- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Wir haben das Hotel gebucht, weil bei holidaycheck eine Weiterempfehlungsrate von 91% angegeben war. Leider mussten wir in unserem Urlaub das Gegenteil feststellen. Landschaftlich ist Kalabrien wirklich toll und eine Reise wert. Dieses Hotel trägt aber überhaupt nicht zur Erholung bei. Für uns bedeutete das 10 Tage lang Schlange stehen beim Frühstücks- und Abendbuffett, kaum Schlaf durch Hellhörigkeit und harte Betten,... usw. Das Hotel Sciaron (ausgesprochen: Scharon) besteht aus einem Haupthaus und mehreren Nebengebäuden. Es ist offensichtlich, dass es schon ziemlich in die Jahre gekommen ist. Die Anlage ist zwar sehr klein, hat uns insgesamt aber eigentlich ganz gut gefallen. An sich es auch sehr sauber gehalten - man konnte zumindest keinen Abfall finden. Aber der Garten und die Pflanzen könnten etwas besser gepflegt werden. Wir hatten nur Halbpension gebucht, es gibt aber auch die Möglichkeit, Vollpension zu wählen. Im Hotel waren zu unserer Reisezeit hauptsächlich Deutsche, Engländer und Italiener. Was uns bei dem Hotel Sciaron sehr negativ aufgefallen ist, sind die sehr unterschiedlichen Zimmer. Man hat das ja in jedem Hotel, dass es bessere und schlechtere Zimmer gibt, aber einen solch krassen Unterschied haben wir bisher noch nie gesehen. Es reicht von der Abstellkammer (die wahrscheinlich niemals zur Unterbringung von Gästen gedacht war) bis hin zur Luxus-Suite - und das, obwohl alle Gäste eigentlich das gleiche gebucht haben. Unbedingt mal zum Leuchtturm laufen - dort hat man einen super Ausblick über Capo Vaticano. Wir haben einen Ausflug zu den Aeolischen Inseln gemacht, den man auch weiterempfehlen kann. Auch ein Abstecher nach Tropea ist lohnenswert. Wir waren Ende September/Anfang Oktober in Kalabrien. Das Wetter war bis auf wenige Regentage sehr schön und man konnte auch noch im Meer baden. Allerdings war das Hotel schon so ein bisschen in "Aufbruchstimmung", weil sie im Oktober über den Winter schließen. Das hat man als Gast dann auch gemerkt. Für den Preis war das Hotel in Ordnung, allerdings war der Erholungsfaktor gleich Null. Weil wir dieses Hotel nicht wieder buchen würden, können wir es auch absolut nicht weiterempfehlen.
Bei unserer Ankunft haben wir ein Zimmer in einem kleinen Nebenanbau zugewiesen bekommen, das vermutlich nie als Gästezimmer gedacht war. Als wir die Tür geöffnet haben, waren wir erst einmal entsetzt. Es war spartanisch eingerichtet, total dunkel, hat gestunken, überall dunkle Stockflecken an den Wänden und an einer Stelle war sogar weißer Flaum. Nachdem wir sofort reklamiert haben, hat uns die Dame die Fernbedienung für die Klimaanlage in die Hand gedrückt und gemeint, damit wäre unser Problem erst einmal erledigt. Als wir ihr später aber mal den weißen Flaum an der Wand gezeigt haben, hat sie das als ganz normale Abnutzung abgetan. Trotzdem konnten wir das Zimmer nach 3 Tagen gegen eine Gebühr von 30 Euro wechseln. Das zweite Zimmer war dann im Haupthaus zur Gartenseite gelegen und wesentlich besser. Von der Größe her sind die Zimmer in Ordnung, das Bad ist aber sehr beengt. Ausgestattet sind die Zimmer mit Bett, Nachttischen, Schreibtisch, Kleiderschrank und zwei Stühlen. Für den Safe werden 2 Euro pro Tag verlangt (vorsicht, steht oft auf der Rechnung auch wenn nicht genutzt), für die Nutzung eines Kühlschranks zahlt man 5 Euro pro Tag und die Klimaanlage kostet auch 5 Euro am Tag. Der Föhn im Bad ist ein typischer Hotelföhn und taugt nicht viel. Wenn man also darauf angewiesen ist, sollte man lieber von zu Hause einen mitbringen. Auf der Terrasse/dem Balkon gibt es Sitzmöglichkeiten und es stehen Wäscheständer zur Verfügung. Die Zimmer sind extrem hellhörig, man hört rund um die Uhr die Duschen, Toillettenspülungen und Schritte der Anderen. Die Betten sind so hart (statt Lattenrost war nur eine Spanplatte unter der Matratze), dass wir nach einigen Tagen Rückenschmerzen hatten. An Schlaf und Erholung war in diesem Hotel also gar nicht zu denken. Zur Reinigung lässt sich so viel sagen: Wir hatten durch unseren Wechsel ja eigentlich zwei Mal ein grundgereinigtes Zimmer - beide Male hatten wir Haare in den Betten. Auch im Badezimmer hingen während unseres gesamten Urlaubs Haare von den "Vormietern" an den Wänden. Wir sind jetzt nicht die super-pingeligen Urlauber und haben nicht nach Mängeln gesucht, aber das ist uns extrem aufgefallen. Handtuchwechsel war nicht jeden Tag, manchmal wurde der Duschvorleger einfach nur umgedreht.
