- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Nach fast siebenstündiger Anfahrt aus dem Westen Deutschlands hatten wir schon gehofft, dass der Stress mit Ankunft im Hotel ein Ende haben würde. Was wir dann allerdings erlebt haben, hat unsere Erwartungen übertroffen. In Berlin gibt es viele Hotels mit fünf Sternen, doch wer nicht zwingend in der Innenstadt unterkommen will und zudem etwas Besonderes sucht, ist im "Schlosshotel im Grundewald" (SchHG) bestens aufgehoben. Und dies vor allem deswegen, weil der Service seinesgleichen sucht. Sicher, es gibt Schlosshotels, die wirklich welche sind (das Schlosshotel im Grunewald ist eher ein Palais, wenn auch ein gewaltiges); auch gibt es Hotels, die zwar auch schon in die Jahre gekommen sind, aber im Detail noch etwas pfiffiger ausgestattet sein mögen. Doch was man in einem solchen Fünf-Sterne-Hotel eben hat oder nicht hat, ist der Service, von dem man im SchHG vollständig begeistert sein muss. Wenn die Aussage: "Es gibt keine zweite Chance für einen ersten schlechten Eindruck!" stimmt, dann macht man im SchHG alles richtig. So war es dann auch der wunderbare Empfangschef/Concierge am Freitag/Samstag, der zu den besten gehört, die wir jemals erlebt haben, der uns die Anstregungen der Anreise vergessen ließ. Abends hat dann auch noch der Barchef (in einer Hotelbar übrigens, die sich zB hinter der Elefanten-Bar im Aachener Quellenhof nicht zu verstecken braucht) alles richtig gemacht, so dass uns lediglich die Müdigkeit gegen 1.30 Uhr in's Bett getrieben hatte. Einfach großartig! Unser Zimmer selbst war charmant eingerichtet, unter dem Dach über Eck gelegen und mit (fast) allem ausgestattet, was man in dieser Kategorie erwarten darf. Aber das Beste war: Wir konnten bei geöffnetem Fenster schlafen! Von der Gästestruktur des Hauses haben wir nicht wirklich viel mitbekommen. Wir nehmen aber an, dass es sich - wie überall in solchen Häusern - um eher vermögende Gäste zT internationaler Herkunft handeln dürfte. Insgesamt ist das Hotel aber nur zu empfehlen! Die (wenige negative) Kritik bewegt sich hier auf hohem bis höchstem Niveau, ist aber angebracht, weil es doch gerade die USP, die Details gerade eines solchen Fünf-Sterne-Hauses sein müssten, die es von den anderen Häusern dieser Klasse abheben. Zwar dürfte das SchHG mit seinem einzigartigen Service und dem stilvollen Ambiente zu den besten, nicht nur deutschen Hotels gehören; doch wäre nur an bisschen Mehr an den richtigen Stellen noch besser. Wir werden auf jeden Fall wieder kommen, allein schon um zu sehen, ob man nicht vielleicht doch an dem einen oder anderen Detail noch bastelt. Übrigens: Schön stelle ich mir das SchHG auch zur Adventszeit vor, wenn es entsprechend geschmückt ist.
Wir hatten ein Superior-Zimmer gebucht, das unseren Ansprüchen in jeder Hinsicht genügte. An der Ausstattung, Sauberkeit und an dem Ambiente ist nichts zu kritisieren. Allenfalls könnte die Lage unter dem Dach im Sommer dazu führen, dass es recht warm wird. Zwar ist eine Klimaanlage vorhanden, doch jedenfalls wir mögen das nicht; wir schlafen lieber bei geöffnetem Fenster (was, wie bereits oben schon erwähnt, aber problemlos möglich ist). Auch sollte man nicht vergessen, angesichts der Dachschrägen und -balken gelegentlich den Kopf rechtzeitig einzuziehen; nach einem ausgiebigen Besuch in der wunderbaren Bar gilt also: "Vorsicht!". So bleiben - wieder mal - die Details, man könnte sie auch USP eines Fünf-Sterne-Hauses nennen. Schön war, dass die Benutzung der Minbar und der Genuss von (sehr guten, hauseigenen) "Nüsschen" frei war. Nicht schön war, dass es in der Minibar ausser Softs und Bier nichts wirklich "Prickelndes" gab. Dass Champagner nicht geht, verstehe ich; dass Prosecco/Sekt (zu "billig" für das Haus) auch nicht geht, verstehe ich auch. Dass die Gäste sich nicht "besaufen" sollen, auch klar! Aber wo ist das Problem, zB einen Cremant 'reinzustellen?! Das halte ich für möglich und auch angemessen. Nicht schön war auch, dass man dort keinen Teller mit frischem Obst oder - leider ein leidiges Thema auch in den besten Häusern Deutschlands - keine kleine Espessomaschine bereit hält. Wie kann das Thema möglich sein bei einem Superior-Zimmer in einem Fünf-Sterne-Haus? Warum geht das im Ausland, aber hierzulande nicht?
