- Preis-Leistungs-VerhältnisSehr gut
Das all inclusive Hotel ist eine schön angelegte weitläufige Oase inmitten des reizlosen und nicht besonders geflegten Ortes Puerto del Carmen. Die maximal viergeschossige Bauweise lässt die Größe der Anlage aus zwei Hotelblöcken und vielen Appartments nur erahnen. Wer im ehemaligen Palace-Hotel residiert, kann die vielen verschlungenen Pfade zum Haupthaus durch die Gartenanlage erwandern. Auch wenn Bewegung gut tut, sollte man möglichst nichts im Zimmer vergessen oder entsprechend Zeit einkalkulieren. Die Klientel des Hotels besteht etwa zur Hälfte aus Spaniern und zu einem Viertel aus Deutschen. Ältere Semester sind eher unterrepräsentiert. Kinder finden gut Beschäftigung.
Da sich von der Präsidentensuite schwer auf die anderen Zimmer schließen lässt, muss der positive Eindruck hier mit Vorsicht genossen werden. Gebrauchsspuren sind vorhanden; Defekte aber nicht. Schmuddel- oder gar Schimmelecken waren definitiv nicht aufzuspüren. Die Ausstattung macht einen etwas sterilen, aber praktischen und hygienischen Eindruck. Es wurde immer tadellos aufgeräumt, nur Duschgel und Schampoo hin und wieder verwechselt. Was die Lage der Zimmer betrifft, so gibt es von außen berachtet große Unterschiede, was den Ausblick und die ruhige Lage betrifft. Die meisten Appartments lagen schön im Gartenbereich.
Das Hauptrestaurant ist zwar riesig, aber es gab in zwei Wochen nur einmal einen Stau am Eingang. Grund sind die großzügigen Essenszeiten bis 22:00. Die Wege im Restaurant sind natürlich etwas länger und ein gewisses Summen wie im Bienenstock unvermeidlich, aber von Hektik und Gedrängel kann man nicht sprechen. Die Kellner sind sehr flink und bemüht, einem sofort einen Platz anzuweisen. Es wird aufwendig und sauber eingedeckt. Das große Essensangebot wird bis gegen Ende aufrechterhalten und leere Schüsseln werden zügig durch volle ersetzt. Rumgeklecker auf den Theken war kein Thema. Das Essen schmeckt gut, und die Auswahl ist so groß, dass man unmöglich alles an einem Abend probieren kann. Neben gewissen Standardangeboten werden an zwei Thekten immer wieder Besonderheiten wie Muscheln oder direkt von der Keule geschnittene Braten präsentiert. Frisches Gemüse ist in vielen Varianten vorhanden; man kann es selbst mischen und anmachen, oder auch fertige Kombinationen probieren. Es gibt eine eigene Deserttheke. Gekocht wird dezent kanarisch. Wer unbedingt Nudeln oder Pommes haben will, wird auch fündig. Die Pommes sind wie alles Fritierte sogar ausgesprochen knusprig. Bei so guter Gastronomie sind die zwei Themenrestaurants fast nur als Tapetenwechsel interessant. Auch hier ist alles inclusive. Essen und Trinken werden den ganzen Tag über angeboten, so dass z.B. verspätete Ausflügler auch noch zur Kaffeezeit einen Hotdog finden. Bier und Wein fließen fast schon vom Früstück an. Ebbe an der Zapfsäulen habe ich tagsüber nicht erlebt. Schon früh ist eine Bar in Betrieb. Man kommt also immer schnell an ein Getränk. Nur die löslichen Kaffeeprodukte sind nicht ganz standesgemäß. Zumindest für den Barbetrieb sollte ein professioneller Kaffeeautomat doch die Anschaffung lohnen.
