HolidayCheck Mietwagen Logo
Der Cabot Trail gilt als eine der schönsten Küstenstraßen der Welt © Atlantik Kanada
© Atlantik Kanada

Raus aus der Hitze

Dem Sommer entfliehen: 3 Coolcation-Roadtrips 2026

Ende Mai war es schon so weit: Teile Südwestdeutschlands schwitzten und der Deutsche Wetterdienst warnte vor der ersten Hitzephase des Jahres. Kaum hatte sich das Land an die aufziehenden Gewitter gewöhnt, zeigen die Wettermodelle für die zweite Junihälfte das nächste heiße Kapitel an. Bis zu 36 Grad, lokal sogar der erste sogenannte Wüstentag des Jahres. Und das ist erst der Anfang.

Der Sommer 2026 könnte heiß werden. Wer da instinktiv zum Laptop greift und nach Alternativen sucht, ist in bester Gesellschaft: Die Suchanfragen nach "kühleren Urlauben" steigen und auch bei Buchungen gibt es einen Shift Richtung Länder in mildere Klimazonen.

Flexibel reisen mit dem passenden Mietwagen

Eine Frau sitzt vor einem Ventilator auf dem Boden in einem Wohnzimmer.
Ein freier Nachmittag kann bei Hitze die beste Entscheidung sein © stock.adobe.com - Alliance

Drei Fernreiseziele ohne Hitzestress

Statt im Pool zu kleben und darauf zu warten, dass die Nachmittagshitze nachlässt, bewegt man sich wieder. Man wandert, fährt Serpentinen, hält an, wo es sich lohnt. Und der Mietwagen kommt dabei nicht als Notbehelf zum Einsatz, sondern als das, was er eigentlich ist: das beste Transportmittel der Welt, wenn die Straße selbst das Ziel ist.

Wir haben drei Fernreiseziele herausgesucht, die diesen Sommer alles bieten, außer Hitzestress.

Die Route 1 oder auch Ring Road (Hringvegur), eine Nationalstraße, die durch Island führt und für Roadtrips bekannt ist. (c) 2018 b-hide the scene/Shutterstock.
Die Route 1 oder auch Ring Road (Hringvegur), eine Nationalstraße, die durch Island führt und für Roadtrips bekannt ist. (c) 2018 b-hide the scene/Shutterstock.

Island: Das Original unter den Coolcations

Es gibt Reiseziele, die man irgendwann mal machen will. Und es gibt Island. Der Unterschied: Island will man jetzt machen, und zwar genau so, wie es ist: rau, unfertig, überwältigend.

Mit durchschnittlichen Sommertemperaturen um die 12 bis 15 Grad ist Island das, was Klimatologen als "natürliche Klimaanlage" bezeichnen würden, wenn Klimatologen solche Sätze schreiben würden. Island ist der meistgebuchte Coolcation-Spot Europas und trotzdem: Wer öfter mal etwas abseits der Route 1 fährt, muss die Lavafelder oft nur mit ein paar Wenigen teilen.

Die Strecke: Die Ringstraße (Route 1) ist mit rund 1.300 Kilometern das Rückgrat jeder Island-Reise. Sie umrundet die gesamte Insel, verbindet Gletscherläufe, Geysire, schwarze Sandstrände, die Ostfjorde und lässt sich in sieben bis vierzehn Tagen je nach Tempo abfahren. Wer mehr Zeit hat, biegt auf die Snæfellsnes-Halbinsel ab, ins Hochland oder zu den Westfjorden, die auch im Hochsommer kaum jemand kennt.

Was man nicht vergisst: Dass es in Island auch im Juli Nächte gibt, in denen es nicht dunkel wird. Und dass Puffins auf den Klippen von Látrabjarg sitzen, als wäre es das Normalste der Welt. Und dass der Geruch nach Schwefel von heißen Quellen einen nach ein paar Tagen überhaupt nicht mehr stört.

