Braune Haut gilt für viele als schön und gesund – HautärztInnen sehen das allerdings deutlich kritischer. Zu viel Sonne kann die Haut schneller altern lassen und das Risiko für Sonnenbrand oder Hautkrebs erhöhen. Gleichzeitig gehört Sonne für viele Menschen zum Urlaub einfach dazu, hebt die Stimmung und unterstützt die Vitamin-D-Produktion. Entscheidend ist deshalb vor allem das richtige Maß und ein sinnvoller Umgang mit UV-Strahlung.

Rund um Sonnencreme, UV-Index und Sonnenbaden kursieren allerdings viele Halbwahrheiten. Brauchst Du im Winterurlaub überhaupt Sonnenschutz? Schützt Vorbräunen wirklich? Und was steckt hinter Sonnencremeverboten in einigen Urlaubsländern? Wir zeigen, welche Aussagen stimmen, welche eher Mythos sind – und worauf Du beim Sonnenschutz im Urlaub wirklich achten solltest.

Gibt es gesunde Bräune?

Braune Haut gilt für viele als attraktiv, erholt und jugendlich. Gesund ist sie deshalb trotzdem nicht – darin sind sich HautärztInnen weitgehend einig. Wer seine Haut langfristig schützen möchte, sollte intensive Sonnenbäder möglichst vermeiden und sich regelmäßig im Schatten aufhalten. Besonders UV-A-Strahlen gelten als problematisch, da sie tief in die Haut eindringen und den Alterungsprozess beschleunigen können. Gleichzeitig steigt durch intensive UV-Strahlung auch das Risiko für Hautschäden und Hautkrebs.

Ganz auf Sonne verzichten musst Du deshalb trotzdem nicht. Sonnenlicht hebt bei vielen Menschen die Stimmung und unterstützt die Vitamin-D-Produktion. Wie so oft kommt es auch beim Sonnenbaden vor allem auf das richtige Maß und einen guten Sonnenschutz an

Richtig oder falsch: Im Winterurlaub brauchst Du keinen Sonnenschutz

Nen, das stimmt nicht. Auch im Winterurlaub solltest Du Deine Haut vor UV-Strahlung schützen. Gerade in den Bergen steigt die Strahlung mit der Höhe deutlich an, zusätzlich reflektiert Schnee die Sonnenstrahlen ähnlich stark wie Wasser oder heller Sand am Meer. Deshalb gehören auch im Skiurlaub Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille mit UV-Schutz und möglichst bedeckende Kleidung ins Gepäck.

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HolidayCheck Tipp

In Deutschland kannst Du das ganze Jahr über günstige Sonnencremes erwerben. Nutze Deinen Heimvorteil und kaufe Sonnenschutzmittel zu Hause ein. Sie sind in der Regel preiswerter als am Urlaubsort.

Der UV-Index zeigt, wie gefährlich die Sonnenstrahlung ist

Ja, das stimmt. Je höher der UV-Index ist, desto größer ist Dein Risiko, einen Sonnenbrand zu bekommen. Der UV-Index wird anhand der Tageszeit, der Bewölkung, der Höhe und des Breitengrads Deines Urlaubsziels errechnet. Zum Beispiel ist er in der Nähe des Äquators höher als in Nordeuropa. Auch während der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr solltest Du Sonnenbäder meiden, weil der UV-Index zu dieser Tageszeit am höchsten ist. Im Schatten und bei einem bewölkten Himmel herrscht zwar ein geringerer UV-Index, mit Sonnencreme solltest Du Dich trotzdem eincremen. Wie hoch der UV-Index in Deinem Reiseland ist, kannst Du zum Beispiel mithilfe diverser Apps, wie zum Beispiel mit der App UV-Bodyguard, recherchieren.

