So schön und vielen Menschen doch so unbekannt... © iStock via Getty/emicristea
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Tipps, die nicht jeder kennt

Das sind die schönsten Kleinstädte in Tschechien für einen Städtetrip

Viele Menschen denken bei Städte- oder Kurztrips häufig an Metropolen wie Wien, Prag, London oder Berlin. Dabei lohnt es sich, den Blick nicht nur über bekannte Flecken der Erde und über Skylines voller Hochhäuser schweifen zu lassen. Gerade deutsche Nachbarländer wie Tschechien haben entzückende Ortschaften zu bieten, die Du vermutlich noch nicht kennst.

Kunstvolle Renaissancefassaden, alte Marktplätze und verwinkelte Gassen warten in Kleinstädten auf EntdeckerInnen – und das häufig ganz ohne Massen an TouristInnen, wie sie etwa in Prag längst zum Alltag gehören. Ein Kurzurlaub oder -trip nach Tschechien ist außerdem schnell geplant und die Anreise dauert von vielen deutschen Städten aus nur wenige Stunden. Hier drei Kleinstädte, die für Deinen nächsten Trip genau das Richtige sein könnten.

Auch im Winter bezaubernd: Slavonice. © iStock via Getty/Michael Nosek
Auch im Winter bezaubernd: Slavonice. © iStock via Getty/Michael Nosek

Slavonice: Auf nach Kanada?

Slavonice liegt ganz in der Nähe der Grenze zu Österreich, mitten in einer Landschaft, die auch gerne als "Česká Kanada" oder "Böhmisches Kanada" bezeichnet wird. Von Wien aus dauert die Anreise mit dem Auto rund zwei bis zweieinhalb Stunden, von Linz aus etwa eineinhalb Stunden, vom bayerischen Deggendorf aus bist Du gut dreieinhalb Stunden unterwegs.

Keine 3.000 EinwohnerInnen leben hier, trotzdem ist das Städtchen ein faszinierendes, architektonisches Meisterwerk. Früher sollen die BürgerInnen hier großenteils sehr wohlhabend gewesen sein, was laut der tschechischen Tourismuszentrale darauf zurückzuführen ist, dass schon im 16. Jahrhundert dort die erste Poststation zwischen Prag und Wien beheimatet war. Der Status der Bevölkerung kam unter anderem in den prunkvollen Häuserfassaden zum Ausdruck, die hier auch heute noch zu finden sind.

Gesäumt von den altehrwürdigen Gebäuden, verspricht das Schlendern durch alte Gassen und über den Marktplatz Horní náměstí fast schon eine märchenhafte Auszeit. Ein Highlight sind dabei die Sgraffiti-Verzierungen an den Häusern. Eine andere ungewöhnliche Sehenswürdigkeit ist die Unterwelt der Stadt. Ein weitverzweigtes System aus Kellern, das sich ebenfalls erkunden lässt. Die ältesten der Gänge sollen mehr als 700 Jahre alt sein.

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Die wunderschönen Häuserfassaden in Telč. © iStock via Getty/Michal Plevko
Die wunderschönen Häuserfassaden in Telč. © iStock via Getty/Michal Plevko

Telč: Mitten im Welterbe

Schon seit mehr als 30 Jahren gehört das historische Zentrum von Telč zum Welterbe der UNESCO. Damit ist das Städtchen in Mähren theoretisch kein großer Geheimtipp, aber in einem Zug mit Prag, Brünn, Pilsen oder Budweis wird Telč noch lange nicht genannt. Von Passau per Auto gut dreieinhalb Stunden entfernt, findest Du hier laut UNESCO ein "architektonisches und künstlerisches Ensemble von herausragender Qualität".

Es wird sogar damit geworben, dass Telč einen der schönsten Marktplätze Europas besitzen soll. Ein Must-See, etwa bei Einbruch der Dämmerung, wenn die Laternen langsam angehen und das letzte Tageslicht die Fassaden in ein warmes Gold taucht. Ein Besuch von Telč lässt sich übrigens fabelhaft mit einem Trip zum bereits erwähnten Slavonice verbinden. Mit dem Auto liegen die beiden Orte nur rund eine halbe Stunde voneinander entfernt.

Wer hier trotz der prachtvollen Gebäude, die den Platz säumen und einander ein ums andere Mal zu übertrumpfen versuchen, keinen passenden Fotospot findet, wird spätestens beim Schloss Telč fündig. Dort lassen sich auch unterschiedliche Touren durch die altehrwürdigen Hallen buchen und der Schlossgarten besuchen.

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Die Burg Loket über der Eger. © iStock via Getty/emicristea
Die Burg Loket über der Eger. © iStock via Getty/emicristea

Loket: Die Burg über dem Fluss

Das kleine Loket wird teils als "Böhmisches Rothenburg" beschrieben. Der Name des Städtchens ist aber bei weitem nicht so bekannt wie der des nahegelegene Karlsbad (Karlovy Vary) oder des deutschen Rothenburg ob der Tauber, das für das Plönlein berühmt ist. Obwohl Loket keine 20 Minuten von Karlovy Vary entfernt liegt, bleibt die Kleinstadt touristisch im Schatten des bekannten Kurorts.

Genau das macht den Aufenthalt so angenehm. Und zum Beispiel von Bayreuth aus ist die Stadt auch in etwa eineinhalb Stunden mit dem Auto erreichbar. Loket – zu Deutsch Elbogen – verdankt seinen Namen wohl der Flussbiegung der Eger, die die Altstadt auf drei Seiten umschließt. Hoch über dem Fluss thront eine gut erhaltene, romanisch-gotische Burg, die gleichzeitig das Highlight des Ortes ist.

Die Burg Loket ist nicht der richtige Platz für Erinnerungsfotos, sondern auch der Schauplatz für viele kulturelle Veranstaltungen. Hier gibt es nicht nur abendliche und nächtliche Theatervorstellungen, sondern beispielsweise auch Ritterfeste und ein Weinlesefest. Im Winter ist dort dann natürlich auch der Weihnachtsmarkt zu finden. Außerdem können Mittelalterfans hier heiraten, unter anderem auf Wunsch mit Schwertkampfvorführung und einem Barden.

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Den Städtetrip bald planen

Wer die ruhigeren Ecken Tschechiens erkundet, entdeckt Gegenden und Orte voller architektonischer Schätze, weit entfernt vom typischen Massentourismus. Mit den Frühlings- und Sommermonaten vor der Tür – wenn Straßencafés öffnen, Burggärten erblühen und lange Abendspaziergänge wieder möglich werden – ist jetzt der ideale Moment, um einen Kurzurlaub oder Städtetrip nach Tschechien zu planen.

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Quelle: spot on news