Unterwegs mit Hund, Katze & Co
Reisen mit Tieren: Diese Regelungen solltest Du kennen
Reisen mit Tieren erfordert Planung: Vom Heimtierausweis über Quarantänebestimmungen bis zu Pausen unterwegs – dieser Leitfaden erklärt, was bei Inlands- und Auslandsreisen mit Hund, Katze oder Pferd zu beachten ist.
Welche Papiere Dein Tier wirklich braucht – inner- und außerhalb der EU
Für Hund und Katze stellt der EU-Heimtierausweis das zentrale Dokument dar. Er enthält die Mikrochipnummer sowie die gültige Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage alt sein muss.
Bei Reisen außerhalb der EU kommen weitere Vorgaben dazu. Viele Länder verlangen einen Tollwut-Titer, der frühestens 30 Tage nach der Impfung abgenommen werden kann. Das Laborergebnis muss über mehrere Monate gültig und vor der Einreise anerkannt sein. Manche Staaten verlangen zusätzlich ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis, das kurz vor Abreise ausgestellt wird.
Für Pferde ist der Equidenpass verpflichtend. Darin stehen Identitätsdaten, Impfstatus und Nutzungsform. Zusätzlich verlangen viele Länder ein tierärztliches Gesundheitszertifikat, meistens mit Angaben zu Infektionskrankheiten wie Equine Infektiöse Anämie oder Druse. Einige Staaten fordern vorab Bluttests auf anzeigepflichtige Erkrankungen; die Proben müssen von autorisierten Laboren analysiert werden. Die Gültigkeitsdauer dieser Bescheide reicht meist von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen, abhängig von der Zielregion.
Internationale Regeln für unterwegs
In vielen Ländern gilt in den öffentlichen Verkehrsmitteln eine Kombination aus Leinen- und Maulkorbpflicht. Größere Hunde müssen in Bussen und Bahnen häufig Maulkorb tragen, auch wenn sie friedlich sind. Manche Staaten führen Rasselisten, für die zusätzliche Dokumente oder ein Wesenstest verlangt werden. Die Zugehörigkeit zu sogenannten gefährlichen Rassen wird dabei häufig nur über das Aussehen des Tieres bestimmt. Deshalb musst Du bei Mischlingen und Hunden ohne Abstammungstafel besonders aufpassen.
Für Katzen gelten oft Sonderregeln. Einzelne Länder schreiben Transportbehältnisse mit bestimmten Sicherheitsmerkmalen vor.
Bei Pferden hängen die Vorgaben stark vom Zielgebiet ab. In einigen Nachbarländern sind Grenzkontrollen nur stichprobenartig, in anderen werden Gesundheitszeugnisse genau geprüft. Wer ein Reisetagebuch dabeihat, erleichtert sich oft den Ablauf. Bei Fernreisen fordern manche Staaten eine Quarantäne, entweder vor Ort oder schon im Herkunftsland.
Unterwegs mit Auto oder Van
Im Auto müssen Tiere gesichert sein. Geeignet sind Transportboxen, Trenngitter oder ein passendes Anschnallsystem. In mehreren europäischen Ländern ist eine Sicherung gesetzlich vorgeschrieben, um FahrerInnen und Tiere zu schützen. Hierbei ist zu beachten, dass Hunde nur am Geschirr angeschnallt werden sollten, nicht am Halsband. Nicht jedes Geschirr ist Crash-Test geprüft, eine gründliche Recherche ist daher sinnvoll.
Regelmäßige Pausen helfen, Stress zu reduzieren. Hunde profitieren bei kurzen Stopps vom Lösen der Leine und können trinken. Katzen bleiben ruhiger, wenn ihre Transportboxen an stabilen Plätzen stehen, die nur wenig Einblicke zulassen.
Bei Pferdeanhängern kommt es auf Belüftung, rutschfesten Boden und eine stabile Trennwand an. Nach längeren Fahrten sollten Pferde genug Zeit bekommen, Wasser aufzunehmen, sich zu dehnen und zur Ruhe zu kommen. Vielleicht gibt es auch eine Unterkunft mit Boxen auf dem Weg, sodass Du die Reise stückeln kannst und Dein Pferd zum Grasen kommt.

