Das Rethymno Mare ist ein vom Eindruck her älteres aber trotzdem angenehmes Hotel mittlerer Größe (152 Zimmer). Die Anlage verfügt neben dem Restaurant, der Lobbybar und Poolbar über einen ausreichend großen Süßwasserpool und Kinderpool mit Liegen und Sonnenschirmen,einem Kinderspielplatz, Tennisplatz,Miniclub,Disco,Minimarkt und Juweliergeschäft. Die Tranferzeit vom Flughafen Heraklion beträgt mindestens 1,5h, gern auch einmal 1h mehr, wenn der Bus Probleme hat, bestimmte Hotels durch enge und zugeparkte Straßen zu erreichen. Zu unserer Reisezeit bestand das Publikum überwiegend aus Familien mit Kindern aus vornehmlich Frankreich, Deutschland, aber auch Großbritanien und Italien, ferner Benelux. Das Hotel ist mit Halbpension oder All-Inclusive buchbar. Das vorgefundene All-Inclusive-Angebot umfasst 3 Mahlzeiten am Tag, nationale alkoholische und nichtalkoholische Getränke und ein paar Snacks. Für den Service stehen die 2 Bars zur Verfügung. Snacks gibts es allerdings nur an der Poolbar auf Verlangen. Der All-Inclusive-Service steht an der Lobbybar von 11-23Uhr und an der Poolbar von 11-18Uhr (bzw. bei Abendunterhaltung an der Poolbar bis 23Uhr) zur Verfügung. Danach ist der Barservice bis 1 Uhr kostenpflichtig. Für Leute, die nicht schlafen wollen oder können, öffnet fast täglich die Disco ab 23:30 Uhr. Wenn man resümierend das Preis-/Leistungsverhältnis betrachtet, war es für uns OK, weil wir lastminute gebucht hatten und dadurch viel günstiger gereist waren, auch wenn der Lastminute-Vorteil gemindert wurde. Aber jemand, der regulär gebucht hat, und für 2 Wochen den Preis eines halben Kleinwagens bezahlt hat, der darf von 4 Sternen mehr erwarten können. Ansonsten ist Kreta jede Reise wert! Es gibt viel zu entdecken oder zu tun. Da laden die wunderschönen, romantischen Altstädte von Rethymnon oder Chania mit ihren schmalen Gäßchen und Häusern aus venezianischer und türkischer Zeit zum Shoppen in den zahlreichen kleinen Geschäften oder zum Verweilen in einer der zahlreichen teils urigen Tavernen ein. Nicht zu vergessen dabei sind auch die malerischen venezianischen Häfen, auch hier gesäumt von unzähligen Tavernen. Das Angebot sollte man ruhig mal nutzen. Man kann hier gut und viel günstiger essen als in Deutschland. Schnäppchenjäger werden übrigens Donnerstags in Rethymnon ihr Mekka finden, dann ist Wochenmarkt. Für Sonnenhungrige und Badelustige gibt es die endlosen feinsandigen Strände an der Nordküste, z.B. bei Georgiopolis, der Strand mit Südseefeeling bei Elafonissi oder der schöne Strand von Plakias. Für Archäologie-Freaks gibt es die berühmte Ausgrabungsstätte des antiken Minoer-Palastes in Knossos bei Heraklion zu besichtigen. Die Tourangebote der Reiseveranstalter sind nur bedingt für die zu empfehlen, die kein Auto mieten wollen. Auch wenn die Kinder fast kostenlos mitfahren, ist der Preis für eine Person meist höher als für einen klimatisierten Mietwagen für einen Tag. Dafür wird verhältnismäßig wenig geboten, Essen ist meist nicht inklusive und wer ein sanitäres Problem hat, ist sich selbst überlassen. Wer Kreta richtig entdecken will, der sollte sich ein Auto mieten, welche günstig zu haben sind. Aber hier bitte unbedingt vergleichen, es gibt große Preisunterschiede. Benzin ist ebenfalls mit 77 cent sehr preiswert. Und dann geht es los, mit Reiseführer und Karte bewaffnet zu einsamen Stränden und Buchten, ins Gebirge, einsame Bergdörfer bewundern oder die einzigartige Landschaft mit ihren vielen Facetten der Vegetation genießen. Die Fahrten aber bitte etwas vorbereiten, auch an den Notfall denken, immer ausreichend Getränke und Essen mitnehmen. Es ist im Sommer heiß auf Kreta, wenn der Wagen liegenbleibt, fällt auch die Klimaanlage aus. Das Handy funktioniert im Gebirge meist nicht, das nächste Dorf kann Kilometer weit weg sein und es kann Stunden dauern, bis auf den einsamen Gebirgsstraßen jemand vorbeikommt.
