- Preis-Leistungs-VerhältnisGut
Das Marriott Frankfurt ist ein sehr gepflegtes Hochhaus-Hotel aus des siebziger Jahren. Es verfügt über 588 Zimmer und Suiten. Das Hotel bekommt derzeit einen neuen Eingangsbereich, etwas später folgt der Austausch der Fassade. Die aktuell stattfindenden Bauarbeiten stören die Abläufe kaum; man betritt das Hotel durch eine Nebentür. Die Gäste sind sowohl Privat- wie auch Geschäftsreisende unterschiedlicher Nationalitäten. Die Atmosphäre ist gepflegt-leger. Parken schlägt mit 27,- € pro Tag zu buche. Lieber Bill Marriott, wenn Sie weiterhin in der Liga der Tophotels mitspielen und Ihre Auslastung durch zufriedene Gäste anstatt durch Kampfpreise erreichen möchten, dann sollten Sie einiges tun. Mitarbeiter sind das A & O eines Hotels, das Aushängeschild schlechthin. Wie man es schafft die Servicementalität einer noch im letzten Jahr hervorragenden Belegschaft in fast allen Bereichen 'gen Null' zu fahren ist mehr als fraglich. Ja, qualifizierte Mitarbeiter kosten mehr Geld. Aber es rechnet sich! Auch wenn der Kostendruck an allen Stellen sichtbar ist: Machen Sie was, das Potential ist vorhanden!
Die standardisierten Zimmer sind optisch ansprechend ausgestattet und sehr gut gepflegt. Sie verfügen neben bequemen Betten, welche für Gäste > 1,90 m weniger geeignet sind über einen Röhren-TV mit mäßiger Bildqualität und eine gut funktionierende Klimaanlage. Eine Empfehlung sind Zimmer im hinteren Flügel des Hotels welche einen fantastischen Ausblick auf die Skyline bieten. Das Bad ist älteren Standards und ohne besonderen Komfort, aber bestens gepflegt. Über eine Heizung verfügt es nicht, zudem schien die Abluftanlage nicht zu funktionieren. Die noch im letzten Jahr üblichen Amenities welche in anderen Marriott-Hotels bis jetzt noch zum Standard gehören fanden wir nicht mehr vor (Wattestäbchen etc.). Das Toilettenpapier hatte eine gefühlte Dicke von einem hundertstel Mikromillimeter. Der ebenfalls vom letzten Jahr bekannte sehr angenehme abendliche Turndownservice wurde ebenfalls eingestellt. Anzumerken sei, daß das Zimmer am zweiten Tag um 14:30 Uhr (!) gereinigt worden ist; wahrscheinlich wurde deshalb auf den erneuten Besuch des Housekeepings am Abend verzichtet. ;-) Ebenso findet man die obligatorischen 'Frotteeschlappen' nicht mehr vor, von Bademänteln ganz zu schweigen. Die ehemalige Minibar wird nicht mehr aufgefüllt, was jedoch recht praktisch ist. Der Gast hat so die Möglichkeit sich selbst mit Getränken nach eigenen Wünschen einzudecken. Für den Notfall gibt es neben der Rezeption einen kleinen Kiosk. Die selbst in Mittelklassehotels übliche Kaffee-/Teezubereitungsmöglichkeit gibt es leider immer noch nicht. Auf Anfrage wurde uns mitgeteilt, daß dieses zum einen nicht gewünscht sei und zum anderen brandschutztechnische Gründe habe. Bügeleisen scheinen jedoch mit der geltenden Brandschutzverordnung konform zu gehen. ;-) Als Alternative zu Kaffee und Tee findet man bei der Anreise eine Flasche Mineralwasser vor; diese kann man für 3,90 € sogar austrinken!
Das Frühstücksbuffet war in Ordnung; sehr gute Obstauswahl, hochwertige Käsesorten, sehr gute Eierspeisen, schmackhafte warme Gerichte, äußerst freundliche deutschsprechende Köchin! Jedoch: 1 (in Worten: ein) Brot, 3 (in Worten: drei) Sorten Konfitüre. Die Atmosphäre in der 'Brasserie Ici' haben wir als angenehm empfunden. Die Championsbar haben wir für ein Abendessen aufgesucht, diese jedoch wieder verlassen, da die Preise für recht einfache Gerichte fernab von Gut und Böse lagen. Das am anderen Ende der Lobby gelegene Café biete Kaffee, Kuchen und belegte Baguettes. Diese waren soweit in Ordnung, die Lokalität an sich erinnerte jedoch eher an eine Schulkantine.
