Der erste Eindruck von der Eingangshalle war relativ positiv. Zwar machte sie einen schlichten und kargen Eindruck, doch war sie offen und sauber. Nach kurzer Wartezeit mussten wir an der Rezeption ein Formular unterschreiben, unsere Personalausweise abgeben und schon wurden uns Zimmer im 2. Stock zugewiesen, die wir dann auch sogleich bezogen. Zu den Zimmern führten mehrere Aufzüge. Die ließen oft einige Minuten auf sich warten, waren oft verdreckt oder überfüllt. Die Hotelflure machten ebenfalls keinen guten Eindruck: alt, karg und heruntergekommen. Das Publikum war nach meiner Meinung überraschend gemischt. Erwartete ich überwiegend deutsche, junge Partygäste, fand man auch einige Familien und ältere Urlauber. Trotzdem waren die Jugendlichen in der Überzahl. Sie kamen aus allen möglichen Ländern, viele aus Deutschland, aber auch aus der Schweiz, England etc. . Das meist junge Publikum war, um es noch nett auszudrücken, sehr kontaktfreudig – bevor wir unsere Zimmer betreten hatten, hatten wir schon das Angebot, mit ein paar deutschen Jungs feiern zu gehen. Besonders abends an der Bar tummelten sich die unterschiedlichsten Typen. Neue Kontakte knüpfen ist hier sicherlich nicht schwer.
Die Zimmer an sich waren durch und durch akzeptabel: Zweckmäßig eingerichtet mit zwei Betten, zwei Nachtschränken, einem Tisch, zwei Stühlen, einem Schrank und einem Spiegel. Das Badezimmer bestand aus einer sehr niedrigen Toilette, einem Waschbecken mit Spiegel und einer Badewanne mit Duschmöglichkeit. Insgesamt waren wir mit den Zimmern zufrieden, auch von der Sauberkeit. Wir vermieden es zwar, einige Ecken des Zimmers zu genau unter die Lupe zu nehmen, aber größerer Ausfälle waren nicht zu erwarten. Für zwei Personen besaßen die Zimmer eine angenehme Größe, die Betten waren relativ bequem und es war genügend Stauraum vorhanden. Wir besaßen zudem einen kleinen Balkon zur Straßenseite hin mit zwei Plastikstühlen. Einen Fernseher oder einen Safe gab es nicht. Negativ aufgefallen ist uns die schlechte Beleuchtung des Zimmers, die zum Beispiel das Schminken erschwert. Desweiteren war keine Klimaanlage vorhanden, was uns manch eine schlaflose Nacht bereitete, da das Offenlassen der Balkontür aus mehreren Gründen nicht ratsam war. Erstens war es auch nachts zur Straße hin ziemlich laut, zweitens trennte unser Zimmer nur ein hüfthohes Gitter von den Nachbarbalkonen – und die Vorstellung, jemand würde – möglicherweise betrunken – diese Absperrung überwinden und nachts in unserem Zimmer stehen war alles andere als angenehm. Zum Glück gab es schwere, lichtundurchlässige Vorhänge, die zumindestens verhinderten, dass sich das Zimmer tagsüber zu sehr aufheizte. Doch nicht nur die Lautstärke außerhalb des Hotels erwies sich als Problem, sondern auch innerhalb. Eine wirkliche Nachtruhe gibt es nicht; die Türen schlagen ständig zu, Musik ist auch nachts zu hören. Allerdings gibt es einen Sicherheitsmann, der die Hotelgäste anscheinend bei zu groben Verstößen gegen die Nachtruhe ermahnt.
Wenn ich das Essen mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es: Pommes! Aber fangen wir von vorne an. Anmerken möchte ich hier noch, dass ich Vegetarier bin und somit in der Essensauswahl etwas eingeschränkter. Die Essenszeiten, die wir bei der Ankunft gesagt bekommen hatten, fanden wir zunächst etwas unpraktisch. Das Mittagessen war relativ früh, das Abendessen mit 19.30 Uhr relativ spät. Die Essensausgabe fand in einem großen Raum im Keller statt. Es gab zwar einige Fenster, doch war der Raum insgesamt ziemlich dunkel und trotz der Stofftischdecken nicht gerade gemütlich eingerichtet. Beginnen wir mit dem Frühstück. Hier gab es jeden Morgen Brötchen und Baguettescheiben (essbar, aber hart und trocken). Dazu gab es Schmelzkäsescheiben, die kaum Geschmack hatten, Wurst, Marmelade (wobei die Erdbeer-Marmelade wirklich ungenießbar war) und EI (in gekochter Form oder als Rührei). Zusätzlich gab es noch Müsli und Quark, den ich allerdings nicht probiert habe. Exklusiv am Morgen gab es am Automaten noch Säfte, die wirklich alles andere als lecker waren, Tee, Kaffee, Kakao etc. . Zum Mittagessen gab es besonders nur eins: Pommes. Jeden Tag. Dazu gab es dann sehr grob geschnittenen Salat (meist Salatblätter, Gurken, Tomaten, Zwiebelringe so groß wie meine Hand, Paprika) mit Dressing, bestehend aus Essig und Olivenöl, Fleisch und Fisch (der bzw. das – so ließ ich mir sagen – von ungenießbar bis lecker alles war). Dazu gab es zum Glück noch frisches Obst (Melone, Bananen, Birnen…) und leckeres Eis. Das Abendessen unterschied sich nicht merklich vom Mittagessen. Es gab Pommes (Wer hätte es gedacht?), Salat, Fleisch, Fisch und meistens noch einen anderen Salat (Reis-Shrimps-Salat). Als es dann am letzten Abend statt Pommes kleine Kartöffelchen gab, konnten wir unser Glück kaum fassen und drückten auch