Städtereisen
Nürnberg entdecken: Diese 10 Highlights machen die Stadt so besonders
Von der Kaiserburg bis in die Unterwelten, von Fachwerkgassen bis zu moderner Kunst: Nürnberg lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden und zeigt dabei auf engem Raum ganz unterschiedliche Seiten. Wir zeigen Dir die Sehenswürdigkeiten, die einen Rundgang durch die Stadt so abwechslungsreich machen.
Nürnberg: Meistgebuchte Städtehotels
Alle anzeigenKaiserburg
Über den Dächern der Stadt
Es geht hinauf durch schmale Gassen, vorbei an Sandsteinfassaden und über kleine Plätze. Du bist unterwegs zur Kaiserburg, einem Wahrzeichen Nürnbergs. Die Burg gehörte zu den wichtigsten Machtzentren des Heiligen Römischen Reichs. Zahlreiche deutsche Kaiser hielten sich hier auf. Beim Rundgang durch die Räume bekommst Du ein Gefühl dafür, wie das Leben damals organisiert war. Eines der wichtigsten Gebäude der Burg ist das Brunnenhaus mit seinem 50 Meter tiefen Brunnen, der einst die Wasserversorgung sicherte. Zum Abschluss lohnt sich der Aufstieg auf den Sinwellturm. Von hier oben hast Du einen wunderbaren Rundumblick über die ganze Stadt.
Öffnungszeiten: April bis September 9 bis 18 Uhr, Oktober bis März 10 bis 16 Uhr
Eintritt: Gesamtkarte Kaiserburg regulär: 10 Euro; Palas und Museum 7 Euro; Tiefer Brunnen und Sinwellturm 4 Euro
Hauptmarkt und Weißgerbergasse
Zwischen Markttrubel und Fachwerkidylle
Auf dem Hauptmarkt beginnt der Tag früh: HändlerInnen bauen ihre Stände auf, die ersten TouristInnen ziehen Richtung Frauenkirche. Der Platz füllt sich mit Leben. Seit Jahrhunderten ist dieser Ort das Zentrum des öffentlichen Lebens, heute genauso wie zur Zeit der deutschen Kaiser und Fürsten. Im Dezember findet hier auch der berühmte Christkindlesmarkt statt.
Nur wenige Schritte weiter befindet sich die am besten erhaltene Fachwerkstraße Nürnbergs. In der Weißgerbergasse stehen dicht an dicht die Häuser der ehemaligen Lederhandwerker. 22 Gebäude sind hier noch erhalten, die meisten davon mit ihren charakteristischen Fachwerkfassaden. Heute haben sich hier Cafés, Galerien und kleine Läden angesiedelt.
Öffnungszeiten: frei zugänglich
Eintritt: kostenlos
Frauenkirche
Männleinlaufen am Mittag
Kurz vor zwölf richten sich viele Blicke auf die Fassade der Frauenkirche. Dann setzt das Männleinlaufen ein: Seit 1509 ziehen dort Figuren ihre Kreise, die sieben Kurfürsten und Kaiser Karl IV. zeigen. Das Schauspiel erinnert an die Goldene Bulle von 1356, ein bedeutendes Gesetz des Heiligen Römischen Reichs, das die Wahl des Kaisers regelte. Leicht zu übersehen ist die Kugel über der großen Uhr, die mit verschiedenen Farben die Mondphasen anzeigt. Im Ostflügel der Kirche erinnert ein in den Boden eingelassener Judenstern an das Pogrom von 1349 und an die Synagoge, die sich einst an dieser Stelle befand.
Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch 9 bis 18 Uhr, Dienstag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 9 bis 19 Uhr, Freitag und Samstag 10 bis 19 Uhr, Sonntag 12 bis 18 Uhr
Eintritt: kostenlos
Albrecht-Dürer-Haus
Wo der bekannteste Künstler der Stadt lebte und arbeitete
Das Albrecht-Dürer-Haus gehört zu den wenigen erhaltenen Bürgerhäusern aus Nürnbergs Blütezeit. Es ist zugleich das einzige Künstlerhaus Nordeuropas aus dieser Epoche, das noch im Original besteht. Ab 1509 lebte und arbeitete Albrecht Dürer hier. Beim Rundgang wird deutlich, wie eng sein Leben und seine Arbeit miteinander verbunden waren: Werkstatt, Wohnräume und Arbeitsbereiche liegen unmittelbar nebeneinander. Viele Details und Erklärungen zeigen, wie aufwendig die Herstellung von Dürers Kunstwerken war – von den Werkzeugen bis zu den einzelnen Arbeitsschritten. Du erfährst, wie Druckgrafiken entstanden, welche Instrumente verwendet wurden und wie der Alltag des Malers, Grafikers und Zeichners damals aussah.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr, von Juli bis September auch Montag 10 bis 17 Uhr
Eintritt: regulär 7,50 Euro
Reichsparteitagsgelände und Dokumentationszentrum
Architektur als Machtdemonstration
Das Reichsparteitagsgelände macht die Dimensionen nationalsozialistischer Selbstdarstellung bis heute sichtbar. Die weitläufige Luitpoldarena und die unvollendete Kongresshalle lassen erkennen, mit welch monumentaler Architektur damals Macht inszeniert werden sollte. Im Dokumentationszentrum wird die Geschichte des Geländes erklärt und Nürnbergs Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus eingeordnet. Mit diesem Hintergrundwissen nimmst Du das Gelände noch einmal ganz anders wahr.
Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr
Eintritt: regulär 7,50 Euro (Außenbereich kostenlos)
Germanisches Nationalmuseum
Eine Reise durch viele Jahrhunderte
Im Germanischen Nationalmuseum begibst Du Dich auf eine Reise durch 600.000 Jahre europäischer Kunst, Kultur und Geschichte. Zwei der bekanntesten Exponate sind der bronzezeitliche Goldhut von Ezelsdorf und der Behaim-Globus von 1492 – der älteste erhaltene Globus der Welt. Auffällig ist, dass Amerika fehlt. Der Grund: Der Kontinent war aus europäischer Sicht damals noch nicht entdeckt. Solche Objekte machen sichtbar, wie sich Wissen und Weltbilder verändert haben. Neben Kunstwerken findest Du hier auch Alltagsgegenstände und Design aus verschiedenen Jahrhunderten deutscher Geschichte. Die Sammlung ist sehr groß. Deshalb lohnt es sich, vorab einen Schwerpunkt zu wählen und gezielt durch die Ausstellungen zu gehen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Mittwoch bis 20.30 Uhr
Eintritt: regulär 10 Euro
Aufenthaltsdauer: 2 bis 3 Stunden
Spielzeugmuseum
Vom Puppenhaus bis Playmobil
Hast Du Dich schon mal gefragt, wie Deine Urgroßeltern als Kind spielten? Gut möglich, dass sie Spielzeug aus Nürnberg nutzten. Denn die Stadt galt über Jahrhunderte als Zentrum der Spielzeugproduktion. Wie sich das Spielen über die Zeit verändert hat, erfährst Du im Spielzeugmuseum. Zu sehen sind unter anderem historische Puppenhäuser aus dem 17. Jahrhundert sowie winzige Zinnfiguren und Blechspielzeug aus der Industrialisierung. Später kommen bekannte Marken wie Playmobil, Lego und Matchbox dazu. Interessant ist, dass viele frühe Puppenhäuser weniger zum Spielen gedacht waren als zum Vorzeigen. Sie sollten Vorstellungen von Haushalt und Gesellschaft vermitteln.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr
Eintritt: regulär 7,50 Euro
Neues Museum
Architektonischer Kontrast zur Altstadt
Im Vergleich zum Fachwerk und den historischen Gebäuden stellt das Neue Museum mit seiner geschwungenen Glasfassade einen architektonischen Kontrast dar. Im Inneren gelangst Du über eine große Wendeltreppe in die offenen Galerien. Gezeigt werden hier moderne Kunst und Design in wechselnden Ausstellungen. Es lohnt sich also, öfter vorbeizuschauen.
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 20 Uhr
Eintritt: Ausstellung und Sammlung regulär 9 Euro, Sammlung sonntags 1 Euro
Nürnberger Unterwelten
Die Stadt unter der Erde
Du gehst ein paar Stufen hinab und die Geräusche der Stadt sind verschwunden. Die Luft wird kühler und Deine Augen müssen sich erst ans Halbdunkel gewöhnen. Unter Nürnberg erstreckt sich ein Netzwerk an Kellern und Tunneln – wie eine kleine Stadt unter der Stadt. In den Felsengängen und Kellern herrscht eine besondere Atmosphäre. Wegen der konstanten Temperatur wurden viele dieser Räume ursprünglich zur Lagerung von Bier genutzt. Später dienten sie auch als Schutzräume. Bei einer geführten Tour erhältst Du Einblicke in diese unterirdische Welt und ihre Geschichte.
Öffnungszeiten: nur im Rahmen von Führungen
Eintritt: Je nach Führung etwa 10 bis 13 Euro

Mathis' Tipp
Gerade die Nürnberger Unterwelten sind oft schnell ausgebucht, besonders an Wochenenden. Es lohnt sich, Tickets vorab online zu reservieren.
Henkersteg und Pegnitzufer
Auf den Spuren der Nürnberger Henker
Ein Spaziergang an der Pegnitz ist ideal, um den Tag ausklingen zu lassen und dabei noch eines der schönsten Fotomotive der Stadt zu entdecken. Der Henkersteg war ursprünglich ein gesonderter Stadtzugang für die Nürnberger Henker. Diese wohnten bis ins 19. Jahrhundert im angrenzenden Henkerturm, außerhalb der Stadtgesellschaft. Heute bildet der überdachte Holzsteg gemeinsam mit dem alten Henkerturm, dem angeschlossenen Fachwerkhaus und der Pegnitz ein stimmungsvolles Ensemble. Im Turm selbst findest Du das Henkerhaus, in dem ein Museum über Kriminalgeschichte untergebracht ist.
Öffnungszeiten: frei zugänglich, Museum: Dienstag bis Sonntag 12 bis 17 Uhr
Eintritt: Museum: regulär 3 Euro