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im Juni 06, Hugo , 51-55
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im Oktober 05, Wolfgang , 41-45

Infos Vall de Boi

Vall de Boí

Zentrum der Romanik des Vall de Boí
Camí del Batalló, 5
25528 Erill la Vall
Tel.:(+34) 973 696 715
www.centreromanic.com

 

 
Das Vall de Boí stellt mit seiner außergewöhnlichen Ansammlung von Kirchen aus dem 10., 11. und 12.Jahrhundert einen absoluten Höhepunkt der rein romanischen Baukunst dar. Hier sind nicht nur die Glockentürme erhalten geblieben, sondern auch eine sehenswerte Außendekoration und weltweit bekannte religiöse Wandgemälde. Die neun Kirchen umfassende Gruppe des Boí-Tals (Santa Maria de l’ Assumpció inCóll, Santa Maria in Cardet, Sant Feliu in Barruera, Nativitatde la Mare de Déu und Sant Quirc in Durro, Santa Eulàlia in Erill la Vall, Sant Joan in Boí sowie Santa Maria und Sant Climentin Taüll) wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
 
Juwelen der Romanik. Der Bau dieser Kirchen wurde von den Herren von Erill betrieben, einem alten Adelsgeschlecht, dessen Existenz seit dem Jahr 1077 dokumentarisch belegt ist und dessen Herrschaftsgebiet sich über das gesamte Tal erstreckte. Die abgeschiedene Lage trug wesentlich dazu bei, dass die Baudenkmäler größtenteils bis heute erhalten geblieben sind. In den Jahren 1919 bis 1923 begann der Museumsrat von Barcelona die Überführung der meisten Malereien vorzubereiten, um der Gefahr von Plünderungen zuvorzukommen. Die Fresken wurden aus den alten Gemäuern entfernt und sind nun im Nationalen Kunstmuseum von Katalonien (MNAC) in Barcelona zu sehen. Die Kirchen Santa Maria und Sant Climent in Taüll wurden bereits 1931 zu „Kunsthistorischen Denkmälern“ erklärt. Jahre später erklärte die katalanische Regierung das komplette Ensemble der romanischen Kirchen des Boí-Tals zum „Gutvon kulturellem Interesse“. 1994 wurde ein Plan zur architektonischen Restauration der Bauwerke in die Wege geleitet und im Jahr 2000 gab die UNESCO die Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbe offiziell bekannt.

 
Eine Route durch das Boí-Tal. Eine der ersten romanischen Kirchen des Tals ist die von Cóll, die etwas außerhalb des Ortes steht. Die kleine Kirche besitzt ein romanisches Portal aus dem 12. Jahrhundert. Etwas oberhalb von Cóll liegt Cardet, wo die einschiffige romanische Kirche Santa Maria besichtigt werden kann, die eine Apsis von bemerkenswerter Höhe besitzt, in der sich die Figur der Muttergottes von Cabanasses befindet. Die Kirche Sant Feliu von Barruera steht ebenfalls etwas außerhalb des Dorfes. Sie ist einschiffig und besitzt einen sehr robusten Glockenturm mit quadratischem Grundriss. Nach Durro gelangt man auf einer Nebenstraße. Bei der romanischen Kirche Nativitat de la Mare de Déu aus dem 12. Jahrhundert handelt es sich um einen einschiffigen Bau mit Tonnengewölbe und seitlichen Arkaden. Der Glockenturm mit quadratischem Grundriss ist mit lombardischen Bogenfriesen verziert, während das Kirchportal Archivolten aufweist, die auf einem doppelten Säulenpaar ruhen. Im MNAC ist eine aus Durro stammende romanische Madonna aus dem 12. Jahrhundert zu sehen, die aus einer Kreuzabnahme stammt.
 
Erill la Vall liegt am rechten Ufer des Noguera de Tor. Seine aus dem 12. Jahrhundert stammende Pfarrkirche Santa Eulàlia mit einem Schiff, einer Apsis und zwei Apsidiolen, die das Querschiff bilden, gehört zu den Juwelen der romanischen Architektur lombardischen Stils. Die Kirche besitzt eine seitliche Arkade mit Rundbogen und einen höchst eleganten Glockenturm. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in der Sakristei eine hölzerne romanische Skulpturengruppe entdeckt, die aus dem 12.Jahrhundert stammt und die Kreuzabnahme Christi darstellt. Heute befinden sich einige der Skulpturen im Bischöflichen Museum in Vic und andere im MNAC. In der Kirche ist jedoch eine getreue Kopie der kompletten Gruppe zu sehen. Eine Abzweigung führt von der Landstraße nach Boí. Hier steht die Kirche Sant Joan, von der der romanische Glockenturm im lombardischen Stil und eine Apsis erhalten sind. Der Rest des Gebäudes ist das Ergebnis diverser Restaurationen. Im Innenraum sind Kopien der ursprünglichen Wandmalereien aus dem 11. und 12. Jahrhundert zu sehen.