Bevor es auf Tour geht, sollten Camper oder Wohnmobil noch einmal richtig durchgecheckt werden. © AdriaVidal/Shutterstock.com
Gut zu wissen

Ein Kompakt-SUV oder ein mittelgroßer Allradler ist Pflicht. Nicht für Offroad-Abenteuer, sondern weil die F-Roads, die in die Hochlandpisten führen, ohne Allrad schlicht gesperrt sind. Wer campt, spart; wer in Guesthouses übernachtet, schläft warm. Beides hat seinen Reiz.

Wohin würdest Du für eine Coolcation fahren?
Teile Dein Reisewissen mit der HolidayCheck-Community im Forum.
Zum Forum
Ein farbenreiches Blumenfeld in Shikisai-no-oka, Biei, Hokkaido, Japan (c) 2017 Ear Iew Boo/Shutterstock.
Ein farbenreiches Blumenfeld in Shikisai-no-oka, Biei, Hokkaido, Japan (c) 2017 Ear Iew Boo/Shutterstock.

Hokkaido, Japan: Der kühle Norden, den kaum jemand kennt

Die meisten Japan-Reisenden kennen Tokio, Kyoto, vielleicht noch Osaka. Hokkaido, die nördlichste der vier japanischen Hauptinseln, ist für viele höchstens als Skigebiet ein Begriff. Das ist ein Fehler und einer, den man im Sommer 2026 korrigieren sollte.

Während der Rest Japans unter drückender Hitze und Luftfeuchtigkeit leidet, zeigt das Thermometer in Hokkaido im Juli und August zwischen 17 und 22 Grad. Keine Monsunfeuchte, keine erschlaffende Schwüle. Stattdessen: Lavendelfelder so weit das Auge reicht, Nationalparks mit Braunbären und Rotfüchsen, und eine Straßeninfrastruktur, die Roadtrip-FahrerInnen fast zu Tränen rührt.

Die Strecke: Der klassische Hokkaido-Loop startet in Sapporo, führt nach Süden durch Toyako und den Shikotsu-See, dann nordöstlich nach Furano. Ab Mitte Juli stehen hier die Lavendelfelder der Farm Tomita in voller Blüte, und ja, sie sehen aus wie im Bild. Von dort geht es in den Daisetsuzan Nationalpark, das "Dach Hokkaidos" mit Vulkangipfeln und Bärenwarnungen auf den Wanderwegen, weiter nach Shiretoko (UNESCO-Weltnaturerbe), durch die Feuchtgebiete des Kushiro-Shitsugens und zurück. Rund 1.000 bis 1.200 Kilometer, zehn bis vierzehn Tage.

Was einen überrascht: Wie wenig Touristen hier unterwegs sind. Hokkaido macht etwa fünf Prozent aller Japan-Besuche aus, fast alle in Sapporo konzentriert. Wer den Loop fährt, trifft auf Farmstraßen, Soba-Restaurants in Kleinstädten und Onsen-Hotels, die von ausländischen Gästen noch nicht entdeckt wurden.

Japan Romantische Straße: Delikatessenladen in Nikko
Gut zu wissen

Linksverkehr ist die einzige echte Gewöhnungsphase, die Straßenführung und Beschilderung (in Romaji meist auch auf Englisch) sind vorbildlich. Direktflüge gibt es zum Beispiel von Frankfurt nach Sapporo (New Chitose Airport) mit einem Stopp; alternativ Tokio als Einstieg und weiter mit dem Inlandsflug oder dem Shinkansen-Vorläufer bis Hakodate. Mietautos sind in Japan unkompliziert, günstig und makellos gepflegt.

