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Anke & Dirk (31-35)
Verreist als Paarim September 2006für 2 Wochen

Hübsche Anlage, nichts für verwöhnte Gaumen

3,6/6
Die Anlage selber ist sehr schön. Das Hotel besteht aus einem Hauptgebäude und mehreren Wohnkomplexen. Die Gartenanlage in den Innenhöfen ist sehr gut gepflegt. Der Pool ist unspekulär, aber ganz hübsch. Es gibt einen kleinen Laden der vormittags und abends geöffnet ist und die Gäste mit den wichtigsten Dingen versorgt.

Lage & Umgebung5,0
Die Lage des Hotels ist sehr gut. Es liegt direkt an der New Road, der autobahnmäßigen Hauptschlagader der Insel. Eine Bushaltestelle ist 100m vom Hotel entfernt. Von dort kann man mit dem Bus nach Chania und Rethimon. Die Nähe zur Straße könnte für die Zimmer im Hauptgebäude zur Straße hin sich als Nachteil erweisen, da ich mir vorstellen könnte, daß die Lärmbelästigung dort etwas größer sein könnte. Von unserem Zimmer aus waren die vorbeirasenden LKW's jedenfalls kaum zu hören. Das Hotel liegt nach hintenhinaus direkt am Strand. Die Preise für die Liegen sind äußerst günstig: 4,40 Euro für zwei Liegen inklusive Sonnenschirm. Der Strand ist sicher nicht der schönste von Kreta, aber sehr lang ( bis Georgioupolis) und sauber und für einen Strand im Norden sicher ok. Schwimmen kann hier man nicht immer, denn wegen der relativ hohen Wellen, hing die meiste Zeit die rote Flagge. Daß dies sehr ernst zu nehmen ist, konnte man leider an einem Tag beobachten, wo jemand aus dem Wasser geholt und anschließend mit Herz-Massage wiederbelebt werden mußte.
Auf der anderen Straßenseite ist eine kleine Geschäftsstraße mit einigen Supermärkten und Restaurants. Da bekommt man alles, was das Herz begehrt, nur wird das ganze ziemlich langweilig mit der Zeit. Empfehlenswert zum Essen ist übrigens Gregorys, gerade vor dem Hintergrund des tollen Essens im Hotel. Dort ist die Bedienung freundlich und aufmerksam. Das Essen ist sehr gut und äußerst günstig. Wir konnten dort für 20 Euro essen, eine Flasche genialen Rotweins trinken und noch einen Nachtisch genießen.
Ansonsten ist die Straße eher so lala...
Die Anbindung an Georgioupolis ist sehr gut. Stündlich fährt ein Bus in den Ort und außerdem verkehrt ein Touristenbähnchen dorthin. Der letzte Bus zurück zum Vantaris fährt um 21.30h, das letzte Bähnchen hat einen täglich wechselnden Fahrplan. Meist fährt die letzte Bahn um 22h. Ein Taxi ist aber auch nicht sonderlich teuer. Für 6 Euro kann man zurück zum Hotel fahren. Georgioupolis bietet nur unwesentlich mehr als die Straße am Hotel, aber es bedeutet eine Abwechselung gegenüber dem Einerlei am Hotel.

Zimmer4,0
Wir hatten ein sogenanntes Low-Budget-Zimmer. Da uns im Vorfeld keiner sagen konnte, was das nun wirklich bedeutet, hatten wir ein mulmiges Gefühl. Zu unrecht: das Zimmer war angemessen. Nicht sonderlich groß, aber auch keine Besenkammer. Wir hatten einen Kühlschrank im Zimmer und eine Klimaanlage, deren Bedienung offenbar von der Tagesform abhing. Ihre Kühlleistung war ausgezeichnet. Das Zimmer war relativ nah am Strand, nur ein weiteres Wohngebäude war noch näher am Strand. Vom Zimmer( Nr.522) aus konnte man das Meer sehen, wenn auch nicht frontal. Wie oben erwähnt, war in dem Zimmer nichts von der Straße zu hören. Nachts war das Meer meist lauter als das Rauschen der Straße. Das Badezimmer war vielleicht nicht auf

Service3,0
Im Restaurantbereich war die Bedienung ok. In den meisten Fällen wurde zügig der Tisch abgeräumt. Lediglich an einem Abend, wo das Hotel einen griechischen Abend veranstaltet hatte und fast alle Gäste anstatt im Restaurant rund um den Pool saßen, waren die Servicemitarbeiter hoffenungslos überfordert. Leider hatten wir dabei einen Platz an der äußersten Ecke, so daß der Weg zum Buffet nur an zig Tischen vorbei möglich war und das handwarme Essen am Tisch schon wieder kalt war. Das Servicepersonal kam mit der Arbeit nicht nach und so stapelten sich die Teller auf unserem Tisch. Das größte Ärgernis war eigentlich die Oberaufseherin im Restaurant: Georgia. Wenn man nicht aufpaßt, weist sie einem einen Platz zu, selbst im höchstens halbbesetzten Saal, wobei sich die Systematik, nach der sie die Plätze verteilt einem nicht wirklich erschließt. Da kann es schon mal vorkommen, daß man zunächst an drei, vier freien Tischen vorbeiläuft bis sie einem den vorgesehenen Platz zeigt. Manchmal plappert sie sich etwas in unvollständigen Sätzen in gebrochenen Deutsch in ihrem nicht vorhandenem Bart, aber am besten lächelt man freundlich zurück, nickt und setzt sich hin. Unser Tipp: Einfach beobachten, was Georgia gerade macht und dann in einem unbeobachteten Moment ins Restaurant reingehen und sich selber einen Platz aussuchen.

