Archiviert
Sabrina (41-45)
Verreist als Familieim August 2015für 1 Woche

Tolle Anlage mit ein paar Mankos

4,5/6
Gestern bin ich vom Urlaub im Sonesta Beach Resort zurückgekehrt, vor 5 Jahren waren wir bereits schon einmal dort. 2002 waren wir ebenfalls in der Naama Bay, aber in einem anderen Hotel. Somit können wir Veränderungen beobachten. Das Sonesta ist eine wunderschöne Anlage mit traumhaftem Garten, großzügigen Pools und gutem Essen. Auch die Zimmer sind schön und für südliche Verhältnisse "sauber". Wir alle wissen, dass man nicht mit deutschen Maßstäben messen darf. Es ist jedoch zu beobachten, dass durch schwindenden Tourismus und sinkende Einnahmen an Renovierungsarbeiten gespart wird. Auch können viele der Angestellten kein Englisch. Störend empfand ich, dass wir ständig und in überzogener Lautstärke auf russisch angesprochen wurden. Im Sonesta waren wenig Deutsche, einige Russen aber die Großzahl der Gäste war arabischen Ursprungs. Ein Angestellter klärte uns auf, dass sehr viele aus Palästina kämen. Meine Versuche Kontak zu diesen Gästen zu bekommen, scheiterten bereits im Ansatz. Es war schlicht und einfach nicht erwünscht. Somit lernten wir leider niemanden kennen und auch die Kinder fanden keinen Anschluss, was für unseren 6jährigen doch recht langweilig war. Das Personal war stets höflich und freundlich, lediglich der für uns zuständige Betreuer der Reiseagentur schoß mit der Bemerkung " wir Europäerinnen wären leicht zu haben" den Vogel ab. Wie schon erwähnt kommen mittlerweile nur noch wenig Deutsche nach Sharm el Sheikh, was zum einen an den fehlenden Direktflügen als auch den negativen Medienberichten und Mitteilungen des Auswärtigen Amtes liegt. Im Sonesta hält sich die Zahl der Osteuropäer noch in Grenzen. Wer sich jedoch an vollkommen verschleierten, Burka tragenden Frauen stört, ist hier falsch. Viele von Ihnen tragen im Meer/Pool Ganzkörperbadeanzüge. Meine 15jährige Tochter fühlte sich deshalb unbehaglich.
Negativ fiel uns der zunehmende Müll auf. Mittlerweile findet man leere Plastikflaschen und -tüten im Meer und am Strand. Das gab es vor 10 Jahren nicht. Die Ägypter müssen lernen, mehr auf ihre Natur zu achten. Wenn sich nichts ändert, wird hier der Tourismus vollends baden gehen.
Um auf das Sonesta zurückzukommen, noch eine Anmerkung zum Pool am Restaurant. Hier zeichnet sich am inneren Beckenrand eine hässliche, schwarze Ölschicht ab. Deshalb gingen wir nur noch in den Pool an der Kaktus-Bar. Auch dort konnte man wie auch im anderen Pool beim Abtauchen Dreck am Boden finden, aber zumindest gab es keine Ölablagerungen.

Lage & Umgebung5,0
Das Hotel ist recht weit vom Shoppingcenter "Naama Bay" entfernt, dafür ist es auch ruhig. Für kleinere Kinder ist der Weg meines Erachtens zu weit, weshalb wir meistens ein Taxi genommen haben. Achtung! Nicht mehr als 30 EL für die einfache Strecke zahlen!
Auf dem Markt wird man ständig angequatscht um etwas zu kaufen. Natürlich auch hier erstmal auf Russisch. Da hilft nur eins: überhaupt nicht reagieren und selbst auf die Standardfrage "Where are you from?" nichts sagen und so tun als würde man nichts hören. Klingt unfreundlich, aber sonst dreht man durch.
Empfohlen wurde uns noch der "Old Market" und der "Soho Market", was wir aber nicht mehr geschafft haben.
Bei der Heimreise musste ich am Flughafen leider feststellen, dass die meisten Souvenirs im Duty Free wesentlich günstiger waren als auf dem Markt - trotz harter Verhandlungen.
Leider kann man nach Sonnenuntergang nicht mehr direkt ans Meer. Jeder Strandabschnitt wird von der Security überwacht. Das ist aus Sicherheitssicht natürlich schön, aber äußerst unromantisch. Dennoch würde ich zum Entspannen eher diese Shisha-Bars (keine Ahnung wie man das schreibt ;-)) wählen, als diejenigen in der überlauten, vor Leuchtreklame blinkenden Shopping-Meile. Besonders empfehle ich die Bar "Spider". Sie ist unweit des Sonesta und der junge Inhaber ist äußerst freundlich und alles andere als aufdringlich. Zudem gibt es hier gratis WiFi.