Maries Tipp
Am besten platzierst Du Hund und Katze auf der Rückbank, damit im Notfall Dein Tier nicht von einem aufgehenden Airbag verletzt wird.
Mit Hund oder Katze in der Bahn – darauf musst Du achten
Viele Bahnunternehmen transportieren kleine Hunde und Katzen kostenlos im Transportbehälter. Größere Hunde benötigen häufig eine Fahrkarte und müssen angeleint sein; in manchen Ländern herrscht zusätzlich Maulkorbpflicht.
Ruhige Plätze am Wagenende sorgen für entspanntere Atmosphäre, auch Fahrradabteile bieten oft mehr Platz. Katzenboxen sollten gut belüftet und sicher verschlossen sein. Bei längeren Strecken lohnt es sich, Umsteigezeiten einzuplanen, um frisches Wasser zu reichen oder die Box zu überprüfen. Ebenso empfiehlt es sich, nach Zügen mit Schlafkabinen zu suchen. Hier haben Haustier und Halter Ruhe und etwas mehr Privatsphäre.
Fliegen mit Tieren: Kabine, Frachtraum und Flugboxen
Fluglinien unterscheiden zwischen Kabinen- und Frachtraumtransport. Kleine Hunde und Katzen können oft in der Kabine mitreisen, wenn sie in eine zugelassene Transporttasche passen und die Gewichtsgrenze einhalten. Beim Transport brachyzephaler Hunderassen wie Möpsen, Bulldoggen oder Pekinesen kann es zu Einschränkungen durch die Airlines kommen.
Größere Tiere müssen im Frachtraum reisen. Die Transportbox muss stabil, gut belüftet und ausbruchssicher sein und den IATA-Vorgaben entsprechen. Für mittelgroße Hunde reichen häufig Boxen aus Hartplastik. Hunde mit kräftiger Statur benötigen dagegen oft verstärkte Transportboxen aus Metall oder Holz. Manche Airlines verlangen solche Modelle verbindlich, wenn ein Hund schon einmal versucht hat, eine Box zu beschädigen oder wenn die Hunderasse als kräftig eingestuft wird.
Für Pferde gibt es spezialisierte Flugtransporte mit Gruppen- oder Einzelboxen und Betreuung durch geschultes Personal. Zur Vorbereitung gehören Gesundheitszeugnisse, Bluttests und eine genaue Planung des Weitertransports am Zielort.

Maries Tipp
Damit Dein Hund oder Deine Katze entspannter fliegt, solltest Du sie frühzeitig an die Box gewöhnen. Denn die Übungsphase kann mehrere Wochen dauern und beginnt idealerweise mit kurzen Aufenthalten darin.
Tricks für Pausen unterwegs
Bei Autofahrten hältst Du den Innenraum am besten kühl. Kurze Stopps ermöglichen das Lösen von der Leine, Trinken und Bewegung. Katzen sollten die Transportbox nur an sicheren Orten verlassen. Und auch nur, wenn ein passendes Geschirr vorhanden ist.
Bei Bahnreisen kannst Du längere Umsteigezeiten nutzen, um Wasser zu geben oder die Box auf Komfort zu prüfen.
Pferde benötigen bei längeren Transporten geplante Unterbrechungen. Viele FahrerInnen achten darauf, an Standorten mit befestigtem Boden zu pausieren, damit die Tiere sicher stehen und trinken können.
Grenzüberschreitende Touren mit Tieren
Beim Wandern mit Hund gelten dieselben Einreisevorgaben wie bei Reisen mit Auto oder Bahn. Der Heimtierausweis muss im Rucksack griffbereit sein, ebenso ein Maulkorb, falls Du in einem Land unterwegs bist, in dem er vorgeschrieben ist. Wasserreserven und ein Erste-Hilfe-Set sind ebenfalls wichtig.
