Germany, Heidelberg, Heidelberg Castle and Neckar River

Meistbesucht

Tourismus-Hochburgen in Deutschland: Die Gewinner und Verlierer 2026

Deutschland reist wieder mehr: Rund 192 Millionen Gästeankünfte gab es im Jahr 2025.Das sind über 2,2 Millionen mehr als im Vorjahr, ein Plus von 1,2 Prozent. Die Gästeübernachtungen stiegen um 0,3 Prozent. Doch der Zuwachs verteilt sich ungleich. Hamburg, Heidelberg und Lübeck legen deutlich zu, in Berlin und Dresden kommen dagegen weniger Gäste an. Und nur noch in knapp jeder zweiten Gemeinde steigt die Zahl der BesucherInnen. Rechnet man Schleswig-Holstein, wo erstmals Campinggäste mitgezählt werden, komplett raus, liegt das Plus bei Gästeankünften deutschlandweit nur bei 0,3 Prozent, die Nächte gehen sogar leicht zurück. Welche Orte sind die neuen Tourismus-Hochburgen? Wer hat an Beliebtheit verloren? Und wo findest Du noch ruhige Ecken? Wir haben für Dich den großen Check gemacht!

Folge unserem WhatsApp Kanal!Gutscheine, Gewinnspiele, relevante News & Updates zum Thema Reisen!Zum Kanal

So haben wir die Tourismuszahlen für Deutschland ausgewertet

Für die Analyse haben wir die aktuellen Tourismusdaten der Regionaldatenbank für das Jahr 2025 ausgewertet und mit den Zahlen aus 2024 verglichen. Betrachtet haben wir über 2.000 deutsche Gemeinden mit mindestens 5.000 EinwohnerInnen, über 80 Großstädte, 289 Landkreise sowie alle 16 Bundesländer. Dafür haben wir die jährlichen Gästeankünfte ins Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt. So wird sichtbar, wo besonders viele Gäste auf Anwohnende kommen und wie sich diese Touristendichte innerhalb eines Jahres verändert hat. Auch die Entwicklungen bei Beherbergungsbetrieben und der Aufenthaltsdauer haben wir uns angeschaut. Das Ergebnis ist Dein Überblick über die aktuellen Tourismus-Hotspots in Deutschland, samt echter Aufsteiger und überraschender Verlierer. Das heißt aber natürlich nicht, dass Letztere keine Reise wert sind.

Wichtig: Eine Besonderheit gibt es in Schleswig-Holstein: Seit 2025 werden dort auch die Gäste auf Campingplätzen in der Statistik erfasst. Deshalb steigen die Zahlen im nördlichsten Bundesland besonders stark: Die Gästeankünfte legen um 22 Prozent (1,76 Millionen) zu, die Zahl der Schlafgelegenheiten sogar um 36 Prozent. Auch viele Kreise und Gemeinden an Nord- und Ostsee wachsen dadurch rechnerisch deutlich, zum Beispiel Ostholstein, Plön oder Fehmarn. Diese Sprünge sind also zu einem großen Teil auf die neue Zählweise zurückzuführen und nur zum Teil auf eine echte Zunahme der Gäste. Die Entwicklungen ohne Campinggäste lassen sich nicht getrennt berechnen.

Blick auf die Gemeinden: Rust bleibt vorn, Willingen überholt Oberding

Der Zuwachs verliert insgesamt an Breite: Nur in 954 von 1.970 Gemeinden mit über 5.000 EinwohnerInnen kommen mehr Gäste an als im Vorjahr, also in knapp der Hälfte. Im vergangenen Jahr stieg die Touristendichte noch in rund drei Vierteln der Gemeinden.

An der Spitze bleibt Rust, der Heimatort des Europa-Parks, mit rund 199 Gästen pro EinwohnerIn (GpE). Dahinter folgen die Ostseebäder Binz (79,2 GpE) und Heringsdorf (70,8 GpE). Willingen (Upland) legt um 5,2 Prozent zu und überholt Oberding bei München, das 4,8 Prozent seiner Gäste verliert.

Die größten Sprünge machen Ostseeorte in Schleswig-Holstein, auch weil dort seit 2025 Campinggäste mitgezählt werden. Auf Fehmarn haben sich die Gästeankünfte mehr als verdoppelt, in Scharbeutz und Neustadt in Holstein stiegen sie um fast die Hälfte. Echte Aufsteiger mit mindestens 50.000 Gästeankünften außerhalb des Nordens sind Wertheim (+54 Prozent) und Kelsterbach am Frankfurter Flughafen (+43 Prozent). Die stärksten Rückgänge verzeichnen Neufahrn bei Freising (−44 Prozent) und die Nationalparkgemeinde Vöhl am Edersee (−32 Prozent).

