Das Hotel wird von fast allen in den höchsten Tönen gelobt, einschließlich meiner Reiseleitung, die es als das schönste Hotel auf La Palma angeprisen hat. Es ist mit Sicherheit ein gutes Hotel, allerdings halte ich es insgesamt für etwas überbewertet, denn es gibt auch Schattenseiten, die zumindest in einigen Bereichen den Urlaubsspaß ein wenig trüben. Ich bin mit Sicherheit kein notorischer Nörgler, aber einiges entspricht einfach nicht dem Standard, den man von einem solchen Haus erwartet. Das Hotel liegt ziemlich abgelegen, hat dafür aber im wesentlichen alles, was man braucht, Dauer-Pool-Lieger müssen also das Gelände nicht verlassen. Die Hauptgebäude wirken wie die Kulisse aus einem mexikanischen Western, vor allem am großen Platz zwischen Rezeption und Speisesaal. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich ganz hübsch. Schade nur, dass es überall tote Ecken gibt, das wirkt wenig einladend. Tolle Türme mit umlaufenden Balustraden versprechen einen grandiosen Weitblick und gemütliche Nischen - leider sind sie nicht zugänglich, reine Kulisse eben. Verschenkter Raum. Der Speisesaal hat mehrere große Balkons, von denen man einen wunderbaren Blick aufs Meer und den Sonnenuntergang HÄTTE - wenn davor nicht eine massive undurchsichtige Brüstung gebaut wäre, die so hoch ist, dass man das Meer im Sitzen nicht sieht, sofern man nicht über 1, 90 m groß ist. Schade - hätte es denn nicht auch eine offenere Lösung getan, z. B. mit dünnen Streben? Architektonisch hat das Hotel ohnehin einige Sünden zu bieten, manche der Wohnblocks erinnern optisch eher an Slums, lieblose und etwas schmuddelige Betonkästen direkt als Ausblick vom Balkon, Urlaubsatmosphäre bin ich von spanischen 4-Sterne-Hotels anders gewohnt. Zimmer mit Meerblick sind selten und kosten Aufpreis. Das Publikum besteht überwiegend aus älteren Leuten (50 - 70) und Familien, darunter auch viele Spanier. Fazit: Ein gutes Hotel für Leute, die den ganzen Tag am Pool liegen wollen und Wert auf Rundum-Service legen. Aufgrund der Abgeschiedenheit für Wanderer und Entdecker keine ideale Ausgangsbasis, ohne Auto ist hier nichts zu machen. Die kleinen Macken sind schade, sie trüben den ansonsten hohen Urlaubswert des Hotels. Mit wenigen Verbesserungen im Detail könnte das Teneguia Princess ein rundum gutes Haus werden. Für Ausflüge empfehle ich die uralten Lorbeerwälder von Los Tilos. Ein tolles Wandergebiet mit seltenen Vogelarten und bezaubernden Ausblicken. Und natürlich den Roque de los Muchachos, die Fahrt dorthin über die West-Route von Puntagorda ist bei schönem Wetter ein echtes Erlebnis. Einmalige Eindrücke bietet der Roque in den Abendstunden, wenn dort kaum noch Betrieb ist.
Die Zimmer sind recht groß und angenehm und originell eingerichtet. Liebe zum Detail zeigt sich z. B. in der kronenartigen Form des Bett-Kopfteils, die sich am Spiegel wiederfindet. Vom großen Fernseher bis zum Fön ist alles da, was ein 4-Sterne-Hotel haben sollte. Die Minibar ist leer und wird nur auf Bestellung gefüllt, so hat man einen großen Kühlschrank für eigene Getränke. Bei den Waschutensilien gibt es leider nur billigste Tütenware. Sehr störend ist im Bad ein starker permanenter Kloake-Gestank, der aus den Abflüssen in Wanne, Dusche und Boden kommt. Er ist ständig präsent, wenn auch je nach Tageszeit unterschiedlich stark, und lässt einen jeden Aufenthalt im Bad so kurz wie möglich halten. Die Nutzung der großen Badewanne ist dadurch kein Genuss. Auch auf mehrfache Nachfrage konnte das Hotel hier keine Abhilfe schaffen. Architektonisch schade: Die große separate Dusche ist in einer dunklen Ecke ohne Licht, nicht sehr gemütlich. Das Problem meines schon bei der Ankunft verstopften Waschbeckens wurde allerdings am nächsten Tag behoben.
