Städtereise
Sechs starke Charaktere: Thüringer Städte abseits des Mainstreams
Abseits der bekannten Wege entfalten Thüringens kleine Städte ihre ganz eigene Handschrift zwischen Theatertradition, Residenzkultur, modernem Leben und überraschender Kulinarik. Geschichte und Kultur sind dort oft ganz fest und selbstverständlich im urbanen Alltag verankert. Sechs städtische Mikrokosmos stellen wir Dir hier vor
Meiningen
Eine Bühne mit Geschichte
Meiningen versteht Theater bis heute als Teil des städtischen Lebens: Das Staatstheater, geprägt durch Herzog Georg II., entwickelte im 19. Jahrhundert eine neue Form des Regietheaters, mit dem das Meininger Ensemble zwischen 1874 und 1890 durch ganz Europa tourte. Neben Schauspiel, Musiktheater und Ballett kannst Du heute auch Puppenspiel und Konzerte erleben. Darüber hinaus sind im Staatstheater, einem beeindruckenden Kulturbau aus dem Jahr 1909, Führungen durch Werkstätten, Malsaal und Fundus möglich. Ergänzend lohnt das Theatermuseum Zauberwelt der Kulisse im Schloss Elisabethenburg einen Besuch. Es zeigt originale Bühnenbilder und Theatermaschinerie von einst. Der Englische Garten unweit des Staatstheaters wiederum ist nicht nur ein erholsames Naturrefugium, sondern Teil der fürstlichen Inszenierung des 18. und 19. Jahrhunderts. Wandele durch ein grünes Areal voller Sichtachsen, sanfter Hügel und idyllischer Teiche, bevor Du durch die gemütliche Altstadt von Meiningen spazierst. Das Schöne: Hier ist alles großzügig und doch fußläufig erreichbar.

Christianes Tipp
Lebendige Industriegeschichte im Dampflokwerk von 1914. Noch heute werden dort historische Dampfloks repariert und neue Loks gebaut. Jedes Jahr am ersten Septemberwochenende kannst Du dort die beliebten Dampfloktage erleben.
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Gotha
Residenzstadt mit barocker Ordnung
Gotha gehört zu den früh geplanten Residenzstädten Mitteldeutschlands. Das frühbarocke Schloss Friedenstein bildet dabei den eindrucksvollen, vierflügeligen Mittelpunkt eines weitläufigen Ensembles aus Gebäuden, Parks und musealen Sammlungen. Errichtet im 17. Jahrhundert, steht das Schloss für eine neue Form fürstlicher Repräsentation – weniger wehrhaft, stärker auf Struktur, Ordnung und Übersicht ausgerichtet. Im Inneren verbinden sich Kunstsammlungen mit naturkundlichen Beständen, die bis in die Anfänge moderner Wissenschaft reichen. Einen großen Schatz beherbergt Schloss Friedenstein mit dem barocken Ekhof-Theater – die historische Bühnentechnik funktioniert nämlich noch immer. Außen setzt sich das Konzept der Ordnung fort: Der Schlosspark folgt klaren Achsen und Sichtlinien. In der etwas tiefer liegenden Altstadt lohnt der Blick in die Margarethenkirche – eine spätgotische Hallenkirche mit einer beeindruckenden Silhouette. Direkt daneben, auf dem Markt, werden oft Thüringer Rostbratwürste angeboten.

Christianes Tipp
Eine historische Inszenierung im Ekhof-Theater erleben – während des sommerlichen Ekhof-Festivals ist das möglich.
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Greiz
Schlösser über dem Tal der Weißen Elster
Greiz inszeniert seine Lage zwischen Hügeln und Fluss auf besondere Weise. Das Obere Schloss thront über dem Tal und eröffnet weite Ausblicke, während das Untere Schloss direkt an der Weißen Elster liegt und stärker in das Stadtgefüge eingebunden ist. Beide Anlagen spiegeln unterschiedliche Bauphasen und Nutzungen wider. Dazwischen liegt eine sympathische Altstadt mit schmalen Gassen, Treppen und kleinen Plätzen. Greiz war übrigens einst ein Zentrum der Textilindustrie, lebendig wird diese Vergangenheit im Textilmuseum im Unteren Schloss, das Maschinen, Stoffe und Handelsbeziehungen dokumentiert. Nicht verpassen: Der Fürstlich Greizer Park gehört zu den bedeutenden Landschaftsparks der Region. Geschwungene Wege, alte Baumgruppen und gezielt gesetzte Sichtachsen verbinden Architektur und Natur auf vielfältige Weise. Das Sommerpalais ist ein beliebtes Fotomotiv, das wie ein hell leuchtender Fixpunkt im dunklen Grün des Parks liegt.

