Mehr als 2500 Zimmer hat das Marina Bay Sands in Singapur. Tourismus in der saubersten und ordentlichsten Stadt Asiens soll angeheizt und das gelingt perfekt bei diesem Aufenthalt. Drei Tower, die 200 Meter über der Marina Bay aufragen auf einem dem Meer abgerungenen Stück Land. Das Hotel ist bereits im dritten Jahr des Bestehens ein Landmark von Singapur. Man muss nicht über Sauberkeit diskutieren, die Anzahl des pflegenden Personals wird das sicherstellen, das ist sicher. Das Hotel ist gross, daher kann es keinen persönlichen Kuschelservice geben, das muss klar sein. Aber es funktioniert so gut, wie es eben geht. Die Architektur jedenfalls ist atemberaubend, mehr kann man nicht sagen. Der überwiegende Anteil der Gäste stammt aus Asien. Places to stay before you die. Sonst keinen Kommentar.
Grosses und geräumiges Zimmer mit gepflegtem Teppichboden, der zum Barfussgehen einlädt. Geräumiges Badezimmer, immer sauber, immer angenehm. Betten sind extrem gemütlich, nahe der Marriott-Kultur. Schränke reichlich vorhanden. Fat-Flat-TV. Lieber keine Minibar nutzen, da jede Bewegung der Getränke direkt als Kauf gebucht wird. Zimmer zur Strasse von Singapur ist für Ship Spotter ein Traum.
Frühstück @ Rise: Es ist sehr voll hier, jeden Morgen. So viele Gäste ermöglichen japanisches, chinesiches oder europäisches Frühstück, aber die Nahrungsbeschaffung nimmt teilweise kriegerische Züge an. Ich finde es zu hektisch hier. Aber die Qualität des Frühstücks ist gut und es ist lecker. Dinner @ Sky on 57:Kulinarisch wirklich hochwertig, aber das Drumherum kann noch besser werden. Himmlische Zustände werden hier im 57. und obersten Stocke des Marina Bay Sands versprochen und höher hinaus geht es auch nicht, das Sky on 57 liegt neben dem Pool auf dem Riegel, der auf den drei Hoteltürmen des Sands in Singapur thront. Einen Tisch am Fenster bekommen wir aber nicht, so dass dieser Effekt an uns vorbeigeht, schade. Stattdessen geht alles recht zackig, jedenfalls nach Massstäben europäischer Spitzenküche. Kaum sitzt man, schon kommen Speisen- und Weinkarten und ein paar Minuten später auch der Service zurück und fragt nach den Wünschen. Das geht mir hier alles etwas zu zügig, denn ich will ja einen schönen Slowfood-Abend verleben. Und da lasse ich mir dann bei der Wahl auch gerne Zeit, denn schliesslich gibt es beim Diner einen Mindestverzehr von 100S$ (umgerechnet etwas mehr als 60,--€ pro Person). Nachdem die Würfel zum Essen gefallen waren drängelte der Service nach den Getränken. Um etwas Luft zu bekommen bestellte ich erst einmal einen trockenen Martini. Die Weinkarte ist brav und bringt einige gute bekannte Weine aus mitteleuropäischen Supermärkten auf den Tisch. Ein Cloudy Bay Shiraz oder Chardonnay (wie bestellt) sind gute Bekannte, aber nicht unbedingt Begleiter der Gourmetküche. So weiss man jedoch, was man hat. Für europäische Feinschmecker ebenfalls ungewöhnlich: Es gibt keinen Gruss aus der Küche. Dafür geht es umso schneller mit der Vorspeise los und das freut dann jeden Geschmacksfreak: Vielleicht muss man für verschiedene Genüsse des Lebens ein bestimmtes Alter erreichen. Meine Vorliebe für Gänseleberterrine ist jedenfalls noch recht jung. Meine Foie Gras kam in vier Variationen: fruchtiges, feines Gelee, grob auf Minibaguette bäuerlich gewürzt; gebraten am Stück und in Terrinenform. Ein Gedicht in vier Strophen. Fruchtige, deftige und Röstnoten in den ganz unterschiedlichen Interpretationen der gleichen Basics, einfach hervorragend. Der Chef selber empfiehlt seine eigenen Komposition (ist ja klar): Die Gänseleber in Terrinenform schafft es noch in des Chefs Combo, daneben glänzen dann gebratene Austern, ein kaltes Spargelsüppchen und weissnichtmehr. Tolle Auswahl, sehr gelungen - jedenfalls, was ich so