Das Essen ist tatsächlich ausgezeichnet. Die Auswahl ist stets ausreichend groß, die meisten Speisen sind immer frisch und werden laufend nachproduziert. Nach ein paar Tagen wünscht man sich allerdings etwas mehr Abwechslung, etwa beim Salat, wo es zwar recht viel Auswahl gibt, aber jeden Tag das gleiche, ebenso morgens beim Frühstück. Dafür gibt es auch viele vegetarische Gerichte und auch Gerichte für Diabetiker. Über Qualität und Frische lässt sich nur Gutes sagen. Das Essen ist definitiv ein Grund, sich für dieses Hotel zu entscheiden. Sehr empfehlen kann ich das "Spätaufsteher-Frühstück" direkt auf der Terrasse am Meer. Die Speisen sind die gleichen wie im großen Saal oben, aber der Ausblick und die ruhige Atmosphäre lohnen den etwas weiteren Weg.
Der Service war durchweg in Ordnung, das Serviceangebot ist, wie beschrieben, groß, die Servicequalität entspricht spanischem Standard. Über gelegentlich muffelige Kellner darf man sich nicht wundern, aber viele der Angestellten sind auch sehr nett und hilfsbereit.
Ziemlich abgeschieden, außer den hoteleigenen Einrichtungen (mit den hotelüblichen Preisen) gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants oder sonstigen Angebote in Laufweite. Der nächste Ort mit Supermarkt liegt viele Serpentinen bergaufwärts, zu Fuß nicht unter 40 min. steil bergauf zu erreichen. Öffentliche Busse halten allerdings nahe beim Hotel. Die Umgebung des Teneguia Princess besteht aus schwarzen Lavafelsen und großen Bananenplantagen, die allerdings z. T. unter großen und hässlichen Plastikplanen verdeckt sind. Sehr romantisch ist das tatsächlich nicht. Zwei kleine schwarze Sandstrände samt einem etwas imbissartigen Fischrestaurant sind je nach Lauftempo in etwa 15 - 25 min. nordwärts die Küste entlang erreichbar. Die Strände sind o. k. Ein Auto ist auf jeden Fall zu empfehlen, sonst bleiben viele der eindrucksvollen Schönheiten der Insel verborgen. Das Buchen eines Mietwagens über die Reiseleitung war unkompliziert und kostete für einen guten, neuen Kleinwagen nur knapp 30 Euro am Tag. Achtung: Aufgrund der abgeschiedenen Lage des Hotels liefern die meisten Autovermieter auf La Palma nicht zum Teneguia Princess! Wer vorab im Internet ein Auto buchen will, sollte sich daher unbedingt danach erkundigen. Da dies auch nicht billiger ist, empfehle ich das Buchen über die Reiseleitung vor Ort.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Das Haus bietet Rundum-Bespaßung von sportlichen Aktivitäten bis zu Live-Musik am Abend. Wer Animation als Mittel gegen Langeweile braucht, kommt also auf seine Kosten. Der Poolbereich ist riesig und schön gestaltet. Etwas individueller geht es im schönen Wellnessbereich zu, der im Teneguia Princess leider 10 Euro pro Tag Aufpreis kostet. Die Saunen habe ich nicht genutzt, aber das Wassermassagebecken mit verschiedensten Massagedüsen und -liegen ist schön gestaltet und bietet beim Entspannen einen tollen Ausblick auf das Meer. Die Düsen lassen sich alle einzeln einschalten, so dass man seinen eigenen Rhythmus wählen kann, auch wenn einige Düsen nicht funktionierten. Ein richtiger Ruhebereich für Saunabesucher fehlt. Erschreckend schlecht ist leider der Fitness-Bereich, zu dem man in der weitläufigen Anlage schon mal 6 - 7 min. Fußweg hat. Hier stinkt es permanent nach Kloake! Die Geräte sind großenteils kaum brauchbar, einige bergen eine hohe Verletzungsgefahr. Die Latzugmaschine etwa lässt sich nicht mehr verstellen, hier sind Fehlbelastungen vorprogrammiert. Zwei der Fahrräder sind rundum stark verrostet und laufen nicht mehr rund. So etwas sollte man seinen Gästen als anspruchsvolles 4-Sterne-Hotel eigentlich nicht bieten, meine ich. Gut ist die recht große Auswahl an Freihanteln. Angeschlossen an den Fitness-Bereich sind noch ein paar kleine Saunen, die ohne Aufpreis nutzbar sind. Auch hier leider kein Ruheraum.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Alleinreisend |
| Dauer: | 1 Woche im Mai 2007 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Alexander |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 9 |