Unser Zimmer war ausgestattet mit 1 Doppelbett, 2 Einzelbetten für die Kinder, 1 kleiner Schrank, Mietsafe (EUR 15 pro Woche), Kühlschrank, 1 Stuhl, 1 Hocker, 1 Frisierkommode mit Make-Up-Spiegel, Fön, Klimaanlage, Fernseher, Telefon, Bad mit Badewanne, Terrasse mit 1 kleinem Plastiktisch und 2 Plastikstühlen. Die Größe des Zimmers ist für 2 Personen ausreichend, wir hatten noch 2 Kinder dabei. Es gibt nur Doppelzimmer in diesem Hotel, die aber für 4 Personen buchbar sind. Wer das tut, muß wissen, daß es sehr eng wird. Ansonsten machte das Zimmer einen sauberen Eindruck, es gab trotz Erdgeschoß kein Ungeziefer. Die Renovierung schien allerdings schon einige Jahre zurückzuliegen und wäre mal wieder fällig. Auch das Mobiliar, obwohl weitgehend intakt, schien weit aus dem letzten Jahrhundert zu stammen. Für die 3 Steckdosen (220V) wurde kein Reiseadapter benötigt. Das Problem aber ist, die Stromversorgung wird über den Zimmerschlüssel aktiviert. Wenn man nicht im Zimmer ist, dann läuft nichts, keine Klimaanlage, kein Kühlschrank und auch keine Steckdose, mit der man vielleicht einmal seinen Rasierer oder seinen Kamera-Akku wieder aufladen möchte. Die Klimaanlage kann zwar ein wenig gesteuert werden, wird aber nachts zentral abgeschaltet. Sich einen Safe zu mieten, ist trotz des Preises unbedingt empfehlenswert. Die Türen können nur zugezogen und nicht richtig abgeschlossen werden. Die Mechanik ist so simple, daß man sich mit einem abgebrochenen Zahnstocher Zutritt verschaffen könnte. Die Zimmer wurden täglich gereinigt und aufgeräumt, inklusive Handtuchwechsel, Bettwäsche gab es 2x wöchentlich neu. Ein kleiner Hinweis noch. Im Hauptgebäude, wo sich die Rezeption, Restaurant und Disco befinden, gibt es noch 3 Zimmer. Wer die bekommt, ist nicht zu beneiden. Sie befinden sich exakt über der Disco und es laufen alle Gäste daran vorbei, die zum Restaurant oder zur Rezeption wollen.
Am gastonomischen Angebot gibt es leider am meisten auzusetzen. Hier merkt man als Gast besonders, dass offenbar gespart werden soll. Da täuscht auch nicht die Sauberkeit am Buffet und die Schmackhaftigkeit des Essens darüber hinweg, wenn es kaum Auswahl und Abwechsung gibt. Selbst der wöchentliche Themenabend mit griechischem Essen versprach mehr, als er hielt. Einmal gab es Gyros, Souvlaki und Bifteki vom Grill, die Woche später Wraps aus Fladenbrot, gefüllt mit Gyros, also eher Fastfood. Das Frühstücksangebot war vorwiegend für die wenigen britischen Gäste ausgelegt und wer nicht gerade ein Müsli-Freak ist, der mußte mit ständig ein- und derselben Sorte Koch-Wurst und Käse auskommen. Das haben wir in manchem 3-Sterne Haus schon besser deutlich besser gesehen. Der Umfang des AI-Angebots erstreckte sich auf Bier, verschiedene Long-Drinks und Cocktails (auch alkoholfreie), Cola, Limonade, Wasser, verschiedene Säfte, Filter- und griechischer Kaffee, Espresso, Eiskaffee, Eisschokolade, Eis, Sandwiches (nur eine Sorte)sowie Kuchen oder 2 x wöchentlich Crepes (von 15:30 -17:00. Für den Service stehen die Poolbar und die Lobbybar zur Verfügung, die Snacks gab es allerdings nur an der Poolbar auf Verlangen. Daß Kinder an den Bars gern einmal übergangen oder gar ingnoriert worden, schien uns auch Methode zu haben, denn es war unabhängig vom jeweiligen Barkeeper. So kann man auch sparen, denn Kinder regen sich ja nicht auf. Nach einem Hinweis an den Reiseverantstalter, sicher nicht nur von uns, ging es dann viel besser. Für Anspruch auf das AI-Angebot ist das Tragen eines Armbandes Pflicht.