Größter Pluspunkt sind die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des ausreichend vorhandenen Personals und der Animateure. Das färbt auch auf die Urlauber ab. Ohne Mühe kann man sich in Deutsch verständigen. Die Zimmer werden in wechselndem Rhythmus gut gereinigt. Handtücher werden wirklich nur gewechselt, wenn man das auch will. Ein deutscher Arzt ist im Hotel. Für die Kinder gibt es morgens 2 und nachmittags 1,5 Stunden Mini-, Maxi oder Teeniclub. Besonders gut ist, dass man am Abreisetag noch beliebig lange die Leistungen des Hotels in Anspruch nehmen kann. Da es am Pool Umkleidekabinen gibt, kann man sich dort auch umziehen. Die von übermäßigem WC- Reinigerduft geschwängerte Luft in den regelmäßig gereinigten Toiletten ist nicht so angenehm. Wenn sich am Abend alle Leute zur Show einfinden und an den Bars sitzen, wird es auch schon mal voll im etwas engen Toilettenbereich des Haupthauses.
Das Hotel hat vor der Tür einen sehr breiten, wenig frequentierten, absolut sauberen, für Kinder gut geeigneten Strand mit lanzarotetypischem schwarzen Sand. Am Eingang zum Strand empfängt einen ein leicht surreal gestalteter, völlig nutzloser befestigter Platz. An einem Samstag war dort allerdings Disko bis 4 Uhr früh, gut zu hören mit Seewind. Die Wahl zwischen lauter Klimaanlage und dem Gegröle der DJs brachte auch keinen Schlaf. Die Geräusche durch den Flughafen, wo in bestimmten Zeiten die Flieger alle 5 Minuten starten und landen, sind dagegen nicht weiter relevant. Es gilt eher als Attraktion, zum Flughafen zu radeln, wo man sich in die Einflugschneise direkt unter die landenden Flugzeuge stellen kann. Ansonsten ist die nähere Umgebung für eine Radtour wenig interessant. Die öffentlichen Busse bedienen zwar die Hauptlinie von Arrecife nach Playa Blanca im 20- Minutentakt und halten vor dem Hotel. Interessante Orte erreicht man aber so nicht. Dafür liegt mit dem Mietwagen die ganze Insel quasi vor der Tür. Man sollte sich nur nicht in den Einbahnstraßen von Arrrecife oder Puerto del Carmen verfahren.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Das etwas behäbige Publikum nimmt die vielen Animationsangebote zögernd an und hält sich meist im Pool- und Gastronomiebereich auf. So sind die Gruppen trotz der großen Gästezahl selten überfüllt (Ausnahme sind manchmal die Schießübungen). Dafür sind die 5 Internetplätze eher schon mal ausgelastet. Ganz anders ist es am Abend, wo sich das hauseigene Theater gut füllt. Die Darbietungen der eigenen, von einem quirligen Senior Amé geleiteten Animationstruppe sind tänzerisch und chorographisch gut arrangiert und füllen eine gute Stunde ab 21.45. Einmal die Woche kommen auch auswärtige Profis zum Zuge. Der Pool wird jeden Morgen gut gereinigt. Die Umgebung des Pools ist stets sauber, da herumstehende Essensreste oder fast leere Gefäße stets von eigens abgestelltem Personal eingesammelt werden, wenn sie nicht schon in die dafür aufgestellten Wannen entsorgt wurden. Gibt es doch mal Splitter, werden diese umgehend beseitigt. Auf glatte Stellen wird permanent mit Warnschildern hingewiesen. Weiteres Personal kümmert sich um umherfliegende oder (scheinbar) defekte Sonnenschirme sowie um die Liegen. Diese werden wie überall schon in der Frühe mit den vom Hotel verliehenen Handtüchern belegt, aber es bleibt doch noch ein Plätzchen für Langschläfer. Nur bei Sonnenschirmen kann es knapp werden. Die werden auch schon mal von weniger feinen Zeitgenossen rausgeschraubt, so dass sich dafür eigens eine Markierung mit Handtuch lohnt. Die Angebote des kleinen, aber auch in der Hochsaison nicht überfüllten Miniclubs waren nicht immer nachvollziehbar, aber es gab dauernd für irgendetwas Urkunden. Wegen des gegenüberliegenden Kreativbereichs, wo man auf Leinwand malen konnte, wurde auch bei den Minis viel gebastelt.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Familie |
Dauer: | 2 Wochen im August 2011 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Volker |
Alter: | 46-50 |
Bewertungen: | 1 |