Eine Frau sitzt mit einem Laptop und Rucksack an einem Hafen am Meer mit Bergen im Hintergrund.
© stock.adobe.com - Mary Anlens

Business trifft Urlaub

Bleisure Travel: Wenn Geschäftsreisen zum Urlaub werden

Zwei Tage Konferenz, ein Business-Dinner, der Flug ist ohnehin gebucht – warum also nicht ein langes Wochenende dranhängen und den Ort erkunden, an dem Du gerade bist? Genau darum geht es bei Bleisure Travel. Der Begriff setzt sich aus Business und Leisure zusammen und bezeichnet die Kombination aus Geschäftsreise und privater Verlängerung.

Statt direkt nach dem letzten Termin wieder in den Flieger zu steigen, bleibst Du ein paar Tage länger und ergänzt die berufliche Reise um private Zeit. Damit das organisatorisch reibungslos funktioniert, sind eine sorgfältige Planung, transparente Kommunikation und die Beachtung betrieblicher Vorgaben entscheidend.

Folge unserem WhatsApp Kanal!Gutscheine, Gewinnspiele, relevante News & Updates zum Thema Reisen!Zum Kanal
1
Eine Frau trägt Termine in einen Wandkalender ein.
Rechtzeitige Planung zahlt sich aus © stock.adobe.com - PintoArt

Wie Du geschäftliche Reisen sinnvoll verlängerst

Eine wichtige Voraussetzung für Bleisure Travel ist die frühzeitige Abstimmung mit dem Arbeitgeber. Viele Unternehmen stehen dem Modell grundsätzlich offen gegenüber – vorausgesetzt, es bleibt im Rahmen der geltenden Reiserichtlinien und wird transparent kommuniziert. 

Besonders sinnvoll ist Bleisure Travel, wenn ohnehin längere Flugzeiten anfallen, etwa bei Reisen in die USA oder nach Asien. Auch wenn berufliche Termine an einem Donnerstag oder Freitag enden, lässt sich der Aufenthalt gut mit einem Wochenende kombinieren. Und nicht zuletzt lohnt sich die Verlängerung, wenn Dich das Reiseziel auch persönlich interessiert – etwa eine Stadt, die Du schon lange einmal privat erkunden wolltest.

Wie viele Tage Urlaub sind sinnvoll?

Viele Reisende verlängern ihre Geschäftsreise um wenige Tage – die konkrete Dauer hängt von individuellen und betrieblichen Rahmenbedingungen ab. Bei Fernreisen kann eine längere Verlängerung sinnvoll sein, insbesondere wegen möglicher Zeitverschiebung und dem daraus resultierenden Jetlag.

Erst Meetings, dann Urlaubsmodus 

Viele Geschäftsreisende entscheiden sich dafür, die private Verlängerung an das Ende der Reise zu legen. So bleibt der Fokus zunächst auf den beruflichen Terminen.

Wer früher anreist, sollte ausreichend zeitlichen Puffer einplanen. Flugverspätungen, Zeitverschiebung oder organisatorische Änderungen können insbesondere bei wichtigen Terminen am ersten Tag zusätzlichen Druck erzeugen. Das gilt für private wie für geschäftliche Anreisen gleichermaßen.

2
Eine Frau lächelt breit mit Sonnenbrille und Sonnenhut in die Kamera, sie hält eine Landkarte in der Hand und steht mit einem Mann auf einem Dach in einer Stadt und plant, wohin sie als nächstes gehen
Nutze schon einen freien Morgen oder Abend an Arbeitstagen für kleine Unternehmungen © stock.adobe.com - NDABCREATIVITY

Bleisure vor Ort

Zwischen Business und Freizeit

Auch während der offiziellen Geschäftstage lassen sich – sofern es der Zeitplan erlaubt – kurze private Aktivitäten einbauen: ein Spaziergang am Morgen, ein Restaurantbesuch am Abend oder ein kurzer Museumsbesuch.

Die eigentliche private Phase beginnt jedoch nach Abschluss der beruflichen Termine. Ob Fahrradtour, Ausflug ins Umland oder Stadterkundung – sinnvoll ist eine ausgewogene Planung, damit Erlebnisse und Erholung im Verhältnis stehen.

