Wir waren zum Wandern auf La Palma und das Reisebüro empfahl das Princess. Das Hotel machte auf den ersten Blick einen guten Eindruck - problemlose Anreise per Mietwagen, genug Parkmöglichkeiten, schneller Check-In, dann durch den gepflegter Garten, Blick auf die große Poolanlage, schönes Zimmer, später leckere Pizza auf hungrigen Magen. Leider täuschte der erste Eindruck... Insgesamt ist diese Anlage eines Urlaubs nicht wert. Unsere Eindrücke und die Gründe, warum wir dieses Hotel so übel fanden, haben ich versucht in den Details zu darzustellen. Unser klares Fazit lautet: La Palma auf jeden Fall nochmal - dieses Hotel jedoch nicht!
Unser Zimmer war groß, sauber, funktional. Feuchtigkeit oder Schimmel hatten wir nicht. Safe kostet 2 EUR pro Tag extra; WLAN unverschämte 6 EUR pro Tag (ein freies WLAN gibt es in einem kleinen Bereich an der Rezeption). Aussicht auf einen Innenhof mit Palmen, Balkon mit zwei Plastikstühlen, Kühlschrank. Allerdings war der Wohnblock recht hellhörig, so daß ich am Morgen regelmäßig von Kofferrollen oder lauten Gesprächen geweckt wurde. An einem Abend waren ein Haufen angeheiterte Engländer unterwegs, die sich dann auch noch mit einem sich gestört fühlenden Franzosen ein Schimpfduell leisteten. Monty Python läßt grüßen.
Einfallsloses Essen, lieblos umgesetzte Tagesmotti, wenig Fisch und der dann stundenlang auf dem Buffet getrocknet, wenig typisch Kanarisches (z.B. in einer Woche nur 2x Runzelkartoffeln). Ausreißer nach oben gab es, aber die Lichtblicke waren wenige. Mag das Essen noch zu ertragen gewesen sein - die Getränke waren es nicht! Das beginnt mit den Gläsern, die teils heftige Verfärbungen aufwiesen. Eigentlich alle Gäste sortierten die am schlimmsten aussehenden Wein- und Wassergläser aus, aber anscheinend war das dem Personal egal. Sehr schlechte Tischweine (unser Wanderführer verwendete das Wort "Guanchenpisse", was ich nie tun würde), Cocktails vorgemixt mit zweifelhaften Zutaten (ich stelle später ein Foto von einem sog. Caiprinha ein - optisch und geschmacklich eine Zumutung), labbrige Cola... wir haben die Woche (fast nur) von Wasser und Bier gelebt. Einzig positiv: Auf die Flaschenweine gibt es 50% Rabatt, wenn mann All-Inclusive gebucht hat. So kamen wir an die eine oder andere Flasche "Vega Norte Blanco" für 8 EUR - lecker! Tipp: Es gibt drei Balkone, auf denen man gut und ruhig sitzt. Die Zweit zwischen 19:30 und 20:30 Uhr sollte man meiden, denn um die Zeit gab es sehr lange Schlangen beim Einlaß ins Restaurant.
Beim Service wurde es - völlig untypisch für Spanien - finster! Die Bordkarten für den Rückflug haben uns nicht erreicht. Die Frage an der Rezeption, ob man den Bus bei der Abholung informieren könne, daß wir einen Mietwagen habe, wurde mit einem Hinweis auf TUI verneint; TUI England verwies auf die Rezeption, TUI Deutschland ist nur selten da... An der Bar wurden wir mit dem Wunsch nach einem Glas (!) Wasser abgewiesen - wir mußten selbst in einen labbrigen Plastikbecher zapfen. Beim Abendessen wurde die Frage, ob auf dem Balkon noch was frei sei, mit "nein" beantwortet, obwohl dort die Hälfte der Tische leer war. Und selbst eine Flasche Wein für den nächsten Tag zurückzustellen, war im Restaurant nicht möglich ("Sie können die Flasche mitnehmen und morgen wieder mitbringen!?"). Schwache Leistung! Abmildernd muß ich sagen, daß die Kellnerinnen sehr bemüht und freundlich waren und auch die Zimmermädchen gute Arbeit machten.
Das Hotel liegt inmitten von Bananenplantagen im Nirgendwo. Es sind 15 Minuten Fahrt bis zum nächsten kleinen Ort und der Ringstraße, die einen in den Osten oder Westen der Insel trägt. Es gibt abends keinerlei Möglichkeit dem Hotel zu entrinnen - was ein Fluch und kein Segen ist, denn die Abendunterhaltung und vor allem die Getränkeauswahl sind fürchterlich. Einzige Ausflugsziele sind zwei kleine Strände, die mit längerem Fußweg erreichbar sind. Mit 10 bis 15 Minute Bus- oder Autofahrt erreicht man den sehenswerten Vulkan St. Antonio und in der Gegenrichtung die beiden Leuchttürme nebst Saline an der Inselspitze. Das Restaurant Jardin de Sal an den Salinen ist hervorragend, schließt aber um 18 Uhr - schade!
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
Ein Schild "50ct für Handtuchwechsel" fanden wir lustig. Da wir aber jeden Tag auf Wandertouren waren, haben wir Pool etc. nicht genutzt. Die Abendunterhaltung war - vorsichtig formuliert - "very british".
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im Januar 2017 |
| Reisegrund: | Sonstige |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Guido |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 67 |


