Völlig unterschiedliche Hotelbewertungen im Vorfeld ließen uns ratlos, ob alle Verfasser wirklich im gleichen Hotel waren. Wir gehören nicht zu den Leuten, die das Haar in der Suppe suchen, aber im RC Agadir ist es leider so, dass die wirklich guten Leistungen einzelner Abteilungen durch Fehlleistungen in anderen Bereichen überlagert werden. Die Anlage ist gepflegt. Dass das Hotel erst 4 Jahre alt sein soll, kann man aber fast nicht glauben. Es wirkt teilweise sehr verwohnt. Es wird ein Clubrundgang, der ca. 60 Minuten dauert, angeboten der die wichtigsten Teile der Anlage erklärt oder man nimmt an einem Rundgang „Hinter den Kulissen“ (ca. 90 Min.) teil, bei dem man die Küche, den Bereich hinter der Bühne, den Keller und weitere Funktionsteile kennen lernen kann. Das Hotel ist eine Vorzeigeanlage in Sachen Ökologie . Strom wird über Sonnenkollektoren erzeugt, das Wasser aufbereitet und als Highlight gibt es einen Bio-Garten, in dem viel für die Küche selbst erzeugt wird. Dem Öko-Image widerspricht der inflationäre Gebrauch von Einweg-Wasserflaschen, Strandpappbechern und Strohhalmen. Kurze Strohhalme sogar zum Cappuccino! Aschenbecher muss man dafür suchen als wären sie vom Aussterben bedroht. Das Flair der Speisebereiche schwankt zwischen Freibadcharakter und Bahnhofshalle – verklebt und klappernder Lärm. Allenfalls der Bereich auf der Terrasse hat bzgl. der Lautstärke Urlaubsflair. Witzig sind die vielen Frösche die sich nachts auf dem Weg durchs Hotel tummeln. Eine bessere Beleuchtung wäre zugunsten der Tiere wünschenswert, damit man nicht aus Versehen auf sie drauftritt. Stellenweise ist es echt finster. Mücken haben uns nur in den Abendstunden am Strand mal angefallen – da aber richtig. Aut… hilft. Ansonsten tun die Frösche und der Mann mit dem Giftgebläse einen guten Job. Besonders stolz ist man seitens des RC Agadir darauf, dass in der Anlage eine von drei Hotelfachschulen in Afrika integriert ist. Sie lernen und fast alle, die uns bedient haben, waren bemüht… Das Wetter war Ende September durchwachsen. Einmal war dicker Nebel und an 3 Tagen hat es durch geregnet. Angeblich zum ersten Mal seit 2 Jahren – was hatten wir für Glück?! Am Strand herrscht nachmittags ein starker Wind. In der prallen Sonne war es zu heiß, im Schatten echt kalt. Am öffentlichen Strand werden diverse Souvenirs, darunter eine Art Drusen verkauft. Hälftige Steinkugeln deren Inhalt wie Gold auf blauem oder rotem Grund glitzert. Die sind falsch! Als Beweis einfach nass machen – da läuft die rote Farbe und der Goldflitter in Strömen raus. Zurück bleibt ein ausgewaschener weiß-rosa Stein! Lustig war die Zeitumstellung. Im Flugzeug (Condor) wurden Mitte September 2 Stunden mitgeteilt. Eine Stunde später im Hotel auf 1 Stunde korrigiert. Ab 01.10. herrscht in Marokko Winterzeit - also wieder 2 Stunden. Im August wird wegen des Ramadans die Zeit auch noch mal um eine Stunde verschoben. Zeit ist eben doch relativ. Wer Robinson aus früheren Zeiten kennt, wird hier maßlos enttäuscht sein. Der Club versucht einen Spagat zwischen Ökologie, Wellness und dem Ruf der Exklusivität, für den Robinson bekannt ist. Daher wird auf alles verzichtet, was zum Schwärmen verführt. Schade eigentlich. Wer Wert legt auf rundum guten Service und sich im Urlaub umsorgt fühlen möchte, wird im Robinson Club Agadir vermutlich enttäuscht. Für diese Anlage können wir keine Weiterempfehlung geben. Bei rund 2000 Euro pro Person für 2 Wochen haben wir uns mehr erwartet.