3
Auf einer Weltkarte liegen zwei Reisepässe, Bargeld und ein kleines Modellflugzeug
Eine genaue Buchhaltung von Business- und Freizeit-Ausgaben ist essenziell © stock.adobe.com - eyetronic

Die Kosten: Wer zahlt was?

Grundsätzlich gilt: Kosten, die ausschließlich beruflich veranlasst sind, übernimmt in der Regel der Arbeitgeber. Private Zusatzleistungen oder Verlängerungstage werden selbst getragen. Maßgeblich sind die jeweiligen Unternehmensrichtlinien.

Flüge

Ob der Arbeitgeber die Flugkosten vollständig übernimmt, hängt von der jeweiligen Reiserichtlinie des Unternehmens ab. Entstehen durch eine private Verlängerung Mehrkosten, wird häufig die Differenz privat getragen. Eine transparente Dokumentation der ursprünglichen Flugoption kann bei der Abstimmung hilfreich sein.

Hotels

Solange Du Dich im Rahmen der offiziellen Reisedauer bewegst, gelten Hotelübernachtungen als beruflich veranlasst – die Kosten dafür übernimmt in der Regel Dein Arbeitgeber. Anders sieht es aus, sobald Du privat verlängerst. In diesem Fall solltest Du unbedingt darauf achten, dass die zusätzlichen Nächte klar getrennt gebucht und abgerechnet werden.

Am einfachsten ist es, wenn Du zwei separate Buchungen machst: eine für die beruflichen Tage auf Firmennamen und Kostenstelle, eine weitere für Deinen privaten Aufenthalt. So bekommst Du auch zwei getrennte Rechnungen – und genau die brauchst Du später für eine saubere Reisekostenabrechnung.

Verpflegung & Spesen

Wer beruflich unterwegs ist, kann für bestimmte Tage Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand geltend machen. Das ist gesetzlich geregelt und in den meisten Unternehmen klar definiert. Diese Regelung gilt allerdings ausschließlich für die Tage, an denen Du tatsächlich im Auftrag Deiner Firma reist. Hängst Du privat ein paar Urlaubstage an, enden mit dem letzten beruflich veranlassten Termin auch die entsprechenden Ansprüche.

Ein Beispiel: Du bist von Montag bis Mittwoch auf Geschäftsreise in Barcelona, nutzt aber die Gelegenheit und bleibst bis Sonntag privat dort. In diesem Fall kannst Du für Montag bis Mittwoch Verpflegungspauschalen abrechnen – für Donnerstag bis Sonntag nicht.

Wichtig ist dabei die saubere Trennung der Kosten. Belege für geschäftliche Essen – etwa ein Abendessen mit KundInnen oder KollegInnen – solltest Du getrennt aufbewahren und möglichst mit Anlass und TeilnehmerInnen dokumentieren. Frühstück im Hotel am Wochenende, Café-Besuche am Strand oder der späte Tapas-Abend auf eigene Faust gehören dagegen in die private Ausgabenliste.

Kommunikation mit dem Arbeitgeber

Eine offene Abstimmung vor der Buchung schafft Planungssicherheit. Sinnvoll ist es, die Kostenaufteilung schriftlich festzuhalten und bei Unklarheiten frühzeitig mit Deinem Arbeitgeber Rücksprache zu halten.

4
Eine Person mit gelbem Pulli sitzt vor einem Laptop und hakt eine digitale Checkliste ab
Merke Dir, worauf Du achten musst, damit alles glatt läuft © stock.adobe.com - Thapana_Studio

Checkliste: Do’s & Don’ts beim Bleisure Travel

Do’s

✔ Frühzeitig abstimmen
✔ Berufliche und private Kosten getrennt dokumentieren
✔ Separate Buchungsbestätigungen aufbewahren
✔ Freizeitaktivitäten vorab prüfen (Reservierungen, Öffnungszeiten)
✔ Ausreichend zeitlichen Puffer einplanen

Don’ts

✘ Private Kosten über die Reisekostenabrechnung einreichen
✘ Spesen für private Tage beantragen
✘ Flüge ohne Rücksprache umbuchen
✘ Berufliche Termine durch private Aktivitäten beeinträchtigen

Entdecke ähnliche Urlaubsthemen