- Preis-Leistungs-VerhältnisGut
Trotz seiner Größe (925 Zimmer) hatten wir nicht den Eindruck eines Massenhotels. Das liegt an der geschickten Aufteilung der Anlage in drei Bereiche: eine "Activity-Pool-Area", eine "Leisure-Pool-Area" und einen Zentralbereich in der Mitte mit Lobby, Bars, Animations-Theater, Buffet- und Themen-Restaurants. Alle Bereiche sind unter weitgehendem Erhalt der Naturlandschaft angelegt. Die Sauberkeit ist in allen Teilen ausgezeichnet, auch am Strand. Die Gäste setzen sich aus allen Altersgruppen zusammen; es gibt viele (Groß-)Familien mit kleinen Kindern, die ausnahmslos in der "Activity-Pool-Area" untergebracht werden, so dass der andere Bereich sehr ruhig ist. Nach ihrer Herkunft sind (Franko-)Kanadier zu ca. 80% vertreten, ca. 25 % Spanisch-Sprachige (Argentinier, Mexikaner). Deutschsprachige sind fast gar nicht vorhanden. In All-Inclusiv-Hotels von Kuba wird häufig und gern Trinkgeld gegeben (aber nicht gefordert!). Das ist zwar nicht im Sinne der All-Inclusiv-Regeln, aber die Situation der Bevölkerung Kubas erfordert zusätzliche echte Einnahme-Quellen. Jeder Kubaner bekommt monatlich nur umgerechnet 36,- Euro als Lohn, gleich in welchem Beruf. Das reicht nur aus, einen Mindest-Lebensunterhalt mit Hilfe der staatlichen Lebensmittelkarten zu decken. Jeder CUC (konvertibler Peso, Währung für Touristen, etwa = 1.- Euro) kann helfen, Bedürfnisse an Kleidung, Wohnung, weiterer Nahrung usw. bezahlen zu können. Deshalb sollten Touristen bereit sein, guten Service und andere Leistungen durch Trinkgeld zu honorieren. Da ist zwar indirekt ein Unterstützung für das herrschende kommunistische System, aber das Geld kommt direkt den Kubanern zugute!
Alle Zimmer liegen in sog. Bungalows. Das sind zweistöckige hübsche Bauten mit jeweils 16 großen Zimmern mit Balkon oder Terrasse, ebenfalls recht groß. Das Mobiliar ist landestypisch, schon nicht mehr ganz neu, aber in Ordnung. Die Sauberkeit ist dank gutem Service makellos. Vorhanden sind Kaffeemaschine, Minibar und Safe (beide gratis). Wegen der Übersicht und der Sicherheit sind die Obergeschosse zu empfehlen. Meerblick gibt es selbst in den Obergeschossen zur Seeseite nur selten, da die naturbelassene Vegetation durch ihre Höhe den Blick behindert bzw. versperrt, dafür entschädigt sie mit viel Grün und Nachtigallen-Gesang vor dem Balkon. Für ruhesuchende Gäste ist der Bereich um den Leisure Pool geeignet, sofern er nicht zu nahe am Zentrum mit Animationslärm liegt.
Das All-Inclusiv-Hotel bietet zwei große Buffet-Restaurants und mehrere A-la-Carte-Themenrestaurants. Das Buffet war stets frisch, kunstvoll dekoriert und sehr reichhaltig. Allerdings änderte sich das Angebot im Tagesverlauf kaum, Frühstück-, Mittag- und Abend-Buffet unterschieden sich fast gar nicht. Es gab immer frische Zubereitungen nach Wunsch für Eierspeisen, für süße Pfannkuchen, für flambierte Früchte, öfter auch Spanferkel oder einen großenFisch aus dem Ofen. Der Tischwein, ausnahmslos spanischer oder argentinischer Herkunft, war gut. An den Tischen wurde auf Sauberkeit geachtet, die Tischtücher wurden bei Bedarf häufig gewechselt. Ausgezeichnet sind die Themenrestaurants. Dort werden von ausgebildeten Kellnerinnen/Kellnern exquisite Menüs mit mehreren Gängen am Tisch serviert. Diese Restaurants sind je nach Thema (südamerikanisch, italienisch, romantisch etc.) typisch dekoriert und bieten auch entsprechende leise (!) Life-Musik mit klassischen Instrumenten. Die notwendigen Tisch-Reservierungen sind immer möglich. - An den Bars werden in Windeseile die köstlichsten Mixgetränke komponiert, je nach Wunsch. Hier spielt Trinkgeld eine gewisse Rolle; es wird aber nicht grundsätzlich erwartet.
