Sun Island ist eine sehr weitläufige Anlage mit offener Architektur. D.h. die meisten allgemeinen Gebäude (z.B. Lobby, Restaurants, Badmintonhalle) sind keine geschlossenen Räume; statt Klimaanlage gibt es Deckenventilatoren. Die Gäste-Bungalows sind am Rand der ganzen Insel verteilt, wobei jede Seite ihre Eigenheiten hat: Mal ist der Strand schmal, mal breit, mal gibt es mehr oder weniger Korallen. Das ist Geschmackssache, so dass wir keine allgemeine Empfehlung aussprechen wollen. Das gilt auch für die Wasserbungalows, von denen man zwar direkt ins Meer steigen kann, aber halt keinen Strand (mit schützenden Palmen) hat. Unser Bungalow Nr. 311 war jedenfalls schön, mit einigen Metern palmenbewachsenen "Vorstrand", schmalen Ufer und ganz langsam tiefer werdenden Wasser. Die Verbindungswege zwischen den Inseleinrichtungen und den Bungalows sind gut gepflastert. Überall am Wegrand grünt und blüht es. Wir hatten All Inclusive gebucht, was sich wohl gerade so gerechnet hat. Hier muss jeder individuell abwägen, wie viele Zusatzleistungen man in Anspruch nimmt. Beispielsweise sind alkoholische Getränke im AI enthalten, aber keine Coctails. Andererseits mixen einem die Barkeeper auch Vodka-OSaft, Bacardi-Cola, Radler oder so. Minibar ist auch nicht im AI drin; wir waren etwas überrascht, als sie am Vorabend der Abreise verschlossen wurde, zumal wir im Kühlschrank Medikamente etc. gelagert hatten. AI umfasst auch Sportangebote wie Squash, Tennis oder Jacuzzi; wären sie nicht inklusive, würde man sich wohl zweimal überlegen, ob man sich betätigt. Meist ist die Ausrüstung dabei: Für Badminton gab es z.B. 2 Schläger, Bälle und 2 Handtücher; hallentaugliche Schuhe muss man aber mitbringen oder mieten. Ein wenig lästig sind die Quittungen, die man -- trotz AI-Armband -- unterschreiben muss. Hotel und Personal sind kinderfreundlich. Kleine und große Kinder kann man also beruhigt mitbringen; Kindern mittleren Alters wird aber wahrscheinlich nach einiger Zeit langweilig. Das Klima ist schwül-warm. Darauf muss man sich einstellen. Meist weht ein erfrischendes Lüftchen. In unseren 15 Tagen im April hat es nur einen Tag geregnet, dann aber mehrmals. Regenschirme gehören übrigens zur Zimmerausstattung. Glücklicherweise haben uns die Mücken wenig belästigt. Das mitgenommene Moskitonetz haben wir nicht gebraucht. Man sollte seine eigene Ausrüstung für Schnorcheln oder Baden (Luftmatratze o.ä.) mitbringen, da Mieten nicht billig ist. Auch Fahrräder (ohne Licht, obwohl es früh dunkel wird) kann man leihen. Das lohnt sich aber höchstens, wenn man öfters eine Inselrunde drehen möchte. Sonst ist alles bequem zu Fuß zu schaffen. Insgesamt war das bisher unser schönster Urlaubsort. Verblüffenderweise wurde es uns in den zwei Wochen auch gar nicht langweilig, da es genug zu entdecken und zu tun gibt.