ein Auge zu, dass sie teilweise roh waren. Außer am letzten Abend (lag es an den Kartoffeln?) war es am Buffet nie wirklich voll. Das Besteck war meistens sauber, nur die Kaffeetassen wiesen oft dunkle Ränder auf. Das dreckige Geschirr wurde schnell weggeräumt. Es gab zusätzlich zum Essen noch Mayonnaise und Ketchup in Tütchen. Leider waren viel zu wenig Salz- und Pfefferstreuer vorhanden. Während des Essens gab es zu Trinken an einer Bar, ausgenommen vom Frühstück und vom Wasser, das gab es am Automaten. Dies war allerdings dank des ausgeprägten Chlorgeschmacks kaum trinkbar. Den restlichen Tag über gab es das Trinken in einer Bar neben dem Foyer. Die Bedienung war immer sehr freundlich. Es gab die üblichen Getränke wie Pepsi, Pepsi Light, Seven Up, Orangenlimonade und Tonic welche man dann nach Geschmack mit Vodka, Whiskey, Rum etc. mischen konnte. Der hochprozentige Alkohol war natürlich von keiner guten Qualität, aber durchaus genießbar. Natürlich gab es auch noch Sangria und Bier. Praktisch war, dass man das Wasser in kleinen, gekühlten Wasserflaschen bekam, die man mit zum Strand nehmen konnte. Die restlichen Getränke wurden in Plastikbechern mit Eiswürfeln serviert. Im Foyer hingen Zettel, auf denen darauf hingewiesen wurde, dass pro Person nur alle 10 Minuten ein Getränk ausgeteilt wurde, allerdings wurde nach unserer Erfahrung nicht besonders auf diese Regelung geachtet. An der Bar wurde man meistens schnell bedient. Nur zu bestimmten Stoßzeiten (vor dem Mittagessen oder vor der Sperrzeit) musste man sich auf längere Wartezeiten einstellen. Mein persönliches Fazit zum Thema Gastronomie: Das Essen ist annehmbar, aber alles andere als ein Genuss. Besonders die fehlende Abwechslung (jeden Tag Pommes) hat mich gestört. Dafür gibt es jeden Tag frisches Obst und Gemüse.
Das Personal an der Rezeption war durchaus freundlich, allerdings oft total überfordert. Wartezeiten waren die Regel. Erschwerend kam dazu, dass sie Angestellten wenn überhaupt nur wenig Deutsch sprachen. Das Reinigungspersonal war überraschend freundlich, eine Bedienstete schenkte uns sogar einen praktischen Sonnenschirm. Leider war die Reinigung der Zimmer während unseres Aufenthaltes nur sehr oberflächlich: die Betten wurden gemacht und die Handtücher gewechselt; die Toiletten wurden zum Beispiel nicht gereinigt. Ein Animationsprogramm gab es nach meinem Wissen nicht.
Positiv überrascht hat uns auf jeden Fall die direkte Nähe zum Meer – schon nach 2 Minuten Fußmarsch erreicht man den Strand ohne mühevoll Treppen besteigen zu müssen. Der Strand ist ganz schön, der Sand herrlich fein. Allerdings ist er auch sehr gut besucht, man muss sich schon rechtzeitig aufmachen, um gute Plätze zu ergattern. Als wir da waren war das Meer sehr warm (schon etwas zu warm). Der Strand verläuft sehr flach, so dass man sehr weit ins Meer hineingehen kann, ohne dass das Wasser einem bis an den Bauch geht. Leider war der Strand öfters etwas verdreckt und auch die Algen mindern etwas den Badespaß. Negativ zu beurteilen ist allerdings die direkte Hotelumgebung – sie ist dreckig, laut und es stinkt öfters nach Müll oder Urin. Zudem trifft man abends auf dem Nachhauseweg öfters auf aufdringliche Prostituierte. Während man sich an der Strandpromenade wegen dem hohen Polizeiaufkommen sehr sicher fühlt, würde ich mich nachts keinesfalls alleine vorm Hotel rumtreiben. Ein weiterer negativer Punkt ist die große Distanz zur Partymeile Ballermann 6. Diese ist zu Fuß über die Strandpromenade in etwa 20 Minuten zu erreichen. Es fährt auch ein Bus direkt dahin. Es gibt zahlreiche Discos in denen überwiegend Schlager läuft (z.B. das Oberbayern), aber auch Freunde der Housemusik kommen nicht zu kurz (z.B. RIU Palace). Empfehlenswert sind auch der Megapark und der Bierkönig, da man hier ohne Eintritt rein kommt. Zum Feiern und Weggehen einfach perfekt! Auf den Weg dahin befinden sich zahlreiche Cafés, Restaurants, Kneipen und Discos. Alle 5 Meter wird man von irgendwelchen Leuten angesprochen, die einen in bestimmte Etablissements locken wollen – sehr nervig! Sehr schön und unbedingt empfehlenswert ist es abends an der Strandpromenade entlang zu flanieren. Die Sonne geht zwischen den Bergen Richtung Palma unter, überall funkeln die Lichter – ein wirklich wunderbarer Anblick!
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Oben auf dem Dach gab es einen Pool, der allerdings nur tagsüber (bis 19 Uhr) geöffnet war. Er war relativ unspektakulär – ein Loch im Boden mit einigen Plastikmöbeln, allerdings sehr sauber. Vom Dach hat man zudem einen schönen Ausblick auf den Ort. Wir haben den Pool kein einziges Mal ausprobiert.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Freunde |
| Dauer: | 3-5 Tage im Juli 2011 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Ulrike |
| Alter: | 19-25 |
| Bewertungen: | 5 |