Das komplette Ranking mit allen Entwicklungen findest Du hier:

Welche Orte in Deutschland hast Du besonders voll oder angenehm erlebt?
Teile Deine Reiseerfahrungen

Weniger Betriebe, mehr Gäste: So verändert sich das Reisen in Deutschland

Der Tourismus in Deutschland wächst, doch das Angebot schrumpft. 2025 hatten bundesweit rund 47.300 Beherbergungsbetriebe geöffnet, gut 400 weniger als im Vorjahr. In 10 von 16 Bundesländern ging die Zahl zurück. Die Gästeankünfte stiegen um 1,2 Prozent, die Übernachtungen dagegen nur um 0,3 Prozent. Im Durchschnitt blieben die Gäste 2,6 Nächte. Dabei muss man Schleswig-Holstein genauer betrachten: Weil dort seit 2025 erstmals auch Campingplätze in der Statistik erfasst werden, stammt ein Großteil des bundesweiten Zuwachses aus dem nördlichsten Bundesland. Lässt man Schleswig-Holstein rechnerisch komplett außen vor, bleibt nur ein Plus von 0,3 Prozent bei den Gästeankünften, die Übernachtungen gehen sogar um rund 1 Prozent zurück. Auch die Zahl der Betriebe und Schlafgelegenheiten sinkt dann jeweils um knapp 2 Prozent. Da so aber auch die echten Entwicklungen in Schleswig-Holstein wegfallen, ist das nur eine Annäherung. Die Richtung ist trotzdem klar: Es wird öfter verreist, dafür kürzer. Viele entscheiden sich statt für den einen langen Urlaub für mehrere kurze Trips, etwa einen Städtetrip oder ein verlängertes Wochenende. Auch steigende Preise, der Fachkräftemangel im Gastgewerbe und der Wunsch nach nachhaltigen Reisezielen in der Nähe dürften eine Rolle spielen. In besonders gefragten Orten wird deshalb auch darüber diskutiert, wie viel Tourismus verträglich ist.

Großstädte: Heidelberg überholt München, Lübeck springt nach vorn

Frankfurt am Main bleibt die Nummer eins unter den Städten mit mehr als 100.000 EinwohnerInnen, obwohl die Gästeankünfte leicht zurückgehen (−0,4 Prozent). Mit 8,2 GpE liegt die Mainmetropole weiter klar vorn. Neu auf Platz 2 steht Heidelberg: 8,1 Prozent mehr Gäste bringen die Stadt auf 6,3 GpE, knapp vor München mit 6,2 GpE. Der größte Aufsteiger ist Lübeck. Mit 13,6 Prozent mehr Gästeankünften springt die Hansestadt von Platz 16 auf Platz 7. Ein Teil davon geht auf die neue Zählweise in Schleswig-Holstein zurück, wo seit 2025 auch Campinggäste erfasst werden. Auch Hamburg legt deutlich zu (+6,4 Prozent), während Berlin 2,7 Prozent weniger Gäste zählt. Dresden verliert 3,4 Prozent und rutscht von Platz 10 auf Platz 16. Prozentual am stärksten wachsen Städte, die bisher wenig Gäste hatten: Remscheid (+39 Prozent) und die Kulturhauptstadt Europas 2025, Chemnitz (+22 Prozent). Die größten Rückgänge gibt es in Ludwigshafen und Bottrop. Insgesamt kommen in 58 von 82 Großstädten mehr Gäste an.

Wie alle Großstädte im Vergleich abschneiden, zeigt die Tabelle:

Mehr Gäste, aber kürzere Aufenthalte in den Landkreisen

In 170 von 289 Landkreisen kommen mehr Gäste an als im Vorjahr. An der Spitze bleibt Garmisch-Partenkirchen mit 12,9 GpE (+5,9 Prozent Gäste). Dahinter springt Ostholstein von Platz 6 auf Platz 2 (12,8 GpE, +37 Prozent). Der Grund liegt auch wohl daran, dass in Schleswig-Holstein seit 2025 auch Campinggäste gezählt werden. Aus demselben Grund stehen die ersten fünf Aufsteiger alle in Schleswig-Holstein, angeführt von Plön (+60 Prozent) und Rendsburg-Eckernförde (+44 Prozent). In den anderen Bundesländern wachsen Neunkirchen im Saarland (+22 Prozent), Germersheim (+16,1 Prozent) und Ahrweiler (+14 Prozent) am stärksten. Die größten Verluste gibt es in Sömmerda (−15,5 Prozent) und Ebersberg (−14,7 Prozent).

Die Quoten für alle Landkreise kannst Du hier einsehen:

Mehr Gäste bedeutet aber nicht längere Urlaube

In 185 Landkreisen ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer gesunken. Das zeigt sich auch bei den Aufsteigern. In Plön stieg die Zahl der Übernachtungen um 42 Prozent, die Gäste blieben aber im Schnitt nur noch 4,4 statt 5,0 Nächte. Am längsten bleiben UrlauberInnen weiterhin an der Nordsee: in Nordfriesland durchschnittlich 5,7 Nächte, in Friesland 5,3 Nächte. In beiden Kreisen war die Aufenthaltsdauer allerdings leicht rückläufig.

