ITA Airways erlaubt künftig größeren Hunden, in der Kabine statt im Frachtraum zu reisen. © istock/GordZam
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Flugreisen mit Hund

ITA Airways erlaubt größere Hunde in der Kabine

Flugreisen mit Haustieren zählen für viele Reisende zu den anspruchsvollsten Aspekten der Urlaubsplanung. Kleine Hunde und Katzen dürfen bei den meisten Airlines unter dem Vordersitz mitfliegen, doch für größere Tiere bleibt meist nur der Frachtraum. Die italienische Fluggesellschaft ITA Airways will diese Einschränkung nun für einen Teil ihrer Flüge aufheben.

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Grundlage dafür ist eine neue Regelung der italienischen Luftfahrtbehörde ENAC, die es Fluggesellschaften unter definierten Bedingungen erlauben soll, auch schwerere Haustiere in der Kabine zu transportieren. ITA Airways gehöre zu den ersten Airlines, die diese Option nutzen wollten, heißt es aus dem Unternehmen. Das Angebot sei zunächst auf Inlandsflüge innerhalb Italiens ausgerichtet. Branchenbeobachter werten das Vorhaben als möglichen Ausgangspunkt für veränderte Beförderungsregeln im europäischen Luftverkehr.

Für viele Menschen sind Hunde vollwertige Familienmitglieder – nur logisch, dass diese im Flieger auf einem eigenen Sitzplatz dabei sein sollen. © istock/galina ermolaeva
Für viele Menschen sind Hunde vollwertige Familienmitglieder – nur logisch, dass diese im Flieger auf einem eigenen Sitzplatz dabei sein sollen. © istock/galina ermolaeva

Neue Gewichtsgrenzen für Hunde an Bord

Bislang galt bei den meisten Fluggesellschaften eine Gewichtsgrenze von rund acht Kilogramm inklusive Transporttasche für Haustiere in der Kabine. ITA Airways ließ bisher Tiere bis zu zehn Kilogramm zu. Alles darüber musste im Frachtraum transportiert werden.

Den neuen Plänen zufolge sollen künftig Hunde mit einem Körpergewicht von bis zu rund 30 Kilogramm in der Kabine befördert werden dürfen. Das Tier wird dabei im Bereich des Fensterplatzes auf dem Boden auf einer speziellen Unterlage untergebracht, direkt neben dem Besitzenden. Leine und Maulkorb sind Pflicht, Gehen oder Notausgänge dürfen zu keinem Zeitpunkt blockiert werden. Während Start und Landung gelten zusätzliche Sicherungsvorschriften.

Die Airline behält sich außerdem vor, Transportanfragen im Vorfeld einzeln zu prüfen. Tiergröße, verfügbare Sitzplätze sowie flugzeugspezifische Einschränkungen könnten dabei eine Rolle spielen.

Kleine Hunde haben es bisher einfacher und dürfen bei den meisten Airlines in einem eigenen Transportbehälter mit in die Kabine. © istock/Eva Blanco
Kleine Hunde haben es bisher einfacher und dürfen bei den meisten Airlines in einem eigenen Transportbehälter mit in die Kabine. © istock/Eva Blanco

Buchung und Kosten: Ein Sitzplatz für das Tier

Konkrete Preise für die Beförderung größerer Hunde in der Kabine hat ITA Airways bisher nicht kommuniziert. Da jedoch ein zusätzlicher Sitzplatz gebucht werden müsse, dürften die Kosten deutlich über denen für kleine Haustiere liegen.

Für den Transport kleiner Tiere verlangt die Airline je nach Strecke eine Zusatzgebühr. Im Frachtraum fallen die Kosten je nach Route und Transportboxgröße in der Regel höher aus. Eine Voranmeldung bei der Airline ist in jedem Fall erforderlich, da die Zahl der Tiere pro Flug begrenzt ist.

Für Reisen innerhalb der Europäischen Union gelten zudem die üblichen veterinärrechtlichen Vorgaben: ein gültiger EU-Heimtierausweis sowie der Nachweis der vorgeschriebenen Schutzimpfungen sind vorzulegen.

ITA Airways fliegt jede Woche dutzendfach zwischen Deutschland und Italien. © istock/Mrkit99
ITA Airways fliegt jede Woche dutzendfach zwischen Deutschland und Italien. © istock/Mrkit99

Deutschland als bedeutender Markt der Airline

Deutschland gehört zu den wichtigsten Auslandsmärkten von ITA Airways. Die Gesellschaft verbindet mehrere deutsche Flughäfen regelmäßig mit ihren Drehkreuzen in Rom-Fiumicino und Mailand-Linate. Von dort bestehen zahlreiche Anschlussverbindungen innerhalb Italiens sowie zu interkontinentalen Zielen – etwa nach Nordamerika, Südamerika und Asien. Viele dieser Flüge dienen als Zubringer zu Langstreckenverbindungen der Airline.

Wachsender Trend zu tierfreundlichem Fliegen

Das Vorhaben fügt sich in eine Entwicklung, die die Luftfahrtbranche seit einigen Jahren beschäftigt. Für viele Reisende gehören Haustiere zur Familie, weshalb der Wunsch wächst, Tiere möglichst nahe bei ihren HalterInnen transportieren zu können.

Der Transport im Frachtraum wird von einem Teil der TierhalterInnen kritisch bewertet, da er für die Tiere mit Stress verbunden sein kann. BefürworterInnen des neuen Modells sehen darin deshalb einen möglichen Fortschritt sowohl beim Tierschutz als auch bei den Reisemöglichkeiten für HaustierbesitzerInnen.

Ob sich das Konzept dauerhaft etablieren wird, dürfte sich erst nach einer Testphase zeigen. Sollte der Ansatz Überzeugung gewinnen, könnte Italien als Vorreiter für neue Standards im europäischen Luftverkehr gelten – Standards, die künftig auch größeren Vierbeinern den Platz in der Kabine neben ihren Besitzenden ermöglichen.

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Quelle: spot on news