Das Hotel macht insgesamt einen sehr gepflegten und hochwertigen Eindruck. Die Zimmer sind modern gestaltet, sauber und komfortabel, die Bäder großzügig und ansprechend. Besonders positiv hervorzuheben sind der Wellnessbereich und die Sauna, die ruhig, gut ausgestattet und ideal zur Erholung sind. Auch das Personal trägt wesentlich zu einem angenehmen Aufenthalt bei: Es ist freundlich, aufmerksam und bemüht, Anliegen der Gäste ernst zu nehmen und Lösungen zu finden. Die Atmosphäre im Haus wirkt ruhig und auf wiederkehrende Gäste ausgelegt. Deutlich aus dem ansonsten stimmigen Gesamtbild fällt jedoch die Gastronomie. Sie prägt den Aufenthalt stärker als erwartet und wird dem Anspruch des Hauses sowie dem Preisniveau nicht gerecht. Qualität, Konsistenz und Umsetzung der Speisen hinterlassen einen schwachen Eindruck und stehen in starkem Kontrast zur sonst sehr guten Infrastruktur. Gerade weil Zimmer, Bad, Wellness und Service überzeugen, fällt die Diskrepanz zur Küche besonders auf. Das Hotel hätte aufgrund seiner Ausstattung und seines Personals großes Potenzial, doch die Gastronomie bleibt derzeit der zentrale Schwachpunkt des Gesamterlebnisses.
Die Zimmer sind für uns als drei Personen jedes Mal sehr angenehm. Wir verfügen über zwei Schlafzimmer, ein großes gemeinsames Bad, eine separate Toilette sowie einen großzügigen Wohnbereich. Die Zimmer sind insgesamt sehr sauber und gepflegt, was den Aufenthalt komfortabel macht. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Sitzgarnitur wirkt im Vergleich zur Größe des Raumes etwas klein und schlicht, wirkt dadurch auf den ersten Blick ein wenig langweilig. Abgesehen davon hinterlassen die Zimmer einen durchgehend positiven Eindruck.
Die Kulinarik ist mit Abstand das größte Problem dieses Hauses und leider durchgehend enttäuschend. Schon die Vorspeisen zeigen eklatante Defizite: Die Bruschetta für 16 Euro besteht aus zwei banalen Brotscheiben mit lieblos aufgelegten Tomaten – ohne Balance, ohne Frische, ohne Konzept. Die Kürbiscremesuppe kommt unter Temperatur auf den Tisch, ohne Cremigkeit, ohne Tiefe und ohne sauberes Abschmecken. Auch die Pastinakensuppe bleibt flach, und beim Lachstartar werden für drei Personen gerade einmal zwei Scheiben Brot gereicht. Es fehlt an jedem Sinn für Produktpräsentation, Portionierung und Gastfreundschaft. Die Hauptgerichte bestätigen das Bild: Mehrere Speisen wirken deutlich zu lange warmgehalten, was sich in trockener Textur und ausgelaugtem Geschmack zeigt. Der Bachsaibling ist überzogen, faserig und ohne Saftigkeit, Schnitzel und Beilagen verlieren durch das Warmhalten jede Struktur. Die Ente wurde zweimal untergart serviert – nicht rosa, sondern bleu, mit kaltem Kern und fehlender Garstabilität. Die Semmelknödel waren beim ersten Servieren hart, beim zweiten Versuch zwar weicher, aber erneut nicht konsistent mit dem Fleisch. Pastagerichte bleiben eindimensional, und bei der explizit als Trüffelpasta bezeichneten Speise ist vom Trüffel weder Geschmack noch Aroma spürbar. Die Desserts markieren den Tiefpunkt der kulinarischen Umsetzung. Textur, Temperatur und Ausführung stimmen nicht, alles wirkt beliebig und lieblos. Selbst der Kaiserschmarrn schwankt stark – einmal akzeptabel, ein anderes Mal zu weich, überhitzt und eindeutig zu lange warmgehalten. Besonders absurd war der Weihnachtsabend: Für 50 Euro wurde ein Spekulationspudding mit Dosenmandarinen serviert – ohne jede handwerkliche Qualität oder Frische. Zusätzlich irritierend ist die Preiserhöhung an Weihnachten: Am Morgen kostete das Menü noch 40 Euro, am Abend stand auf der Karte plötzlich 50 Euro. Gleichzeitig gab es keine À-la-carte-Optionen, alles vorgekocht und ohne jegliche handwerkliche Frische. Es gab keinen einzigen Tag, an dem alle Gänge sauber umgesetzt und geschmacklich gelungen waren – traurig. Mein Fazit: Ich kann verstehen, dass man keine Sterneküche erwarten kann bei einem 3-Gänge-Menü mit begrenztem Konzept. Aber für 40 Euro erwarte ich eine konsequente Qualität und Konsistenz in jedem Gang. Die Alternative, die À-la-carte-Karte, ist ebenfalls langweilig – seit unserem Aufenthalt vor drei Jahren wurde sie nicht angepasst, immer das gleiche. Zimmer, Bad, Sauna und Personal sind hervorragend, doch die Küche bleibt ein strukturelles Problem. Solange diese Defizite ignoriert oder beschönigt werden, wird sich daran nichts ändern.
Im Gegensatz zur Gastronomie lässt sich dem Service kaum etwas vorwerfen. Den Mitarbeitenden ist das Problem in der Küche sofort anzusehen, und sie gehen damit grundsätzlich korrekt und freundlich um. Die meisten Schwierigkeiten entstehen eher durch das Verhalten der anderen Gäste: Viele trauen sich offenbar nicht, ihre Kritik zu äußern. So kam es zum Beispiel bei der Reklamation der Ente zunächst die Antwort, dass so etwas gar nicht vorkommen könne und wir die Ersten seien – kurz darauf meldete sich jedoch direkt neben uns der nächste Gast mit genau demselben Problem. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass das Personal die Situation versteht, professionell reagiert und bemüht ist, auf die Gäste einzugehen. Trotz der kulinarischen Mängel hinterlässt der Service daher einen sehr positiven Eindruck.
Lage traumhaft
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
Die Freizeitangebote des Wellness-Resorts sind – ebenso wie das Personal und die Zimmer – sehr gut strukturiert und durchdacht, ganz im Gegensatz zur Gastronomie, die katastrophal ist. Ob Fitness- oder Wellnessprogramme, Ausflüge in die Natur oder die vielfältigen Aktivitäten im Haus selbst – das Angebot überzeugt in jeder Hinsicht. Besonders hervorzuheben ist die große Auswahl an Saunen und Aufgüssen sowie die regelmäßigen Events im Dampfbad und im Solebad, die für uns jedes Mal ein echtes Highlight darstellen. Gerade angesichts dieser durchweg hohen Qualität in allen anderen Bereichen bleibt unverständlich, warum die Gastronomie so deutlich hinter dem ansonsten exzellenten Standard zurückbleibt.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 3-5 Tage im Dezember 2025 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Lenny |
| Alter: | 19-25 |
| Bewertungen: | 1 |


