REISEBERICHT DIAMONDS THUDUFUSHI mitte mai bis anfang juni 2026 Wir hatten heuer enorm viel glück: wir haben ein fantastisches angebot ergattert UND wir konnten die reise (über abu dhabi nämlich) dann auch tatsächlich antreten. So richtig geglaubt haben wir es allerdings erst als wir im flieger nach male saßen. Der war übrigens rappelvoll, der flieger nach male - der von wien nach abu dhabi auch. Auch am flughafen in abu dhabi war wesentlich mehr los, als die letzten jahre um dieselbe zeit. Dafür geht es in male jetzt flott mit den einreiseformalitäten, der neue terminal ist logistisch und optisch eine echte verbesserung, auf den wasserflieger haben wir gerade mal 20 minuten gewartet und waren am frühen vormittag bereits auf thudufushi. WASSERVILLA: Die wasservillen sind einfach fantastisch: großzügig, klassisch weiß kombiniert mit edlen dunklen holzböden, mit maximaler privatsphäre und überdachter RIESENTERRASSE mit sitzgruppe (für das hier täglich servierte, leckere frühstück), sofas samt couchtisch und abgesenktem sonnendeck mit liegestühlen. Vom sonnendeck führt eine komfortable stiege ins meer, perfekt zum plantschen und vor allem zum losschnorcheln ans wunderhübsche riff. RIFF: Wir waren auf das positivste überrascht, wie schön, bunt und fischreich das riff vor den wasservillen ist, das wird wohl damit zusammenhängen, dass es recht tief liegt. Unter der letzten stufe unserer stiege waren es noch geschätzte zwei meter bis zum riffdach, die riffkante liegt auch bei ebbe mindestens 3,5, eher 4 meter unter der wasseroberfläche. Das ist zwar blöd für fotos, aber richtig gut für den zustand der korallen. Unsere standard-tour war von der wasservilla an die riffkante, dann gegen die, teilweise massive, strömung richtung präsidentenvillen soweit möglich und dann haben wir uns richtung insel treiben lassen, haben eine runde um die insel gedreht und sind dann am allgemeinen strand an der landzunge wieder rausgegangen. Rund um die insel ist das riff nicht mal ansatzweise so schön wie vor den wasservillen, an der landzunge weg von der insel wird es dann wieder bunter. Die lagune ist eher mau, bis auf ein paar wirklich prachtvolle hartkorallen. Die schnorchelfotos sind wegen meist übelster sicht, wellengang und strömung leider nicht besonders geworden, aber dazu in aller deutlichkeit: die steilwandseite vor den wasservillen ist praktisch intakt und zwar soweit das auge reicht. Havodda ist das zwar immer noch nicht, aber besser als so gut wie alles andere (das nicht im süden liegt). Am riff sind die üblichen verdächtigen zahlreich vertreten, es gibt stattliche grauhaie und viele niedliche jugendliche weißspitzenhaie, vor unserer villa wohnten eine schildkröte, eine schnapperschule und ein tintifax, außerdem ist mehrmals eine gruppe delphine an der riffkante vorbeigehüpft. Das highlight war aber der größte napoleon, den ich jemals gesehen habe, der war der wahnsinn, da ists richtig finster geworden als der vorbeigeschwommen ist- unglaublich. Es gibt viele napoleons in verschiedenen größen, aber der große (dicke😉) ist für mich der star der insel. Gefolgt von drei ebenfalls großen (und dicken) kartoffelzackenbarschen, die werden anscheinend auch wesentlich wuchtiger, als ich es je für möglich gehalten hätte. ESSEN: Wir haben bei der inselauswahl drei prioritäten: riff, villa und essen - wie villa und riff ist auch das essen auf thudufushi einfach SENSATIONELL! wir waren bis auf wenige ausnahmen im aqua, dem überwassererstaurant für die wasservillen, das einzige was uns drei- oder viermal ins hauptrestaurant getrieben hat, war das sehr schöne salat-buffet dort😉 Das ala carte restaurant aqua ist einfach genial: super design, super aussicht, super personal, super karte, super essen, in kombination mit dem täglich auf der wasservillen-terrasse servierten, opulenten frühstück gibt’s da von mir 10 von 10 punkten. ARCHITEKTUR / DESIGN: Den gesamten wasservillenbereich kann man in dieser größenordnung nicht mehr viel besser machen, da passt alles: