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Sylvia (41-45)
Verreist als Familieim Juni 2015für 2 Wochen

Schöne Lage, viele Defizite

3,3/6
Grundsätzlich sehr schöne Architektur, hell und weitläufig mit ca. 200 Zimmern parallel zum Strand gebaut, schöne Grünanlagen. Kleine Lobby mit älterem, angestaubten Mobiliar. Nach oben hin ausgerichtet mit Treppenaufgängen zu weiteren kleinen Zimmern und einer Bar, die geschlossen war. Rezeption mit 1-2 Personen besetzt, gute Entglischkenntnisse vorhanden. Generationsübergreifende Altersstruktur der Gäste, vorwiegend deutsche und italienische Nationalitäten.

Lage & Umgebung5,0
Sollte im Vorfeld bekannt sein. Am südichsten Ende des Landes wunderschön inmitten Gebirge und Wüste gelegen. Lediglich 1 weiteres Hotel (T-Club), fußläufig ca. 15 Minuten südlich am Strand entlang. Schöne und bekannte Riffe von hier aus sehr schnell und einfach per Boot erreichbar. Fahrzeit vom/zum Flughafen Marsa Alam ca. 2,5 Stunden.

Zimmer2,0
"Zarte Pastellfarben" und "lebhaft-elegant" ist was anderes. Wer aber dunkles, altes Mobiliar mag ...
Sauberkeit wie bereits beschrieben eher negativ, auch der Balkon wurde in 14 Tagen nicht einmal gereinigt. Balkonmöbel aus Holz defekt und auch schon älteren "Baujahres".
Seltsamerweise sind in den 2 Wochen sukzessive Sachen aus dem Zimmer verschwunden ... 2 hochwertige T-Shirts, Kaffee, Zigaretten, Creme ... suspekt, suspekt. Aber man kann ja nichts konkretes nachweisen.
Zimmertyp:Doppelzimmer
Ausblick:zum Meer/See

Service3,0
Service: Grundsätzlich freundliches Personal, Ausnahmen bestätigen die Regel: so wurden wir beispielsweise lautstark vom "Beachboy" angegegangen, der die von deutschen Gästen bereits am sehr, sehr frühen Morgen mit "Kleinigkeiten" belegten und vorreservierten Liegen mit Leib und Seele verteidigte ... das hatte schon Söldnercharakter... Nach Rücksprache mit dem Management: Dass der Strandjunge sich einmischt, dürfe so nicht sein, hier wolle man Abhilfe schaffen. Allerdings könne man in Bezug auf das Reservieren der Liegen überhaupt nichts tun - so viel zum Thema "Hausrecht". In den kommenden Tagen allerdings mit anderen Gästen das gleiche unverschämte Spiel seitens des Strandjungen. Fazit: Hier macht der "Godfather of Liegenreservierer" mit Unterstützung des Strandjungen Urlaub. Haben wir so in all den vielen Urlauben noch nie erlebt. Wenn man sich mit dieser Tatsache arrangiert, hat man tagsüber am Strand allerdings sehr viel zu schmunzeln.
Sauberkeit: "Lappen ohne Funktion". Tische könnten durchaus auch mal zwischendurch gesäubert werden. Das Poolareal ist in 2 Wochen nicht einmal von Grund auf gereinigt worden, wir sind täglich über die gleichen, befleckten Fliesen gelaufen - wäre doch sehr einfach, am frühen Morgen mit Schlauch und Abzieher den Boden zu säubern... wenig Aufwand, große Wirkung.
Auch die Sauberkeit im Zimmer ließ zu wünschen übrig. Bei Ankunft großflächige Handabdrücke vom "Vorgänger" an der Badezimmertür, dicke Staubschicht im Schrank der "Minibar", Kühlschrankgriff abgebrochen, die Ecken hinter den Dekovorhängen haben schon lange keine Wischer mehr gesehen, Gardinenleiste hing an einer Seite herunter. Sollte eigentlich durch das tägliche Reinigungspersonal nicht zu übersehen sein...
Zweimalig ließ sich die Zimmertür mit der codierten Schlüsselkarte nicht öffnen; sehr unkomplizierte Neuprogrammierung seitens der Rezeption. Zimmernummer angegeben und schwups gab es neue Karten - für uns sehr einfach, allerdings stellt sich hier die Frage nach der Sicherheit?!
In Bezug auf "Zusatzleistungen" ist das Hotel unflexibel; man hat es in 14 Tagen nicht geschafft, mir einen Wasserkocher aufs Zimmer zu stellen (gern auch kostenpflichtig).

