Beim Anfahren der Hotels nach der Ankunft war man im allerersten Moment vielleicht einen Tick enttäuscht. Während viele Hotels lange, gepflegte und sehr schöne Zufahrten mit vielen Palmen, Wiesen etc. hatten, blieb der Bus bei unserem quasi direkt vor der Tür stehen. Wenn man ins Hotel reinkommt, legt sich dieser Eindruck jedoch wieder. Man steht in einer sehr großen und hohen Lobby mit großen Spiegeln an den Wänden und der Rezeption am Kopfende. Die Begrüßung war sehr freundlich und ging schnell vonstatten. Das Treppenhaus ist nicht mehr das allerneuste und der Aufzug klein und gefühlt sehr langsam, aber das fiel uns nicht wirklich negativ ins Gewicht. Lobby, Poolbereich, Bar etc. waren im Großen und Ganzen sauber. Im Hotel wohnten fast nur Paare jeglichen Alters, was daran lag, dass keine Ferien waren. Einige Paare hatten kleine Kinder dabei. Die Mehrzahl der Gäste war deutsch. Durch die verschiedenen Unternehmungen und die Animation lernt man schnell Leute kennen, das Hotel wird dadurch sehr familiär. Telefonieren am besten in einem kleinen Laden schräg gegenüber, dort hat es 4 Telefonzellen innerhalb des Shops, 2 Minuten kosten ungefähr 1€. Die Quad-Tour vom externen Anbieter ist zu empfehlen, das hat uns riesig Spaß gemacht. Allerdings ist die reine Fahrtzeit nur ca. 100 Minuten und nicht wie vom Anbieter beworben 2,5 Stunden. Macht nichts, Preis-Leistungs-Verhältnis dennoch absolut in Ordnung. Der Medina-Walk von Neckermann aus (am Montag) hat sich auch gelohnt, vor allem weil unsere Führerin (Djamila) das hervorragend gemacht hat. Mit viel Humor und guter Laune hat sie uns Geschichte, Kultur und Eigenheiten der Tunesier nahe gebracht. Zusätzlich gab es nützliche Infos, was darf wie viel kosten, was darf man nach Deutschland importieren etc. Hammamet-Yasmine muss man nicht unbedingt sehen. Man kann dort schon mal spazieren gehen und sich den Yachthafen anschauen, aber zum Beispiel die Medina ist nur noch auf Touristen ausgerichteter, kommerzieller Mist. Bezeichnend Djamila: „Auch Hammamet-Yasmine hat eine Altstadt – gebaut 2006". Die Fahrt dorthin mit dem Bimmelbähnchen jedoch war ein Erlebnis, man sieht recht viel von der Stadt. Und als letztes: Besucht das Café Sidi Bou Said! Hier bei Holidaycheck hats schon sehr viele unglaublich gute Bewertungen dazu. Es war dort einfach nur traumhaft. Dort kann man mit Blick aufs Meer und in wunderschönem Ambiente eine Shisha rauchen, frisch gepressten (!) O-Saft genießen (gute Abwechslung zum Hotel-O-Saft morgens), eins der leckeren Paninis essen und einfach nur chillen. Weil es stark bewölkt war konnten wir leider keinen Sonnenuntergang sehen, dennoch war es der perfekte Abschluss eines sehr, sehr schönen Urlaubs.
Mit dem Zimmer hatten wir, wie bereits oben erwähnt, viel Glück. Es scheint jedoch die Regel zu sein, dass Doppelzimmer aus zwei zusammengeschobenen Einzelbetten bestehen. Tipp: Der Rezeptionist meinte, einfach eine Woche vorher anrufen und man bekommt ein Zimmer mit richtigem Doppelbett reserviert. Das Bad war annehmbar sauber, man durfte halt nicht zuuu genau in die Ecken etc. schauen. Aber zum Duschen etc. war es in Ordnung. Man befindet sich halt doch in Afrika und darf zum Beispiel nicht erwarten, dass die Fugen so sauber gehalten sind wie vielleicht bei einem deutschen 4*-Standard. Aber mal ehrlich, im Zimmer ist man eh fast nur zum Schlafen und duschen, und dafür wars echt okay. Negativ jedoch: Die Handtücher stinken! Und das sahen viele, viele Gäste ähnlich. Ungeziefer haben wir keines zu Gesicht bekommen. Wir hatten auch keinen Schimmelbefall, den es jedoch in anderen Zimmern zu geben schien. Zudem: Während wir ein Sechs-Bett-Appartement für uns hatten, hatten wieder andere nachts plötzlich unerwartet neue Mitbewohner (siehe oben). Im Großen und Ganzen scheint es also, dass man einfach Glück haben muss, bzw. sich nicht scheuen darf sich zu beschweren wenn einem was nicht passt.
Für uns persönlich die Schwachstelle des Hotels. Und dabei hatten wir beileibe nicht die größten Erwartungen und Ansprüche. Die Auswahl beim Frühstück war sehr überschaubar. Es gab immer die gleichen 2 Sorten Wurst (die auch in Spaghetti Carbonara, auf der Pizza und einfach als dicke Wurstscheiben im Salatbuffet (!) ) auftauchten). Dazu gab es 3 Sorten Croissants, die nie wirklich frisch schmeckten. Auch die Brötchen waren nicht der Bringer. Die Omelettes und Pfannkuchen hingegen waren okay. Auch die Auswahl bei Mittag- und Abendessen ähnelte sich mit der Zeit doch sehr. Es gab meist Nudeln (meist Tomatensoße), Reis, Bratkartoffeln, ein Gulaschgericht (Kalb, Rind…), Hähnchen vom Grill, eine tunesische Spezialität, ein Fischgericht und gebratenes Gemüse. Hört sich jetzt nicht so wirklich schlecht an, aber es gab halt oft dasselbe und alles schmeckte auch noch sehr ähnlich. Es gab jedoch auch sehr leckere Sachen, wie z.B. die Hamburger vom Grill. Meist ging man jedoch mit einem „Naja, der Hammer wars nicht, aber wenigstens bin ich einigermaßen satt geworden“-Gefühl aus dem Speisesaal. Das ist zwar okay und es hätte schlimmer kommen können. Aber von einem Urlaub in einem ****-Hotel kann man vielleicht doch etwas mehr erwarten, auch ohne große Ansprüche.
