Johannes-Nepomuk-Brunnen

Rastatt/Baden-Württemberg

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Herbert(71+)
März 2026

Brunnendenkmal für den Brückenheiligen Nepomuk

5 / 6

In Rastatt befindet sich auf dem Marktplatz, zwischen der Alexanderkirche und dem Alten Rathaus der Nepomukbrunnen von Rastatt. An dieser Stelle stand ursprünglich ein „Ziehbrunnen“, der 1727-19/28 zu einem Pumpbrunnen umgebaut wurde, der von der Statue des allgemein als Brückenheiligen bekannten Johannes Nepomuk gekrönt wird. Das kunstvolle schmiedeeiserne Gitter an diesem Brunnen wurde bei der Renovierung von 1893 angebracht. ANMERKUNG: Nepomuk war ein böhmischer Priester und wird in der katholischen Kirche als Märtyrer verehrt. Da Nepomuk von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau gestürzt und in der Moldau ertränkt wurde, ist er DER BRÜCKENHEILIGE schlechthin. Johannes Nepomuk zählt zu einem der beliebtesten Heiligen der Katholischen Kirche. Aber Nepomuk wird von der Kirche nicht nur als Brückenheiliger, sondern auch als Bewahrer des Beichtgeheimnisses verehrt. ANMERKUNGEN: 1.) DAS, WAS DIE KIRCHE AUS NEPOMUK GEMACHT HAT, STIMMT MIT DEM HISTORISCHEN NEPOMUK NICHT SO RICHTIG ÜBEREIN, DA AUCH HIER WAHRHEIT UND DICHTUNG STARK VERMISCHT WURDEN. Ja, es gab ihn wirklich, diesen Johannes von Nepomuk. Er wurde um das Jahr 1350 geboren und wurde 1393 getötet. Ja, er war ein böhmischer Priester. Und ja, er wurde in Prag ermordet, er wurde von der Karlsbrücke gestürzt und in der Moldau ertränkt. Und es stimmt auch, dass König Wenzel für diesen Mord verantwortlich war. Aber dann weichen Dichtung und Wahrheit doch so langsam voneinander ab. 2.) DER HISTORISCHE JOHANNES NEPOMUK wurde 1380 zum Priester geweiht. 1389 ernannte ihn der Bischof von Prag zu einem seiner Generalvikare. Es kam zu Machtkämpfen zwischen König Wenzel und dem Erzbischof Johannes Jenstein von Prag. König Wenzel wollte den Machtbereich des Erzbischofs verkleinern und wollte dazu auf dem Gebiet des Erzbischofs ein neues westböhmisches Bistum erschaffen. Als der Abt vom Kloster Kladrau starb, sollte ein Vasalle von König Wenzel zum Nachfolger des Abts und dieser sollte gleichzeitig zum ersten Bischof des neuen Bistums ernannt werden. Aber die Mönche vom Kloster wählten (wohl unter Einflussnahme des Erzbischofs) einen aus ihren eigenen Reihen zum neuen Abt, was der erzbischöfliche Generalvikar Johannes Nepomuk im Auftrag vom Erzbischof bestätigte. König Wenzel muss außer sich vor Wut gewesen sein. Während der Erzbischof aus Angst vor dem König aus Prag floh, wurde Johannes Nepomuk verhaftet und gefoltert. Nepomuk wurde wegen Hochverrat zum Tode verurteilt, von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt und in der Moldau ertränkt (was zur damaligen Zeit wohl eine übliche Todesstrafe für Geistliche war). Schon kurz nach diesem Mord nannte der Erzbischof Johannes Jenstein diesen Nepomuk einen „Märtyrer Christis, der viele Wunder tat“. Dieser Erzbischof Johannes Jenstein ging jedoch aus Angst vor König Wenzel nie mehr zurück in sein Bistum. Der Leichnam von Nepomuk wurde in Prag in der Heilig-Kreuz-Kirche beigesetzt. Aber bereits 1396 wurde er in den Prager Veitsdom verlegt. (diese Version der Geschichte wird inzwischen überwiegend vertreten, wobei es davon aber auch geringfügige Varianten gibt). 3.) DIE KIRCHE MACHTE DARAUS JEDOCH ETWAS GANZ ANDERES, denn laut Kirche war der Heilige Johannes Nepomuk ein Märtyrer. Als Priester nahm er demnach der Frau von König Wenzel die Beichte ab. König Wenzel verdächtigte seine Frau jedoch der Untreue und ging davon aus, dass sie dem Priester Nepomuk in der Beichte davon berichtigte. Wenzel wollte von Nepomuk wissen, was seine Frau ihm anvertraut hatte. Nepomuk gab dies – auch nach Folter - nicht Preis und wahrte so das Beichtgeheimnis. König Wenzel ließ daraufhin Johannes Nepomuk von der Karlsbrücke in die Moldau stürzen, wo er ertrank. Der in der Moldau schwimmende Leichnam von Johannes Nepomuk wurde von fünf Flammen umhüllt („Wunderzeichen“). Deswegen wird Nepomuk meistens mit fünf Sternen um den Kopf dargestellt. Wie bereits oben erwähnt, nannte ihn bereits kurz danach Erzbischof Johann von Jenstein einen „Märtyrer Christis, der viele Wunder tat“. Auch nach der kirchlichen Legende wurde Nepomuk erst in der Heilig-Kreuz-Kirche beigesetzt und dann in den Veitsdom überführt. Diese Martyriumsgeschichte und die „Anzahl der Wunder“ steigerten sich immer mehr. Einen Höhepunkt fand die Nepomuk-Verehrung im 17. / 18. Jahrhundert. 4.) 1719 wurde das Grab von Nepomuk im Veitsdom geöffnet und untersucht. Man fand demnach ein Skelett, jedoch war die angebliche „Rote Zunge“ unversehrt, was natürlich als göttliches Zeichen angesehen wurde. Nepomuk wurde noch im Jahr 1719 selig und 1729 heilig gesprochen. 1929 wurde das Grab von Nepomuk erneut geöffnet, dabei wurde die angebliche unversehrte rote Zunge als „mumifizierte Gehirnreste“ erkannt.