Unser Zimmer war groß und gut. Die Matratzen sind hart und das Kopfkissen auch (nicht für jeden geeignet!). Das Bad und WC in Ordnung. Die Reinigung des Zimmers war okay, aber das, womit der Boden gewischt wird ist zu oft wiederverwendet – der Geruch von schalem Wasser ist furchtbar. Man kann auf einem kleinen TV einige deutsche Kanäle empfangen. Absolut ausreichend. Ein Kühlschrank ist vorhanden - aber leer. Ausser Wasserflaschen bekommt man nichts. Cola, Bier o.a. wird für den Zimmergebrauch nicht angeboten.
Robinson stand für uns für Exklusivität. Ganz besonders beim Essen. In diesem Club dominiert der Geist der Gesundheit – das nennt sich WellFit. Hemmungsloses Schlemmen findet sich hier nicht. Es gibt Salat – jeden Tag die gleiche Auswahl. Pizza, Spaghetti und ein weiteres wechselndes Nudelgericht. 2 bzw. 3 verschiedene Suppen und eine kleine Auswahl an Fisch bzw. Fleisch und Gemüse. Dominiert wird der Restaurantbereich am Abend von gesunden Gerichten im Wellfit-Bereich. Als Nachtisch gibt es Käse, kleine Kuchen oder Obst. Wer um 19:30 Uhr zum Essen geht steht überall an. Wer später, so gegen 20:30, kommt, steht zwar nirgends mehr an, aber die Bereiche sind stark abgegrast und es sieht oft nicht so aus, als würde nochmal nachgefüllt. Oder der, der den Käse-Bereich „vor Ort“ frisch bedient, steht vor seinem reichhaltigen Sortiment, aufgeschnitten allerdings sind nur kleine Restchen hier und da. Er teilt dir anhand der von ihm noch dargebotenen Auswahl irgendwie mit: Ich hab eigentlich schon Schluss, also willst Du noch was? Fehlt etwas - z.B. eine bestimmte Marmelade, muss man jagen, äh, fragen. Halte einfach jemanden in Eile im Essensausgabebereich an. Das gelingt schnell, alle sind gefühlt in Eile. Außer den betont Lässigen, die besser nicht ansprechen. Die Eiligen bringen Dir, was Du möchtest – einzeln. Löffel, Schälchen mit Nutella, egal – und wieder das Gefühl, dass es jemand „extra“ für Dich irgendwo „organisiert“. Es wird Dir jedenfalls wie eine Trophäe überreicht. Und das sowohl um die Zeit um 09.30h als auch um 21.15h herum – jeweils in dortiger tagesaktueller Uhrzeit angegeben. Das Strandrestaurant – die sog. Snackline - wird gegen 13:30 Uhr geöffnet. Hier gibt es jeden Tag im Prinzip das gleiche. Langweilig und überschaubar. Der komplette Bereich Gastronomie und Service hat uns sehr enttäuscht!
Hier möchten wir unterscheiden. Wir wohnten im vorletzten Haus vor dem Strand und hatten ein sehr nettes und aufmerksames Zimmermädchen. Es gibt für jeden Tag ein Infoblatt , das alle Aktivitäten, Show und Motto des Abendessens auflistet. Das Hotel verfügt über einen Raum mit einigen PC mit Internetzugang und 2 WLAN-Bereiche (alles kostenlos). WLAN gibt es zum einen im Bereich „Palace-Bar“ zum anderen im Bereich der Strandbar. Theoretisch. Wenn mal ein Teil kaputt geht, dann wäre es gute Hotelinformation, wenn die Gäste das erfahren würden. Es macht keinen Spaß einen Einwahlpunkt zu suchen um dann zu erfahren, dass er wegen Defektes abgebaut wurde, bzw. in einem anderen Fall, dass die ganze Anlage witterungsbedingt keinen Internet-Zugang mehr hat. Man will es ja nur wissen! Was die Leistung der „Robins“ (Bezeichnung für Animateure und anderes Fachpersonal) angeht, so haben wir diese nicht in Anspruch genommen. Hätten wir aber jederzeit gekonnt, sie waren immer ansprechbar und sehr nett. Es gibt 2 Volleyballplätze, auf denen Dauerbetrieb herrschte. Uns fiel auf, dass die “Robins“ zum Teil sogar in den Restaurants mit aushelfen mussten (Weinflaschen öffnen u.