Zwei kleine Kinder sitzen im Sand am Meer und tragen UV-Schutzkleidung.
UV-Kleidung schützt die Kleinen besonders gut. ©Shutterstock-186249206_mgizmp

Kinder sollten am Strand oder im Pool UV-Kleidung tragen

Ja, das stimmt. Je weniger Sonne an die empfindliche Kinderhaut kommt, desto besser. Selbst durch luftige Baumwollshirts dringen UV-A- und UV-B-Strahlen. Ein weißes T-Shirt schützt in etwa wie ein Sonnenschutzmittel mit dem Lichtschutzfaktor 4. Dies solltest Du insbesondere bei Babys und Kleinkindern beachten. Auch wenn das Sonnenhütchen noch so süß aussieht, wähle lieber eine Kappe aus einem festen Gewebe und achte darauf, dass der Nacken geschützt ist. Ist der Nacken der Sonne ausgesetzt, droht neben dem Sonnenbrand auch ein Sonnenstich. Je dichter das Gewebe Deiner Kleidung ist, desto besser schützt es vor der Sonne. Besonders bei längeren Aufenthalten im Freien, wie zum Beispiel beim Sport, am Strand oder im Wasser, solltest Du für Dich und Deine Lieben UV-Kleidung wählen. Diese Funktionskleidung ist so konzipiert, dass sie die gefährliche UV-Strahlung abblockt und wie eine zweite Haut wirkt. Deshalb heißt diese Schutzkleidung in Fachkreisen auch Second Skin, übersetzt: zweite Haut.

Vorbräunen schützt vor Sonnenbrand.

Ja, das stimmt. Vorbräunen ist zu 100 Prozent sinnvoll, aber dies sollte langsam geschehen. Deshalb empfehlen wir für die ersten Urlaubstage den Aufenthalt im Schatten. So kann sich Deine Haut nach und nach an die Sonneneinstrahlung gewöhnen und einen Eigenschutz aufbauen. Bei einer leicht vorgebräunten Haut besteht ein geringeres Risiko, einen Sonnenbrand zu bekommen. Dies solltest Du vor allem beherzigen, wenn Du im Winter in ein sonniges Land verreist oder in den Skiurlaub fährst.

Der Besuch des Solariums ist vorm Urlaub nicht als Sonnenschutzmaßnahme sinnvoll. Die künstliche Sonne ist mit der natürlichen Strahlung nicht vergleichbar und bereitet Deine Haut nicht auf das Bad in der Sonne vor.

Sonnencremes allein reichen nicht aus

Sonnencreme bleibt wichtig, sollte aber nicht der einzige Schutz sein. Entscheidend sind:

  • ein ausreichend hoher Lichtschutzfaktor
  • regelmäßiges Nachcremen
  • Schattenpausen
  • UV-Kleidung
  • und das Meiden intensiver Mittagssonne.

Besonders am Meer, im Schnee oder in Ländern mit hoher UV-Belastung empfiehlt sich ein hoher Lichtschutzfaktor.

In einigen Ländern gilt ein Sonnencreme-Verbot

Ja, das stimmt. Einige Reiseziele schränken bestimmte Sonnencremes inzwischen ein oder verbieten einzelne Inhaltsstoffe. Hintergrund ist der Schutz empfindlicher Korallenriffe und Meeresökosysteme. Vor allem UV-Filter wie Oxybenzon oder Octinoxat stehen in der Kritik. Reiseziele wie Hawaii, Palau oder einige Regionen in Thailand setzen deshalb verstärkt auf riffschonendere Alternativen.

Wer Medikamente nimmt, darf nicht in die Sonne.

Auch das stimmt. Manche Medikamente können die Haut lichtempfindlicher machen – darunter bestimmte Antibiotika, Cortison oder Malariaprophylaxen. Dadurch steigt das Risiko für Hautreizungen oder Sonnenbrand. Im Zweifel solltest Du Dich vor der Reise ärztlich beraten lassen.

Vitamine sind ein guter Sonnenschutz im Urlaub

Bestimmte Vitamine und Antioxidantien können die Haut unterstützen, ersetzen aber keinen klassischen Sonnenschutz. Besonders Lebensmittel mit Betacarotin oder Vitamin C gelten als sinnvoll für die Haut. Trotzdem bleiben Sonnencreme, Kleidung und Schatten die wichtigsten Schutzmaßnahmen im Urlaub.

Bei einem Sonnenbrand niemals die Haut mit Eis kühlen

Ja, das stimmt. Die geröteten Stellen solltest Du zwar gut kühlen, aber niemals mit Eis oder Kühlpacks, sondern mit feuchten Tüchern oder After-Sun-Lotions. Da bei einem Sonnenbrand die normale Hautbarriere gestört ist, kann es zu Erfrierungen kommen. Wenn ein Sonnenbrand droht, suche sofort den Schatten auf und schütze die betroffenen Hautpartien auch in den nächsten Tagen vor direkter Sonneneinstrahlung.

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