Das Hotel macht einen sehr gepflegten und relativ neuen Eindruck. Die wenigen Zimmer verteilen sich über 2 Stockwerke. Mit uns waren dort ausschließlich Deutsche aller Altersgruppen zu Gast. Leider war bei unserer Ankunft das Hotel überbucht, so daß wir und ein weiteres Paar für einige Tage (2 bzw. 4) in einer Ferienwohnung einige 100m entfernt untergebracht wurden. Diese lag unmittelbar am Meer, nur durch die Küstenstraße getrennt. Überall auf Korfu gibt es im Spätsommer Unmengen von Wespen, so natürlich auch in der Umgebung des Hotels. Beim Frühstück war das schon eine unangenehme Erfahrung, wenn einige zig Wespen über die Terrasse schwirrten und sich über die Marmelade hermachten. Der Bruder des Hotelbesitzers betreibt in einer Entfernung von ca. 800m eine Taverne im Ort. In Anbetracht des Lärms (s. o.) ist empfehlenswert, bei entsprechend warmer Witterung die 5€ pro Tag für die Klimaanlage zu investieren, damit die Balkontür geschossen werden kann. Wir hatten einen Tag mit heftigen Gewittern auf der Insel. In der Folge war im kompletten Südteil der Strom für mehrere Stunden bis in die Nacht hinein weg. Eine Taschenlampe ist daher sehr empfehlenswert. Neben der Haustaverne sind folgende Tavernen in der mit Auto oder Moped erreichbaren Umgebung interessant: Kafesas (Agios Georgis), Bacchus (Messongi), Village Taverne (Moraitika), Bella Vista (Moraitika) Wir haben vor Ort einen Mietwagen Kat. A (Fiat Panda mit Klima, guter Zustand) mit Vollkasko (300€ SB) für 28€/Tag bekommen (Kostas fragen). Ein größeres Auto hätte ich auf den dortigen sehr engen Straßen und Gassen auch nicht fahren mögen. Katzen sind in fast allen Tavernen anzutreffen, die Gegend ist daher für Allergiker nur bedingt geeignet.
Unser sehr großes Zimmer verfügte über Klimaanlage (5€/Tag), Kühlschrank, TV mit 1 deutschen Sender (ZDF), Bad mit Dusche, 2 Kleiderschränke, 2 Nachttische, ein Doppelbett mit einer durchgehenden, sehr harten Matratze, eine Küchenzeile mit Herd und Wasserkocher, einen Schreibtisch sowie einen Campingtisch mit 2 Stühlen auf dem nach Norden gerichteten Balkon. Vor der Balkontür war ein integriertes Insektenschutzrollo, was fast vollkommen mückenfreie Nächte ermöglichte - Sehr gut! Warmwasser wird mit einem Elektroboiler erhitzt, der mit der Sicherung ein- und ausgeschaltet wird - wie lange das wohl halten mag? Die Beleuchtung und die Steckdosen im Zimmer (Ausnahme Kühlschrank) sind nur dann benutzbar, wenn eine am Zimmerschlüssel angebrachte Karte in das dafür vorgesehene Lesegerät am Zimmereingang gesteckt wird, Akkuladen während der Abwesenheit geht daher nicht. Die Zimmer haben auch außen eine Klinke, müssen also stets abgeschlossen werden (auch nachts von innen).
Im Hotel selbst gibt es nur Frühstück, was wir auch gebucht hatten. Bei Halbpension wird vermutlich das Abendessen in der Familientaverne (s. o) angeboten. Das Frühstück besteht aus einem Korb frischem Weißbrot, Butter, 2 Sorten Marmelade und einem Ei. Dazu gibt es Kaffee oder Tee und ein Glas Orangensaft. Der Kaffee ist leider Korfu-typisch eine lösliche Sorte die in der Tüte daherkommt und mit dem mitservierten heißen Wasser selbst zubereitet werden kann. Es gibt auch nur eine Tasse pro Person (standardmäßig, wir haben nicht probiert, eine 2. Tasse zu bekommen). Für Ergänzungen kann der Laden gegenüber oder ein Supermarkt in Lefkimi mit einem sehr umfangreichen Sortiment nützlich sein.
