Städtereisen
Fußgängerfreundliche Städte in Europa: Die Gewinner 2026
Eine Stadt zu Fuß zu erkunden, ist oft die schönste Art zu reisen. Statt im Verkehr festzustecken oder ständig auf Fahrpläne zu schauen, entdeckst Du versteckte Gassen, kleine Cafés und besondere Aussichtspunkte ganz nebenbei. Doch welche Städte Europas eignen sich dafür besonders gut?
Zwei aktuelle Studien liefern darauf unterschiedliche Antworten. Das Magazin timeout.com hat mehr als 24.000 EinwohnerInnen weltweit gefragt, wie fußgängerfreundlich ihre Stadt ist. Die Ergebnisse spiegeln also das persönliche Erleben der Menschen vor Ort wider. Die Reiseplattform TUI.com hat hingegen 50 europäische Großstädte anhand objektiver Kriterien wie Gehzeiten, Höhenmetern, Wetter, Sicherheit, Café-Dichte und Verkehrsaufkommen untersucht. Gerade die Unterschiede zwischen beiden Rankings sind spannend.
Die gemeinsamen Gewinner beider Studien
Während einige Städte nur in einer Studie überzeugen, gibt es echte Doppelgewinner, die sowohl bei den EinwohnerInnen im Time-Out-Ranking als auch in den messbaren Daten in der TUI-Analyse besonders gut abschneiden. Sie überzeugen nicht nur durch gute Infrastruktur und kurze Wege, sondern auch durch das Lebensgefühl, das Einheimische täglich erleben.
Krakau: Europas bester Kompromiss aus Erlebnis und Infrastruktur
Krakau ist der größte Gewinner im Vergleich beider Studien. Die ehemalige Königsstadt belegt Platz eins im TUI Walkability Ranking und schafft gleichzeitig den Sprung in die weltweiten Top Ten der Time-Out-Studie. Damit vereint kaum eine andere Stadt Europas objektive Walkability und subjektives Wohlfühlgefühl so überzeugend.
Für einen Besuch solltest Du mindestens drei Tage einplanen. Die historische Altstadt rund um den Rynek Główny, das Wawel-Schloss, die Weichselpromenade und das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz liegen nah beieinander und lassen sich bequem zu Fuß erkunden. Die Wege sind kurz, die Stadt weitgehend flach und hinter jeder Ecke wartet ein neues Café oder eine historische Sehenswürdigkeit.
Krakau eignet sich besonders für Reisende, die gerne ohne festen Plan losziehen. Die kompakte Struktur macht es einfach, die Stadt Schritt für Schritt zu entdecken und dabei immer wieder neue Plätze und Gassen kennenzulernen.
Ideal für: 3 bis 4 Tage
Zu Fuß entdecken: Rynek Główny, Wawel, Kazimierz, Planty-Park und die Weichselpromenade.
Kopenhagen: Europas Vorzeige-Stadt für FußgängerInnen
Kopenhagen gehört seit Jahren zu den Vorreitern moderner Stadtplanung und landet deshalb in beiden Studien weit vorne. Die dänische Hauptstadt zeigt eindrucksvoll, wie angenehm sich eine Großstadt anfühlen kann, wenn öffentliche Räume konsequent auf Menschen statt auf Autos ausgerichtet werden.
Drei Tage reichen aus, um die wichtigsten Viertel zu erkunden. Besonders angenehm ist, dass viele Sehenswürdigkeiten entlang natürlicher Spazierwege liegen. Von Nyhavn über Schloss Amalienborg bis zum Tivoli und zur berühmten Fußgängerzone Strøget lassen sich zahlreiche Highlights problemlos miteinander verbinden.
Die Stadt wirkt kompakt, aufgeräumt und entschleunigt. Selbst längere Strecken fühlen sich selten anstrengend an, weil unterwegs ständig kleine Plätze, Cafés oder Uferpromenaden zum Verweilen einladen.
Ideal für: 3 Tage
Zu Fuß entdecken: Nyhavn, Strøget, Schloss Amalienborg, Tivoli und die Hafenpromenade.
