Vorbereitet in die Ferien
Reiseapotheke im Sommer: Was nicht fehlen sollte
Die Ferienzeit verspricht Entspannung, fremde Eindrücke und Abstand vom gewohnten Alltag. Allerdings offenbart sich gerade dann, wie rasch kleinere gesundheitliche Störungen die Urlaubsfreude trüben können. Hohe Temperaturen, veränderte Essgewohnheiten, ausgedehnte Anreisen oder vermehrte Aufenthalte unter freiem Himmel sorgen dafür, dass bestimmte Unpässlichkeiten öfter vorkommen als daheim. Eine sorgfältig zusammengestellte Reiseapotheke stellt daher keine überflüssige Lästigkeit dar, sondern eine nützliche Begleiterin, der im kritischen Augenblick Zeit, Nerven und mitunter auch den Gang zur Praxis ersparen kann.
Von Kopfweh bis Fieber: Gut vorbereitet auf Reisen
Kopfweh nach ausgedehnten Autofahrten, erhöhte Temperatur bei Infekten oder Muskelleiden nach ungewohnter Belastung zählen zu den häufigsten Anlässen, weshalb UrlauberInnen im Urlaub auf Arzneimittel angewiesen sind. Dabei greifen viele auf erprobte Wirkstoffe zurück, die auch daheim im Medikamentenschrank lagern. Besonders weit verbreitet sind Ibuprofen und Paracetamol, die sowohl schmerzstillend als auch temperatursenkend wirken können.
Wer jedoch in tropische oder subtropische Regionen aufbricht, sollte bedenken: In Gebieten mit Dengue-Risiko wird von reisemedizinischen Empfehlungen, beispielsweise der Österreichischen Apothekerkammer, von gerinnungsbeeinflussenden Schmerzmitteln abgeraten. Acetylsalicylsäure (ASS) und vorsorglich auch entzündungshemmende Wirkstoffe wie Ibuprofen sollten dort vermieden und stattdessen Paracetamol bevorzugt werden, da Dengue-Fieber zu einer erhöhten Blutungsneigung führen kann.
Ein digitales Fieberthermometer ermöglicht es, eine erhöhte Temperatur zuverlässig zu bestimmen, anstatt sie lediglich zu vermuten. In vielen Situationen genügt bereits eine kurzzeitige Anwendung, um die Urlaubszeit wieder angenehm fortführen zu können.
Verdauungstrakt als sensibler Urlaubsbegleiter
Ein typisches Urlaubsproblem stellen Verdauungsbeschwerden dar. Ursache ist zumeist nicht das Klima an sich, sondern kontaminierte Nahrungsmittel oder belastetes Trinkwasser, etwa durch ungekochte Gerichte, ungeschälte Früchte oder Eiswürfel, die aus nicht aufbereitetem Wasser stammen können. Auch ungewohnte, intensiv gewürzte Speisen können den Verdauungstrakt zusätzlich beanspruchen.
Insbesondere Durchfall stellt dabei ein verbreitetes Problem dar, das nicht nur lästig ist, sondern auch den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt belastet. Elektrolytlösungen gehören daher in jede Reiseapotheke, um den Organismus rasch wieder zu stabilisieren und Kreislaufbeschwerden vorzubeugen. Mittel gegen akuten Durchfall können kurzfristig helfen; bei Fieber, Blut im Stuhl oder anhaltenden Beschwerden ist allerdings ärztlicher Rat angezeigt.
Sonne, Haut und kleinere Verletzungen
In der Sommerzeit spielt die Haut eine zentrale Rolle, denn sie ist dauerhaft Sonne, Wasser und Bewegung ausgesetzt. Sonnenbrand entwickelt sich oft rascher als erwartet, insbesondere in den ersten Urlaubstagen. Kühlende Gels, beruhigende Lotionen und eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sind daher essenziell.
Auch kleinere Schnitt- oder Schürfwunden, die Du Dir etwa beim Sport oder beim Spaziergang über unebenes Gelände zuziehen könntest, solltest Du nicht unterschätzen. Desinfektionsmittel, Pflaster und etwas Verbandmaterial sorgen dafür, dass aus kleineren Verletzungen keine größeren Probleme werden.
Reisekrankheit, Allergien & Co
Neben den klassischen Beschwerden empfiehlt es sich, auch an Reisekrankheit, Insektenstiche und allergische Reaktionen zu denken. Gerade bei langen Fahrten oder Bootsausflügen kann es zu Übelkeit kommen, während Insektenstiche im Sommer nahezu unvermeidlich sind. Ein Mücken- und Zeckenschutz beugt Stichen vor; juckreizstillende Gels oder Antihistaminika lindern den Juckreiz und leichte örtliche Reaktionen.
Wichtig ist die Unterscheidung: Bei einer schweren allergischen Reaktion reichen Antihistaminika nicht aus. Wer eine bekannte Insektengift- oder andere schwere Allergie hat, sollte das ärztlich verordnete Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor mitführen – und bei Anzeichen einer starken Reaktion wie Atemnot, Kreislaufproblemen oder Schwellungen im Gesichts- und Halsbereich sofort anwenden und den Notruf wählen.
Ebenso sinnvoll ist es, persönliche Medikamente in ausreichender Menge mitzunehmen, da sie im Ausland nicht immer unter denselben Bedingungen erhältlich sind.
Vorbereitung als Bestandteil der Erholung
Eine gut ausgestattete Reiseapotheke bedeutet nicht, mit dem Schlimmsten zu rechnen, sondern mit realistischen Situationen umzugehen, die im Urlaub auftreten können. Wer vorbereitet ist, kann Beschwerden schneller einordnen und flexibler agieren, wenn etwas nicht nach Plan läuft. So bleibt der Fokus dort, wo er hingehört: auf Erholung, neue Eindrücke und eine unbeschwerte Sommerurlaubszeit.
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