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Patrick (31-35)
DeutschlandAus Deutschland
Verreist als Freunde • Juli 2018 • 1 Woche • Strand
Viel Geld für verschimmeltes Essen
3,0 / 6

Allgemein

Die Lage von Canyamel im Nordosten von Mallorca ist herausragend schön. Die Meeresbucht mit dem türkisfarbenen Wasser, flankiert von je einer grünen Bergspitze zur linken und rechten Seite stellt einen Urlaubertraum dar. Der Ort Canyamel ist klein und in den frühen Morgenstunden kommt so etwas wie ein karibisches Dorffeeling auf … leider hält dieser Eindruck nicht an. Bereits in der Nacht sind viele Busse und Lastkraftwagen unterwegs, die neue Touristen ab-holen und zu den Bettenburgen am Strand von Canyamel bringen, oder der Müll wird gegen 02:00Uhr mit entsprechender Geräuschkulisse abgeholt. Echte Nachtruhe will so nicht eintreten. Tatsächlich gab es im o.g. Zeitraum nur eine Nacht, in der lediglich das Meeresrauschen wahrzunehmen war. Da im Reisebüro zugesichert wurde, dass es sich in Canyamel um keine Touristenhochburg handelt, war die Enttäuschung um so größer, als die teils Stündlich einfahrenden Busse neue Gäste brauchten und dem kleinen Ort neue potenzielle Einnahmen be-scherte. Das Baden in der Traumbucht von Canyamel war so oft nur in den Morgenstunden möglich, wollte man sich nicht den letzten Quadratmeter Strand mit drei fremden Menschen teilen. Canyamel ist eine Touristenhochburg – um genauer zu sein – eine Massentouristenhochburg! Das wurde seitens des Reisebüros leider verschwiegen – trotz Nachfrage. Wir zahlten bei unserer Ankunft im Hotel eine Touristensteuer, die verhältnismäßig hoch er-scheint. Zwar wird dieses Geld für die Mühen sauberer Straßen aufgewendet, leider jedoch nicht, um den Stand – gerade jene Teile, die keine ausgewiesenen Badestellen darstellen – von Plastikmüll zu befreien. Die Touristenbusse sind grundsätzlich mit Klimaanlagen ausgestattet, auch wenn diese wäh-rend des Transfers nicht immer eingeschaltet waren. Da die Ankunft am Flughafen von Palma erst gegen Mitternacht stattfand – statt wie angekündigt gegen 22:40Uhr -, konnte die Weiterreise mit dem Bus erst um 01:15Uhr starten. Für die Strecke von Palma bis nach Can-yamel sind eigentlich nur ca. 70 Minuten Fahrzeit aufzuwenden. Die Ankunftszeit am Hotel Canyamel Classic wicht mit 150 Minuten Fahrzeit allerdings deutlich davon ab. Auch darüber hatte der Reiseveranstalter offenbar keinerlei Kenntnis oder verschwieg diese bei der Urlaubsorganisation. Endlich angekommen im Canyamel Classic Hotel folgte die Begrüßung durch einen Nachtportier, der gleich einen Ausweis und sie Reisebestätigung einforderte. Die Ausweisdokumen-te wurden kopiert, was aus Datenschutzgründen äußerst schwierig ist, da z.B. mit Personal-ausweiskopien und Wohnadressen von Dritten auch Rechtsverträge geschlossen werden könnten. Eine Datenschutzzusicherung vom Reiseveranstalter bzw. vom Hotel Canyamel Classic wurde nicht erteilt. Positiv hervorzuheben ist, dass ein kalter Snack via Aufschnitt- und Brot- Auslage im Speisesaal für die ankommenden Gäste bereitstand. Das Hotelzimmer erwies sich als ausreichend groß mit zum Schlaf einladenden Matratzen und genügend Stauraum für Kleidungsstücke. Das Bad war grundsätzlich sauber, auch wenn viele Abnutzungen und Gebrauchsspuren sichtbar waren. Leider roch es nach ein paar Tagen unangenehm muffig im