Icefields Parkway, Kanada
Icefields Parkway, Kanada © stock.adobe.com - eddygaleotti

Canadian Rockies: Der Icefields Parkway und das blaue Wunder

Es gibt Straßen, die einem das Konzept "schöne Straße" neu definieren. Der Icefields Parkway in Kanada ist eine davon und vielleicht die schönste Fernstraße der Welt, je nachdem, wen man fragt. Und die meisten würden zustimmen.

Die 232-Kilometer-Route zwischen Banff und Jasper in Alberta führt durch eine Gebirgslandschaft, die sich nicht entscheiden kann, ob sie lieber dramatisch oder wie gemalt sein will und sich dann für beides entscheidet. Türkisblaue Gletscherseen — das berühmte "Glacier Milk" durch Gesteinsmehl im Wasser — Moränen, Hängegletscher, Berggipfel über 3.000 Meter, Grizzlybären am Straßenrand. Und das alles bei sommerlichen 15 bis 22 Grad.

Die Strecke: Calgary als Einstiegsstadt, dann Highway 1 nach Banff. Lake Louise, Moraine Lake (Tipp: sehr früh morgens oder sehr spät, die Parkplätze sind überfüllt), Peyto Lake, Columbia Icefield, Athabasca-Gletscher und dann Jasper als nördlichen Zielpunkt. Wer weiter fährt, kann über den Yellowhead Highway nach Prince George und von dort nach Vancouver, was die Tour auf gut 2.000 bis 2.500 Kilometer ausdehnt und mit einer Fähre von Vancouver Island und der Pacific Rim-Küste krönt.

Was einen nicht loslässt: Die Farbe des Wassers. Moraine Lake und Peyto Lake haben ein Blau, das man für Photoshop hält, bis man selbst davor steht. Es ist das Gesteinsmehl, das Gletscherwasser so aussehen lässt. Die Wissenschaft hat eine Erklärung, das Staunen bleibt trotzdem.

Banff Nationalpark, Kanada © benedek/E+ via Getty Images
Gut zu wissen

Calgary hat einen Direktflug ab Frankfurt. Mietwagen sind in Kanada gut verfügbar, wer früh bucht bekommt noch Kompakt-SUVs zu vernünftigen Preisen. Die Nationalpark-Tagespässe (Parks Canada Discovery Pass) lohnen sich für längere Aufenthalte. In Banff und Jasper gilt: Unterkunft frühzeitig buchen, die Campingplätze und Lodges sind im Juli und August ausgebucht.

Der Grasslands National Park
Grasslands Nationalpark, Kanada © Tourism Saskatchewan - Chris Hendrickson

Fazit

Der Coolcation-Trend ist kein Instagram-Phänomen und kein Luxusprivileg. Er ist eine logische Reaktion auf Sommer, die heißer, länger und ungemütlicher werden. Der Europäische Reiseverband ETC geht davon aus, dass sich die Nachfrage für mildere Klimazonen strukturell verschiebt. Weg von überhitzten Mittelmeerküsten, hin zu Destinationen, die Bewegung, Natur und echte Erlebnisse bieten, ohne dass man mittags ins Zimmer flüchten muss.

Island, Hokkaido und die Canadian Rockies haben eines gemeinsam: Sie sind Roadtrip-Ziele, die jede Erwartung übertreffen, weil die Straße selbst Erlebnis ist, weil Temperaturen unter 25 Grad das Wandern, Fahren und Ankommen erst möglich machen, und weil man von diesen Reisen mit Fotos zurückkommt, die nicht viel Erklärung brauchen und den Anschauenden die Bucket-List erweitern lassen.

Mietwagen für Deinen Urlaub buchen

Alles aus einer Hand mit HolidayCheck Mietwagen
Mietwagen finden
Wohin würdest Du für eine Coolcation fahren?

Teile Deine Erfahrungen, Tipps und Lieblingsrouten mit der Community – oder schreib einfach, was Dir sonst zum Thema einfällt. Teile Dein Reisewissen mit der HolidayCheck-Community im Forum.

Entdecke ähnliche Urlaubsthemen