Bundesländer: Mecklenburg-Vorpommern knackt die 5er-Marke

Der Norden bleibt vorn: Mecklenburg-Vorpommern ist mit 5 GpE weiter Spitzenreiter und kommt erstmals auf mehr als fünf Gäste pro EinwohnerIn. Dahinter folgen Hamburg mit 4,2 GpE (+6,4 Prozent Gäste) und Berlin mit 3,2 GpE. Berlin ist das einzige Land in der Spitzengruppe, das Gäste verliert (−2,7 Prozent). Schleswig-Holstein überholt Bayern und liegt neu auf Platz 4 (3,3 GpE). Das Plus von 22 Prozent geht wohl vor allem darauf zurück, dass dort seit 2025 auch Campinggäste gezählt werden. Weniger Gäste als im Vorjahr zählen nur Berlin, Sachsen und Hessen.

Wie die Quote in allen Bundesländern ausfällt, erfährst Du in der Grafik:

In 14 Bundesländern sinkt die Aufenthaltsdauer

Die Gäste bleiben kürzer: In 14 von 16 Bundesländern ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer gesunken. Am längsten bleiben UrlauberInnen weiterhin in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 4,1 Nächten. Am deutlichsten verkürzt sich der Aufenthalt in Schleswig-Holstein (-3,5 Prozent), und in Hamburg (−3,1 Prozent). Nur in Bremen und Sachsen bleiben die Gäste minimal länger.

Wer es ruhiger mag, fährt ins Saarland: Mit 1,2 GpE bleibt das kleine Bundesland Schlusslicht. Dabei wächst es kräftig: 6,2 Prozent mehr Gäste und 10 Prozent mehr geöffnete Betriebe, so viel wie in keinem anderen Land. Auch Nordrhein-Westfalen ist mit 1,4 GpE rechnerisch wenig von Gästen überlaufen, was vor allem an der hohen Einwohnerzahl liegt.

Der Trend setzt sich fast überall fort: Mehr Gäste, kürzere Aufenthalte

Der Deutschland-Tourismus wächst weiter, aber nicht mehr überall. Mit rund 192 Millionen Gästeankünften kamen 2025 mehr Gäste als im Vorjahr. Dennoch legte nur knapp die Hälfte der Gemeinden zu. Die Hochburgen bleiben dieselben: Rust, die Ostseebäder auf Rügen und Usedom, Frankfurt am Main, Garmisch-Partenkirchen und Mecklenburg-Vorpommern führen ihre Rankings weiter an. Aufsteiger wie Heidelberg, Lübeck und Hamburg zeigen aber, dass sich die Gunst der Reisenden verschiebt. Gleichzeitig setzt sich ein Trend fort: Es wird öfter verreist, dafür etwas kürzer. Und wer dem Trubel entgehen möchte, findet im Saarland oder in Nordrhein-Westfalen noch reichlich Ruhe, zumindest rechnerisch.

Was haben wir gemacht?

Für den Vergleich wurde die Anzahl der Gästeankünfte pro Gemeinde, Landkreis, Stadt und Bundesland in das Verhältnis zur jeweiligen Einwohnerzahl gesetzt. Für Gästeübernachtungen und Beherbergungsbetrieben haben wir die Entwicklungen analysiert. Die Zahlen gehen aus der Statistik der deutschen Regionaldatenbank zu Gästeankünften hervor. Die Untersuchung zu den Tourismus-Hochburgen führen wir bereits zum dritten Mal durch. Für die aktuelle Ausgabe haben wir die Daten aus dem Jahr 2025 mit denen aus dem Jahr 2024 verglichen, um die jüngsten Entwicklungen im deutschen Tourismus aufzuzeigen. Abweichungen der Bundeszahlen zu aufsummierten Länderergebnissen sind Folge nachträglicher Revisionen. Im Jahr 2025 wurden für Schleswig-Holstein erstmal Campingplätze mitgezählt, was die Steigerung bei vielen ansässigen Orten zum Großteil erklärt. Campingplätze sind je nach Bundesland unterschiedlich berücksichtigt.

Alle Kategorien beinhalten Schulungsheime sowie Vorsorge- und Rehabilitationskliniken. Die Einwohnerzahlen basieren auf dem Zensus 2022, damit eine einheitliche Datenquelle für alle Orte genutzt werden kann, und können deshalb leicht von aktuellen Zahlen abweichen. Insgesamt fließen über 2.000 Orte ab 5.000 EinwohnerInnen mit in die Untersuchung ein. Aufgrund eines nicht vollständigen Datensatzes konnten einige Orte nicht berücksichtigt werden. Trotz großer Sorgfalt übernimmt HolidayCheck keine Garantie für die hier aufgeführten Werte.

Welche Orte in Deutschland hast Du besonders voll oder angenehm erlebt?

Entdecke ähnliche Urlaubsthemen