Badezimmer – trotz regelmäßigen Lüftens. Die Klimaanlage funktionierte einwandfrei. Ein zur Verfügung stehender Zimmerkühlschrank sollte wohl eher der Dekoration dienen, denn dieser war ohne Kühlfunktion. Da das Baden im Meer und der Transport von Wertsachen eine organisatorische Herausforderung bzgl. der Sicherheit von z.B. Ausweisdokumenten und Geld darstellen, wurden gleich alle Wertsachen im Zimmersafe hin-terlegt. Leider informierte das deutschsprachige Hotelpersonal an der Rezeption erst über die Kostenpflichtigkeit des Safes, als sich dieser mit der Zimmerkarte nicht mehr öffnen ließ. Die Safegebühr i.H.v. drei Euro am Tag stellt zudem eine unverhältnismäßig hohe Nutzungsent-geltsumme dar, auch da das Hinterlegen von Wertsachen an der Rezeption mit Kosten verbunden war. Am Morgen war die Vorfreude auf ein ausgiebiges Frühstück besonders groß. Im Speisebe-reich des Hotels angekommen, lud der Terrassenaußenbereich zum Verweilen und Kaffee trinken ein. Leider war die Einnahme von Mahlzeiten zu keinem Zeitpunkt der Reise auf der Terrasse möglich, dass die Zigarren- und Zigarettenqualmschwaden der anderen Hotelgäste jeglichen Appetit nahmen. Die Kaffeegetränke kamen aus einem Automaten, der regelmäßig mit diversen Pulvern ausgefüllt wurde. Diese künstlichen Kaffeegetränkrepliken stellten eine Zumutung dar und waren unserer Ansicht nach nicht zum Verzehr geeignet, auch und gerade, da diese mit Geschmacksverstärkern versehen waren. Kaffee aus der natürlichen Kaf-feebohne wurde grundsätzlich für All-Inklusive-Gäste nicht angeboten. Erst nach mehrmali-gen Nachfragen und gegen zusätzlicher Bezahlung wurde auch echter Kaffee serviert. Auch alle Fruchtgetränke, die die AI-Gäste zu sich nehmen konnten, bestanden aus Pulver mit Wasser vermischt, oder die bestellten Softdrinks wurden mit Sprudelwasser gestreckt. Das Heiß- und Softgetränkeangebot stellt für AI-Gäste somit eine Zumutung dar, die auf schärfste zu verurteilen ist. Um heimische Getränke – wie z.B. frisch gepressten Orangensaft – zu genießen musste man das Hotel verlassen und die Gastronomie vor Ort aufsuchen. In den Nachmittagsstunden war man kein gerngesehener AI-Gast im gastronomischen Teil des Ho-tels. Der Speisesaal wurde nach den Mahlzeiten verschlossen, so dass der Zugang zu Ge-tränken hier nicht mehr möglich war. Im Erdgeschoss befand sich jedoch eine Bar, die dann auch für AI-Gäste Getränke bereithielt. Leider wurden diese Getränke grundsätzlich in Plas-tikbehältern abgegeben. Bestand man darauf, aus einem Glas zu trinken, durfte man den Innenraum des Barbereiches nicht verlassen. Dies wurde damit begründet, dass mögliche Glasscherben in den Pool gelangen könnten und so ein Sicherheitsrisiko für die Gäste dar-stellten. Der Konsum des Getränks im Glas im Außenbereich war dann allerding in den Abendstunden möglich. Vermutlich ist das Sicherheitsrisiko durch Glasscherben im Pool am Abend geringer als am Tage. Leider galt das Billigprinzip für AI-Gäste auch für weite Teile der Speisen zu allen Mahlzeiten. Von Formfleisch bis zum verdorbenen Käse mit Schwarzschimmel kann die Nahrungsmittelauslage nicht als qualitativ akzeptabel bezeichnet werden, auch wenn durchaus annehmbare Speisebestandeteile, wie z.B. Brot oder Melonen, zur Verfügung standen. Oft waren die Aus-lagen nicht hinreichend gekennzeichnet, so dass weder klar war, ob die Speise