ä.). Die Barkeeper an der „Palace-Bar“ im Zentralbereich sind schnell, nett und aufmerksam. Gerade wenn die Show vorbei ist und alle zum nächsten Drink drängen, ist hier die Hölle los. Auch Ahmed vom Cafe Maure ist ein sehr freundlicher und zuvorkommender Barkeeper. Absolut indiskutabel ist die Bar am Strand „Le TAJ“. Die Bediensteten, die hier arbeiten, sind fehl am Platz. Sichtbar lustlos! Mindestens 50 % der Bestellungen werden fehlerhaft ausgeführt. Dazu passt, dass hier um 17:30 Uhr – pünklichst - dicht gemacht wird. Egal ob noch viele Leute am Strand sind oder nicht. Der Club zwingt seine Gäste so indirekt zum Gehen. Einen Sundowner am Strand genießen? Bei einer Bestellung von z.B. Bitter-Orange gibt es viel Eis mit einem Fingerhut voll Campari mit Resten von O-Saft. Das Ganze im schmucken Plastikbecher. Demonstrativ werden alle Barbestände auf einen Wagen verladen und den Gästen so klargemacht, dass man für heute „fertig“ hat. Das anschließende Sitzen an zugeklappten Sonnenschirmen in der immer noch prallen Sonne und den dreckigen Tischen tut ein Übriges um die Gäste möglichst schnell in ihr Zimmer zu scheuchen. Flexible Handhabung der „Öffnungszeiten“ rund um die Zeitumstellung – siehe geänderte Zeit des Sonnenunterganges ? Fehlanzeige. Nach einem halben Regentag (Sonne ab 12.00h) wurde dann „sicherheitshalber“ (?) der gesamte Strandbereich zur Essens-Verpflegungsfreien Zone erklärt – d.h. es war Fußmarsch ins Hauptrestaurant angesagt. Die Wege des Hotels sind laaaaaang…. Eine Verbesserung hier wäre z.B. für tagsüber, wenn die Wasserflaschen so platziert würden, dass sich die Gäste ihre Flaschen selbst wegnehmen können. Dieser Tiefpunkt im Service vom „Le TAJ“ wird nur noch durch die Bereiche unterboten, in denen es das Essen gibt. Wer es nicht schafft, als erster an einem Tisch zu sitzen, erlebt seinen kompletten Urlaub an verdreckten Tischen und Stühlen, egal ob im Strand- oder im Hauptrestaurant. Nach unseren Beobachtungen liegt es dabei weniger an den Leuten, die dort arbeiten, als an der Organisation der Arbeitsabläufe. Fast alles wird einzeln mit der Hand abgeräumt. Die Bereiche, in denen das schmutzige Geschirr gesammelt wird, sind megaunterdimensioniert, so dass ständig irgendwo Geschirr auf dem Boden zerschellt oder der Lärmpegel anschwillt, weil abgeräumtes Besteck aus gefühlten 5 Metern in den Besteckbehälter aus Plastik geworfen wird. Messerweitwurf als Diner-Entertainment! Interessant ist nach dem Abräumen eines freiwerdenden Tisches, wo der Kellner jetzt frisches Besteck auftreibt. In der Regel sammelt er flugs das Besteck und frische Gläser auf anderen Tischen zusammen. Verschmutzte Tischdecken werden schon mal umgedreht – wenn überhaupt. Mit Glück sieht der Kellner ankommende Tischjäger und baut Blickkontakt beim Besteckhamstern auf. Die Szenerie hat anfangs Charme – als würde der Kellner für uns etwas Spitzbübisches tun, um uns einen Gefallen zu tun. Das Flair verblasst rapide – die Situation wiederholt sich täglich. Hat man des Kellners Aufmerksamkeit nicht – viel Glück!! Wer nun einen Platz ergattern konnte, sollte ständig ein Auge auf sein Besteck haben. Es gibt keine bzw. nur sehr wenige Kaffeelöffel. Das bedeutet, man muss seinen Suppenlöffel sichern, falls man das Dessert nicht mit Messer und Gabel essen möchte. Salz und Pfeffer gibt es mit Glück auf den Tischen. Blöd nur, dass kein Streuer einen Deckel hat, so dass durch das feuchte Klima der Inhalt zumeist hart ist. Da helfen auch die Reiskörner im Salz nicht viel. Das gleiche gilt für den Zucker. Die Zuckerdosen sind offen, Deckel fehlen, so dass auch hier der Inhalt feucht ist. Löffel? Fehlanzeige! Jeder nimmt, was er grade hat. Eine kleine Ameisenkolonie im Zucker ist eine logische Folge. Die beanstandete Dose ging auf den nächsten Kellner über und dann zum nächsten Tisch. Können Ameisen eigentlich schwimmen? Wer Katzen mag: Die vom Hotel gepflegten Katzen laufen schon mal über den Tisch, um sich zu bedienen oder sitzen zum Baden in der Damentoilette der Bar.