Schließlich führt die Landstraße zum nur etwas über einen Kilometer entfernten Taüll. Dieser Ort hat zwei Teile, die jeweils um eine der beiden romanischen Kirchen Santa Maria und Sant Climent entstanden sind. Die Kirche Santa Maria de Taüll wird als Pfarrkirche genutzt. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert, steht am zentralen Plaça Major und hat drei durch Säulen voneinander getrennte Schiffe mit je einer Apsis und einen Glockenturm mit quadratischem Grundriss. Im Innenraum der Kirche sind Kopien der Originalmalereien zu sehen, mit denen sie geschmückt war. Im unteren Teil des Dorfes steht die Kirche Sant Climent de Taüll, die im 12. Jahrhundert gleichzeitig mit der Kirche Santa Maria errichtet wurde. Geweiht wurden beide Kirchen im Dezember 1123 vom Bischof von Roda. Auch Sant Climent hat drei durch Säulen voneinander getrennte Schiffe und drei Apsiden, die mit den typischen lombardischen Bogenfriesen und Zwillingsfenstern dekoriert sind, sowie einen sechsstöckigen Glockenturm. Im Innenraum fallen die bedeutenden farbenfrohen Wandmalereien auf, die eine Kopie des berühmten Pantokrator (Christus als Weltenherrscher) in der zentralen Apsis umfassen.
 
Ein Kurort mitten im Gebirge. Zur Entspannung nach so viel Kultur oder dem Besuch des Nationalparks Aigüestortes i Estany de Sant Maurici bietet sich ein ausgiebiges Bad an. In Caldes de Boí gab es bereits im 18. Jahrhundert ein Badehaus. Heute hat der Ort zwei Hotels, ein Thermalzentrum, ein Schönheitszentrum und diverse Tagungssäle zu bieten.

 

 
Kirchen:

Sant Climent de Taüll wurde am 10. Dezember 1123 von Bischof Ramon Guillem von Roda-Barbastro geweiht. Einst stand sie auf den Resten einer älteren Kapelleaus dem 11. Jahrhundert. Sant Climent de Taüll ist Prototyp einer romanischen Basilika mit drei durch Säulen getrennten Längsschiffen und einem Glockenturm. Der Pantokrator von Sant Climent kann als die Symbolfigur der katalanischen Romanik angesehen werden. Das Original wird im Katalanischen Nationalmuseum in Barcelona aufbewahrt, während heute in der Kirche selbst eine Kopie zu sehen ist. Neben drei romanischen Holzstatuen finden sich darüber hinaus auch noch einige Fragmente der ursprünglichen Wandbemalung, wobei diesbezüglich besonders auf die Darstellung des Bruderzwists zwischen Kain und Abel verwiesen werden sollte.

 

 
Öffnungszeiten:
täglich 10:00–09:00 Uhr (außer montags im November)

 
Die Kirche Santa Maria de Taüll wurde im 11. Dezember 1123, also nur einen Tag nach der Einsegnung von Sant Climent, geweiht. Allein schon diese Tatsache lässt die beachtlichen finanziellen Mittel erkennen, die die Herren von Erill zu Beginn des 12. Jahrhunderts dem Vall de Boí zukommen ließen. Aufgrund ihrer Lage im Zentrum des Dorfes dürfte Santa Maria die einzige Kirche des Tals sein, die Ausgangspunkt für eine nachfolgende Besiedlung des umliegenden Gebiets war. Die romanischen Wandmalereien wurden fast vollständig abgetragen und zwischen 1919 und 1923 nach Barcelona gebracht, so wie dies auch bei allen übrigen Kirchen des Tals der Fall war. Derzeit ist in der mittleren Apsis eine Darstellung der Epiphanie zu sehen, die die Muttergottes mit dem Kind im Kreise der Heiligen Drei Könige zeigt.

 
 
Öffnungszeiten:
täglich 10:00–14:00 Uhr und 16:00–19:00 Uhr (außer im November)

 
Die ursprünglich dreischiffige Pfarrkirche Sant Joan de Boí besteht aus der Apsis und dem quadratischen Glockenturm im lombardischen Stil. Im Inneren befinden sich restaurierte Nachbildungen der Wandgemälde, die sich nun im MNAC befinden. Auf ihnen sind Szenen wie die der Steinigung des Heiligen Stephan zu sehen sowie Spielleute und Vieh. Hier wird die Funktion dieser Gemälde überdeutlich und es fällt dem Betrachter leicht, sich die ursprüngliche Erscheinung dieser Kirchen vorzustellen.

