Mitten in Deutschland
Karibik-Feeling ohne Fernflug: Diese Seen in Deutschland wirst Du lieben
Strahlend türkises Wasser, glasklare Tiefen und feiner Sand unter den Füßen: Das gibt es nicht nur am anderen Ende der Welt. Für ein bisschen Karibik musst Du nicht ins Flugzeug steigen. Quer durch Deutschland liegen Seen, deren Farbenspiel locker mit fernen Traumstränden mithält. Die bekanntesten unter ihnen, der Walchensee und der Eibsee, gelten längst als Bayerische Karibik – und sind entsprechend gut besucht. Wir nehmen Dich deshalb mit zu sechs Alternativen, die deutlich weniger Menschen auf dem Schirm haben.
Schmaler Luzin, Feldberger Seenlandschaft
Smaragdgrün mitten im Wald
Wer hätte gedacht, dass eines der klarsten Gewässer Deutschlands im Osten Mecklenburgs liegt? Der nur 150 bis 300 Meter breite Schmale Luzin schimmert je nach Licht türkis bis smaragdgrün, und das Wasser ist so klar, dass Du beim Schwimmen weit blicken kannst. Eingerahmt von steilen Buchenhängen wirkt der Rinnensee fast wie ein nordischer Fjord. Im Uferbereich bleibt das Wasser auf den ersten Metern flach – ideal für Kinder. Ein echter Hingucker ist die handbetriebene Seilfähre, mit der Du gemütlich ans andere Ufer übersetzt.
Anfahrt: Rund 25 Kilometer östlich von Neustrelitz, südöstlich des Hauptorts Feldberg gelegen, etwa zwei Autostunden von Berlin entfernt
Parkplätze: Etwa am Ende des Luzinwegs (von der Fürstenberger Straße) und an der Luzinfähre
Infrastruktur: Badewiese in Carwitz, die Bade-Liegewiese Ziegenwiese, handbetriebene Seilfähre an der Luzinhalle, Bootsverleih und beste Bedingungen zum Paddeln
Besonderheiten: Glasklares, türkis-grünes Wasser im Naturschutzgebiet Hullerbusch, Motorbootverbot für viel Ruhe, der rund zwölf Kilometer lange Fridolin-Wanderweg führt einmal um den südlichen Seeteil
Pulvermaar, Vulkaneifel
Baden im erloschenen Vulkan
Fast perfekt kreisrund, tiefblau und unergründlich: Das Pulvermaar bei Gillenfeld ist mit rund 74 Metern das tiefste Maar der Eifel und entstand vor etwa 20.000 Jahren durch vulkanische Aktivität. Das Wasser ist so klar, dass Du im flachen Uferbereich bis auf den Grund schauen kannst. Je nach Wetter wechselt die Farbe von Tiefblau zu Türkis. Eingefasst von steilen Kraterwänden und Buchenwald, fühlt sich ein Badetag hier an wie ein Ausflug in eine andere Welt.
Anfahrt: Bei Gillenfeld in der südlichen Vulkaneifel
Parkplätze: Am Naturfreibad sowie am Feriendorf Pulvermaar
Infrastruktur: Naturfreibad am Ostufer mit Liegewiese, Rutsche, Sprungturm, Nichtschwimmer- und Kinderbecken, Tret- und Ruderbootverleih, Café mit Maarblick, DLRG-Aufsicht und barrierefreiem Einstieg
Besonderheiten: Baden ist zum Schutz der Natur nur im Naturfreibad erlaubt, der Eintritt liegt bei rund 5 Euro (Kinder 3 Euro), eigene Stand-up-Paddles und Schwimmkörper sind nicht gestattet
Kulkwitzer See, Leipziger Neuseenland
Glasklar bis auf den Grund
Der "Kulki", wie ihn die Einheimischen nennen, ist aus einem ehemaligen Braunkohletagebau entstanden und gehört heute zu den klarsten Badeseen Ostdeutschlands. Die Sichtweiten unter Wasser reichen bis zu zehn Meter, weshalb der See auch eines der bekanntesten Tauchreviere Deutschlands ist. Über Wasser warten gepflegte Sandstrände, kleine Imbisse und versteckte Badebuchten. Für Familien ist der flache Einstieg an mehreren Stellen praktisch, und wer mag, leiht sich Ausrüstung für den ersten Schnuppertauchgang.