Ausgezeichneter Zimmerservice. Alles war stets sauber und auch liebevoll dekoriert. Gemeldete kleine Reparaturen wurden prompt und erfolgreich durchgeführt. Bekanntlich ist in Kuba das Service-Personal ausnahmslos sehr freundlich, gleich, ob im Zimmer, in der Lobby, in der Anlage, und das hängt nicht vom Trinkgeld ab! Hervorzuheben ist die örtliche Reiseleiterin Sussett Amador von Cubatur für Thomas-Cook-Reisen, Neckermann etc. Die hübsche junge Frau, perfekt Deutsch sprechend, kümmerte sich geradezu liebevoll um ihre Gäste, sorgte z. B. bei uns für ein besseres Zimmer, für einen guten, nicht Ralley-fahrenden Taxifahrer und nahm sich auch für für hochinteressante Gespräche Zeit. Selbst die Gärtner hatten immer eine Blume "für die Dame" bereit, freuten sich über ein kleines Gespräch - und natürlich auch über ein kleines Trinkgeld für selbst gebastelte Grillen aus Palmblättern. - Sprachkenntnisse sind nicht von allen zu erwarten. Dass wir Spanisch sprechen, wurde stets besonders honoriert. In der Lobby, in den Bars und Restaurants sprechen alle wenigstens etwas Englisch, häufig auch Französisch, aber nie Deutsch (Ausnahme s. o.)
Das Hotel liegt auf einer Korallen-Insel, die mit Dünensand überweht ist und dichten tropischen Niederwald (macchie-ähnlich) trägt. Sie liegt 48 km vor der kubanischen Nordküste und ist Stürmen und manchmal hohem Seegang ausgesetzt. Da der Zugang nur über einen 48 km langen Straßendamm mit Brücken möglich ist, liegt das Hotel zusammen mit neun weiteren Hotels in einer Enklave. Einheimischen, die nicht beruflich in den Hotels zu tun haben, ist der Zugang verwehrt. Vor dem Straßendamm werden alle Passanten peinlich genau kontrolliert (auch bei Touristen werden die Pass-Nummern notiert!). Für eine Erkundung des Landes ist die Hotelanlage also kein günstiger Ausgangspunkt. - Der in relativer Nähe liegende Flughafen von Santa Clara ist nur für Mittelstrecken-Flugzeuge geeignet; daher die vielen Kanadier, die ab Toronto in drei Stunden Santa Clara erreichen. Von Europa aus kommen nur die Flughäfen von Varadero oder Havanna in Frage. Dadurch wird der Zugang sehr erschwert, da ab Varadero z.B. per Bus oder Taxi ein vier- bis fünfstündiger Transfer nötig ist. (Von einem Flug ab Havanna direkt auf den kleinen Flughafen der Insel Cayo Santa Maria, der mit der einheimischen Fluglinie Gaviota Air möglich ist, würden wir aus Sicherheitsgründen abraten.)
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Animation gab es hauptsächlich am Activity-Pool, aber auch, besonders abends, im sog. Theater direkt neben der Lobby-Bar. Der Animationslärm war jedoch das - beinahe einzige - Problem in diesem Hotel. Es ist ja leider eine sehr weit verbreitete Unsitte, dass alle Animationen in höchster Lautstärke übertragen werden. An der Lobby-Bar war deshalb abends keine Unterhaltung möglich! Im Bereich des Leisure-Pools war der Lärm dank passender Windrichtung mit zunehmender Entfernung immer weniger zu hören. (Für uns ist das ein Grund, dieses Hotel nicht ein zweites Mal zu buchen!) - Die zahlreichen großen Pools waren stets gepflegt und sauber. Liegestühle waren gut und auch zahlreich. Allerdings wurde ein Großteil davon schon frühmorgens für den ganzen Tag durch Handtücher "reserviert", obgleich überall entsprechende Verbote hingen. - Der Strand besteht aus feinem, weißem Korallensand, der gleichmäßig zum Meer hin abfällt. Zum Schwimmen ist er gut geeignet, wenngleich dazu die Brandung durchquert werden muss. Allein zum Hotel gehört ein Strand von ca. 1 km Länge; weitere Strand-Kilometer vor den Nachbarhotels schließen sich an. Es gibt zahlreiche mit Palmstroh gedeckte Schattendächer, aber - entgegen anderen Dastellungen - gibt es keine Palmen oder sonstige Bäume. Der Strand ist von der übrigen Hotelanlage durch einen ca. 300 m breiten Dünenstreifen getrennt. Diese Dünen sind als Ökotope geschützt; sie werden nur von drei Holzstegen überbrückt. - Am Strand gibt es eigentlich genügend bequeme Liegen, allerdings werden sie auch hier auf Grund der leidigen "Reservierungs-Praxis" tagsüber knapp. Es gibt zwei kleine Strandbars und auch zwei Strandduschen, die allerdings - Kuba-üblich - nur eingeschränkt funktionieren. - Katamaran-Segeln wird fleißig betrieben, allerdings immer mit Segel-Boy (für ausgebildete Segel-Fans ein Handicap). Surf-Boards sind vorhanden, wurden aber nicht genutzt. Das lag zum Teil vor allem an den recht frischen bis stürmischen Winden, die an einigen Tagen einen relativ hohen Seegang verursachten. Schwimmen war für gute Schwimmer immer möglich. (Entsprechende Gefahren-Fahnen wurden sehr nachlässig, d.h. zur falschen Zeit gehisst.) Aber es gibt zwei Strandwächter auf einem Hochsitz. - Der Strand wird von Hotelangestellten regelmäßig gesäubert (von Seegras-Anschwemmungen). Das Wasser ist wunderbar klar, türkisfarben und (im März) 26° warm (gemessen).
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 2 Wochen im März 2012 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Hans |
Alter: | 71+ |
Bewertungen: | 26 |