Beim Wanderreiten ist die Dokumentenlage umfangreicher. Neben Equidenpass und Gesundheitszeugnis verlangen einige Regionen eine Stallungsbestätigung oder Angaben zum Aufenthaltsort des Pferdes. Manche Grenzwege sind nur für geführte Touren freigegeben. Achtung: In Schutzgebieten können zusätzliche Regeln gelten.
Pferdereisen: Transport, Erholung und Grenzformalitäten
Für Pferde sind eine stabile Transportplanung und gut strukturierte Erholungsphasen entscheidend. Nach mehreren Stunden Fahrt sollte Dein Pferd Zeit bekommen, um Wasser aufzunehmen und Haltung sowie Muskulatur zu entspannen.
Grenzübertritte erfordern vollständige Dokumente. In der Regel benötigst Du den Equidenpass, ein tierärztliches Gesundheitszertifikat und aktuelle Impfungen gegen Influenza. Je nach Zielregion sind ebenso ein Coggins-Test auf Equine Infektiöse Anämie und gelegentlich auch Bestätigungen über den Herkunftsstall nötig. Manche Länder wollen außerdem wissen, wohin das Pferd nach der Einreise gebracht wird und wie lange es dort bleibt. Wer diese Unterlagen vorbereitet hat, spart sich Wartezeit an Kontrollstellen und erleichtert den Ablauf.
Hitze und Kälte: Was TierärztInnen für Reisen empfehlen
TierärztInnen raten, bei hohen Temperaturen Fahrten möglichst in die Morgen- oder Abendstunden zu legen. Hitze belastet Hunde mit kurzer Schnauze, ältere Tiere und Katzen mit Atemproblemen besonders stark. Häufige Trinkpausen und schattige Aufenthaltsorte helfen, Überhitzung zu verhindern. Ein Verkehrsstau kann potenziell gefährlich werden, da den Tieren der kühlende Fahrtwind fehlt. Gib also Acht auf steigende Temperaturen im Innenraum Deines Autos oder Deines Pferdeanhängers.
Bei Kälte profitieren Hunde mit dünnem Fell von zusätzlichem Schutz. In Transportboxen sorgen isolierende Unterlagen oder ein leichtes Tuch über dem Gitter für mehr Wärme, ohne die Belüftung einzuschränken.
Pferde reagieren empfindlich auf Zugluft. Abschwitzdecken und windgeschützte Pausenplätze helfen, Temperaturschwankungen auszugleichen, besonders nach anstrengenden Etappen.
Apps und Tracker, die für Sicherheit sorgen
Zur Urlaubszeit häufen sich die Suchmeldungen von verlorengegangenen Tieren. GPS-Tracker geben Dir Gewissheit, wenn sich Dein Hund oder Deine Katze erschreckt oder in fremder Umgebung orientierungslos wird. Die Position landet direkt auf dem Smartphone, viele Geräte warnen Dich, wenn sich Dein Tier außerhalb eines definierten Bereichs bewegt.
Datenbanken wie TASSO unterstützen bei Vermisstenmeldungen und helfen bei der schnellen Zuordnung gefundener Tiere. Für Pferdereisen eignen sich Apps, die Strecken, Temperaturen und Rastmöglichkeiten anzeigen.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, empfehlen viele Tierschutzorganisationen eine doppelte Sicherung. So sind Zwei- und Vierbeiner stets auf der sicheren Seite, selbst wenn Dir die Leine mal aus der Hand fallen sollte.

Maries Tipp
So funktioniert doppelte Sicherung:
Dein Hund trägt ein Panikgeschirr, das ist ein Geschirr mit einem zweiten Bauchgurt. Dadurch kann er nicht rückwärts aus dem Geschirr schlüpfen. Die Leine befestigst Du sowohl am Geschirr als auch an einem Gürtel oder Hüftgurt, welchen Du für die Dauer der Raststopps trägst. Eine zweite Leine wird am Halsband angebracht, an dieser wird der Hund geführt.