Schon von weitem sieht man vom Transferbus das Hotel zwischen Bananenplantagen an der Südspitze der Insel liegen. Bis der Bus im Schneckentempo allerdings von Fuencaliente aus die steile und verwinkelte Straße zum Hotel heruntergefahren ist, vergeht eine ganze Zeit. Das Hotel ist sehr groß und relativ neu. Man hat versucht, kanarische Architektur zu imitieren, war aber nicht so erfolgreich damit. Besonders das Haupthaus mit den zwei Rezeptionen, den Restaurants und der Plaza wirken sehr wuchtig und bei Tage durch die Größe ziemlich ausgestorben. Briten, Spanier und Deutsche, einige Schweizer und wenige Holländer sind zu Gast, überwiegend Familien mit Kindern. Vollpension und Halbpension können gebucht werden. Wir werden auf jeden Fall wieder nach La Palma reisen, dann aber ein zentraler gelegenes Hotel wählen.
Möbel, Größe, Sauberkeit und Zustand des Zimmers gaben keinen Anlaß zur Kritik. Die Balkone sind aber komisch konstruiert. Durch die hohen Mauern des Geländers kriegt man irgendwie Platzangst. Jedenfalls ist es nicht gemütlich, einen Abend auf dem Balkon ausklingen zu lassen. Die Handtuchhalter sind unbrauchbar, weil viel zu nahe an den Trennwänden montiert. Gartenarbeiten starten in aller Frühe, was sehr störend ist. Und die Gebäude sind sehr hellhörig. Der Kühlschrank ist klein, ein Safe vorhanden und kostet extra 2 Euro am Tag.
Durch die vielen Gäste ist die Atmosphäre im Restaurant wie in einem Bahnhofswartesaal. Die Tische stehen in langen Reihen ohne Abtrennungen oder Pflanzen. Es ist eine sehr ungemütliche Massenabfertigung. Das Essen selbst ist nett präsentiert. Durch die große Auswahl wird sicherlich jeder etwas für seinen Geschmack finden. Jedoch sind Fleisch und Fisch oft trocken und zäh, die Kuchen klebrig und süß. "Viel" und "groß" ist eben nicht auch automatisch "gut". Es wiederholt sich auch. Tischdecken und Stuhlsitzkissen sind ab und zu klebrig und schmutzig. Das Essen "draußen" auf den kanarischen Holzbalkonen ist nett, aber Stechmücken, Fliegen und andere Insekten lauern auf Gäste. Die Getränkepreise sind am oberen Ende des Inseltypischen.
Menschen sind unterschiedlich. Pauschal können wir nur sagen, dass man im Hotel auffällig häufig auf unprofessionelle und gestreßte, gelangweilte oder gleichgültige Mitarbeiter stößt. Das ist schade und muss nicht sein. Man fühlt sich nicht wohl und ganz und gar nicht willkommen, deswegen auch nur 2 Sonnen. Deutsch wird nur an der Rezeption gesprochen, ansonsten kommt man mit ein paar Brocken Englisch ganz gut zurecht. Die Zimmerreinigung war tadellos. Zusätzliche Serviceleistungen haben wir nicht in Anspruch genommen. Ein Arzt ist ab und an vor Ort, die Wäsche kann gereinigt werden, und es gibt wohl gegen Gebühr auch eine individuelle Kinderbetreuung.
In der Nähe des Hotels ist: nichts! Gar nichts! Die Autovermietung an der Straßenkreuzung ist offenbar pleite gegangen, die Straßen neben dem Hotel wirken, als hätte man mit weiteren Hotelansiedlungen gerechnet, die niemals gebaut werden. Bananenplantagen umgeben das Hotel. Die nahegelegenen Sehenswürdigkeiten, eine Saline und einen Leuchtturm, den man allerdings nicht besteigen kann, erreicht man nach einer Stunde Fußmarsch zwischen Betonmauern entlang. Der Linienbus fährt von dort alle zwei Stunden nach Fuencaliente und zurück. Wenn er nicht überfüllt ist, hält er sogar, um Fahrgäste aufzunehmen. Einkaufen geht deswegen fast nur im Hotelladen zu gesalzenen Preisen oder man fährt mit Taxi oder Mietauto nach Fuencaliente hoch.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Die Tenniscourts liegen auf den Dächern der Parkgarage, ein Wasserwellnesszentrum kostet 10 Euro pro Tag extra. Die Poolanlage ist schön und gepflegt. Sonnenschirme gibt es keine. Die Liegen stehen zum Teil unter carportartigen Konstruktionen, die Schatten spenden. Plätze hier gibt es wegen Liegenreservierern nur frühmorgens, wer zu spät kommt, hat eben Pech. Eine weitere Enttäuschung im Fitnessraum, der für echte Sportler überhaupt nicht zu gebrauchen ist. Ein Gerät war komplett kaputt, der Rest wenig vertrauenerweckend. Und es läuft grausige Musik auf volle Pulle. Internet gibts gegen teuer Geld an zwei meist von Teenies umlagerten Terminals.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2008 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Christoph |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 2 |


