Der erste Eindruck täuscht oft, leider auch was dieses Hotel angeht. Zimmer, Essen, Service... Im Urlaub der Grund für Kopfschmerzen, im Nachhinein einfach nur lächerlich. Dazu komm dass das auf vielen Internetseiten und in einigen Katalogen hochgepriesene "Jugendhotel" in Wirklichkeit zwar (wahrscheinlich grade deswegen) von Jugendlichen überfüllt, jedoch scheinbar einzig und allein auf die älteren Gäste ausgerichtet ist. Also, Paare und Singles im Rentenalter, herzlich willkommen im Bella Mar! Abiturienten und Junggebliebene sollten es sich doppelt und dreifach überlegen, ob sie darauf verzichten möchten, Musik hören zu können, die Abende auf dem Balkon zu verbringen und nachts um 5 nach Hause kommen zu können. Die Wände sind nämlich so dünn, dass Türschließen mit dem Urknall und Unterhaltungen in normaler Lautstärke mit Geschrei gleichgestellt werden. Dafür erhält man das Vergnügen, vom Personal geradezu grundlos angeschrien und wie ein kleines Kind behandelt zu werden quasi als Bonus dazu. Wenigstens ist das Hotel samt zwei wunderbaren Pools ziemlich sauber - die Paar Kakerlaken, die nicht nur herumlaufen, sondern auch wie kleine Kampf-Helikopter auf einen zufliegen nicht miteinbezogen. Wenn man 20 Minuten und etwas Motivation übrig hat, lohnt es sich einkaufstechnisch, zum Eroski-Supermarkt zu laufen (liegt auf dem Weg zum Cala Guya Strand). Er ist deutlich günstiger als die Spars, die an jeder Ecke zu finden sind, vor allem was Trinkwasser angeht. Hat man Freunde im Zimmer nebenan, sollte man darauf achten, auf keinen Fall einfach mal eben so über die (übrigens sehr niedrige) Absperrung zwischen den beiden Balkons klettern. Auch wenn es viel länger dauert, außen rum zu gehen, könnte man sonst einen Rausschmiss aus dem Hotel riskieren. Übrigens ist auch das Aufhängen von Badesachen auf dem Balkon mit Vorsicht zu genießen, der Wind weht nämlich manchmal auch so, dass man sich die Bikinis morgens an der Rezeption abholen muss, weil sie nachts auf der Straße landen.
Vor allem die Dreier-Zimmer sind sehr klein, Kleidung aufhängen oder sich großartig ausbreiten kann man also vergessen. Außerdem funktioniert die Klimaanlage nach einem unverständlichen Prinzip (immer dann, wenn man sie grade nicht braucht) und die Klo-Spülung setzt manchmal aus. Auch über einen Safe im Zimmer sollte man sich nicht zu früh freuen: der Preis ist okay, aber es ist sicherlich schlau, den Rostbestand im Inneren zu überprüfen. Sonst könnte das teure Portmonee zwar vor Diebstahl sicher, jedoch mit nicht ganz so stylischen orangenen Flecken enden.
Trotz der doch recht hohen Auswahl sind sowohl das Frühstück, als auch das Abendessen eher enttäuschend. Ein vor fett triefendes Rührei, fast schon zu hart gekochte Eier, wässriger Kaffee, harte Brötchen - eine kleine Speisenauswahl, die belegt, dass die Spanier wohl wirklich keine Frühstücksmenschen sind. Die große Auswahl beim Abendessen lässt Hoffnung aufkeimen (Salatbar, kalte Vorspeisen, Fleisch, Fisch und Beilagen, Obst und Nachtisch: hört sich zunächst vielversprechend an). Diese bleibt jedoch nur denjenigen erhalten, die Bratenfett, Öl und Salz in Maßen lieben, eingelegtes Gemüse wertschätzen und kein Problem damit haben, dass die Zusammensetzung vieler Gerichte weder mit bloßem Auge erkennbar ist, noch durch eine Beschreibung kenntlich gemacht wird. Irgendwann zieht nämlich auch die Ausrede, dass für jeden etwas dabei ist nicht mehr, denn bei einem 3-Sterne-Hotel kann man erwarten, dass man mehr als nur ein oder zwei Gerichte pro Tag mag. Wenigstens kann man sich am frischen Obst sattessen; davon gibts jeden Abend zum Glück reichlich.
Anscheinend kann man nicht alles im Leben haben. Bei den unglaublich liebenswürdigen Putzfrauen und dem freundlichen Küchenpersonal ist zwar immer auf ein Lächeln und nette Worte Verlass, richtige Deutsch- oder Englischkenntnisse sucht man jedoch vergeblich. Schade, denn manchmal kann man doch das Verlangen verspüren, nachzufragen, was denn da seviert wird oder ob das Bad das nächste Mal vielleicht etwas gründlicher geputzt wird. Das Rezeptionspersonal - mit einigen Ausnahmen - hingegen wendet das doch recht gute Deutsch scheinbar nur an, um (teils unbegründeten) Beschwerden nachzugehen und Hotelgäste ohne jeglichen nachvollziehbaren (bzw. überhaupt erst genannten) Grund anzuschreien und ihnen zu drohen. Schade eigentlich.
Das einzige was an dem Hotel noch überzeugt, ist die Lage - 2 Minuten bis zur Hauptstraße, 5 Minuten zum Hafen und 10 Minuten bis zum Son Moll Strand, eigentlich kann man sich zumindest hier nicht beklagen. Urlauber, die nicht unbedingt zum Feiern da sind, sollten jedoch wissen, dass viele Balkone direkt auf das Billy's (einer der Clubs, in dem aber nicht so viel los ist, wie überall angekündigt wird) und die Plaza de las Pinas hinausgehen, es kann also auch unabhängig von den Zimmernachbarn teilweise lauter werden.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Die Tatsache, dass das Hotel weder eine gut funktionierende Klimaanlage, die einen dauerhaften Aufenthalt im Zimmer ermöglichen würde, noch einen Internetzugang oder ein gesondertes Freizeitsprogramm aufweisen kann, wird durch die zwei wirklich schönen und vor allem sauberen Pools kompensiert. Dadurch, dass diese auf verschiedenen Seiten des Hotels liegen, ist eines immer im Schatten, und das andere in der Sonne. Zu bemängeln ist einzig und allein die Tatsache, dass obwohl es verhältnismäßig viele Liegen gibt, die Sonnenschirme nicht wirklich zum Schutz aller ausreichen. Es heißt also entweder Sonnenbrand riskieren oder die günstigste Zeit und damit eine leere Liege in Schirmähe abwarten.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Freunde |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2011 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Evgeniya |
| Alter: | 19-25 |
| Bewertungen: | 1 |