Gastronomie3,0
Im Hauptrestaurant das für Ägypten typische Buffet. Nicht hervorragend aber alles vorhanden: mehrere Sorten Fleisch, Fisch, Gemüse, Pastakoch, "Eiermann", Salat, Desserts etc. Wer hier nichts findet, dem kann man nicht helfen, alles andere ist Geschmackssache. Man sollte aber am Abend frühzeitig essen gehen, ab ca. 20:30 Uhr wurden diverse Sachen einfach nicht mehr nachgelegt. An Getränken sind hier Wasser, Softdrinks, Bier und Wein erhältlich. Sauberkeit völlig in Ordnung. Atmosphäre im Außenbereich sehr schön, innen wie landesüblich hochklimatisiert und großzügig.
An der Strandbar gab es zur Mittagszeit eine Alternative zum Restaurant. Hier wurde ein "reduziertes" Buffet in Form von Salaten, Huhn, Fisch, Pommes Frites, Beilagen und Gebäck angeboten. Durchaus ansprechend.
Befremdlich und enttäuschend für uns war die Tatsache, dass es außer dem Hauptrestaurant, dem Strandrestaurant und dem als Poolbar "getarnten" klitzekleinen Raum kein weiteres, auf der Website des Hotels angepriesenes Restaurant/Bar gab:
Berenice Restaurant: gab es nicht / geschlossen
Sea Breeze Restaurant: gab es nicht / geschlossen
Trade Winds Lounge: gab es nicht / geschlossen
Ocean Blue Bar: gab es nicht / geschlossen
Auch die im AllInclusive-Angebot inkludierten Getränke (Wasser, Softdrinks, Kaffee und Kaffeevariationen, Gin Vodka, Whiskey, Rum, Ouzo) sollten keine Wünsche offen lassen - internationale Spirituosen wären hier ggf. noch eine Option, gern auch kostenpflichtig, für diejenigen, die die örtlichen Spirits nicht so gern mögen.
Erfreulich hier war die Ausgabe sämtlicher Getränke in dicken Gläsern und nicht wie üblich in Plastikbechern. Anfangs müßig ist die Quittierung jeglichen Verzehrs mittels Unterschrift - gewöhnt man sich aber schnell dran.

Sport & Unterhaltung3,0
Hier taucht und schnorchelt man oder genießt die Ruhe. Hektische, penetrante Animation sucht man hier vergebens. Diverse kleine Freizeitaktivitäten (Boccia, Volleyball, WaterGym, kleine Abendshows etc.) werden durch das sehr freundliche italienische Animationsteam angeboten - hier gilt: jeder kann, keiner muss. Der globalen, englischen Sprache sollte man als Gast aber hier schon mächtig sein, kaum jemand spricht deutsch (sollte auch keine Voraussetzung im ausländischen Urlaubsland sein).
Es gibt, wie bereits desöfteren beschrieben, 3 voneinander abgetrennte Strände. Am stärksten frequentiert ist hier der nördlichste Strand. Von hier aus ist auch das große Hausriff gut erreichbar. Schön und intakt, allerdings nicht so spektakulär wie von vielen angepriesen. Fische und Hartkorallen halt...
Badetücher sind in ordentlichem Zusand und sauber, allerdings sollte hier die ein oder andere Liege mal überprüft, besser noch erneuert werden.
Die Poolanlage ist nett angelegt mit Brücken und Kanälen; anfangs war immens viel Sand im Pool, der mehrere Tage über nicht abgesaugt wurde. Dies besserte sich allerdings in der 2. Urlaubswoche. Auch hier sollten diverse Liegen einer Kontrolle unterzogen werden. Hinter dem wirklich schön angelegten Fitnessraum erstreckt sich ein weiterer, abgetrennter Poolbereich, dessen Sauberkeit extrem stark zu wünschen übrig ließ. Auch die hinter dem Gym angelegte Terrasse war von einem "Sperrmüllplatz" nicht zu unterscheiden. Hier standen alte ausrangierte Stühle und lagen Holzlatten; den Boden der Terrasse hätte ich barfuß nicht betreten wollen.
Die Poolumrandung für den Ablauf sollte auch möglichst regelmäßig kontrolliert werden; hier ist meine Tochter eingestürzt und hat sich verletzt. Kann passieren, sollte aber nicht.
Eine "Poolbar" im eigentlichen Sinn gab es nicht; ein kleiner Raum namens "Gelateria" diente als Getränkedepot und Basisstation des Servicepersonals. Angrenzend an diesen und dem Pool erschloss sich die Bestuhlung - in der 1. Woche eindeutig zu wenig Sitzplätze für die Gästezahl. Bei der "Waterfall Bar" handelt es sich um eine durch den Pool zugängliche Theke zur "Gelateria". Die Sitzflächen der im Boden eingelassenen "Barhocker" sind beschädigt oder erst gar nicht vorhanden.
Positiv ist der Service an der "Poolbar" zu beurteilen, hier werden die Getränke bis an die Liege gebracht.

Hotel4,0

Tipps & Empfehlung
Das Hotel war vor 10 Jahren bestimmt mal eines der besseren in diesem Land; dies kann ich heute so nicht unterschreiben. Hier liegt definitiv Investitions- und Sanierungsstau vor. Der Preis ist für die angebotenen Leistungen leider nicht angemessen. Auch das Hausriff und die abgelegene Lage machen die Defizite, die teilweise mit wenigen Mitteln aus der Welt zu schaffen wären, hier nicht wett. Insofern würde ich das Hotel in der Form nicht weiter empfehlen; da gibts südlich von Marsa Alam bessere Alternativen. Und wer hier unten tauchen möchte ist auf einer Tauchsafari besser aufgehoben.
Absolut empfehlenswert ist die angesiedelte Tauchbasis. Nicht günstig, aber in Bezug auf Freundlichkeit, Kompetenz, Flexibilität, Service und Angebot unübertroffen. Zu empfehlen ist hier zwingend eine Quad-Fahrt zum hauseigenen Camp "Fata Morgana" mitten in der Wüste mit Übernachtungsmöglichkeit - wirklich wunderschön.

Hotel wirkt schlechter als angegebene Hotelsterne
Hotel ist schlechter als in der Katalogbeschreibung
Preis-Leistungs-Verhältnis: Eher schlecht
Infos zur Reise
Verreist als:Familie
Kinder:Keine Kinder
Dauer:2 Wochen im Juni 2015
Reisegrund:Strand
Infos zum Bewerter
Vorname:Sylvia
Alter:41-45
Bewertungen:2
NaNHilfreich