Helsinki: Die entspannte Hauptstadt am Meer
Helsinki gehört zu den Städten, die oft unterschätzt werden. Dabei schafft es die finnische Hauptstadt in beide Rankings und überzeugt insbesondere durch ihre Nähe zu autofreien Erholungsflächen. Küstenwege, Parks und Inseln sind vielerorts nur wenige Gehminuten voneinander entfernt.
Für Helsinki reichen zwei bis drei Tage, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Das Zentrum ist angenehm überschaubar und viele Wege führen direkt am Wasser entlang. Dadurch wirkt die Stadt deutlich ruhiger als viele andere europäische Hauptstädte.
Besonders schön ist die Mischung aus urbanem Leben und Natur. Innerhalb weniger Minuten wechselst Du von historischen Gebäuden zu Uferpromenaden oder grünen Parkanlagen.
Ideal für: 2 bis 3 Tage
Zu Fuß entdecken: Senatsplatz, Marktplatz, Esplanadi-Park, Design District und die Hafenbereiche.
Wien: Große Sehenswürdigkeiten auf kurzen Wegen
Wien zählt zu den klassischen Städtereisezielen Europas und überzeugt sowohl Einheimische als auch die Datenanalyse. Die österreichische Hauptstadt verbindet weltberühmte Sehenswürdigkeiten mit einer Innenstadt, die sich hervorragend zu Fuß erkunden lässt.
Für Wien solltest Du mindestens drei Tage einplanen. Die Ringstraße verbindet zahlreiche Sehenswürdigkeiten miteinander, während die historische Altstadt nahezu komplett zu Fuß erlebbar ist. Zwischen Stephansdom, Hofburg und den traditionellen Kaffeehäusern liegen oft nur wenige Minuten Gehzeit.
Die Stadt bietet eine angenehme Mischung aus Kultur, Architektur und Lebensqualität. Wer gerne langsam reist und viele Pausen in Cafés einlegt, wird sich hier besonders wohlfühlen.
Ideal für: 3 bis 4 Tage
Zu Fuß entdecken: Stephansdom, Hofburg, MuseumsQuartier, Ringstraße und die Wiener Kaffeehäuser.
Stockholm: Inselhüpfen zu Fuß
Stockholm verteilt sich auf mehrere Inseln und wirkt dennoch überraschend kompakt. Genau diese Kombination macht die schwedische Hauptstadt zu einer der spannendsten Städte Europas für Spaziergänge. Sowohl bei Time Out als auch bei TUI schneidet Stockholm hervorragend ab.
Drei Tage sind ideal, um die Stadt kennenzulernen. Viele Sehenswürdigkeiten lassen sich über Brücken und Uferwege miteinander verbinden. Dadurch entstehen abwechslungsreiche Spaziergänge mit ständig wechselnden Perspektiven auf Wasser und Architektur.
Besonders Gamla Stan, die historische Altstadt, eignet sich perfekt zum ziellosen Schlendern. Kleine Gassen, historische Fassaden und zahlreiche Aussichtspunkte machen Stockholm zu einem Traumziel für alle, die Städte gerne zu Fuß erleben.
Ideal für: 3 Tage
Zu Fuß entdecken: Gamla Stan, Djurgården, Södermalm, Königsschloss und die Uferpromenaden.
Amsterdam: Europas entspannteste Spazierstadt
Amsterdam gehört seit Jahren zu den beliebtesten Städtereisezielen Europas. Die niederländische Hauptstadt überzeugt in beiden Studien vor allem durch ihre kompakte Struktur und die nahezu komplett flache Topografie.
Für einen ersten Besuch reichen zwei bis drei Tage. Viele der bekanntesten Sehenswürdigkeiten liegen entlang der Grachten und lassen sich bequem bei einem einzigen Spaziergang entdecken. Anders als in vielen anderen Metropolen wirkt Amsterdam trotz der Beliebtheit oft überraschend überschaubar.
