8-stöckiges Haupthaus am Hang mit Bungalows weit verteilt in der recht steilen Anlage. Vor 10-15 Jahren mag dieses Hotel einmal 4 Sterne Charakter besessen haben. Heute ist davon nicht mehr viel übrig. Der Garten ist verwildert und besticht durch traurige, verdörrte Pflanzen. Alles wirkt alt, verwohnt und schmuddelig. Einzig spektakulär ist die Aussicht. Größtenteils Familien mit kleinen Kindern. Der Hauptanteil der Gäste kommt aus den Ostblockstaaten. Ein Teil Bewohner aus Benelux, vereinzelte Griechen und Deutsche. Resümee: wer wenig von seinem Urlaub erwartet und keine Ansprüche stellt, mag es hier gut finden. Allen anderen kann ich nur dringend von einem Aufenthalt hier abraten. Wenn hier nicht bald gründlich renoviert und investiert wird, heißt es sicher sehr bald Kalinichta Sunshine Club Korfu, die Lichter gehen hier für immer aus.
Wir wohnten im 4. Stock mit sensationellem Meerblick. Das Zimmer ist sehr klein. Verwohnte, alte Möbel, gammeliges Bad mit Schimmelpilz am Duschvorhang und alles ziemlich schmuddelig. Ein penetranter Geruch nach Kanalisation zieht aus dem Bad durch das gesamte Zimmer. Die Aufforderung, kein Toilettenpapier ins WC zu werfen wurde von uns konsequent ignoriert, ist aber offenbar auf Korfu nicht unüblich. Man brauchte den vollen Körpereinsatz um die Spülung überhaupt in Gang zu kriegen. Für kleinere Kinder nahezu unmöglich. Die Klimaanlage funktioniert recht gut. Nur leider hat das Zimmermädchen ständig die Balkontür offen gelassen, was weder sehr wirtschaftlich ist noch zu einer angenehmen Temperierung des Raumes beiträgt. Um den Safe, vorsintflutliches Modell mit Schlüssel, zu erreichen, brauchte ich einen Stuhl. Der Fernseher funktionierte meistens. Als deutsche Programme kann man ARD, ZDF, RTL und VOX empfangen. Bei Starkwind kann es schon mal passieren, das vereinzelte Brocken Mauerwerk auf den Balkon stürzen. Das Telefonieren vom Zimmer aus sollte man sich tunlichst verkneifen bei einem Preis von 2,- € pro Minute.
Für das Essen vergebe ich 2 Sonnen. Eine aus Dankbarkeit dafür, das wir uns keine Lebensmittelvergiftung zugezogen haben. Die zweite für die wenigen "Highlights" die uns in dieser 1 Woche beschert wurden. Diese bestanden aus Wienerschnitzel, Hähnchennuggetts und Kalbsleber. Das meiste was einem dort aufgetischt wurde, war von sehr minderer Qualität. Fettes Fleisch, vor Öl triefende Ragouts und Nudeln, immer gleiche Salate ( meistens sehr Mayo lastig und aus Resten des Vortages) und laschem, ungewürztem Gemüse, fast immer gleich. Oftmals bildeten sich enorme Schlangen vor den leeren Trögen bei Alltäglichem wie Pommes oder Nudeln, da die Küche nicht nach kam. Nach 3 Tagen ereilte mich ein derartiger Ekel, dass ich fast nur noch Brot und Käse essen konnte. In den 2 Bars ( eine davon am Activitypool) herrschte ausschliesslich Selbstbedienung. Man konnte zwischen 8 Cocktails wählen, die der jeweilige Keeper nach Gutdünken zusammen schüttete. Alle Getränke, auch Cola, Limo und Säfte bestanden aus Noname Produkten. Was man auch deutlich schmeckte. Am Dienstag war der Süßstoff in der Hauptbar alle. Nach sagenhaften 2 Tagen war man dieses offenbar elemantaren Problems habhaft geworden und man konnte seinen Espresso wieder süßen. Die Freude war unbeschreiblich...;-) Die "SpezialitätenRestaurants" wurden von uns nicht besucht. Auf noch mehr Enttäuschungen waren wir nicht scharf. Die Forderung, mit langen Hosen beim Abendessen zu erscheinen, wurde weitestgehend ignoriert. Gerade bei den osteuropäischen Mitreisenden entsprachen Schwimmshorts, Muskelshirts und Badelatschen dem angesagten Dresscode. Das Verbot, kein Essen aus dem Speisesaal mit zu nehmen war völlig überflüssig. Eher wäre man versucht gewesen, etwas Genießbares mit rein zu schmuggeln...!