Im Hotel gibt es einen Essensraum. Jeder bekommt zu Beginn des Urlaubs einen Platz zugewiesen (nach der Zimmernummer), den man auch während des Aufenthalts behält. Und auch die (spätestens nach dem zweiten Tag dreckige) Tischdecke blieb einem während des ganzen Urlaubs erhalten. Die Frühstückszeiten sind von 7:30 bis (nur) 9:00 Uhr. Es gab jeden Tag das gleiche Angebot: Salami, Schinken, Käse, Tomaten, Essiggurken, Rührei, gekochte Eier, einige Sorten Marmelade, drei verschiedene Müslis und Obstsalat. Das Rührei war entweder kalt oder die Schüssel war leer. Auch sonst wurden die Platten und Schalen entweder gar nicht oder erst nach einiger Zeit aufgefüllt. Es gab jeden Tag zwei Sorten Brot (immer das selbe), von dem man sich selbst abschneiden musste. Das verursachte regelmäßig lange Schlangen. Den Kaffee musste man sich auch immer selbst an einem Automaten holen, was auch immer mit Anstehen und Warten verbunden war. Abendessen gab es von 19:30 bis 20:30. Den Einstieg bildete täglich ein Anti-Pasti-Buffet und hier ging es schon wieder weiter mit dem Schlange stehen. Leere Platten wurden auch abends in den seltensten Fällen aufgefüllt. Das Abendessen selbst gab es nicht in Buffet-Form. Man musste morgens einen Zettel ausfüllen, auf dem man sich zwischen zwei Gerichten von Vorspeise und Hauptgericht entscheiden konnte. Vorspeise war meistens ein Nudel- oder Reisgericht, bei der Hauptspeise musste man zwischen Fisch oder Fleisch wählen, das dann ohne irgendeine Beilage serviert wurde. Für Vegetarier gab es fast gar nichts (außer eine Suppe und das Antipasti-Buffet). Nachspeise war oft einfach eine aufgeschnittene Melone. Das Essen selbst war sehr landestypisch (viel Fisch und Meeresfrüchte) und hat uns ganz gut geschmeckt. Allerdings muss man Olivenöl mögen :-) Die Mengen auf den Tellern haben immer sehr variiert - richtig satt sind wir selten geworden. Die Kellner waren fast alle sehr nett und haben immer zügig den Tisch abgeräumt und den nächsten Gang gebracht. Die Tischgetränke waren waren nicht überteuert - eine Flasche Wasser für 1,60 Euro und ein halber Liter Wein für 4,00 Euro ist für Hotel-Verhältnisse absolut in Ordnung. Mittags bestand die Möglichkeit, an der Hotelbar Salate oder verschiedene Paninis (z.B. Salami, Schinken, Thunfisch, Tomate/Mozarella) um die 3 Euro zu essen.
