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Tradition und Lebensfreude – Saudi-Arabien im Ramadan
Wenn Du während des Ramadan reist, erlebst Du Saudi-Arabien auf eine Weise, die außerhalb dieses Monats kaum möglich ist. Tagsüber ist der Alltag jetzt ruhiger, aber nach Sonnenuntergang füllen sich die Plätze, Malls und historischen Viertel mit Leben. Familien und Freundesgruppen treffen sich zum Fastenbrechen. Die perfekte Zeit, um die Traditionen des Landes kennenzulernen. Ob Du durch die Gassen von Dschiddas Altstadt streifst, in Riad einen Markt besuchst oder in AlUla ein spätes Abendessen unter dem Sternenhimmel genießt – dieser Monat zeigt Dir das Königreich in einem ganz eigenen Licht.
Der Ramadan ist der Fastenmonat im islamischen Kalender und hat für viele Menschen eine besondere spirituelle Bedeutung. Zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang verzichten Gläubige auf Essen und Trinken, bevor sie abends gemeinsam das Fasten brechen. Der Monat richtet sich nach dem Mondkalender und beginnt jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt. 2026 beginnt er am 17. Februar und endet am 20. März.
Im Rhythmus des Ramadan
Wie sich Alltag, Atmosphäre und Reisen im Königreich verändern
Während des Ramadan stellt Saudi-Arabien seinen Tagesablauf um – und genau das macht eine Reise in dieser Zeit so spannend. Viele Geschäfte und Cafés öffnen später oder legen am Nachmittag Pausen ein. In Resorts und besonders in touristischen Gegenden läuft aber weitestgehend der reguläre Betrieb weiter. Das eigentliche Leben verlagert sich jetzt in den Abend hinein.
Mit dem Ruf zum Abendgebet verändert sich die Stimmung spürbar: Straßen füllen sich, Familien treffen sich zum Iftar, dem traditionellen Fastenbrechen, und die Städte wirken wie neu belebt. Malls verlängern ihre Öffnungszeiten, Märkte öffnen bis spät in die Nacht und überall duftet es nach frisch zubereiteten Speisen. Wenn Du offen für einen anderen Tagesrhythmus bist, erlebst Du eine Reisezeit voller Eindrücke, die sich stark vom restlichen Jahr unterscheidet.
Kulinarische Momente: Iftar und Sahur
Vom ersten Bissen nach Sonnenuntergang bis zu langen Nächten voller Geschmack
Der Moment des Iftar gehört zu den eindrücklichsten Erlebnissen im Ramadan. Sobald die Sonne untergeht, beginnt das gemeinsame Essen – meist mit Datteln und Wasser. Typische Gerichte sind Suppen wie Shorba, Sambusa – Teigtaschen mit Fleisch, Käse oder Spinat – und Balila, ein warmes Kichererbsengericht. Beliebt sind auch Reisgerichte wie Kabsa, das Saudische Nationalgericht, das meist mit Huhn oder Lammfleisch serviert wird.
In vielen Städten findest Du auch leckeres Streetfood. Etwa Kebdah, frisch gebratene Leber mit Gewürzen, Mutabbaq, eine gefüllte Teigrolle, und süße Klassiker wie Lugaimat, kleine Teigbällchen mit Sirup oder Sesam.
Früh am Morgen findet Sahur statt, das frühe Mahl vor Sonnenaufgang. Auch hier gibt es typische Speisen wie Foul, pürierte Bohnen mit Zitronensaft und Kräutern, oder Harees, ein sämiger Weizen-Eintopf, der lange vorhält. Viele Hotels und Restaurants bieten eigene Sahur-Menüs an – mal schlicht, mal überraschend vielseitig – damit Du gestärkt in den neuen Tag startest.
Als Nicht-Muslim musst Du natürlich tagsüber nicht fasten, solltest aber in der Öffentlichkeit auf das Essen und Trinken verzichten. Dezente Kleidung ist grundsätzlich empfehlenswert, und Fotos von Menschen machst Du am besten nur mit Einverständnis. Mit kleinen Gesten wie etwa dem Gruß „Ramadan Kareem“ zeigst Du Wertschätzung – oft entwickelt sich daraus ein freundliches Gespräch oder sogar eine Einladung zum Iftar.
Ramadan in Dschidda
Al-Balad, Meeresluft und Iftar an der Corniche
Dschidda ist während des Ramadan ein ganz besonderes Erlebnis. Eindrucksvoll ist das historische Viertel Al-Balad, dessen Korallensteinhäuser und Holzfassaden abends in warmes Licht getaucht werden. Auf den Plätzen findest Du hier Marktstände, Handwerk, Snacks und kleine Bühnen mit Programmen für Familien. Die Gassen sind erfüllt von Stimmen, Düften und Musik – eine Atmosphäre, die gleichzeitig traditionell und lebendig wirkt.
An der Corniche geht es etwas ruhiger zu, aber nicht weniger stimmungsvoll. Viele Familien bringen ihr Iftar-Mahl direkt ans Meer, und später wird aus der Promenade ein Treffpunkt für Spaziergänge und Gespräche. Wer gern fotografiert, findet hier Motive von besonderer Intensität: Fischerboote im Mondlicht, bunt beleuchtete Cafés und Kinder, die mit Lampions spielen.
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Weitere Hotspots im Königreich
Riad, AlUla und Co.
Riads Faszination entsteht durch den Kontrast aus Tradition und Moderne. Im historischen Viertel Diriyah werden jetzt zahlreiche Veranstaltungen organisiert, etwa Workshops und Musikevents. Aber auch moderne Einkaufs- und Food-Districts haben länger geöffnet und verbinden Tradition mit urbanem Flair.
In AlUla trifft Ramadan-Kultur auf eindrucksvolle Landschaft. Tagsüber lässt sich die Region in Ruhe erkunden, abends stehen Iftar-Erlebnisse in Oasen, Wüstencamps oder kleinen Restaurants auf dem Plan. Viele Unterkünfte bieten besondere Mahlzeiten unter freiem Himmel an – ein Moment, in dem die endlose Weite der Wüste besonders spürbar ist.
Auch Städte wie Dammam, Hail oder Taif gestalten den Monat mit Nachtmärkten, Streetfood und Familienprogrammen. Egal, wohin Du reist: Die Abende des Ramadan sind eine der intensivsten Zeiten im ganzen Jahr.
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Für wen sich diese Reisezeit lohnt
Warum Ramadan ein unvergesslicher Zeitpunkt ist, das Land zu entdecken
Wenn Du gern tief in die Kultur vor Ort eintauchst, ist der Ramadan eine besonders schöne Reisezeit. Du erlebst die festlichste Zeit des Jahres und lernst das Land jenseits seiner üblichen Routinen kennen. Für Reisende, die einen ruhigeren Tagesrhythmus schätzen und gleichzeitig neugierig auf die lebendigen Abende sind, ist dieser Monat ebenfalls eine spannende Option.
Auch für Kulinarik-Fans lohnt sich die Reise: Viele Gerichte, die sonst nur selten auf der Karte stehen, gehören im Ramadan zur festen Tradition. Und wer Fotografie liebt, findet zwischen Laternen, Straßenständen und nächtlicher Architektur authentische Szenen mit viel Tiefe.