Jeweils zwei Parteien teilen sich einen Doppelbungalow. Wir hatten anfangs laute Nachbarn, später ruhige. Die Zimmer sind geräumig. Das kombinierte Wohn- und Schlafzimmer verfügt u.a. über ein großes Doppelbett, 2 Sessel, einen kleinen Tisch, einen Schreibtisch mit Stuhl, genug Schränke, Safe, Minibar, TV und eine Klimaanlage. Die regelbare Klimaanlage wirkt nur, wenn sie länger durchläuft. Normalerweise schalten sich aber alle Verbraucher ab, wenn man den Zentralschlüssel rausnimmt, um das Haus zu verlassen. Um das zu vermeiden, sollte man den Schlüssel ablösen. Das gefließte Badezimmer ist leider nicht klimatisiert. Dafür gibt es eine schöne Badewanne, eine Toilette (ohne Klobürste), ein Bidet und ein Waschbecken mit Fön und großem Spiegel. Toilettenpapier gibt es genug, es ist aber recht dünn. Duschgel, Shampoo, Seife und Handtücher sind vorhanden, muss man also nicht mitnehmen (auch nicht zum Sport, weil es dort keine Duschen gibt). Die meisten Bungalows verfügen über eine (liebgewonnene) Außendusche. Im Bad war ein 220V-Adapter, zwei weitere im Zimmer. Im TV sind wenige exotische Programme zu empfangen, zeitweise deutschsprachig ist nur die Deutsche Welle. Dafür kann man diverse Informationen abrufen und einfache Dienste nutzen, z.B. elektronische Postkarten an Email-Adressen versenden. Auf der Terrasse stehen zwei Stühle und ein Tisch. Davor gibt es einen Wasserhahn zum Füße abspülen.
Es gibt zwei Hauptrestaurants: eines für die Bewohner der Wasserbungalows und eines für die anderen Gäste. Die Speisekarte ist aber gleich. Beim Thailänder waren wir nicht, dafür beim Italiener, wo wir lecker Sushi gegessen haben. Für die AI-Urlauber gibt es nachmittags kostenfrei Tee, Kaffee und Sandwiches im Coffee Shop. Alle Restaurants waren sehr sauber. Fiel mal was runter, wurde es gleich weggewischt. Jeder bekommt einen diktierten Tisch inkl. festem Kellner im Hauptrestaurant für Frühstück, Mittag und Abendessen. Mindestens Vollpension sollte man schon nehmen, da es Frühstück leider nur bis 09:30 Uhr gibt und Abendessen erst ab 19:30. Themenabende waren nicht wirklich zu erkennen. Das Essen war aber trotzdem abwechslungsreich: In unseren 14 Tagen gab es kaum Wiederholungen. Es gab auch immer reichlich, da kontinuierlich nachgefüllt wurde. Die Auswahl ist ok: Salatvariationen, Suppe, Brot, Beilagen, Fleisch (Rind oder Geflügel), viel Fisch und diverse Beilagen. Hauptverantwortlich für unsere Gewichtszunahme im Urlaub waren aber die vielen köstlichen Süßspeisen. Der Konditor war unserer bester Freund. Neben der Hauptbar waren die Beachbar und die Poolbar für uns tätig. Die unserem Bungalow nächstgelegene Bar war dummerweise nicht im AI-Angebot enthalten. Entsprechend herrschte dort auch meist gähnende Leere.
Wir bekamen einen netten Empfang mit Erfrischungstuch und Coctail sowie Begrüßung durch die Reiseleitung. Nach einer kurzen Inseleinführung haben wir sie selten gesehen. Das Personal -- egal ob Gärtner, Zimmerservice oder Koch -- war sehr freundlich, und zwar (anders als von anderswo gewohnt) ohne Hintergedanken. Trinkgeld wird natürlich und verdientermaßen gerne genommen, "Bestechung" ist aber nicht notwenig. Im Vergleich zu vielen anderen Urlaubsländern sprechen die Einheimischen gut englisch, weil es Pflichtfach in der Schule ist. Die Abfertigung im Hotel (wie auch am Flughafen) verlief reibungslos. Ein falscher Eintrag auf unserer Rechnung, die man übrings aktuell per Zimmer-TV einsehen kann, wurde schnell korrigiert. Sonderwünsche (2 Decken statt einer großen und ein zusätzliches Kissen) wurden schnell erfüllt. Auch die Reinigung (nachdem ein Flughund mein T-Shirt getroffen hatte) klappte bestens (2,80 Dollar). Unser Bungalow wurde zweimal täglich gereinigt, wenn auch der Umfang etwas abhängig von der Tagesform des Room Boys war. Abends wurden uns zwei 1,5-Liter-Flaschen Wasser gebracht. Zur Geschmacksverbesserung haben wir sie manchmal mit Brausepulver gemixt.