An der Rezeption gibt es eine Dame, die deutsch spricht und eigentlich ganz nett ist. Allerdins ließ der Service im Hotel am Anfang (vor allem von dieser Dame) wirklich zu wünschen übrig. Als wir im Hotel ankamen, wurde uns nur gesagt: "Essenszeiten sind von... bis, der Shuttle zum Strand fährt ..., ich zeige Ihnen jetzt Ihr Zimmer." Und das wars. Ein paar Erklärungen mehr wären schon schön gewesen, z.B. dass man eine Karte braucht, um an der Bar Getränke zu bestellen oder dass der Safe etwas kostet usw. Auch als wir auf einen Zimmerwechsel wegen Schimmel an den Wänden bestanden haben, ist uns erstmal gesagt worden "Kommen Sie doch erst mal an und lassen Sie alles auf sich wirken". Irgendwann kam dann auch die Frage, was denn überhaupt unser Problem sei. Erst nachdem wir noch einige Male nachgefragt haben und bereit waren, Geld dafür zu zahlen, konnten wir nach einigen Tagen umziehen. Danach war die Dame während des restlichen Urlaubs sehr nett zu uns. Das übrige Personal im Hotel spricht kein deutsch und auch nur sehr wenig englisch. Die Besitzer des Hotels haben uns so gut wie nie zurückgegrüßt. Die Rezeption ist von morgens ca. 8-9 Uhr bis abends ca. 16-17 Uhr besetzt. Ansonsten sitzt ganz sporadisch mal jemand von den Besitzern an der Rezeption - meistens sind sie aber irgendwo unterwegs. Nachts ist die Rezeption gar nicht besetzt.
Die Lage des Hotels, besser gesagt der Ausblick, hat uns für vieles entschädigt. Der Ausblick von der Terasse über das Meer sogar bis nach Sizilien war grandios. Mit etwas Glück kann man auch einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben. Der Transfer vom Flughafen Lamezia Terme dauerte ca. 1,5 - 2 Stunden, weil das Hotel bei uns als letztes angefahren wurde. Das Hotel liegt etwas abgelegen an einer steilen Straße - man muss also viel und vor allen Dingen Berge laufen, wenn man etwas sehen oder einkaufen will. Zum hoteleigenen Strand geht es bergab ca. 1000 m., was man gut laufen kann. Der Weg zurück ist dann aber etwas beschwerlich. (Es fährt aber auch ein kostenloser Shuttle) Läuft man vom Hotel aus den Berg runter, findet man zwei Markets (Santa Maria-Market und Big-Market), die von den Preisen ähnlich sind. Allerdings waren beide Ende September nahezu ausverkauft, weil sie scheinbar kurz vor der Winterpause keine neue Ware mehr aufnehmen. Wenn man vom Hotel aus den Berg hoch läuft, gibt es noch einen weiteren Market, der besser sortiert aber auch etwas teurer ist. Unterhaltungsmöglichkeiten gibt es in der Nähe des Hotels überhaupt keine. Die nächstgrößere Stadt ist Tropea. Das Hotel bietet fast jeden Tag einen Shuttle dorthin an (Aufenthalt ca. 4 Stunden, auch abends möglich), für den sie 8 bzw. 10 Euro pro Person verlangen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Während unserer Reisezeit Ende September gab es keine Freizeitangebote mehr im Hotel, was wir aber auch nicht vermisst haben. In der Anlage selbst gibt es einen Tennis-Platz sowie die Möglichkeit, Tischtennis, Boccia und Tischkicker zu spielen. Für Leseratten gibt es (vermutlich von Urlaubern zurückgelassene) Bücher und Zeitschriften in sämtlichen Sprachen, die man sich nehmen kann. Außerdem steht ein Computer mit Internetzugang bereit, der aber während unseres halben Urlaubs defekt war. Am Pool standen immer ausreichend Liegen und Liegestühle sowie Sonnenschirme zur Verfügung. Es gab auch glücklicherweise unter den Urlaubern keine "Liegenreservierer". Der Pool ist ziemlich klein und das Wasser war mir persönlich zu kalt, deshalb bin ich nur selten rein. Zum Strand fährt mehrmals täglich ein Shuttle vom Hotel aus. Dort stehen auch Liegestühle und Sonnenschirme kostenlos bereit. Der Strand hat uns allerdings überhaupt nicht gefallen, da viele Steine im Meer waren und es vor Wespen und Ameisen nur so gewimmelt hat. Wir sind dann lieber zu dem Strand Grotticelle gelaufen (ca. 30 Minuten entfernt), hier war super Sand und super Wasser und es gab auch etwas zu Essen in der Nähe.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 2 Wochen im September 2011 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Anika |
Alter: | 26-30 |
Bewertungen: | 1 |