Reisetippbewertung Schnorcheln Ari Atoll

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Aus: Deutschland
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Reisezeit: im April 12




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Schwimmen + Schnorcheln, Bathala, Ari-Atoll

Ergänzend zu meinem Reisebericht über Bathala im Ari-Atoll ergab sich nachträglich eine Leserfrage, welche mich zu einem Reisetipp inspirierte:

Die Frage lautete sinngemäß, wie es um die Schwimmgelegenheiten auf Bathala bestellt sei. Eine häufige Frage, da auch auf den Malediven inzwischen erstaunlich viele Nichtschnorchler- und Nichttaucher ihren Urlaub verbingen.

Meine Antwort lautete:
Dies kann man pauschal so einfach nicht beantworten. Ich versuch's mal so:
Wer kein sicherer Schwimmer ist, also unbedingt IMMER erreichbaren Boden unter den Füssen benötigt, wird sich auf Bathala deswegen nur zeitlich eingeschränkt betätigen können, weil dies von den Gezeiten und deren mondabhängiger Ausprägung abhängt. Will sagen: Bei Flut ok, bei Ebbe wird man wahrscheinlich mit den Knien im (puderfeinen) Sand rutschen. Je voller der Mond, desto stärker die Differenz zw. Ebbe und Flut. Das kommt daher, dass zwischen Riff und Ufersaum nur wenige Meter Sandfläche sind. Dort ist es nur bei Flut gerade so tief genug zum Schwimmen (Schau dir mal die Panoramabilder im Hauptbericht von mir an. Der türkishelle Streifen ist der Bereich, wo man evtl. Schwimmen könnte, das Dunke sind die Korallen, die bei Ebbe sogar z.T. aus dem Wasser ragen!)

Immerhin gibt es am Weststrand eine etwas ausgedehntere Fläche. Meist saßen die "Nichtschnorchler/Nichttaucher", vorwiegend italienische Frauen, dort aber auch nur faul im Sand, während das Wasser maximal bis zum Hals ging. OK, denen reichte das anscheinend.

Wer keine Angst vor Bodenlosigkeit hat, kann aber sehr gut von einem der Stege ins Wasser gehen. Am Supply-Jetty hätte man sogar die Möglichkeit, zu Fuß bis an's Ufer zurückzuwaten, weil es dort zwischen tiefem und flachem Bereich kaum Steine und Korallenstücke hat. Vorsicht ist aber trotzdem angebracht!

Folgendes ist zu bedenken: Bathala liegt frei auf einem unterseeischen Sockel im Wasser, d.h. rings um die Insel fällt es relativ steil auf 25-30m ab und wird dann langsam tiefer. Strömungen können relativ ungehindert aufkommen. Nicht ohne Grund hat man die geradezu vorbildlich abgesicherten Ausstiege installiert. Ich persönlich bin auch kein austrainierter Sportschwimmer, habe vor der Drift auch aus der Erfahrung als Taucher gesunden Respekt. Ich würde im Freiwasser nie ohne Flossen (und mindestens Schwimm-, besser Taucherbrille) ins Wasser gehen, um weder den Korallen zu nahe zu kommen, noch abgetrieben zu werden. Wir hatten während unserer Zeit nie heftige Strömungen, wie von Anderen vor uns gelegentlich berichtet wurde. Dennoch war es zeitweise kaum möglich, trotz sehr guter Geräteflossen gegen die Strömung anzukommen. Aber das war kein Problem. Nach 3 Tagen hatte man gelernt, das abzuschätzen, suchte sich einen strömungszugewandten Aus-/Einstieg und ließ sich von dort zum nächsten treiben. Das war schön gemütlich, und die Unterwasserwelt zog wie in einem Film an einem vorbei. Wenn's mal etwas zu schnell ging, hielt man eben etwas dagegen. Meine Frau hat aus gesundheitlichen Gründen wenig Ausdauer und Kraft, aber auch sie kam zurecht (mit meiner Begleitung natürlich) und wollte meist gar nicht mehr raus.

Ich kann nur raten, sich nicht abschrecken zu lassen und es mal zu probieren. Das Schnorcheln lernt sich, mit passendem Equipment (z.B. Komfortschnorchel mit Ausblasventil) leichter als man denkt. Noch einfacher ist es, man hat jemanden, der einem ein paar Tipps gibt (heimatliche Tauchsportläden oder Tauchclubs sind oft auch gerne mit einem Schnorchelkurs im Schwimmbad behilflich). Es wäre echt schade, auf den Malediven Urlaub zu machen, und von der UW-Welt nichts gesehen zu haben, obwohl das Manchen tatsächlich zu reichen scheint. Noch ein Aspekt: Beim Schnorcheln liegt man viel entspannter (und flacher) im Wasser, was für den Rücken besser ist. Bei korrektem Flossenschlag werden die Muskeln von den Oberschenkeln über den Po bis in den Rückenbereich trainiert. Man kann zusätzlich mit den Armen Schwimmbewegungen ausführen, muss man aber nicht. Für mich ist das Quasi-Schwimmen mit Zusatznutzen. Meine Rückenschmerzen von daheim waren jedenfalls nach wenigen Tagen verschwunden. Das Barfußlaufen im Sand erledigte den Rest.

Sollte dagegen die Strömung sehr stark sein, wird man sich vernünftigerweise wahrscheinlich auch nicht mit Schnorchel + Flossen bis an die Riffkante trauen. Übrigens sollte man auch nie alleine schnorcheln, da sich natürlich spontan auch mal ein Wadenkrampf einstellen könnte. Dann kann man aber immer noch, zumindest temporär bei Flut, überm Riffdach vom Strand aus Schnorcheln. Das geht mit Schwimmen nicht so gut, weil sehr schwer abzuschätzen ist, wie nahe die Knie von den Korallen entfernt sind. Wie gesagt, beim Schnorchlen liegt man flacher in Wasser, und beugt bei mäßigem Flossenschlag nicht so stark die Beine. Wir wollen ja schließlich nichts kaputt machen, am aller wenigstens den eigenen Körper. Eine leichte Schramme kann sich im Salzwasser nach Tagen leicht zu einem größeren Problem entwickeln!

Ich hoffe, hiermit Allen, mit ähnlicher Frage ein wenig die Bedenken genommen zu haben!

VG Michael

Bilder/Videos zum Reisetipp (Zur Vergrößerung einfach auf die Bilder klicken!)

Reisetipp Schnorcheln Ari Atoll - Nordsteg
Reisetipp Schnorcheln Ari Atoll - Nordostseite bei Ebbe
Reisetipp Schnorcheln Ari Atoll - Ostseite
Reisetipp Schnorcheln Ari Atoll - Blick vom Nordsteg nach Süd-Ost)
Reisetipp Schnorcheln Ari Atoll - Blick vom Nordsteg Richtung Süden
Reisetipp Schnorcheln Ari Atoll - Blick vom Nordsteg nach Süd-West)
Reisetipp Schnorcheln Ari Atoll - Südsteg (Supply-Jetty) bei Ebbe
Reisetipp Schnorcheln Ari Atoll - Blick vom Südsteg am Nachmittag Ri. Norden (Ebbe)

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