 
Öffnungszeiten:
täglich 10–19:00 Uhr (außer montags im November)

 
Santa Eulàliad’Erill-la-Vall: Diese restaurierte Pfarrkirche aus dem 12. Jahrhundert beherbergte einst die Skulpturengruppe der Kreuzabnahmen, die sich jetzt aufgeteilt im MNAC und im Bischöflichen Museum Vic befindet. Der Turm von Santa Eulàlia ist einer der schönsten im Tal – er ist schmal, quadratisch, sechs Stockwerke hoch und besitzt die für die lombardische Romanik typischen Verzierungselemente.

 
Öffnungszeiten:
täglich 10–19:00 Uhr (außer montags im November)

 
An der Kirche Sant Feliu de Barruera lassen sich die architektonischen Elemente der beiden großen Bauphasen im Vall de Boí (11. und 12. Jh.) finden. Die verschiedenen Umbauten zeigen, wie die Kirchen im Tal verändert wurden, um dem jeweiligen Geschmack und den Bedürfnissen der Gemeinden gerecht zu werden, in deren Dienst sie seit dem 12. Jahrhundert stehen.

 

 
Öffnungszeiten:
Ostern: 23.03.–01.04 täglich 10:00–14:00 Uhr
Sommer: 01.07.–08.09. täglich 10:00–14:00 Uhr
April, Mai, Juni, September und Oktober: Sa und So 10:00–14:00 Uhr

 
Die Apsis von Santa Maria de Cardet zählt zu den spektakulärsten des Boí-Tales. Die Kirche wurde auf einem stark abfallenden Felssprung errichtet, der Höhenunterschied wurde zum Bau einer Krypta genutzt, der einzigen des romanischen Kirchenkomplexes im Tal.

 
Sant Quirc de Durro: Die Einsiedelei des Heiligen Quirze liegt auf einem Felsvorsprung in 1500 Metern Höhe und geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Sie ist ein kleines Gebäude mit barocken Zügen.

 
Die Größe der Kirche La Nativitat de Durro spiegelt die Bedeutung des Ortes Durro im Mittelalter wider. Beachtenswert sind hier das groß angelegte Schiff, der Glockenturm, die Bildhauerarbeiten am Portal und der Säulengang. Im Inneren der Kirche wird ein romanisches Bildnis des Nikodemus gezeigt, das ursprünglich zu einer Grablegungsgruppe gehörte.
 
Die einschiffige Kirche L’Assumpció del Cóll befindet sich außerhalb des Örtchens Cóll. In der Kirche sind drei romanische Becken bzw. Gefäße erhalten geblieben: das Taufbecken, das Weihwasserbecken und ein Ölgefäß.
 
Eintrittspreise:
Einzelticket für Sant Climent de Taüll: 3 EUR
Einzelticket für Sant Joan de Boí, Santa Eulàlia d´Erill la Vall, Sant Feliu de Barruera, La Nativitat de Durro, Santa Maria de Cardet: 2 EUR
Gruppen (15+): 1,50 EUR

Ticket für alle Kirchen: 9 EUR

Santa Maria de Taüll: Eintritt frei

Ticket für das Centre del Romànic (Erill la Vall): 2 EUR

 
* Diese Informationen stammen von Katalonien Tourismus, dem Fremdverkehrsamt der Region in Zentral Europa und sind gültig für 2013. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Katalonien Tourismus, Palmengartenstr. 6, 60325 Frankfurt am Main (Tel. +49 (0)69 742 48 73, 'info.de@act.cat', 'www.catalunya.com').

2 Bewertungen Vall de Boi

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Bild des Benutzers Hugo Servaes
Hugo
Alter 51-55

Vall de Boi - Ein Kulturerlebnis ersten Ranges

Ganz am Ende der Welt, im äußersten Nordwesten Kataloniens, liegt das Vall de Boi (Provinz Lleida, Comarca Alta Ribagorça). Das kleine, wildromantische Tal liegt mitten im pyrenäischen Hochgebirge, und bietet seinen Besuchern nicht nur eine intakte Bergwelt, sondern auch noch neun quasi völlig intakte romanische Kirchen. Alle wurden im 11. und 12. Jahrhundert gebaut und sind wegen der Abgeschiedenheit des Tales bis heute in fast originalem Zustand erhalten geblieben. Alle Kirchen sind prachtv... weiterlesen

im Juni 06
Gesamtbewertung 6.0
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Bild des Benutzers whoepfner
Wolfgang
Alter 41-45

9 romanische Kirchen ...

...wurden als Ensemble von der UNESCO 1999 zum Weltkulturdenkmal erklärt. Das besondere an Ihnen ist, daß sie alle ab dem 10 Jhdt. entstanden, im 12 Jhdt. ihre entscheidende Ausgestaltung erfuhren und (mit einer Ausnahme) seitdem nicht mehr wesentlich verändert wurden oder Veränderungen rückgängig gemacht wurden. Außerdem liegen alle in einem kleinen Tal der Zentralpyrenäen dicht beieinander. Wer den schlichten romanischen Baustil mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Auch von der Ausstattun... weiterlesen

im Oktober 05
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