Inkompetentes, gelangweiltes und lahmes Personal im Servicebereich. Der deutschen Sprache sowieso nicht, der englischen nur sehr bedingt mächtig. Oftmals stand das dreckige Geschirr von Vorspeise und Hauptgang noch auf dem Tisch wenn man beim Nachtisch angelangt war. Die Zimmerreinigung war eine Katastrophe. Der Fußboden war grundsätzlich dreckig, der Balkon nicht barfuß zu betreten. Einmal liehen wir uns vom Zimmermädchen den Besen um den Balkon, der sichtbar verschmutzt war, selbst zu fegen nachdem die Zimmerreinigung ihrerseits erledigt war. Unsere kaputte Toilette wurde nach erstmaliger Bitte am Morgen und dreifachen Erinnerungen über den Tag dann endlich mal am Spätnachmittag repariert. Danke an dieser Stelle an Savvas von der Rezeption der sich dann der Sache annahm. Verbote wohin man sieht: Eltern haften für Kinder, Baden nur von 09. 00 - 21. 00 Uhr, Kinder unter 12 dürfen nicht alleine Fahrstuhl fahren, Liegen reservieren ( anderenorts berechtigterweise untersagt ) erst ab 08. 00 Uhr...etc...
Der "Strand" ist leider nur als schlechter Witz zu bezeichnen. Winzig klein, steinig, überfüllt. Über steile Stufen oder 2 Fahrstühle zu erreichen. Als Toiletten dienen 2 "Dixiklos"; schön in der prallen Sonnen drapiert. Der "Ort" besteht aus einem Reisebüro, Autovermietung, zigarettenfreien Minimarkt, Souvenirshop mit Olivenöl Produkten und einem gammeligen Pub. Die Transferzeit vom Flughafen beträgt ca 1 1/4 Std, wobei vorher ca 4-5 Hotels angefahren werden. Wir haben einen Ausflug namens Corfu Shopping by boat mitgemacht. Hier wird man gegen 18 Uhr am Steg des Hotels abgeholt, 45 Minuten bis Korfu Stadt übergesetzt und um 22 Uhr wieder abgeholt. Mit 28 ,- € p. P. meines Erachtens nach völlig überteuert.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Es gibt 2 Pools. Der Activitypool mit einfältiger und dilettantischer "Unterhaltung". Die Aquagymnastik hätte auch von einer rüstigen 90 Jährigen vorgeturnt werden können. Wasserball wurde mehr oder weniger in Eigenregie durchgeführt. Unter einem Sonnensegel wurde getanzt, wer es mag während der Mittagshitze...und nicht zu vergessen die Tischtennisplatte in brütender Sonne. Am Relaxpool fehlen eine Bar und ordentliche sanitäre Einrichtungen. Die Sonnenschirme sind in der ganzen Anlage sehr lichtdurchlässig. Bei geringem Wind stürzen sie um oder werden, bevor das geschehen kann, von einem Mitarbeiter zusammen geklappt. Im Minimarkt kann man außer aktuellen Tageszeitungen und Getränken für die Minibar auch völlig überteuerte und gefakte ( D&G, Dior...) Shirts erstehen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 1 Woche im Juli 2008 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Anke |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 2 |


