Polnische Perlen
Wer Städtetrips liebt, muss diese Kleinstädte in Polen kennen | Die schönsten Reiseziele entdecken
Das deutsche Nachbarland Polen liegt quasi vor der Haustüre und trotzdem bleibt es für viele bislang leider ein blinder Fleck auf der Landkarte. Gerade wenn es um Wochenend- und Städtetrips oder einen Kurzurlaub geht, kommt das Land oft nicht in den Sinn. Dabei muss der Trip längst nicht nur in Berlin oder Amsterdam enden.
Polen: Meistgebuchte Städtehotels
Alle anzeigenUnentdecktes Polen: Charmante Kleinstädte voller Geschichte und Flair

Lenas Tipp
Damit Du vor und während Deiner Reise stets den Überblick behälst, habe ich alle wichtigen Orte und Sehenswürdigkeiten in einer Maps Karte für Dich zusammengestellt.
Kazimierz Dolny: Die Künstlerstadt an der Weichsel
Wenn Du Kazimierz Dolny besuchst, versteht Du vermutlich direkt, warum die Kleinstadt in der Woiwodschaft Lublin seit langer Zeit als große Anlaufstelle für KünstlerInnen jeglicher Art gilt. Das Kleinstädtchen soll dabei keine 3.000 EinwohnerInnen haben. Es liegt malerisch am Ufer der Weichsel, rund 150 Kilometer südlich von Warschau. Die Stadt wird teils als Perle der polnischen Renaissance bezeichnet – ein Ruf, der besonders auf prächtige Bürgerhäuser aus dem frühen 17. Jahrhundert gründet. Geschichte ist hier kein miefiges Museum, sondern gelebte Gegenwart. Eines der Highlights und viel fotografierten Motive der Stadt sind daher auch die Przybyła-Bürgerhäuser.
Zahlreiche Kunstgalerien und Ateliers verstecken sich hinter historischen Fassaden und verleihen der Atmosphäre der Kleinstadt etwas Lebendiges. Kunsthandwerksläden laden ebenso zum Verweilen ein wie traditionelle Bäckereien, deren duftende Waren BesucherInnen das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Ein Treffpunkt der Kunstszene ist der Marktplatz.
Leider musst Du für die Anreise etwas mehr Zeit einplanen, denn mit dem Auto benötigst Du beispielsweise von Cottbus aus schon etwa sieben bis acht Stunden.
Paczków: Das polnische Carcassonne
Paczków trägt einen Beinamen, der die polnische Kleinstadt mit einer französischen Stadt in Verbindung bringt, die in Deutschland insgesamt deutlich bekannter sein dürfte. Denn Paczków wird teils auch als polnisches Carcassonne beschrieben. In etwas weniger Fahrtzeit, in etwa fünf Stunden, geht es mit dem Auto von Leipzig nach Paczków.
Wer zum ersten Mal durch das Breslauer Tor tritt, findet einen Ort vor, dessen mittelalterliche Stadtmauer eine rund 8.000-EinwohnerInnen-Stadt wie eine Zeitkapsel umschließt. Darauf geht auch der Beiname Paczkóws zurück. In der Woiwodschaft Oppeln gelegen, erstreckt sich der bemerkenswerte Mauerring aus dem 14. Jahrhundert über rund 1.200 Meter.
Bei einem Spaziergang lässt sich das steinerne Herzstück Paczkóws erkunden. Während in vielen anderen Städten nur Fragmente oder einzelne Türme übrig blieben, umschließt fast die gesamte Mauer die Altstadt noch heute. Weitere Sehenswürdigkeiten sind unter anderem das alte Rathaus und ein ehemaliges Henkershaus, ein Fachwerkhaus, um das sich ebenso alte Legenden ranken.
Zamość: Das Padua des Nordens
Weit im Südosten Polens liegt eine Stadt, die es so in Europa kein zweites Mal gibt. Zwar ist Zamość mit knapp 58.000 EinwohnerInnen schon größer, aber zum einen noch weit von einer wirklichen Großstadt entfernt und zum anderen so außergewöhnlich, dass man den Ort fast schon erwähnen muss. Von Dresden aus dauert die Autofahrt gerne zwischen acht und neun Stunden, aber es lohnt sich.
Ebenfalls in der Woiwodschaft Lublin gelegen, trägt die Kleinstadt auch den Beinamen Padua des Nordens. Zamość wurde im 16. Jahrhundert vom polnischen Staatsmann Jan Zamoyski gegründet, die Stadt ist nach ihm benannt. Der italienische Architekt Bernardo Morando, mit dem die Lubliner Renaissance eng verbunden ist, war bei der Stadtplanung im engen Austausch mit dem Gründer. Das Ergebnis ist so besonders, dass die Altstadt seit 1992 zum UNESCO-Welterbe gehört.
Das bemerkenswerte Bild, etwa rund um Rynek Wielki, den Großen Markt, ist bis heute bestens erhalten und wer diesen erkundet, merkt auch schnell, warum Zamość mit dem italienischen Padua verglichen wird. Dar Platz ist zudem wohl einer der schönsten Europas. Bei einem Kaffee unter den Arkaden lässt sich das Zusammenspiel aus Architektur, Geschichte und Flair in aller Ruhe genießen.
Polen mit dem Mietwagen erleben


Jetzt den Trip nach Polen planen
Polen ist das ganze Jahr über eine Reise wert, doch besonders in den Frühlings- und Sommermonaten entfalten kleinere Städte ihren vollen Charme. Wenn sich die Terrassencafés füllen und die Obstbäume blühen ist ein kleiner Trip für viele einfach noch charmanter als im Herbst, wenn man mit dem Wetter mehr Glück haben muss.