Auf Service wird in diesem Hotel viel Wert gelegt. An der Rezeption vorgebrachte Beanstandungen und Wünsche wurden umgehend und ohne nochmaliges Nachhaken erledigt. Das Personal ist grundsätzlich freundlich. Wo man als Gast Berührungspunkte mit dem Personal hat (z.B. Rezeption), wird zum Teil fließend deutsch gesprochen. Das Restaurant hat einen gepflegten Eindruck gemacht, die Tische waren sauber gedeckt. Alle Gäste wurden persönlich vom Restaurantchef begrüßt und zum Tisch geführt. An der täglichen Zimmerreinigung gab es ebenfalls nichts auszusetzen. Das Hotel verfügt über ein sehr gutes und umfangreiches Animationsangebot für jeden Geschmack, ohne für die Gäste aufdringlich zu sein. Das 7-köpfige Animationsteam war international (vorwiegend deutsch)zusammengesetzt, sehr freundlich und zugänglich. Die gutgemachte mehrsprachige Abendunterhaltung mit einem Mix aus Shows und Spielen wurde größtenteils vom Animationsteam selbst realisiert. Sonntags fand jeweils ein griechischer Abend mit Musik und Folklore statt. Für Kinder gab es tagsüber einen Miniclub mit Spielen und Bastelmöglichkeiten. 3 x wöchentlich gab es eine Kinderdisco, die leider in der Disco im Erdgeschoß, quasi fast außerhalb der Öffentlichkeit stattfand und nicht, wie anderswo üblich, dort, wo auch die Abendunterhaltung stattfindet. Andere Services wie Bügelservice und Bereitstellung von Lunchpaketen für Ausflüge waren vorhanden, laden aber aufgrund der horrenden Preise (z.B. 8 Euro für ein Luchpaket pro Person) nicht gerade zur Nutzung ein.
Das Hotel befindet sich in ruhiger Hanglage im kleinen Vorort von Rethymnon Scaleta an der vielbefahrenen Nationalstraße, die alle wichtigen Städte im Norden Kretas miteinander verbindet. Rethymnon selbst ist ca. 12km entfernt. Der Verkehr auf der Nationalstraße ist allerdings nicht störend, es ist eher das Rauschen des weiter entfernten Meeres zu hören. Das auch noch andere Hotels gibt, bekommt man ebenfalls fast nicht mit. Den hoteleigenen Strand erreicht man nach ca. 250m durch eine Unterführung unter der Nationalstraße. Liegen und Sonnenschirme sind auch am Hotelstrand für AI-Gäste inbegriffen, andere Gäste bezahlen EUR 5 für 2 Liegen und einen Sonnenschirm. Der Strand ist feinsandig, teilweise aber von Felsvorsprüngen durchsetzt. Im Wasser wird es dann allerdings nach einigen Metern unangenehm steinig. Die Wasserqualität machte einen guten und sauberen Eindruck, Algen gab es wenig. Allerdings war für uns das Baden im Meer nur an den wenigsten Tagen möglich, der Wellengang war trotz nur leichtem Wind zu hoch. Das hieß Badeverbot. Das sollte man auch beherzigen. Wer nicht von der starken Strömung fortgerissen wird, wird vielleicht von faustgroßen Steinen getroffen. In Scaleta gibt es nur wenige Minimärkte und Strandtavernen, für die es sich nicht lohnt, das Hotel zu verlassen. Wer mehr will, sollte nach Rethymnon fahren, gut zu erreichen ca. alle 20min. per Linienbus (etwa Linie 125 oder 115). Tickets kosten EUR 1,25 pro Person und Fahrt, kleine Kinder fahren kostenlos. Tickets können im Minimarkt des Hotels gekauft werden. Geldautomaten gibt es weder im Hotel noch in Scaleta, wer Bargeld braucht, muss mindestens in den nächsten Ort in Richtung Rethymnon fahren.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Wenn es um die Reservierung von Liegen im Urlaub geht, steht so mancher im Urlaub gern einmal früher auf, als wenn er zu Hause zur Arbeit muss. Das ist hier nicht so. Es wird zwar reserviert, aber man hat auch um 9 Uhr noch eine Chance, eine Liege zu erwischen. Die Größe der Pools war ausreichend, es war immer noch Platz, um ein paar Meter zu schwimmen.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Familie |
Dauer: | 2 Wochen im August 2003 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Torsten |
Alter: | 31-35 |
Bewertungen: | 2 |