Zimmer5,0
Die Zimmer sind geräumig und sauber. Wir hatten einen Raum mit zwei nebeneinander stehenden Einzelbetten (getrennt durch ein fest installiertes Nachtkästchen) an den ein weiterer Raum angrenzte, in dem ein Einzelbett stand. Der angrenzende Raum hatte keine Türe und außer dem Bett auch kein sonstiges Mobiliar. Er hatte den Charm einer Gefängniszelle, was wir aber mit Humor nahmen. Noch ein Hinweis an Eltern: auch im Familienzimmer sind die Nebenräume nicht durch Türen verschließbar. Also nix ungestörte Zweisamkeit liebe Pärchen!
Das Bad war geräumig und sauber. Auch war der Wasserdruck okay, was beim Waschen von längerem Haar doch sehr hilfreich ist.
Mir hat unser Zimmer sehr gut gefallen, das einzige Manko war eine leere Minibar. Das hat mich jedoch auch nicht sehr gestört, denn dafür hätte man ja extra zahlen müssen. So habe ich einfach täglich die Wasserflaschen hineingestellt, die man beim Frühstück ausgehändigt bekam.
Teebeutel, Wasserkocher usw. ist vorhanden, wurde von uns jedoch nicht benutzt.
Zimmertyp:Doppelzimmer
Zimmerkategorie:Standard
Ausblick:zum Pool

Service5,0
Das Personal war stets freundlich und hilfsbereits. Manche sprechen leider kein Englisch, aber es kommt immer sofort eine andere Person herbei, die einem helfen kann. Als ich mich einmal nachts um 4:00 Uhr über eine lautstarke Gruppe am Pool, der direkt vor unserem Zimmer war, beschwerte, dauerte es keine 10 Minuten bis Ruhe herrschte.
Unser Zimmer war stets sauber und alles funktionierte einwandfrei. Der Roomservice überraschte meine Kinder täglich mit neuen "Handtuchtieren".

Gastronomie5,0
Das Essensangebot war reichhaltig und wohlschmeckend.
An Getränken gab es von Fanta über Sprite, Cola oder Wasser und Säften wirklich nahezu alles. Seltsamerweise war das Cola meist "lack", es fehlte also die Kohlensäure.

Sport & Unterhaltung3,0
An einem Pool gab es Animation, dazu kann ich allerdings nichts sagen, wir mieden sie.
Der große Pool am Restaurant ist wie bereits erwähnt ziemlich schmutzig. Ein schwarzer Ölfilm zeichnet sich an den Fließen am inneren Beckenrand ab. Am Boden findet sich Schmutz wie Sand, Cocktailstäbchen oder auch abgebrochene, künstliche Fingernägel. Deshalb gingen wir lieber zum Pool an die Cactus Bar. Dieser war viel sauberer und zudem direkt vor unserem Zimmer.
Allgemein würde ich mir aber wünschen, dass man nicht nur Chlor zugibt sondern auch ab und an den Boden reinigt.
Der Strandabschnitt ist stark frequentiert. Ein Tipp für die, die sich Stress im Urlaub ersparen wollen: Morgens nach dem Frühstück erst an den Pool, egal an welchen, hier gibt es immer Liegen. Vor allem am Cactus Pool herrscht gähnende Leere. Zur Mittagszeit, gegen 12:30 gehen alle Strandbesucher ins Restaurant und man bekommt ganz leicht freie Liegen. Wie schon erwähnt, liegt leider mittlerweile Müll am Strand und auch im Meer. Dagegen sollte dringend etwas unternommen werden. Die Strandliegen sind in einem schlechten Zustand. Aufgeplatzte Polster, verrostete Gestänge und abgebrochene Räder. Auch hier merkt man die fehlenden Einnahmen. Die tollen bunten Fische entschädigen dafür wieder.
Zum Abendprogramm kann ich nichts sagen, wir haben es nie angeschaut.

Hotel4,0

Tipps & Empfehlung
Tipps? Naja. 2003 waren wir im Oktober in Ägypten, das war vom Wetter her angenehmer. Wir waren nun im August dort, da ist es doch sehr heiß. Aber mit Schulkindern ist man halt zeitlich eingeschränkt.
WiFi gibt es gratis in den meisten Bars, im Hotel allerdings nicht. Ich glaube dort kostete die halbe Stunde 2,50 €, was mir zu viel war.
Mein wichtigster Tipp: Schaut euch Sharm el Sheikh noch an bevor es total heruntergekommen ist. Das mit dem Umweltschutz und Müllvermeidung sowie der Verunreinigung des Meeres muss hier noch gelernt werden. Vor 10 Jahren war es dort viel sauberer und schöner. Lasst Euch außerdem nicht von vollends übertriebenen Meldungen des Auswärtigen Amtes abschrecken, hier werden leider politische Fäden gezogen. Klar muss aber jedem sein, dass immer mehr Osteuropäer und Araber, also komplett verschleierte Frauen hier sein werden wodurch sich einiges ändert.

Vielleicht könnte noch einer die Sache mit dem Visum klären. In meinen Unterlagen stand, man müsse am Flughafen 25 Dollar für ein Visum zahlen, könne es aber auch online beantragen, da koste es weniger. Am Flughafen angekommen wurden uns pro Kopf 32 Euro abgeknöpft. Unser Tauchlehrer amüsierte sich köstlich und meinte, man bräuchte gar kein Visum, außer man hätte vor ins Landesinnere zu fahren. Wäre schön, wenn man dazu mal eine verbindliche Aussage bekäme.

Hotelsterne sind berechtigt
Hotel entspricht der Katalogbeschreibung
Preis-Leistungs-Verhältnis: Sehr gut
Infos zur Reise
Verreist als:Familie
Kinder:3
Dauer:1 Woche im August 2015
Reisegrund:Strand
Infos zum Bewerter
Vorname:Sabrina
Alter:41-45
Bewertungen:1
NaNHilfreich