- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Das Hauptgebäude des Hotels, in dem 80 der insgesamt 238 Zimmer liegen, ist im Stile einer Kolonialvilla gebaut, etwa 60 der in diesem Gebäude gelegenen Zimmer haben Palmen- und Meerblick, die restlichen 20 gehen zur Seite hinaus und sind nicht besonders ruhig (Generatorenlärm auf der einen Seite, Musikkulisse des Restaurants auf der anderen). Zu beiden Seiten des "Manor House" gibt es jeweils acht Beach Villas, die jeweils um ein begrüntes Areal gebaut sind (eines davon ist das Putting Green), und die jeweils noch einmal zehn Zimmer beherbergen. Um gleich einen Tipp einzufügen: Die unserer Meinung nach besten (ruhigsten) Zimmer liegen in den südlichen Beach-Villas (Zimmernummern 201 - 290), wobei uns die Zimmer im ersten Stock (227 - 230, 237 - 240 etc.) angenehmer erschienen, da sie von außen nicht eingesehen werden können (die Zimmer im Erdgeschoss haben Terrasse und keinen Sichtschutz). Rezeption, Restaurant und Shopping-Galerie befinden sich in einem architektonisch sehr interessanten, zur Meerseite hin völlig offenen Gebäude, bei dem man sich nie sicher ist, ob man nun drinnen oder draußen ist - sehr reizvoll. Wir haben das als sehr angenehm empfunden. Das Hotel ist relativ neu (1996 gebaut) und in entsprechendem Zustand. Die Anlage wird sehr gut gepflegt, man hat den Eindruck, das Personal ist 24 Stunden am Tag im Einsatz, um die Anlage in Schuss zu halten. Zur Anlage gehört ein Teich mit Flamingos, Pelikanen, Schwänen, exotischen Enten und Vögeln, die einen Besuch im nahen Vogelpark beinahe überflüssig machen. Mit vielen der Vögel teilt man übrigens allmorgendlich das Frühstück, dafür hat man hier dann abends ein wunderbares Konzert ... Das Preis-Leistungsverhältnis im Hotel ist okay, was die Getränke betrifft (1,5 l stilles Mineralwasser im Restaurant ca. 2 Euro, 0,3 l Bier kosten etwa 2,50 Euro, 1/4 Liter Hauswein etwa 6,50 Euro), auch in der Minibar übrigens, die nicht wesentlich teurer ist als das Restaurant. Natürlich gibt es alles im Lebensmittelladen viel, viel billiger, aber verglichen mit Gastronomiepreisen in Mitteleuropa ist das Preisniveau fair. Geschröpft wird man nur, wenn man Dinge des täglichen Bedarfs (Zahnpasta, Shampoo) in der Hotelboutique kaufen will: bis zum Zehnfachen des gewöhnlichen Preises muss man dann einkalkulieren. Gästestruktur: zu Beginn unseres Aufenthaltes ruhig, international und gut gemischt, gegen Ende des Aufenthaltes Invasion von l-tur-Touristen eher mäßigen Niveaus (böse gesprochen: der Ballermann ist zu Geld gekommen). Wir waren mit dem Grazer Unternehmen Gruber Reisen unterwegs und waren mit dem Preis-Leistungsverhältnis sehr zufrieden (1.800 Euro für 2 Wochen Halbpension, mit Taxi-Transfer). Die Katalogpreise von Meier's oder Thomas Cook halten wir für übertrieben und nicht angemessen. Auch zu den Ausflügen sei unser Tipp wiederholt: KEINEN Mietwagen nehmen (es herrscht Linksverkehr, die Beschilderung ist sehr schlecht, die Straßen oft in weniger tollem Zustand, die Mauritianer fahren prinzipiell sehr "robust"), sondern einen Taxi-Fahrer als Chauffeur. Preis hart aber freundlich aushandeln (nicht mehr als 1.500 Rupien in den Norden, nicht mehr als 1.800 in den Süden zahlen). Nach Port Louis sollte man mit dem Linienbus fahren, dann wird schon Hin- und Rückfahrt zum Erlebnis. Port Louis selbst ist zum Teil ein Kulturschock, sollte man aber besucht haben. Ansonsten: Cap Malheureux ist sehr schön, Grand Baie lohnt für einen Bummel, der Hindu-Tempel in Triolet ist für Interessierte ganz nett. Im Süden: Curepipe ist einen Enkaufsbummel wert (Diane Craft Shop für Holzkunst und Kashmir-Schals, Tulsidas für indische Kleidung), die Bois-Chery-Teeplantage ist einen Besuch wert, auch Grand Bassin und der Nationalpark. Einen Abstecher an das Cap Gris Gris sollte man ebenfalls machen, die Fahrt entlang der Küste von Baie du Cap über Le Morne und Tamarin zurücl nach Flic en Flac ist ebenfalls sehr schön. Am Strand werden zahlreiche Bootstouren angeboten, oftmals von eher windigen Gestalten. Empfehlen können wir (siehe oben) die vom Hotel angebotene Motorboot-Tour zu den Delphinen (zu denen man auch ins Wasser gelassen wird zum Tauchen).