Gastronomie1,5
Das Gastronomie muß man differenziert betrachten. Das Frühstück war für südländische Verhältnisse okay. Fruchtsäfte probieren wir eigentlich schon gar nicht mehr und auch hier hat man von Fruchtsäften ein anderes Verständnis als der Durchschnittsmitteleuropäer. Die Säfte sahen aus wie verdünnte Saftkonzentrate und schmeckten wie Vitamin-C-Tabletten, die in zuviel Wasser gelöst und anschließend viel zu lange stehen geblieben wären. Marmelade probieren wir im Urlaub auch schon nicht mehr. Wir haben Schwartau Extra im Supermarkt gekauft. Davon abgesehen war das Frühstück sehr gut. Das Brot war äußerst frisch und sehr schmackhaft. Teilweise war das Brot noch warm. Daneben gab es verschiedene Arten von Rühreiern, manchmal auch Spiegeleiern. Auch Würstchen oder mit Schinken und Käse überbackende Toast waren vorhanden. Die Auswahl an Aufschnitt war zwar etwas eingeschränkt, aber durchweg schmackhaft. Mit den bekannten Abstrichen war also das Frühstück durchweg gut.
Das Abendessen war minderer Qualität. Erstens war es wenig abwechslungsreich. Es gab im Grunde jeden Tag das gleiche, nur einige wenige Gerichte variierten, das aber aus einem verminderten Angebot. Die meisten Sachen waren entweder kaum oder wenn, dann höchst interessant gewürzt. So war die Spaghetti Bolognese mit Zimtgeschmack eine unvergeßliche Erfahrung. Gemüse variierte immer zwischen Mais, Blumenkohl, Möhren und Broccoli. Von diesen vier Sachen gab es immer drei. Die Temperatur der Speisen würde ich als handwarm bezeichnen. Der alltäglichen Frage, was man denn nun wieder ißt, wären kleine Hinweisschilder zuträglich gewesen. Diese waren aber nur in Ausnahmefälle vorhanden und beschränkten sich auf die Grundaussage, ob es bei dem Fleisch um Schwein oder Rind handelte. Eine genauere Bezeichnung der Speisen war nicht vorhanden. Das Dessertbuffet war sehr eintönig. Es gab vier verschiedene Kuchen, die sich lediglich in der Garnierung unterschieden. Geschmacklich waren die Kuchen meist identisch.Außerdem gab es frisches Obst: immer Orangen, Weintrauben und Melone,zudem verschiedene Cremes, die schmackhaft aussahen, aber nach nichts schmeckten.Vier verschiedene Sorten Eis gab es auch und dazu aus handelsüblichen Flaschen Schokoladen- oder Fruchtsoße.
Insgesamt war außerdem das Restaurant zu klein. Die Tische standen sehr eng gedrängt, so daß man schon den ein oder anderen Slalom laufen mußte, um zu seinem Tisch zurückzukommen. Das Buffet ist auch eher ungünstig angeordnet. Die Stelle, wo das Brot steht, war eine Ecke, so daß diese bereits unzugänglich war, wenn eine Nase dort stand und ein Brot für sich schnitt. Wegen der Unart einiger Leute, sich gleich so zu bevorraten, als bestünde die Gefahr des Verhungerns, entstanden so enorme Warteschlangen wegen des Brotes. Außerdem war das Zeitfenster für die Essenszeiten zu kurz (2h, von 19h bis 21h). Entweder man stand bereits um fünf vor sieben inmitten einer Menschentraube hufescharrend vor dem Eingang. Oder man mußte um kurz nach acht vor dem Restaurant hinter mindestens zehn anderen Paaren warten, bis Georgia einem einen Platz zugewiesen hat. Und um halb 9 machten sich bereits die ersten Auflösungserscheinungen am Buffet bemerkbar. So waren die Platten schon längst geplündert und wurden auch nicht mehr nachgefüllt. Am Strand gab es noch eine Strandbar, mit einer kleinen Auswahl an typischen Speisen (Griechischer Salat, Gyros, etc.), die allesamt sehr schmackhaft waren.

Sport & Unterhaltung3,0
Es gab einen Tennisplatz, der von einigen Gästen benutzt wurde. Eine Tischtennisplatte und einen kleinen Kinderspielplatz gab es ebenfalls. Abendunterhaltung war Gott sei Dank selten. An einem Abend gab es diesen unsäglichen griechischen Abend und an einem Abend war ein Duo in der Bar zugegen. Deswegen war es in der Anlage abends aber immer schon ruhig.

Hotel5,0

Tipps & Empfehlung
Wenn man das Hotel ohne Essen buchen kann, ist es okay!
Noch ein Ausflugstip, weil der nie in einem Reiseführer drinsteht: Koumos. Das ist von einem Künstler gestaltetes Dorf, dessen Häuser aus kleinen Steinen gebaut bzw. verziert ist.

Hotel wirkt schlechter als angegebene Hotelsterne
Hotel entspricht der Katalogbeschreibung
Preis-Leistungs-Verhältnis: Eher schlecht
Infos zur Reise
Verreist als:Paar
Kinder:Keine Kinder
Dauer:2 Wochen im September 2006
Reisegrund:Strand
Infos zum Bewerter
Vorname:Anke & Dirk
Alter:31-35
Bewertungen:5
NaNHilfreich