Ca. 250 Zimmer, verteilt in diversen Einzelkomplexen, maximal 3 Etagen, weitläufige Poollandschaft, Innen und Außenanlage ist in einem gepflegten Zustand. Wir waren HP Gäste und individuell, ohne Reiseveranstalter, angereist. Die zu unserer Zeit anwesenden Gäste kamen vorwiegend aus Deutschland und England und hatten überwiegend AI gebucht. In Teilbereichen hatten wir den Eindruck wir wären in einem Ferienlager. Gegen 20:45 schaltet sich auf allen Balkonen eine grelle Beleuchtung ein, die sich gegen 22:55 wieder ausschaltet, kurz vor 24:00 Uhr wiederholt sich der gesamte Prozess für wenige Sekunden. Das zulässige vormitternächtliche Einschlaffenster liegt also zwischen 22:55 und 24:00 Uhr, ist man dann noch nicht in der Tiefschlafphase, kann die erneut grelle Beleuchtung zu ungewolltem schreckhaften Erwecken führen. Den Schalter für eine selbstbestimmte Bedienung der Lichtquelle suchten wir vergeblich, das Vertrauen in die Gäste, verantwortungsbewusst mit der Energie umzugehen, scheint dem Hotel-Management abzugehen. Wir fühlten uns ein wenig ein- bzw. ausgesperrt. Der riesige Hotelkomplex nur über einen Ein- bzw Ausgang betreten werden kann. Die Anlage ist umzäunt, hat in der Zaunanlage zwar auch einige Türen, die jedoch alle verschlossen waren. Da sich das Hotel inmitten von Bananenplantagen befindet, die auch wiederrum eingezäunt sind, fragen wir uns vor wem oder was soll der Gast geschützt werden. Schutz vor den gewöhnlichen kanarischen Killerbananen???? Keine Anlage für Menschen mit größeren Gehbehinderungen, unbedingt Mietwagen mit einplanen, wenn man nicht nur am Pool verweilen möchte, HP lohnt sich qualitativ nicht. Kreuzschraubendreher mitnehmen, wenn nächtliche Balkonzwangserleuchtung als störend empfunden werden sollte ;-))
Wir hatten ein Zimmer mit Meerblick gebucht und auch erhalten. Das Zimmer war großzügig im palmerischen Landhausstil eingereicht. Minibar war wieder auf AI abgestellt und demzufolge leer, aber so konnten wir den Kühlschrank auch gut für unsere mitgebrachten Getränke nutzen. Im Kleiderschrank befindet sich gegen Aufpreis ein Safe. Badezimmer war mit Badewanne und riesiger Dusche ausgestattet. Wasser ist sofort heiß und kommt mit ordentlichem Druck aus der Leitung. Reinigung war topp. Handtücher im guten und sauberen Zustand. Für Fernsehgucker sind die gängigen deutschen Programme empfangbar. W-Lan wird im Hotel auch angeboten, allerdings für ein horrendes Entgelt. Uns war das zu teuer, insofern kann ich über die Funktionalität keine Aussage treffen.
Das Frühstücksbuffet im Haupthaus hat einiges zu bieten, hier dürfte jeder Frühstückstyp etwas für sich finden. Der Kaffee, den sich der Gast selber an Automaten ziehen muss, hat uns leider überhaupt nicht geschmeckt, wir haben alle angebotenen Sorten durchgetestet und konnten keinerlei Qualitätsunterschiede feststellen. Im unteren Bereich des Haupthauses steht an der Bar eine Hightech Espressomaschine, an der für HP und AI Gäste auf Wunsch (allerdings zähneknirschend) mal Kaffee gezapft wird. Offensichtlich hat das AI Konzept des Hauses auch hier eine nachhaltige Auswirkung auf den Geschmack, die von uns georderten Cappus (2,60 € pro Tasse) schmeckten wie das Spülwasser aus den Frühstücksautomaten. Wie schon erwähnt gibt es dann noch im Poolbereich die Möglichkeit des Spätaufsteherfrühstücks, ab 9:00 Uhr. Hier sitzt man sehr schön, direkt mit Blick auf das Meer, ab 9:30 Uhr gibt´s auch Sonnenplätze. Das Angebot ist im Vergleich zum Haupthaus sehr eingeschränkt und gleichbleibend ohne Abwechslung. Uns hat das nicht so gestört, weil wir in puncto Frühstück auch eher eingeschränkt und gleichbleibend essen. Dennoch sind auch in diesem Bereich noch gewisse Verbesserungspotenziale erkennbar. Das Abendessen findet in Buffetform im Haupthaus statt. Der Speisesaal ist riesig und wie eine noblere Kantine eingerichtet, es fehlt insgesamt an netter Atmosphäre und Flair. Ausgesprochen angenehm ist es auf den drei Balkonen. Wer pünktlich 19:00 Uhr bei Öffnung des Restaurants anwesend ist, kann sich hier ein etwas individuelleres Plätzchen organisieren. Auch hier waren wir wieder ein wenig verwundert, der größte und schönste Balkon mit Blick auf Meer und Sonnenuntergang, war über mehrere Tage aus unerfindlichen Gründen für die Gäste komplett gesperrt. Das Angebot an Speisen ist o.k. und vielseitig, sicherlich entspricht dieses wieder nicht dem Niveau eines Viersternehauses, aber es war schmackhaft, wenn auch manchmal schon etwas kühl. Nach einer Woche wiederholen sich die Speisen, aber das kennen wir auch aus anderen Häusern und haben es ob der großen Auswahl als nicht so störend empfunden. Besonders positiv hervorzuheben ist der Süßspeisenanteil, der einiges an Köstlichkeiten (eigene Pralinenherstellung) aufzuweisen hat und für reichlich Trainingsbedarf nach dem Urlaub sorgen dürfte. Will man nach dem reichhaltigen Essen als HP Gast noch einen Absacker an der Bar nehmen, öffnet sich das nächste Problem. Da an der Bar überwiegend AI Gäste bedient werden, ist das Angebot der Getränke so eingeschränkt, dass es in keiner Weise den Anforderungen einer Viersterne Hotelbar gerecht wird. Auch hier sollte zwingend an der Konzeption gefeilt werden, entweder es gibt noch eine zweite Karte für die zahlenden Gäste oder aber man lässt nur noch AI zu, alles andere macht keinen Sinn. Dem ganz offensichtlich inflationären Verkauf des AI Angebotes sind wohl auch die Kellner im Barbereich zum Opfer gefallen, es läuft alles unter dem SB Motto.