Christianes Tipp
Rundgang durchs SATIRICUM, das im Sommerpalais im Fürstlich Greizer Park untergebracht ist. Der Schwerpunkt liegt auf Karikaturen aus Ostdeutschland.
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Bad Langensalza
Die Vielfalt der Gärten
Die mittelalterliche Stadtmauer von Bad Langensalza ist fast vollständig erhalten und bildet einen würdigen Rahmen für die kleine Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, Kirchen und gemütlichen Plätzen. Die Kur- und Rosenstadt steht aber auch für gärtnerische Vielfalt: Der Rosengarten zeigt weit über 450 teils seltene an Sorten, während der Japanische Garten mit reduzierter Gestaltung und klaren Linien einen interessanten Kontrapunkt dazu setzt. Ergänzt wird das grüne Ensemble durch Kurpark, Arboretum und weitere thematische Anlagen.

Christianes Tipp
Entspannung in der Friederiken Therme: Die großzügig angelegte Wellnesslandschaft mit Innen- und Außenbecken bietet 32 Grad Celsius warmes Solewasser und ermöglicht fast schwereloses Baden.
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Schmalkalden
Fachwerk und neue Bilder
Schmalkalden gehört zu den Städten, in denen Fachwerk nicht nur punktuell, sondern flächig erhalten ist. Die Altstadt bezaubert Gäste mit ihren reich verzierten Häusern, mit engen Straßen und einen klar strukturierten Markt, der seit Jahrhunderten das lebendige Herz von Schmalkalden bildet. Dort lohnt ein Blick ins Lutherhaus, das an den Schmalkaldischen Bund erinnert. Oberhalb der Stadt liegt Schloss Wilhelmsburg, ein bedeutendes Renaissancebauwerk mit aufwendig gestalteten Innenräumen. Die Anlage dokumentiert höfisches Leben ebenso wie Baukunst des 16. Jahrhunderts. Ganz aktuell hingegen sind die Mural-Art-Werke, die Du an mehreren Fassaden unten in den Straßen von Schmalkalden entdecken kannst – viele erinnern an die jüdische Geschichte der Stadt und möchten für eine Kultur des Erinnerns in Schmalkalden sensibilisieren. Sie wurden von nationalen und internationalen Kunstschaffenden seit 2016 gestaltet und setzen riesengroße bunte und nachdenkliche Akzente.

Christianes Tipp
Besuch in der Erlebnis-Confiserie Viba Nougat-Welt mit gläserner Manufaktur mit Shop, Restaurant und der Möglichkeit an einem Pralinenkurs teilzunehmen.
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Altenburg
Karten, Küche und neue Ideen
In Altenburg wurde im 19. Jahrhundert das Skatspiel entwickelt, und bis heute ist es fest im Alltag der Stadt verankert. Das Spielkartenmuseum im Schloss zeigt die Entwicklung der Karten von der handwerklichen Herstellung bis zur industriellen Produktion und gibt Einblicke in Gestaltung, Regeln und die reiche Kultur des Spiels. Gleichzeitig entwickelt sich die Stadt weiter: Die geplante Spieleerlebniswelt Yosephinum rund um das Thema Gaming soll 2027 eröffnen und das Thema auch interaktiv erfahrbar machen. Nicht verpassen solltest Du bei Deinem Städtetrip den 230 Meter langen Markt in Altenburg – mit seinen Bürgerhäusern, dem Renaissancebau des Rathauses und der vor allem von innen einzigartigen, neogotischen Brüderkirche. Kulinarisch setzt die Stadt auf Besonderheiten wie regional angebauten Safran, der in Backwaren und herzhaften Gerichten Verwendung findet.

Christianes Tipp
Seit etwa zehn Jahren gibt es wieder Safran-Anbau im Altenburger Land. Wenn Du mehr über das seltene, edle Gewürz erfahren möchtest, buche am besten eines der Erlebnisangebote.