Brunnendenkmal für den Brückenheiligen Nepomuk
Brunnendenkmal für den Brückenheiligen Nepomuk
von Herbert • März 2026
Klaus
Januar 2024

Vor der Rastatter Stadtkirche

5 / 6

Der Johannes-Nepomuk-Brunnen ist ein Ziehbrunnen aus den Jahren 1727/28. Die Menschen in der Innenstadt versorgten sich am Johannes-Brunnen, wie ihn die Rastatter nannten, mit Trinkwasser. Um den Brunnen herum fand der Wochenmarkt statt. Er gehört zu den Sehenswürdigkeiten von Rastatt. Der Nepomuk Brunnen steht an der Kaiserstraße vor der Rastatter Stadtkirche. Adresse: Kaiserstraße, 76437 Rastatt Webseite: https:// www. tourismus-rastatt. de/sehenswuerdigkeiten-und-geschichte/historische-route/johannes-nepomuk-brunnen Geodaten: V653+24 Rastatt

Johannes-Nepomuk-Brunnen
Johannes-Nepomuk-Brunnen
von Klaus • Januar 2024
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von Klaus • Januar 2024
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von Klaus • Januar 2024
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von Klaus • Januar 2024
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von Klaus • Januar 2024
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Claudia
Januar 2024

Brunnen mit schönem Eisengitter aus dem 19.Jh.

5 / 6
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In der Heimat von Markgräfin Sibylla Augusta wurde der Heilige Nepomuk als Patron des Beichtgeheimnisses, der Schiffer und Flößer und der Sterbenden verehrt. An der Stelle des Johannes Nepomuk Brunnen stand schon zuvor ein Ziehbrunnen. Das schöne schmiedeeiserne Gitter wurde erst nach einer Renovierung des Brunnens im 19. Jahrhundert angebracht.

Johannes-Nepomuk-Brunnen
Johannes-Nepomuk-Brunnen
von Claudia • Januar 2024
Johannes-Nepomuk-Brunnen
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von Claudia • Januar 2024
Johannes-Nepomuk-Brunnen
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von Claudia • Januar 2024