sah. Toller Auftakt. Dem folgte dann ein (man höre und staune) ein Stück Schweinebraten lang gegart mit knuspriger Kruste, dazu Möhrenmus und Kartoffelstückchen mit Leckerkrönchen. Definitiv eine der besten Schweinekreationen, die ich je gegessen habe, Super. Muss auch sagen, dass das Schwein in Aufmachung und Interpretation das Wengyu-Beef nebenan um Längen schlug. Auf dem Teller gegenüber nahm ein kanadischer Heilbutt sein letztes Bad in einer hellen Sauce mit Gemüse- und Kartoffelbeilage. Ab hier trennten sich die Wege der Begeisterten: Während Mann nur noch einen jungen Calvados der Gänseleber und dem Schwein widmete, legte das Gegenüber zunächst noch eine Sorbetkugel aufs minzaromatisierte Teegelee und dann beides zusammen auf die Zunge. herrlicher Genuss, auch dieser Teil. Die Location lebt vom Ausblick, den man hat, oder eben nicht. Ich hatte ihn nicht und dann kann auch auffallen, dass das Sky on 57 nicht etwa ein heimelig leiser Platz zum Diner für zwei ist, sondern ein lautes Restaurant. Dazu kommen ein etwas zu schneller Service und ein Chef, der zwar immer ultrawichtig durch die Reihen läuft, aber an keinem Tisch hält um mal gediegen zu plaudern, schade eigentlich. Wie teuer ist Spitzenessen auf der Spitze des Spitzenhotels in Singapur denn nun ? Also, mit einem Glas Wein, einem Aperitif und einem Digestif wird man bei zwei bis zweieinhalb Gängen schon umgerechnet 300,--€ los. Dafür erhält man aber auch tolles Essen, aber man sollte einen Platz am Fenster haben.
Bei so einem riesigen Hotel kann Service nicht persönlich sein, aber aufmerksam. Und das ist er. Es gibt auch generell jede Menge Personal, ob in Restaurants, in Bars, Hotelshops oder beim Zimmerservice. Etwas auszusetzen gibt es: Unsere Servicedame muss in unserem Bad mal eine geraucht haben, anders liess sich der Geruch nicht erklären.
Singapur - ordentlicher, als alles andere, was ich auf der Welt bisher gesehen habe. Ich habe es lieb gewonnen, ein Stadtstaat nicht grösser, als Hamburg. Aber es gibt riesige Shoppingmöglichkeiten (direkt unter dem Hotel gibt es die Shoppes @ Marina Bay Sands), viele Sehenswürdigkeiten und einfach sagenhafte Views. Daneben viele andere must-sees. Ich bin Fan geworden. Zum Flughafen mit dem Taxi dauerts zwanzig Minuten und kostet 25,--S$.
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Tja, da fährt man das erste Mal nach 12kommairgendwas Stunden Flug auf das Dach und staunt nur noch Bauklötze (aber grosse): Was ein Blick ! In mehr als 200 Metern Höhe über dem Financial District Singapore ein bestimmt 150 Meter langer Pool in drei Abschnitten. Und natürlich ist es so ein Pool, bei dem Du das Ende nicht siehst und meinst einfach runter in die Bay gespült zu werden. Und dann stellt man sich einach an den Rand und schaut, wenn es sein soll stundelang. Und beim Blick auf das wirbelnde Finanzzentrum Asiens, den grössten Hafen der Welt, die halbe Formel 1-Strecke Singapurs, das ortsansässige Wahrzeichen oder einfach die vielen fotografierenden Asiaten wird Dir klar: Du arbeitest um zu leben und nicht umgekehrt. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Ambiente genau solche grundlegenden Erkenntnisse fördert und diese Basishinterfragung der Sinnhaftigkeit des Seins hält auch jetzt, eine Woche nach Infinitypool noch an. Mein Hirn sagt, dass dies architektonisch-planerisch eine Riesenleistung gewesen sein muss. Der Pool, das Hotel und der Riegel über den drei Türmen. Aber bevor ich zu rational werde: Lieber einen Singapore Sling und weiter träumen. Places to see before you die.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im Juni 2013 |
| Reisegrund: | Stadt |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Stefan |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 375 |