Sun Island hat eine traumhafte Lage innerhalb einer Inselkette am südlichen Rand des Ari-Atolls. Die ca. 120 km von Male legt man am besten mit dem Wasserflugzeug zurück, das ist ein wunderschöner Ausblick. Auch die Reisezeit ist so wesentlich kürzer als mit einem Boot. Beim Rückflug war es allerdings keine Zeitersparnis: Wir mussten fast so früh aufstehen, wie die Gäste mit Boot-Transfer, weil über 20 Personen Wasserflugzeug gebucht hatten, das zweimal hin und zurück flog. Wir hatten Pech, dass wir dem ersten zugeordnet wurden und dann am Flughafen lange warten mussten. Die Spätaufsteher kamen mit der zweiten Maschine auch noch rechtzeitig an. Jeder Bungalow auf der Insel liegt ca. 5-30 Meter vom Strand entfernt. Eine Handvoll Ausflugsmöglichkeiten zu relativ hohen Preisen (wie fast alles) werden angeboten. Das ist wiederum Geschmackssache. Sunset Fishing inkl. dem zugehörigen Grillabend können wir jedenfalls sehr empfehlen. Der Ausflug zu zwei Nachbarinseln zeigt hauptsächlich, wie schön man es auf Sun Insland hat. Auf der Einheimischen-Insel bekommt man einen Eindruck von deren bescheidener Lebensweise; ist aber kein wirkliches Highlight.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Unterhaltungsmöglichkeiten gibt es für eine kleine Insel relativ viel: Sport in gepflegten Anlagen (natürlich inkl. Wassersport), Billard (kleinere Tische oder Snooker), Automatenspiele, Internet (langsam). Das Abendprogramm hielt sich in Grenzen; Animation war zum Glück auch dezent. Bemerkenswerterweise war auch die Ausrüstung sehr ordentlich, z.B. die Tischtennisplatten oder die Badmintonschläger. Der Spa-Bereich ist klasse. Den Fitness-Bereich haben wir nicht genutzt, sah aber gut aus. In der kleinen "Bibliothek" fand man Lesestoff in verschiedenen Sprachen. An aktuelle Zeitungen etc. kommt man allerdings nicht. Weiter gibt es Shops für Elektrogeräte, Souvenirs, Schmuck und Fotobedarf (inkl. Entwicklungsdienst). An dem "persönlichen" Strandabschnitt am Bungalow hat jeder zwei eigene Liegen inkl. Auflagen. An den beiden Haupt-Badestränden war "Liegen-Reservieren" beliebt, wenn auch nicht ganz so extrem wie an anderen Urlaubsorten. Einen ordentlichen Platz haben wir aber immer bekommen, oft mit Sonnenschirm. Jeder hatte Anrecht auf ein weiteres Badetuch (zusätzlich zu dem auf dem Zimmer), manchmal war allerdings der Vorrat erschöpft. An diesen beiden Stränden ist der Sand sehr fein, und das Ufer fällt flach ab. Überhaupt sind die Strände toll, teilweise mit kleinen Korallen oder Muscheln. Der Strand wird täglich gefegt und gerecht. Man kann meist ohne Badeschuhe ins Wasser, außer an der Südseite und beim Hausriff (zum Schnorcheln). Komischerweise ist der flache Eingangsbereich im Pool (übrigens der größte der Malediven) sehr rauh. Sonst war der Pool sehr schön. Das Wasser war jeweils recht warm.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im April 2005 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Anika |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 2 |