Auf den Marco Polo Internetseiten wird diese Anlage als purer Luxus angepriesen. Im Servicebereich haben wir diesen Luxus, der ganz klar nicht dem Niveau eines Viersterne Hauses entspricht, vermisst. Die Motivation, Freundlichkeit und das Engagement der Servicemitarbeiter wird in diesem Hause ganz offensichtlich der jeweiligen Persönlichkeit und ihrem Naturell überlassen. Allgemeine Richtlinien zum freundlichen und engagierten Umgang am bzw. mit dem Gast scheinen nicht zu existieren oder sie werden von einigen der Servicemitarbeiter konsequent ignoriert. An dem Service der Rezeption und in den Zimmern haben wir nichts zu meckern. Geärgert hat uns, dass vom Servicepersonal im Restaurant selten ein Kellner oder eine Kellnerin einer Zweitsprache mächtig war, so dass die Bestellung einer Flasche trockenen Weines oder das Nachordern einer fehlenden Serviette (auf Englisch oder Deutsch) schon zum massiven Problem, welches sich nur durch Zeichensprache lösen ließ, werden konnte. Je später der Abend desto mangelnder die Motivation beim Abräumen. Da ist zu beobachten, dass sich an zahlreichen Tischen das gebrauchte Geschirr stapelt. Oftmals scheint es, dass die in der Gastronomie beschäftigten Servicekräfte nicht mehr als das tun, als in ihrem Anforderungsprofil beschrieben ist. Auf neue und veränderte Situationen flexibel zu reagieren, muss zwingend noch trainiert werden. So hat bspw. ein kurzer Regenschauer vor Öffnung des Spätaufsteherfrühstückbereichs sämtliche Tische und Stühle, sowie die eingedeckten Papierunterlagen aufgeweicht. Dieser Frühstücksbereich wird 9:00 Uhr geöffnet, wir kamen, noch kein weiterer Gast außer uns war da, alle drei Kellner standen gelangweilt, laut schwatzend am Eingang und beobachteten ihre zwei einzigen Gäste, die ratlos vor den nicht nutzbaren Servietten und Tischunterlagen und ihren nassen Stühlen standen. Wir haben nach entsprechender Verlegenheitswartezeit unsere Tempos ausgepackt, trocken gewischt und gewartet bis sich das Servicepersonal von uns abgewandt hat, um uns heimlich (fast wie Kleinkriminelle) neue Tischauflagen und Servietten zu organisieren. Auch die so langsam nach uns eintrudelnden Gäste hatten mit den gleichen Problemen zu kämpfen, so dass man diesem System unterstellen muss, dass es gewollt ist.
Die Anlage ist auf einer Klippe und von Bananenplantagen umgeben, in Hanglage. Vom Flughafen sind es etwa 40 Minuten Autofahrt. Will man die Insel erkunden und wandern, sollte ein Mietwagen bereitstehen. Ansonsten eignet sich die Lage ausschließlich für einen Entspannungsurlaub an einem der Pools oder im Wellnessbereich. Einen direkten Strandzugang, bedingt durch die Klippenlage gibt es vom Hotel aus nicht. In mittelbarer Nähe zum Hotel haben wir jedoch einen Strand in Richtung Kiosk Zamoa entdeckt, der über Treppen gut erreichbar ist. Insgesamt hält díe Lage und Umgebung, das was versprochen wurde, Ruhe und viel Natur.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Der wahre Luxus dieser Anlage ist die weitläufige Poolanalage, Wasser das ständig kontrolliert und gereinigt wird und die ausreichend vorhandenen Sonnenliegen. Ein separater Saunabereich mit einer Dampf- und zwei Trockensaunen, eine kostenpflichtige Schwimmhalle mit 36 Grad warmen Wasser und zahlreiche Wellnessangebote, da dürften keine Wünsche offen bleiben. Die Geräte des Fitnessstudios sind schon etwas in die Jahre gekommen und bedürfen zwingend einer Generalüberholung. Tagsüber gibt es jede Menge unaufdringliche Animation, abends wird ein kulturelles Programm angeboten, das sich nach einer Woche wiederholt. Inhaltlich kann ich diese Angebote nicht bewerten, da wir diese Veranstaltungen ausgespart haben.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Oktober 2010 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Heike |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 2 |


