Normandie-Highlight
Mont-Saint-Michel: Kloster-Juwel auf französischer Atlantikinsel
Etwa 3,5 Millionen Reisende zieht es jedes Jahr zu einem Ort, der märchenhaft anmutet und trotzdem Realität ist: Mont-Saint-Michel. Das ehemalige Benediktinerkloster in der Normandie verkörpert nicht nur ein Meisterwerk der mittelalterlichen Architektur, sondern beeindruckt auch durch seine spektakuläre Position: ein Granitfelsen im Atlantik, dessen imposante Silhouette bereits aus der Ferne den Horizont prägt.
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Alle anzeigenBaukunst-Meisterwerk im Wechselspiel der Gezeiten
Mehr als 1.300 Jahre Geschichte erheben sich hier auf einem Felsen, der bei Niedrigwasser eine Landbrücke zum Festland bildet und bei Flut wieder isoliert liegt. Einst bedeutete dies: Wer Mont-Saint-Michel erreichen wollte, musste die Gezeitenrhythmen verstehen – und befolgen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts durchbrach ein Damm diese natürliche Verbindung und schuf eine permanente Landverbindung. Doch das Bauwerk erwies sich als unzureichend und stand bei Hochwasser wiederholt unter Wasser.
Vor drei Jahrzehnten beschloss Frankreich, den ursprünglichen Charakter wiederherzustellen. Mit Investitionen von etwa 200 Millionen Euro entstand über mehrere Jahre eine 740 Meter lange Brücke aus Stahl und Holz, deren Bauarbeiten 2007 begannen. Seit 2015 führt sie Reisende erneut über das Wattenmeer – und verschwindet bei bestimmten Hochwasserständen zeitweise unter der Wasseroberfläche. Dann erscheint Mont-Saint-Michel wieder isoliert, umgeben vom Atlantik, als wäre die Geschichte rückgängig gemacht worden.
Von der göttlichen Vision zum königlichen Wallfahrtsort
Die Geschichte des Mont beginnt im Jahr 708. Der Überlieferung zufolge erschien dem Bischof Aubert von Avranches der Erzengel Michael mit dem Befehl, eine Kirche zu erbauen. Aus dieser himmlischen Erscheinung entwickelte sich über die Jahrhunderte ein außergewöhnlicher Gebäudekomplex, der Gotik, Romanik und Klassizismus zu einer architektonischen Symphonie verbindet.
Im 10. Jahrhundert ließen sich Benediktinermönche nieder, die das Kloster ausbauten und eine Granitmauer errichteten. Schnell entwickelte sich der Ort zu einem der wichtigsten Pilgerziele Europas. Französische Herrscher wie Ludwig IX., Franz I. und Karl IX. pilgerten persönlich hierher, um zu beten. Andere Adelige, etwa der normannische Herzog Richard II., hielten sogar ihre Hochzeitszeremonie in den ehrwürdigen Gemäuern ab.
Gegenwart: Geschichtsreise und Reiseziel der Superlative
Heute trägt Mont-Saint-Michel den Status eines UNESCO-Welterbes und rangiert unter Frankreichs beliebtesten Attraktionen. Wer durch die schmalen Straßen und Klosterhallen wandelt, erlebt nicht nur ein Gebäude – sondern durchwandert Jahrhunderte europäischer Vergangenheit. Zwischen Atlantikbrise und Glockenklang entsteht der Eindruck, dieser Ort entziehe sich jeder Epoche – und wirke dennoch zeitlos.
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