Die Zimmer sind etwa 40 Quadratmeter groß und - wenn man ein Zimmer mit einem (sehr komfortablen) Kingsize-Bett erwischt - sehr geräumig (in den Zimmern mit zwei Queensize-Betten geht einiges an Platz verloren). Der Balkon bzw. die Terrasse ist mit Rattan-Mobiliar ausgestattet, das Zimmer selbst mit rustikalen (aber im Prinzip recht einfachem) Landhausstil-Möbeln. Seine Garderobe bringt man in einem geräumigen Wandschrank unter, Sitz- und Schreibgelegenheit gibt es ebenfalls. Die Zimmer haben alle selbstverständlich Klimaanlage, Radio, Telefon, TV (sogar ZDF- und BBC-Empfang, wer's braucht), Fön, Bademäntel, Regenschirm (!), das Badezimmer allerdings entspricht nicht internationalem 5-Sterne-Standard: Die Klospülung funktioniert nur nach gutem Zureden, die Duscharmatur ist fest installiert und nicht besonders flexibel (vom Optischen einmal gar nicht zu reden), durch den etwas laffen Duschvorhang setzt man das Bad auch schon mal unbeabsichtigt unter Wasser. Ärgerlich fallen schwarze Schimmelflecken in den Fugen auf. Hier ist eine Renovierung angesagt. Für Damen mit ausgiebigen Schmink-Ambitionen dürfte die Beleuchtung übrigens eine Katastrophe sein. Die Zimmer sind durch den Fliesenboden und die auch im mediterranen Raum verwendete Beton-Schachtelbauweise relativ hellhörig. Da das Publikum normalerweise aber zur eher ruhigen Sorte gehört, sollte das (besonders in den Beach Villas) nicht so störend sein. Unsere persönliche Empfehlung sei hier noch einmal wiederholt: die Beach Villas im südlichen Areal (Zimmer 201 - 290) dürften die ruhigsten sein. Zimmer im ersten Stock sollte man auf jeden Fall bevorzugen.
Frühstück und Abendessen werden prinzipiell im Hauptrestaurant "Mon Plaisir" eingenommen. Dieses hat etwa 400 überdachte und 200 nicht überdachte Plätze. Die Atmosphäre ist trotz der Größe noch gemütlich, wenn man die Standardzeiten (Frühstück um halb neun und Abendessen um acht) meidet. Geöffnet ist morgens von 7.30 bis 10.30 Uhr (ab 4.30 bekommt man allerdings schon ein "Continental Breakfast"), abends von 19.00 bis 22.00 Uhr. Alternativen: mittags und abends das mediterrane Restaurant "Citronella's" oder mittags die Pool-Bar und das Hauptrestaurant. Die Essensqualität entspricht gehobenem Vier-Sterne-Anspruch, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Die Auswahl an den Buffets wird mit der Zeit etwas fad (auch wenn das Salat-Buffet wirklich gut ist), die Menüs wiederholen sich zum Teil bereits nach einer Woche. Interessant ist immerhin der Wechsel zwischen Menüs und Buffet (ca. 2-3 mal die Woche ist Buffet). Geschmackliche Akzente werden nicht gesetzt, die Hauptspeisen werden allesamt sehr ähnlich gewürzt (egal ob Fisch, Huhn, Lamm, Rind oder Schwein), die Desserts sind (mit Ausnahme des Eises) indiskutabel für ein 5-Sterne-Restaurant.
Nach den ersten Tagen unseres Aufenthaltes bemessen, hätten wir hier getrost 6 Sonnen vergeben können: Musterhafter Check-in, schon fast übermäßige Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, Zimmerwechsel ohne Wenn und Aber möglich (wir hatten eines der lauteren Zimmer bekommen und nur höflich gefragt, ob eventuell ein Zimmerwechsel möglich wäre - kaum ausgesprochen, wurde das auch schon veranlasst). Auch der Service im Restaurant war zunächst vorbildlich, fast schon ein bisschen überkandidelt (der Teller wird einem beim Buffet abgenommen und zum Tisch hinterher getragen). Wenn das Hotel voll belegt ist allerdings, leidet der Service spürbar: dann wartet man beim Menü auch schon mal eine Viertelstunde auf den nächsten Gang (kellnerabhängig), das Personal macht teilweise einen eher gestressten Eindruch und wirkt nicht immer gut organisiert. Nach dem der Check-out zum Desaster wurde (wegen eines Computerfehlers mussten wir fast eine Stunde warten, bevor wir abreisen konnten), gibt es hier nur vier Sonnen. Prinzipiell: das Personal spricht englich und französisch, einige Mitarbeiter sprechen auch deutsch und / oder italienisch. Die Zimmerreinigung ist ordentlich, mit der Dekoration gibt man sich sehr viel Mühe (Blumenschmuck, drapierte Handtücher etc.), einziges Manko: staubwischen auf dem Mobiliar gibts nicht. Für wen es wichtig ist: beim Nachfüllen der Minibar lässt man sich auch schon mal ein paar Tage Zeit. Zum Umgang mit Trinkgeldern: Das Hotel hat einen Trinkgeld-Account, auf den man bei Abreise oder wann auch immer einzahlen kann. Man kann verfügen, dass das Geld auf das gesamte Personal aufgeteilt wird oder es einem oder mehreren bestimmten Mitarbeitern zukommen lassen. - Es dürfte allerdings wohl auch so sein, dass sich das Zimmermädchen über einen 100-Rupien-Schein, den man ihm persönlich in die Hand gibt, noch etwas mehr freut.