Großzügige abstände zwischen den einzelnen villen, klare linien, durchdachte grundrisse, riesige terrassen, stimmiges farbkonzept (gerade die weißen schindeldächer sind genial), wertige materialien und gekonnt gesetzte akzente – chapeau! Auf der insel selber sieht es da allerdings anders aus: dort gibt es keine hübschen weißen schindeln und auch keine typischen palmwedel, sondern potthässliche ziegeldächer. Die villen stehen dicht an dicht rund um die insel, egal ob einzel- oder doppelbungis gibt’s da wenig bis keine privatsphäre, von den liegen davor ganz zu schweigen. Ich kann die wasservillen auf thudufushi wirklich jedem ans herz legen, strandbungi-liebhaber sind aber aus meiner sicht anderswo besser aufgehoben. INSEL: Winziges, hübsches inselchen mit vielen schönen alten palmen, weichem sand, aufsehenerregendem farbenspiel und perfektem allgemeinstrand auf der sandzunge. Aber: gravierende erosionsproblematik vor der rezeption und der strandbar, massenhaft versiffte sandsäcke, unglückliche felsenlösung, freiliegende palmenwurzelballen und ein „dezent“ unterspültes hauptrestaurant. UND SONST NOCH: - Abwechslungsreiches wetter😉, wir hatten zwei verregnete nachmittage, einen ordentlichen sturm und bis auf ein paar reine sonnentage immer wieder kurze regenschauer. - Angenehmes, bunt gemischtes und gechilltes publikum - Geringe auslastung, maximal ein drittel, eher weniger - Gut geschultes, zuvorkommendes und ausgesprochen herzliches personal in absolut allen bereichen, mit ausnahme der rezeption, weil: - Die abreise war miserabelst organisiert, erste info spätnächstens: abflug wasserflieger 5:50…. Für den etihad-abendflug um 19:30, auf die rückfrage ob da ein irrtum vorliegt, kam eine patzige, unhöfliche whatsapp, dass das management/backoffice schon am besten weiß, wie viel zeit man vor einem internationalen flug benötigt. Der prompt folgende nächtliche besuch an der rezeption unter dem motto „ja, geht’s noch?“ hat dann zumindest das widerwilligst vorgetragene eingeständnis eines irrtums, die zusicherung der umbuchung auf einen späteren flug und die versicherung der frühmorgendlichen benachrichtigung über die neue flugzeit gebracht. Benachrichtigt hat uns keiner trotz mehrmaliger nachfrage, aber um 9:20 habens uns dann ganz aufgeregt angerufen, dass wir um 10 mit dem boot nach athuruga fahren müssen und von dort nach male fliegen. Das war dann doch recht umständlich und vor allem kurzfristig😉, deshalb ist sichs leider nicht mehr ausgegangen, dass wir uns den GM zur brust nehmen. So waren wir dann um 11 in male, also 8,5 stunden vor abflug… das ist uns im letzten jahrtausend mal passiert, in diesem nicht mehr. VIP lounge und limousinenservice haben da dann auch nichts mehr rausgerissen. Kleines detail am rande: letztes jahr waren wir zwei inseln weiter, mit demselben rückflug… da sind wir nachmittags tiefenentspannt in den wasserflieger gestiegen. - Apropos athuruga: das ist baugleich mit thudufushi, also copy and paste, für mich als planerin hat das schon ein bisserl einen schalen beigeschmack - Apropos schaler beigeschmack: es gibt auf thudufushi eine zwei-klassen-gesellschaft, wie wir sie noch nicht erlebt haben. Da gibt es die wasservillenbewohner mit maximaler privatsphäre, fantastischem essen im aqua und dem erstaunlichten riff vor der haustür und auf der anderen seite die beachvillen-bewohner mit null privatsphäre, keiner chance an ebendieses wundervolle riff zu gelangen und keinem zutritt zum aqua (außer sie zahlen extra, glaube ich zumindest). Eine der white parties war in der aqua-bar, da mussten dann zur dinnerzeit alle beachvillenbewohner zügig raus, das war richtig unangenehm, auch für uns aus den wasservillen. FAZIT: Wir haben einen wunderbar entspannten traumurlaub auf thudufushi verbracht (bis auf die abreise😉) wasservillen-liebhaber sollten sich diese weiße pracht keinesfalls entgehen lassen, als draufgabe gibt es köstliches essen und ein grandioses riff! Also: hinfliegen (und UNBEDINGT eine wasservilla buchen!)