Die Begrüßung fiel standardisiert mit der nötigen Höflichkeit aus. Verwundert hat uns die Tatsache, daß sämtliche Mitarbeiter unter einem schier unendlich anmutenden Leistungsdruck zu stehen scheinen. Ein überdurchschnittlich großer Teil der Mitarbeiter ist zudem der Deutschen Sprache nicht mächtig. Was man aus anderen Hotels lediglich vom Etagenpersonal kennt, praktiziert Marriott neuerdings beim Roomservice sowie im Restaurant. Trotz der international geprägten Ausrichtung eines amerikanischen Hotels in einer Weltstadt erwartet man doch verstanden zu werden. Die sensiblen Schnittstellen zwischen Hotel und Gast mit offensichtlich ungelernten Mitarbeitern aus Pakistan oder Indien zu besetzen halte ich für untragbar. Planlos herumirrende Servicekräfte im Frühstücksrestaurant geben ein fragwürdiges Bild ab. Und immer wieder die Erfahrung bei einfachen Bitten -wie nach einem zweiten Besteck- nicht verstanden worden zu sein. Verlegenes Lächeln. Das gleiche Bild bot sich beim spätabendlichen Zimmerservice. Auch hier war der an sich freundlich wirkende ältere Herr nicht zu verstehen. Eine Frage betreffend des servierten Essens konnte mangels Kenntnissen der deutschen Sprache nicht beantwortet werden. Auch hier folgte ein verlegenes Lächeln. Das während unseres Aufenthalts zweimal aufgesuchte Businesscenter war zu allen Zeiten mit einer leicht gereizten Dame besetzt, welche sich trotz Ihres Stresses halbwegs bemühte dem Gast gerecht zu werden. Von Freude an der Arbeit war hier jedoch nicht allzuviel zu merken. Ihr sei zu Gute zu halten, daß sie offensichtlich nebenbei die Fuktion der zentralen Telefonatannahme inne hatte. Nicht anders verlief der Besuch im 'renovierten' Fitnesscenter. Die junge Mitarbeiterin am Empfang schaute gelangweilt drein, den Gast jedoch nicht an. Ein kurzes 'Hallo' meinerseits unterbrach kurzzeitig Ihre SMS-Kommunikation. Eine besondere Funktion in einem Hotel haben meiner Meinung nach die Doormen; mit freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeitern an der Tür können unzählige Punkte geholt werden. Oder -wie hier- auch nicht. Die arabischen Herren tauschten sich lieber untereinander aus anstatt offensichtlich ankommende oder abreisende Gäste zu begrüßen oder zu verabschieden. Bedauerlich -aber nicht schlimm (!)- empfand ich es, daß auch auf Anfrage keine Ohrstöpsel für die Nacht zu bekommen waren; diese braucht sicher nicht jeder, aber in Anbetracht der Größe des Hotels hätte man derartige Kleinigkeiten vorrätig haben können.
Die Lage im Frankfurter Westend, direkt gegenüber der Festhalle und der Messe ist für deren Besucher perfekt. Es ist lediglich die stark befahrene 'Hamburger Allee' zu überqueren. Hinter dem Hotel beginnt das etwas feinere Wohngebiet des Westends. Neben einer Vielzahl schöner historischer Häuser gibt es hier auch einige kleine Läden und Restaurants. Shoppingfans müssen gut zu Fuß sein um die Frankfurter Innenstadt mit Ihren Publikumsmagneten zu erreichen. Zwanzig Minuten sollte man einkalkulieren bis man die Zeil, die Goethestraße oder ähnliche Konsummeilen erreicht. Für unter zehn Euro läßt sich diese Strecke jedoch mit einem Taxi bewältigen; welches vor dem Hotel problemlos zu bekommen ist.
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
Marriott bewirbt das neugestaltete Fitnesscenter mit eingens gedruckten Karten, welche auf den Zimmern ausliegen und eine gewisse Erwartungshaltung hervorrufen. In der Tat verfügt das Hotel über sehr hochwertige und von der Anzahl her ausreichende Traningsgeräte. Ideen zur Schaffung von Atmosphäre mußten offensichtlich den baulichen Gegebenheiten weichen. Die Geräte sind dicht aneinandergereit. Während meines Besuchs war es im Raum viel zu warm. Für die Renovierung der Umkleiden schien das Budget nicht gereicht zu haben.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 1-3 Tage im März 2010 |
Reisegrund: | Stadt |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Thorsten. |
Alter: | 31-35 |
Bewertungen: | 99 |