Die Lage am Strand von Flic en Flac könnte besser kaum sein. Auf einem Strandabschnitt von etwa 500 Metern sind die maximal 500 Hotelgäste beinahe unter sich. Auf der einen Seite schließt sich das Schwesterhotel La Pirogue an, dessen Einrichtungen mitbenutzt werden können, auf der anderen Seite zunächst ein etwa 200 Meter langer public beach, an dem es am Wochenende auch schon mal etwas lebhafter zugehen kann, und dann das Hilton Hotel (nicht ganz unser Fall). Bei Ebbe ist das Meer nicht zum Schwimmen geeignet und auch bei Flut ist das Wasser an vielen Stellen sehr flach. Am Strand und in den markierten Schwimmarealen sind Badeschuhe nicht unbedingt notwendig, wenn man ein wenig Acht gibt, wenn man ein wenig in Richtung des Korallenriffs schwimmen will, sollte man unbedingt welche mitnehmen. Die Unterhaltungsmöglichkeiten außerhalb des Hotels sind sehr eingeschränkt: der Ort Flic en Flac ist etwa eine halbe Stunde zu Fuß entfernt und bietet auch nicht gerade ein interessantes Abend- und Nachtleben, in direkter Hotelumgebung ist rein gar nichts vorhanden (uns hat es nicht gestört, weil wir es ohnehin gerne etwas ruhiger haben). Wer abends flanieren und/oder shoppen will, sollte unbedingt NICHT an die Westküste fahren, sondern nach Grand Baie. Die Verkehrsanbindung des Hotels ist gut: Der öffentliche Bus nach Quatre Bornes oder Port Louis fährt in unregelmäßigen Abständen zwischen ca. 7 und 18 Uhr (ca. alle 15 Minuten kommt ein Bus), vor dem Hotel stehen immer Taxen bereit. Eine Fahrt mit dem Linienbus nach Port Louis (25 km entfernt) kostet umgerechnet 60 Cent und sollte unbedingt unternommen werden. Für eine Inselerkundung sollte man sich KEINEN Mietwagen nehmen. Stressärmer und kaum teurer ist es, wenn man sich einen Taxifahrer als Chauffeur nimmt, mit ihm eine Route bespricht und dann den Preis aushandelt. Für einen ganzen Tag (8.30 bis 18.00 Uhr) sollte man je nach Distanz zwischen 1.500 und 1.800 Rupien (ca. 46 bis 55 Euro) ausgeben. Viele Taxifahrer sind außerdem gar nicht so üble Guides. Die organisierten Touren vom Hotel (White Sand Tours) kann man getrost bleiben lassen. Transferzeit zum Flughafen: 45 Minuten mit dem Taxi.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Alle vier Tage erhält man die Resort-Gazette ins Zimmer, in der man das tägliche Animationsprogramm nachlesen kann. Wir haben es nie in Anspruch genommen, das Angebot wäre aber umfangreich genug gewesen, sich den Tag über zu beschäftigen. Empfehlenswert ist aber auf jeden Fall, die kostenlosen Sport-Angebote in Anspruch zu nehmen: Tischtennis, Volleyball, Badminton, Minigolf (La Pirogue), Putten, Tretboot, Kajak, Fun-Boat, Segeln, Surfen. Ganz nett ist auch die Fahrt mit dem Glasbodenboot, interessanter jedoch ein 2-stündiger Trip mit dem Motorboot zu den Delphinen im Norden der Bucht und in Tamarin. Der Ausflug, den man beim Boot-House und nicht bei einem der vielen Strandanbieter reservieren sollte, kostet knapp 60 Euro für zwei Personen und ist sein Geld durchaus wert (Sonntag ist btw. ein guter Tag für diese Unternehmung). Der Swimming-Pool sowohl im Sugar Beach als auch im La Pirogue ist sehr schön gestaltet, ganz nett, um mal die eine oder andere Runde zu schwimmen, allerdings nicht besonders warm. Badetücher für Pool und Strand erhält man gegen die Towel Card täglich kostenlos, Schirme und Liegen am Strand sind ebenfalls inklusive. Am Pool sind Liegen im Überfluss vorhanden, am Strand kann es einem passieren, dass man schon mal 100 Meter laufen muss. Einige frühere Mallorca-Urlauber haben übrigens die Unart des Liegen-Reservierens nun auch nach Mauritius eingeführt. Gottlob ist dieser Blödsinn noch nicht gar zu sehr verbreitet.
Infos zur Reise | |
---|---|
Verreist als: | Paar |
Dauer: | 2 Wochen im September 2004 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
---|---|
Vorname: | Thorsten |
Alter: | 31-35 |
Bewertungen: | 2 |