Vom Flughafen ist man in knapp 45 Minuten am Hotel. Auf der Fahrt bekommt man schon einen kleinen Eindruck vom Land. Man sieht wie regelrechte Trabantensiedlungen hochgezogen werden. Agadir ist 1960 durch ein Erdbeben stark zerstört worden und wurde dann an anderer Stelle neu aufgebaut. Also wirklich alt ist hier nichts. Das Hotel selbst befindet sich direkt am Meer. Der Nachbar zur linken Seite ist der König vom Marokko, Mohammed VI., der hier ein Sommerhaus hat. Zwischen dem Club und der eigentlichen Anlage des Königs liegt ein ca. 1 km langes Strandstück mit einer wunderschönen Sanddüne, die von unzähligen Möwen bewohnt wird. Zum Hotel gehört nur der Teil mit den Schirmen. Der eigentliche Strand ist öffentlich zugänglich. Bei Ebbe ist das Meer ganz schön weit weg. Die Brandung ist bei Flut heftig. Unten am Strand steht unmittelbar neben den Liegen eine kleine Hütte, in der rund um die Uhr je ein Vertreter von Polizei, Militär und etwas Undefinierbaren Dienst schieben und aufpassen, dass niemand des Königs Strand betritt. Erkennbar ist diese Grenze als solche nicht, so dass sich täglich Strandspaziergänger in Richtung Königstrand bewegen, was von den „Wächtern“ mit Gebrauch ihrer Trillerpfeife geahndet wird. Es wird so lange getrillert bis der „Eindringling“ umdreht. Fotografieren darf man die Schutzkräfte nicht. Das steht zwar nirgends und auch das Hotel weist den Gast nicht darauf hin. Aber macht es nicht Laune mit den Wachsoldaten seine digitale Fotosammlung durchzugehen, ob man nicht doch den Mann mit der Pfeife fotografiert hat??? Neben der Wachtruppe des Königs gibt es auch eine eigene Security. Definitiv lästig ist selbige im Bereich des Hauses, in dem wir wohnten. Wir hatten ein Zimmer mit Blick direkt auf den Pavillon der Wache. Der Wachmann sitzt einen geraumen Teil seiner Zeit auf einem Stuhl neben dem Pavillon und starrt auf die Balkone. Seine Aufgabe erschloss sich uns nicht. Mann / Frau fühlt sich schlicht dauernd angeglotzt.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Wir haben uns im Wellness-Bereich verwöhnen lassen. Das war sehr angenehm, mit Preisen für 50 Min. Fußmassage ab 63 Euro nicht ganz billig. Die Liegen zu reservieren ist wie in vielen Hotels lästige Pflicht. Widerstrebt uns zutiefst, aber ohne geht es offensichtlich nicht. Das angebotene gute Sportangebot haben wir nicht genutzt. Praktisch ist die kleine Leihbücherei am Strand bei der Info. Falls mal der Lesestoff ausgeht, kann hier kostenlos Ersatz gefunden werden. Wir wollten zwei Ausflüge machen. Einer wurde kurzfristig wegen zu geringer Teilnahme abgesagt (mindestens 9 Personen). Der Mitarbeiter der „Robinsonaden“ hatte erkennbar keine Lust uns einen alternativen Ausflug zu verkaufen. Wir wurden lustlos auf die nächste Woche vertröstet. Einen anderen Ausflug, mit dem Geländewagen nach Immouzzer haben wir dann gemacht. Bei diesem Halbtagesausflug wird man einige Stunden mit dem Geländewagen durch das Atlas-Gebirge gefahren und sieht ein bischen was von der Landschaft und von Agadir. Alle paar Abende findet im Theater des Hotels eine Show statt. Die Shows sind gut gemacht und lustig. Wir haben in 14 Tagen 8 Darbietungen, darunter einen Folkloreabend mit diversen Tanzgruppen und einem Schlangenbeschwörer erlebt. Ansonsten gibt es Casinoabende mit Spieltischen und andere Mottoabende wie z.B. Beachparty.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im September 2012 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Jochen |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 1 |