Der Betreiber Kostas ist ein sehr netter und hilfsbereiter Mensch, der gut deutsch spricht. Er ist der geborene Gastronom, viele deutsche Gastronomen könnten sich bei ihm und seiner Familie die Einstellung zum Beruf abgucken. Kostas und sein Vater geben sich große Mühe, daß die Familientaverne abends gut gefüllt ist. Sie sind dabei aber nicht aufdringlich. Wenn man der freundlichen Einladung nicht folgt, wird dies registriert und beim nächsten Frühstück von Kostas kommentiert. Wir haben auf diese Kommentare mit humorvollen Sprüchen geantwortet und alles war in Ordnung. Eine unangenehme Atmosphäre haben wir deswegen nicht bemerkt. Die tägliche Zimmerreinigung ist ganz in Ordnung. Leider werden die Handtücher auch dann zusammengelegt auf die Betten gelegt, wenn sie noch feucht sind und der Handtuchwechsel, der mit 2x wöchentlich angegeben ist, hat auch irgendwie nicht so richtig geklappt. Dem Kalk, der im Korfu-Wasser reichlich enthalten ist, versucht man offensichtlich mit Chlorreiniger beizukommen: Nicht wirklich erfolgreich und mit dem Ergebnis, daß das Zimmer nachmittags regelmäßig stark nach Chlor roch.
Das Hotel liegt etwa 100m vom Meer entfernt an einer kleinen Straße, die ins Inselinnere führt. Es ist umgeben von sehr vielen Bäumen. Die Transferzeit beträgt mit dem Bus tagsüber ca 1 Stunde, mit dem Taxi frühmorgens ca. 30 Minuten. Parkmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden. Einen Linienbus gab es zu dieser Jahreszeit nicht, es gibt aber Indizien, daß zumindest zeitweise ein Linienbus (Green Line, Haltestelle direkt an der Familientaverne) nach Korfu fährt. Gegenüber vom Hotel ist ein kleiner Markt als einzige Einkaufsmöglichkeit ein Boukari. Bis Moraitika, wo es eine größeren Ansammlung von Geschäften gibt, sind es ca. 6km. Die Straße am Hotel wird relativ selten befahren. Sie hat allerdings eine gehörige Steigung und ich hatte den Eindruck, daß manche Vorbeifahrende dem Hotel nicht besonders wohlgesonnen sind. Anders sind die speziell am Hotel hochdrehenden Motoren kaum zu erklären. Das war auch deshalb besonders unangenehm, weil (gefühlt) nachts mehr Fahrzeuge vorbeikamen als am Tage und die Inselbewohner eine Vorliebe für modifizierte Auspuffanlagen haben. Weiterhin liegt das Hotel in der Einflugschneise des Flughafens. Die landenden Flugzeuge fliegen fast alle in recht geringer Höhe über Boukari (und natürlich auch alle anderen Orte an der südlichen Ostküste) und es gibt kein Nachtflugverbot. Der angegebene Meerblick ist inzwischen weitgehend durch Bäume auf dem Nachbargrundstück zugewachsen und nur von der 1. Etage aus ist das Meer noch zu erahnen. Im nächsten Jahr wird wohl kein Meer mehr zu sehen sein. Im Ort selbst gibt es keinen nennenswerten Strand. Die groben Steine am Ufer werden von angespültem Tang teilweise in einer dicken Schicht bedeckt, der hier, im Gegensatz zu einigen anderen Gebieten, nicht weggeräumt wird. Das Wasser selbst ist sehr klar, große Tangfelder trüben allerdings den Badespaß. Seeigel sind sehr selten, Badeschuhe aber wegen der vielen Steine im Wasser empfehlenswert.
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
Auf einer Liegewiese direkt unterhalb der Terasse und der Balkone stehen einige Liegen, die kostenlos genutzt werden können.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im September 2008 |
| Reisegrund: | Sonstige |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Thomas |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 2 |


