche sowie einem traumhaften Blick auf den nahegelegenen Strand (Playa del Matorral) und das türkis-tiefblaue Meer sowie die beiden gegenüberliegenden Hotelkomplexe, das TUI Sensimar Calypso (terrassenförmig angelegt und architektonisch durchaus gelungen, aber mit unglaublich arrogantem Management bzgl. Zimmerwünschen bei Buchungen selbst ein halbes Jahr im Vorhinein) und das XQ El Palacete (kaum auffällig, befindet sich in einer Renovierungsphase unter laufendem Betrieb).

Einziger Wermutstropfen der Villa-Mar ist die tagsüber nicht gerade wenig befahrene Avenida de Jandia vor dem Hotel, die nur die Zimmer mit Meerblick (Richtung Südost) tangieren. Allerdings hört man die Straße im Schlafzimmer definitiv nicht. Die Zimmer mit Meerblick haben Sonne vom Aufgang bis zum Mittag, von den rückwärtigen, ruhigeren Zimmern (Richtung Nordwest) mit Blick auf die Altstadt von Morro Jable haben einige seitlichen Meerblick und auch Sonne am Nachmittag.

Die Wahl der Zimmer ist also eine Abwägung zwischen Straßengeräuschen und Sonnenbescheinung/Temperatur. Gegen die Hitze gibt es eine gut funktionierende Klimaanlage. Und laut dem Leiter des Hotels soll die Straße für den größten Teil des Verkehrs zukünftig gesperrt werden. Damit sei auch der Bürgermeister einverstanden. Es kann also diesbezüglich nur besser werden.

Positiv hervorzuheben ist der Spar-Supermarkt unterhalb des Hotels, wo es auch frisch zubereitete Gerichte gibt und den man über einen „Schleichweg“ durch die Tiefgarage unterhalb des Hotels in zwei Minuten erreichen kann. Bequemer geht es nicht. Auf dem Weg dorthin kommt man an einem Bistro vorbei, wo man z.B. frühstücken kann.

Lage & Umgebung6,0
Von der Villa-Mar geht man nur ca. 200m zwischen den beiden oben genannten Hotelkomplexen zum kilometerlangen, feinsandigen Strand, der sich bis über Jandia hinauszieht. Obwohl wir viel am Strand gegangen sind, sind wir nie bis über den Ortseingang von Jandia hinausgekommen (ca. 4km einfach), wo man über und zwischen Steinen/Felsbrocken den nächsten Strandabschnitt der Playas de Jandia erreicht. Der Strand ist überall flach abfallend, hat keine starke Brandung, und der Tidenhub ist relativ gering. Zudem liegen die Hotelungetüme von Jandia, das zu Morro Jable gehört, aber nicht mit diesem Ort zu vergleichen ist, getrennt durch eine strandnahe Naturschutzzone, ausreichend weit vor den kahlen Hügeln der Berge hinter den Hotels entfernt.

Wenn man denn Shopping gehen möchte – Parfüms sind sehr günstig – erreicht man Jandia über die gepflasterte, schöne Strandpromenade oberhalb des Strandes in ca. 1,5 km Entfernung.

Wie gesagt, Jandia ist eine riesige „Touristenverarbeitungsanlage“, Morro Jable dagegen ist noch ein Ort, obwohl auch touristisch, der jedoch den Namen „Ort“ verdient. Zudem gibt es direkt am westlichen Ende der Playa del Matorral, direkt am Meer, zahlreiche kleinere, gute Restaurants, meist spezialisiert auf Fischgerichte. Auch der Weg zum Hafen ist trotz der ca. 180 Stufen hinauf und wieder herunter einen Besuch wert. Das dortige hoch gelobte Restaurant der Fischereigenossenschaft hat uns bei unserem einmaligen Besuch (Fischsuppe) nicht überzeugt.

Ansonsten ist bis auf die Hauptstadt Puerto del Rosario mit ihrer Skulpturenmeile und einigen Museen Fuerteventura hauptsächlich ein Eldorado für Sonnenanbeter und Badefreudige, aber auch für Liebhaber „abstrakter Landschaften“ mit Sehnsucht zu fernen Planeten.

Während der Süden Fuerteventuras eine „deutsche Exklave“ ist, soll der (nicht gesehene, weit über 100km entfernte) Norden Fuerteventuras in britischer Hand sein. Alle anderen, von uns besuchten Orte am Meer zwischen Puerto del Rosario und Jandia sind synthetische Touristenorte. Keine Wiederholungsgefahr für uns.