vegetarisch ist, oder welche Zusatzstoffe bei der Zubereitung genutzt wurden. Die Süßspeisen waren alle ästhetisch an- bzw. hergerichtet, bildeten aber einen Höhepunkt des Einsatzes von Konservierungsmitteln, Farbstoffen und anderen künstlichen Bestandteilen, die in qualitativ guter Nahrung nicht enthalten sein sollten. Wir wurden den Gedanken nicht los, als AI-Gast nurmehr ein Zweite-Klasse-Kunde zu sein, den es auszuhalten gilt. Dieser Eindruck bestätigte sich bei der Einnahme des Mittagessens. Wie vom Frühstück gewohnt, wollten wir uns zum Essen ein Getränk aus dem Automaten zapfen. Leider wurden wir daraufhin von einem Mitarbeiter herrisch angesprochen, dass dies seine Aufgabe sei und wir nichts an diesem Automaten zu su-chen hätten. Zu diesem Zeitpunkt wehte ein Hauch von „Kraft durch Freude Atmosphäre“ über die Tische des Speisesaals. Trotz großer Platzauswahl wollte man uns während des Mit-tagessens an einen anderen Tisch umsetzen, mit der Begründung, dass jederzeit andere Gäs-ten unseren Tisch in Anspruch nehmen könnten. Der Speisesaal war großzügig geschnitten und hielt mehrere Bereiche vor, auf denen die Nahrungsmittel auslagen. Die Sitzbereiche teilten sich in zwei- bis sechs-Personen-Tische. Nachdem wir das Mittagessen eingenommen hatten, wurde sogleich das Geschirr von Ser-vicekräften abgeräumt. Leider galt dies nicht für die doppelt aufgelegten weißen Tischdecken. Die Tischoberfläche bestand aus einem rutschhemmenden Fließmaterial, dass mit zahlreichen Herden eines Schimmelpilzes bedeckt war – was auch dann auch die doppelt gelegten Tischdecken erklärte. Zudem nahm man es auch mit der Reinlichkeit im Speisesaal nicht so genau, da sich zu den Mahlzeiten kleine Ameisen auf dem Fußboden und teilweise auf den Tischen befanden. Dass das Thema Hygiene eine Herausforderung in diesem Hotel darstellt, zeigte sich auch in den Zimmerbädern, die bereits am zweiten Tag aus den Abflüssen stark rochen. Auch der morgendliche Abwassergeruch im Flur der zweiten Etage war kaum zu ignorieren, verflüchtigte sich aber binnen der folgenden zwei Stunden – oder wurde durch den Einsatz von Essigreinigern schlicht überdeckt. Eigentlich sollte ein solcher Urlaub auch dazu dienen, sich Ruhe zu gönnen und so wieder zu Kräften zu kommen. Verbrachte man nun den halben Tag schwimmend in der Bucht von Canyamel, war das Schlafbedürfnis nach dem Abendessen entsprechend groß. Leider schrieb das Hotel vor, wann wir ohne Licht schlafen gehen konnten, da das Balkonlicht zentral gesteuert wurde und erst um 22:50Uhr oder später erlosch. Für Abwechslung sollten auch die angebotenen Ausflüge zu den nahen Sehenswürdigkeiten sorgen. Diese wurden uns von einer Dame von Schauinsland Reisen vorgestellt. Die hier ausgeführten Aktivitäten stellten eine finanzielle Zumutung dar, die das Reisebudget bei wei-tem gesprengt hätten. Leider wurden wir von dieser Dame in den kommenden Tagen prominent ignoriert, da wir keine Zusatzbuchungen über Schauinsland vornahmen und mit uns kein weiteres Geld im Hotelbereich zu verdienen war. Ein Kundenfreundlicher Umgang ist das in keinem Fall. Mallorca – und insbesondere der Ort Canyamel – ist ein hochattraktiver Urlaubsort, der leider vollkommen mit Touristen überlaufen ist. Gerade als AI-Gast wurden wir im Canyamel Clas-sic Hotel als Kunden zweiter Klasse behandelt. Mit freundlichen Grüßen Patrick G.