Anfahrt: Direkt an der Leipziger Stadtgrenze, zwischen Leipzig und Markranstädt
Parkplätze: Kostenpflichtige Parkplätze, etwa am Campingplatz und am Südzipfel in Göhrenz
Infrastruktur: Sandstrände, Imbisse und Spielplätze, das Strandbad Markranstädt, ein Hundestrand, Tauchbasen mit Unterwasserpark, Wasserski- und Surfangebote sowie ein Campingplatz auf der Halbinsel
Besonderheiten: Unter Wasser locken versunkene Wälder und ein kleines Leichtflugzeug, an heißen Wochenenden ist viel los – dann lohnt sich der Blick auf Boots-, Surf- und Taucherverkehr
Geierswalder See, Lausitzer Seenland
Leuchtturm-Romantik am Sandstrand
Weiter Sandstrand, ein eigener Leuchtturm und schwimmende Ferienhäuser: Am Geierswalder See im Lausitzer Seenland kommt überraschend viel Meeresflair auf. Auch dieser See ist eine Bergbaufolgelandschaft: Bis 2013 wurde der frühere Tagebau Koschen geflutet. Heute ist der See Teil eines schiffbaren Verbunds. Am langen Strand mit Strandbar lässt sich der Tag entspannt ausklingen, während Wassersportbegeisterte Kanus, Tretboote oder Surfbretter ausleihen.
Anfahrt: Im Lausitzer Seenland, im Ortsteil Geierswalde der Gemeinde Elsterheide
Parkplätze: Großer kostenpflichtiger Parkplatz am Badestrand und am Wasserwanderrastplatz
Infrastruktur: Langer Sand- und Surfstrand, Strandbar und Imbisse, Bootsverleih (Tretboote, Kanus, Stand-up-Paddles), Surf- und Segelschule, Campingplatz, schwimmende Ferienhäuser und ein rund 16 Kilometer langer Seerundweg
Besonderheiten: Gebadet wird am ausgewiesenen, an Wochenenden und Feiertagen bewachten Strandabschnitt, die übrigen Böschungen sind wegen Abrutschgefahr gesperrt
Steinberger See, Oberpfälzer Seenland
Sandstrand und Riesenkugel
Mit 184 Hektar ist der Steinberger See der größte See der Oberpfalz und ein weiterer Beleg dafür, wie schön aus einem alten Tagebau ein Badeparadies werden kann. Am Sandstrand des Westufers schaffst Du nach wenigen Metern den Sprung ins klare, blau schimmernde Wasser, der flache Einstieg ist auch für die Kleinsten gut geeignet. Direkt am Ufer ragt ein echter Blickfang in die Höhe: die größte begehbare Erlebnisholzkugel der Welt.
Anfahrt: Bei Steinberg am See im Landkreis Schwandorf, östlich der A93
Parkplätze: Am Badestrand am Westufer (an der Staatsstraße 2445) sowie am Freizeitpark MovinGround
Infrastruktur: Sandstrand mit Liegewiese, der Familienfreizeitpark MovinGround mit Wasserrutsche, Trampolinen, Tretbootverleih und Biergarten, eine Wasserski- und Wakeboardanlage, Adventuregolf, Segel- und Surfschulen sowie ein rund sieben Kilometer langer Rundweg
Besonderheiten: Die 40 Meter hohe Erlebnisholzkugel mit Riesenrutsche und Aussichtsplattform, der "kleine Bruder" Murner See liegt gleich nebenan
Sylvensteinsee, Isarwinkel
Türkiser Bergsee am Karwendel
Eingebettet zwischen den Voralpen leuchtet der Sylvensteinsee südlich von Lenggries in kräftigem Türkis. Der Stausee wurde zwischen 1954 und 1959 zum Hochwasserschutz im Isartal angelegt, wirkt heute aber herrlich naturbelassen. Über das Wasser spannt sich die markante Sylvensteinbrücke, ein beliebtes Fotomotiv. Wer das Karwendel liebt, kombiniert das Bad im Bergsee mit einer Wanderung und schwimmt dort, wo tief unten das im See versunkene Dorf Alt-Fall liegt.
Anfahrt: Südlich von Lenggries am Rand des Karwendel, Zufahrt ab Bad Tölz, über den Achenpass oder aus Richtung Vorderriss, rund eine Stunde von München
Parkplätze: Parkplatz Sylvensteinsee nahe dem Badestrand sowie Parkbuchten an der Deutschen Alpenstraße am Nordufer
Infrastruktur: Kein klassisches Strandbad, dafür ein Kiesstrand mit Liegewiese und Wasserwacht bei Fall, mehrere frei zugängliche Badestellen und beste Bedingungen zum Wandern und Paddeln
Besonderheiten: Das Bergwasser erreicht im Hochsommer angenehme 18 bis 22 Grad Celsius, das Baden ist kostenlos, eine Wasserwacht gibt es allerdings nur in Fall
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