Die Fahrt mit dem Mietwagen vom Flughafen Puerto del Rosario nach Morro Jable dauert etwa 75 Minuten, mit dem Bus sicherlich deutlich länger.


Zimmer5,0
Das Apartment war sehr gut ausgestattet: Zwei dreisitzige Sofas, ein Esstisch mit vier Stühlen, eine Kommode, Couchtisch und Beistelltisch, in jedem Raum einen Fernseher mit den wichtigsten deutschen Programmen (ARD, ZDF, ZDFinfo, BR, SWR, 3sat, ntv, jedoch nicht Arte, aber mit etlichen Privatsendern). Zudem die Küchenzeile mit zwei Keramik-Kochstellen, einer Mikrowelle, einem sehr großen Kühlschrank mit großem Gefrierfach und ausreichend Koch- und Essgeschirr. (Die verbogene Pfanne sollte man einmal austauschen.)

Das Schlafzimmer weist ein Doppelbett mit Beistelltischchen und einen ausreichend dimensionierten Kleiderschrank mit eingebautem Safe auf. Die Matratze ist weder zu hart noch zu weich, allerdings besitzt das Bett keinen Lattenrost, sondern nur fest genagelte Latten. Wirklich bequem war das Bett leider nicht.

Im Flur gibt es einen weiteren raumhohen offenen Regalschrank.

Im Bad mit Bidet und zwei weiteren Schränkchen unterhalb des Waschbeckens muss man allerdings in der Wanne duschen. Die Trennwand verhindert Überschwemmungen nur teilweise.

Service6,0
Alle Mitarbeiter waren sehr freundlich, lächelten und winkten einem zu. Die beiden Herren an der Rezeption sprechen deutsch, der Leiter des Hotels sogar perfekt; er ist stets vorbildlich um seine Gäste bemüht. Der Zimmerservice war aufmerksam und relativ sorgfältig.

Sport & Unterhaltung6,0
Vorhanden sind ein Fitnessraum mit modernen Geräten, zwei Jacuzzis, Liegen und Plätze unter den Gazebos, mehr als benötigt, sowie ein riesiges gemütliches „Wohnzimmer“ für alle Gäste mit Lesestoff in deutsch und englisch.

Wer Animationen sucht, ist im Villa-Mar falsch.

Meine Vorschläge für Ausflüge: Fahrt über eine Schotterpiste zur Südwestspitze Fuerteventuras, zum Faro de Punto Jandia, und von dort teilweise wieder zurück zum einsamen, brandungsstarken Strand Cofete an der Westküste. (Die nahe gelegene mythenumwobene Villa Winter haben wir nur von Ferne gesehen; man hätte hinlaufen müssen, wobei eine Besichtigungsmöglichkeit fraglich ist. Diesen Teil der Strecke zur Villa Winter soll man nur mit 4 Radantrieb bewältigen können.)

Ferner sollte man nicht eine Fahrt durch das Inselinnere über Tuineje, Antigua, die Aussichtspunkte Mirador de Morro Velosa (kurze Zufahrtsstraße, Camino Velosa, von der FV 30 abzweigend, erst ab 10 Uhr offen) und Morro Velosa Statues mit den Statuen zweier alter Könige Fuerteventuras, Ayose und Guize, zur alten Inselhauptstadt Betancuria vermissen. Weiter geht die Rundreise auf fantastisch ausgebauten Straßen über das wegen eines guten Restaurants (Jaula de Oro) und der interessanten Felsenhöhlen (Grotte cuevas negras) besuchenswerte Fischerdorf Ajuy (lohnenswerter Abzweig FV 621 von der FV 30) und Pájara und La Pared zurück nach Moro Jable.

Beide Fahrten führen einen in Landschaften, wie man sie auf fernen Planeten erwarten würde. Spektakulär!

Auch die heutige Inselhauptstadt Puerto del Rosario ist wegen ihrer Skulpturenmeile und einiger Museen einen Tagesausflug wert, besonders am 7.10., wenn man das Fest der Stadtpatronin, die Fiesta de la Virgen del Rosario, der Rosenkranzmadonna, feiert.

Hotel5,0

Preis-Leistungs-Verhältnis: Angemessen
Infos zur Reise
Verreist als:Paar
Kinder:Keine Kinder
Dauer:2 Wochen im Oktober 2017
Reisegrund:Strand
Infos zum Bewerter
Vorname:Hans Josef
Alter:66-70
Bewertungen:132
NaNHilfreich