Leider konnten wir das Hotel-Restaurant nicht besuchen, weil wir dafür nur am Ankunftstag Zeit gehabt hätten und es gerade an diesem Abend eine offenbar polnische Hochzeitsgesellschaft hat richtig "krachen" lassen (Leider konnten wir auch nicht in die Gesellschaft unauffällig "einsickern" ;-), weil wir die - soweit ersichtlich - zT beachtliche Gewichtsklasse der dortigen Gäste (auch der Damen) nicht erreicht haben). Aber die Stimmung war dort ausgezeichnet, woraus wir geschlossen haben, dass sowohl Ambiente als auch "Versorgung" gestimmt haben mussten. Was also für die Bewertung bleibt, ist das Frühstück, das separat mit € 26,00 pP zu bezahlen ist. Lange schon rege ich mich nicht mehr über diese Zusatzkosten auf, die jedenfalls hier noch gerade an der Grenze dessen sind, was man akzeptieren kann - vom Grundsatz her. Indes fällt das Frühstück (nicht der Service!) leider deutlich ab. Irgendwie passt weder der Ort, eine angebaute "Situation aus Glas", noch die Aufmachung des Frühstücks zum Stil des Hauses, was übrigens ein "alter Hut" zu sein scheint; denn das Frühstück wurde auch hier schon kritisiert. Auch nicht wirklich überraschend ist, dass sonntags etwa gegen 10.00 Uhr die meisten Gäste zum Frühstück stürmen, was wegen der etwas beengten Platzverhältnisse (erst recht, wenn das Wetter schlecht ist und alle nur drinnen sitzen können) zu erheblicher Unruhe durch Tisch- und Stühlerücken (auch noch unbequemer Rattanstühle) führt. Fallen dann - wie an diesem Tage - auch noch offenbar Grunewalder Großfamilien in Kompaniestärke ein, wird es wirklich turbulent. Hier sollte die Hotelleitung mal in sich gehen und überlegen, wie diese Situation verbessert werden kann. Es passt so einfach nicht; der Früstücksraum ist viel zu klein und die Aufmachung des Frühstücks könnte auch besser sein!
Ausgezeichnet, in absolut jeder Hinsicht! Bravo!
Wer sich am Rande des Grunewalds im - jedenfalls dort - schönen Wilmersdorf einmietet, muss wissen, dass er nicht im Zentrum ist und überhaupt wegen der Weitläufigkeit mehr Zeit für Transfers einplanen muss. Dabei kann er aber auch gleich erleben und bestaunen, was dort für "tolle Hütten" stehen, großzügig und eingerahmt von altem Baumbestand, insgesamt eine Stimmung ergebend, wie es sie mE nur in Berlin gibt. Überhaupt ist Berlin, nicht nur hier, aber vor allem hier, eben Weltstadt! Und wie bei fast jeder Weltstadt ist sie natürlich auch pleite, was sich auf das private Vermögen aber offenbar nur insoweit auswirkt, als dass vor nicht wenigen Häusern keine BMW X5 mehr, sondern nur noch BMW X3 (freilich neues Modell) stehen. Wer nicht mit dem eigenen Auto unterwegs sein möchte, wird wegen der guten Verkehrsanbindung an den ÖPNV dennoch überall schnell sein können. Und wer die Ruhe schätzt, ist im SchHG ohnehin genau richtig. Fußläufig gibt es zudem einige gute, zumindest italienische Restaurants, bei denen man, so wie wir, nicht nur den ersten Abend ausgezeichnet verbringen kann.
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
Tja, der Wellness-Bereich! Leider muss man auch hier einen Stern in Abzug bringen, weil der Bereich "Pool plus Sauna" (nicht Wellness) doch schon sehr in die Jahre gekommen ist. Natürlich kann man in einem solchen Haus keine "Wellness-Landschaft" einrichten/erwarten, wie zB im Arosa Travemünde zu finden ist, weil der Platz einfach nicht da ist; doch ein bisschen mehr Klasse wäre schon schön. Nicht, dass es für unseren einmaligen, dortigen Besuch nicht gereicht hätte; es ist mehr eine gewisse "Lieblosigkeit". Auch fehlt die "ordnende Hand", der direkte Ansprechpartner vor Ort, die/den man hier vermisst. So mussten wir etwa 20 Minuten warten, bis wir einen Zusatz für einen Saunaaufguss erhielten, den wir - wie die Getränke übrigens auch - an der Rezeption bestellen mussten. Zwar weiß man, dass es nicht selten auch vermögende Gäste sind, die aus dem Saunabereich einfach die Sauna-Zusätze "mopsen", so dass eine separate Verwahrung nötig ist; doch meine ich, dass ein dort angebrachter und täglich aufzufüllender "Saunaaufgusszusatz-Spender", ähnlich einem Seifenspender, etwas sein könnte, den man den Gästen dort durchaus gönnen könnte - einfach und effektiv! Es bleibt also dabei: Der Bereich reicht für ein paar Runden im Pool aus, auch für Saunagänge ist das alles durchaus OK ; doch Wellness ist das nicht.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 1-3 Tage im Juli 2012 |
Reisegrund: | Sonstige |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Martin |
Alter: | 46-50 |
Bewertungen: | 3 |