Der Service war durchgehend nett und freundlich, von der Rezeption über die Köche bei der Essensausgabe bis hin zum Kellner. Wenn hier Leute schreiben „man musste ohne Trinkgeld um Essen und Getränke betteln“ kann ich mir nur an den Kopf fassen. Das Personal war zumindest uns gegenüber in dieser Hinsicht wirklich nicht aufdringlich. Zudem kam man mit Deutsch sehr weit. Die wichtigsten Brocken versteht dort quasi jeder. Besonderes Glück hatten wir mit dem Zimmer: Anfangs hatten wir ein Doppelzimmer, allerdings waren zwei Einzelbetten zusammengeschoben. Haben dann gleich an der Rezeption gefragt, ob es auch Zimmer mit einem großen Doppelbett gibt. Konnten dann nach zwei Tagen umziehen und hatten dann auf einmal ein Appartement mit 2 großen Zimmern, 6 Betten, großer Toilette etc. ganz für uns. Andere Gäste hingegen hatten weniger Glück. So haben wir einen Fall mitbekommen, bei dem ein Pärchen in ihrem Vierbett-Zimmer plötzlich 2 andere Leute in der Tür stehen hatte. Denn das Hotel hatte da irgendwie fehlgeplant und kein Zimmer mehr frei. So mussten sie eine Nacht mit einem fremden Pärchen in einem Vierbett-Zimmer verbringen. Sabotage! (das geflügelte Wort der Animateure :) ) . Wenn der Urlaub schon so anfängt…
Die Lage ist für einen Strandurlaub absolut in Ordnung. Zum Meer sind es vielleicht 150 Meter, der Strand ist absolut schön. Wenn man was unternehmen will, kann man z.B. in die Altstadt nach Hammamet oder auf den Markt nach Nabeul. Beide Städte sind 5-6 km entfernt, ein Taxi nach dort kostet jeweils ca. 5 Dinar (2,60€). Ansonsten ist es recht ruhig, auch nachts. An sich also sehr gut. Es gibt jedoch von meiner Seite aus 2 kleinere Abzüge: Der Transfer vom Flughafen zum Hotel nach der Ankunft dauerte 2,5 Stunden, weil das Royal Nozha eines der letzten Hotels ist, das angefahren wird. Wir sind belastbare junge Menschen, aber das ist nach der Ankunft dann einfach stressig. Nach dem vor-Reisestress, den man doch irgendwie immer hat, dem Warten am Flughafen und schließlich den 2,5 Stunden Flug hat man nach der Landung schon dieses „endlich da!“-Gefühl. Die warme Luft schlägt einem schon angenehm entgegen und dann darf man noch 2,5 Stunden in den engen Bus sitzen. Naja, die Zeit geht auch rum, dennoch kleiner Abzug für diese Transferzeit. Was mich noch etwas störte ist, dass die unmittelbare Umgebung nicht zum Spazierengehen einlädt. Nur 3-4 Restaurants, 1-2 kleine „normale“ Läden und eine Reihe Souvenirshops mit aufdringlichen Händlern, sonst nichts. Fand ich persönlich etwas schade, ein richtiges Dorf wäre schön gewesen,aber ist natürlich auch kein Genickbruch.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Mit der Animation waren wir im Großen und Ganzen zufrieden. Es war nicht rund um die Uhr High Life an Möglichkeiten, aber das brauchten wir auch nicht. Zwei mal am Tag ist Beach-Volleyball, dazu gibt es Wasserball, Bogenschießen, Aqua Gym und 2-3 andere Sachen. Die Animateure waren hin und wieder zwar etwas aufdringlich, aber wenn man Ihnen deutlich gemacht hat, dass man _nicht_ „nur eine Minute“ Aqua Gym machen will, ließen sie einen auch in Ruhe. Der Pool war auch absolut in Ordnung, groß genug und sauber. Freie Liegen gab es im Prinzip immer. Die Abende liefen immer ähnlich ab. Erst gab es eine Minidisko, bei der die Kinder sich bei den immer gleichen 8-10 Stücken austoben konnten. Danach wurde Bingo gespielt, ein Zettel kostete knapp 1€ und als Hauptpreis gab es meistens eine Shisha. Selten wurden andere Dinge verlost, z.B. eine Club-CD oder gratis Hammams. Nach dem Bingo gab es dann eine Abend-Show, die sich jedoch leider im 7-Tage Zyklus wiederholte. Es gab z.B. eine Fakir-Show, Comedy Abend oder Folklore. Manchmal wars unterhaltsam, manchmal weniger. Da wir eigentlich immer in geselliger Runde saßen, waren die Shows eher Beiwerk. Und da alle Aktivitäten – Volleyball, Wasserball, Quad fahren etc. – innerhalb des Hotels stattfinden hat man viele Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen und viele nette Menschen kennenzulernen. Wirklich langweilig wurde es einem nie.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im September 2010 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Bernd |
| Alter: | 19-25 |
| Bewertungen: | 1 |