Zimmer
  • Eher schlecht
  • siehe oben


    Restaurant & Bars
  • Sehr schlecht
  • siehe oben


    Service
  • Eher schlecht
  • siehe oben


    Lage & Umgebung
  • Sehr gut
  • siehe oben


    Aktivitäten
  • Schlecht
  • Beliebte Aktivitäten

    • Strand

    siehe oben


    Preis-Leistung
  • Sehr schlecht

  • Infos zur Reise
    Verreist als:Freunde
    Dauer:1 Woche im Juli 2018
    Reisegrund:Strand
    Infos zum Bewerter
    Vorname:Patrick
    Alter:31-35
    Bewertungen:2
    Kommentar des Hoteliers

    Sehr geehrter Gast, schade, dass es Ihnen nicht so gefallen hat, wie Sie sich dies vorgestellt haben. Zu einigen Ihrer Punkte möchte ich nur kurz Stellung nehmen: Canyamel ist sicher ein ruhiger Ort, da keine Diskotheken vorhanden sind und nur 4 grössere Hotels im Ort sind. Wie dachten Sie denn, wie die Touristen zu den Hotels gelangen? Das Scannen der Pässe wird, wie vom spanischen Staat vorgeschrieben, von uns durchgeführt. Ich empfehle Ihnen, sich mit dem Auswärtigen Amt in verbindung zu setzen und Ihre Bedenken dort mitzuteilen. Glas am, oder im Pool ist in Spanienen verboten, während der Poolzeiten (10:00-18:00 Uhr mit anwesendem Rettungsschwimmer) dürfen wir Glas nur in der Bar ausschenken. Sollte der geräuschlose Eletrolux Külschrank wirklich defekt sein, reicht ein Hinweis an der Rezeption und der Kühlschrank wird getauscht. Unser Essen ist hochwertig, ich nehme an, dass Sie den Blauschimmel - Käse einfach falsch eingeortnet haben. In Ihrer Hotelbeschreibung steht MIETSAFE. Was verstehen Sie denn darunter? Am Getränkeautomat steht das Schild: "Nur für Kellner". Was verstehen Sie denn darunter? Ihre Anmerkungen zu unserer Reiseleiterin sind verletzend und unwahr, sicher ist der Ausflugsverkauf ein Bestandteil Ihrer Arbeit, aber ich erlebe täglich, wie sie sich mit persönlichem Einsatz, teilweise in ihrer Freizeit, für Gäste einsetzt, ohne einen finanziellen Nutzen hierraus zu ziehen. Was bedeutet "prominent ignoriert" ? Ich kann Ihnen versichern, dass AI Kunden keine Gäste 2. Klasse sind, oder wie unser Direktor sagt: VIP ist der, der unseren Preis bezahlt. Ich entnehme Ihrer Bewertung, dass es Ihnen nicht so gefallen hat, wie Sie sich dies vorgestellt haben, hierfür möchte ich mich entschuldigen. Sie bescheinigen uns in so vielen Punkten, dass wir uns an alle Vorschriften eines 4* Hotels halten, wie Hygiene, Umgang mit Daten, Poolzeiten, Glas am Pool, schmackhaftes Essen, eine gut funktionierende Klimaanlage und vieles mehr. Dies alles zu einem Preis Hochsaison - Verkaufs - Preis von unter € 100,- (Reiseleitung, Bustransfer und der Reiseveranstalter macht dies auch nicht umsonst) pro Person und Tag mit AI. Hochachtungsvoll Benjamin M. Direktion Hotel Canyamel Classic****