Gerade das macht den Reiz aus: Du kannst morgens loslaufen und beinahe die gesamte Innenstadt ohne größere Distanzen erkunden. Die vielen kleinen Brücken, Kanäle und Plätze sorgen dabei ständig für neue Perspektiven.
Ideal für: 2 bis 3 Tage
Zu Fuß entdecken: Jordaan, Grachtenring, Dam-Platz, Museumplein und die Nine Streets.
Riga: Europas unterschätzter Geheimtipp
Riga ist die vielleicht größte Überraschung unter den Doppelgewinnern. Die lettische Hauptstadt taucht sowohl im Time-Out-Ranking als auch in der TUI-Analyse auf und wird dennoch von vielen Reisenden übersehen.
Für Riga reichen zwei Tage, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Die Altstadt ist kompakt und viele der schönsten Orte liegen in kurzer Distanz zueinander. Dadurch eignet sich die Stadt hervorragend für einen spontanen Wochenendtrip.
Besonders reizvoll ist die Mischung aus mittelalterlicher Altstadt, Jugendstilvierteln und entspanntem Lebensgefühl. Wer gerne durch historische Straßen schlendert, wird Riga schnell ins Herz schließen.
Ideal für: 2 Tage
Zu Fuß entdecken: Vecrīga, Schwarzhäupterhaus, Freiheitsdenkmal, Jugendstilviertel und die Uferpromenade der Düna.
Deutschland schneidet überraschend schwach ab
In der datenbasierten Analyse von TUI erreicht Berlin einen starken dritten Platz in Europa. Die Hauptstadt profitiert von vielen Grünflächen, einer hohen Café-Dichte und gut erreichbaren Sehenswürdigkeiten.
Ganz anders fällt jedoch das Ergebnis der Time-Out-Studie aus. Hier schafft es keine deutsche Stadt in die europäische Spitzengruppe. Deutschland taucht lediglich mit München auf Platz 20 des weltweiten Rankings auf – und bildet dort das Schlusslicht der Liste. 75 Prozent der EinwohnerInnen bewerten München zwar als gut oder sehr gut zu Fuß erkundbar, im internationalen Vergleich reicht das jedoch nur für den letzten Rang der Top 20.
Das zeigt exemplarisch, wie unterschiedlich die beiden Studien funktionieren: Während Berlin bei objektiven Kriterien hervorragend abschneidet, bewerten EinwohnerInnen anderer europäischer Städte ihre Fußgängerfreundlichkeit offenbar noch deutlich positiver.
Der Blick über Europa hinaus: Die fußgängerfreundlichsten Städte weltweit
Während sich die TUI-Studie ausschließlich auf Europa konzentriert, zeigt das globale Ranking von Time Out, welche Städte weltweit Maßstäbe setzen. Die zehn bestplatzierten Städte sind:
Bemerkenswert ist, dass sieben der zehn bestplatzierten Städte aus Europa stammen. Gleichzeitig zeigen Seoul, New York und Singapur, dass auch große Metropolen hervorragende Bedingungen für FußgängerInnen schaffen können. Moderne Stadtplanung, attraktive öffentliche Räume und eine hohe Aufenthaltsqualität spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Fazit: Diese Städte überzeugen wirklich
Die spannendsten Ergebnisse entstehen dort, wo beide Studien übereinstimmen: Krakau, Kopenhagen, Helsinki, Wien, Stockholm, Amsterdam und Riga gehören zu den wenigen Städten, die sowohl bei Einheimischen als auch in einer datenbasierten Analyse überzeugen können. Sie bieten kurze Wege, attraktive öffentliche Räume und ein Stadtgefühl, das zum Entdecken einlädt.
Wer dagegen auf besonders gutes Wetter setzt, sollte Málaga näher betrachten. Wer historische Altstädte liebt, wird in Edinburgh glücklich. Und wer das Beste aus beiden Welten sucht, findet mit Krakau den wohl überzeugendsten Kompromiss aus subjektivem Erlebnis und objektiver Walkability in Europa.